L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Broder/Follath: „Gebt den Juden Schleswig-Holstein!“

„Wenn Deutsche Israel kritisieren“ lautet der Untertitel des neuesten Buches von Henryk M. Broder. Genau genommen ist es eher ein Buch mit Broder, denn es beschreibt einen kurzen, dafür intensiven E-Mail-Wechsel zwischen Broder und Erich Follath.

Am Anfang stand eine fiktive Rede Steinmeiers an den israelischen Außenminister Lieberman. Kurz nach dessen Amtsantritt und erstem Besuch beim deutschen Außenminister, schrieb Follath im „Spiegel“ eine Rede, die seiner Meinung nach Steinmeier an Lieberman hätte richten sollen. Damit erregte er die Aufmerksamkeit seines „Spiegel“-Kollegen Broder, der eine fiktive Entgegnung Liebermans an Steinmeier formulierte.
Der zweite Anlass war ein Text Follaths, wo Netanjahu mit Ahmadinedschad verglichen wird. Diese Gleichsetzung verwarf Broder mit dem Hinweis, den Nahostkonflikt (plus Iran) sei nicht als Clash zweier Egomanen zu verstehen. Der daraufhin entstandene Mailwechsel stellt den Kern dieses Buches dar. In gekürzter Form konnte man die Debatte bereits im Spiegel lesen, doch bietet die nun veröffentlichte Buchform tiefere Einblicke. Etwas an Vorbildung sollte der Leser allerdings mitbringen, denn es ist kein Geschichtskurs, dazu wissen die Autoren zu gut, dass ihr Gegenüber dies alles weiß, beide Autoren sind exzellente Kenner der israelischen Gegenwart und Vergangenheit. Doch wie es um die Zukunft Israels steht, ist die große Frage. Hier gibt es auch keinen Schlagabtausch von allgemeinen Argumenten, eher wird versucht die Ängste der Israelis verständlich zu machen (Broder) oder einen Jetzt-Zustand aus dem Blick des Außenstehenden zu betrachten (Follath). Und die beiden Autoren schenken sich nichts, Sticheleien findet man häufig, trotzdem ist ein respektvoller Grundtenor geboten, der die ausführlichen Worte des Andern ernst nimmt, was in Zeiten von Getwitter und der schnellen Headline keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Außerhalb der persönlichen Sticheleien beschreibt Follath seine Sichtweise kühl und distanziert. Vielleicht zu kühl und distanziert, denn die erhobenen Vorwürfe an Lieberman und Netanjahu mögen zutreffen oder nicht, eine Versteifung auf die politischen Figuren oder auch das reine Politisieren des Konflikts reicht bei weitem nicht aus, um zu erklären, wie die israelische Realität aussehen dürfte, zumal eine unleugbare Diskrepanz zwischen dem Gesagten und Gefürchtetem und Realem besteht.
Im Raum schwebt zudem immer die Frage, wie man als Deutscher mit dem Thema umgehen könnte, und da trifft Broder den einen oder anderen wunden Punkt. Man merkt, dass dieses Thema bei Broder mehr als nur das journalistische Interesse als Hintergrund hat.

Man mag ja von Broder halten was man will (z.B. seine rezenten Äußerungen zum schweizer Minarettverbot kann ich nicht teilen), aber alleine seine spitze Feder und seine klare Polemik machen das Lesen sehr vergnüglich. Das Herhalten von Gegenbeispielen, wo bei Israel Kritik geübt wird, während andere Länder mit gleichen oder schlimmeren Reaktionen nicht einmal erwähnt werden und das Heranziehen von Analogien aus dem Alltag, machen den Punktsieg für Broder aus. Manchmal schießt er dabei über das Ziel hinaus, wie das Deuten von psychologischen Zuständen oder das Schreiben über die semantische Beiordnung eines bestimmten Begriffes.

Wer über den Nahostkonflikt informiert werden möchte, liegt mit diesem Buch falsch, es bietet keine Geschichtsstunde. Die geschichtlichen Hintergründe zu wissen ist zwar keine Vorraussetzung, doch hilft es.

Das Buch mag für Uninteressierte vielleicht etwas zu abstrakt sein, auch bietet es keine ausgeklügelte Analyse, sondern Momentaufnahmen aus einem Briefverkehr, die Ideen kamen zu Papier wie sie gerade kamen. Es ist schwierig den Inhalt zusammenzufassen oder eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen. Dennoch ist es erhellend, zumal man tagtäglich in den Medien sehen kann, wie das Thema Israel vorschnell verurteilt wird. Beispiele? Obama gibt eine Konferenz über Atomwaffen, Thema ist Israel, damit ist der nächste Schritt (neben den Siedlungen) vorprogrammiert. Kommentare wie

Grade dieses volk muss doch wissen das mann keine massenvernichtungswaffen haben DARF….

Sich selbst verteidigen? von wem? Iran?

Leute wacht auf der Plan ist ein ganz anderer… (von hier)

sind gesellschaftsfähig geworden. Die aktuelle „tageblatt-Beilage „kulturissimo“ druckt die antiisraelische und deutlich propagandistische Karte der „palestinian losses“ (wenn auch nur Panel 1 und 4, was die Sache nicht besser macht, ganz im Gegenteil).

Dies sind nur zwei Beispiele alleine von heute. Dazu der undurchsichtige Fall der Anat Kamm, wo für viele Leute feststeht, dass Israel eine Diktatur wäre (dass bei den gestohlenen Unterlagen auch sensible Daten wie Truppenaufstellungen und Militärtaktiken sein könnten, ist für eine Vorverurteilung irrelevant), und ungeachtet der Tatsache, dass israelische Medien über den Fall berichten, nur hängen zu bleiben scheint, dass das Berichten darüber verboten ist.
Der kritische Geist des aufgeklärten Europas scheint sich längst zurückgezogen zu haben in faule Selbstgefälligkeit.

„Gebt den Juden Schleswig-Holstein!“ wird niemanden von seiner Meinung abbringen. Natürlich wird jeder Leser den Autor als argumentativen Gewinner sehen, dessen Meinung ihm näher steht, aber es ist interessant, dass sich zwei Autoren mit ähnlichem Wissen aber völlig verschiedener Meinung und Hintergrund auf ein solches Abenteuer einließen und sich nicht in wüsten Beschimpfungen erstickten, sondern am Ende auf ein gemeinsames Essen einigen konnten. Abgerundet wird das Buch von den vier anfangs erwähnten Texten, vier weiteren Artikel (zweimal Broder zu seiner Kandidatur für den ZdJ und zweimal Follath zu Libanon 2006 und Gaza 2009) und einigen Reaktionen auf die Spiegel-Veröffentlichung des Schriftaustauschs. Es ist vielleicht etwas mager im Umfang (der Briefwechsel selbst macht nur 76 Seiten aus), doch wer sich für das Thema interessiert oder auch nur Broders Stil mag, sollte einen Blick riskieren. Alle andern sind vielleicht mit Broders oder Follaths (je nach persönlichen Vorlieben) früheren Werken besser beraten.

„Gebt den Juden Schleswig-Holstein! Wenn Deutsche Israel kritisieren. Ein Streit“ von Henryk M. Broder und Erich Follath. 176 Seiten, 16.95€.

April 9, 2010 - Posted by | Antisemitismus, Bücher, Deutschland, Israel, Lesestoff | ,

21 Kommentare »

  1. Ech sinn emmer rem faszinéiert, wéi een sech sou fir eng aner Kultur/Religioun/Gesellschaft/whatever kann interesséieren obwuel een net selwer Member dovunner ass.

    Wann dir Israel, oder d’Juddentum, sou gutt fannt, firwat plënnert der net an Israel oder konvertéiert zum Juddentum?

    Oder ass et éischter den Antagonismus Israel geint de Recht vun der Welt, deen iech faszinéiert? David géint Goliath? Gutt géint Béiss?

    Oder ass et eng Saach vun ‚Fanboy-ismus‘ am Genre vun Microsoft vs Apple, BMW vs Mercedes, McDonald’s vs Burger King?

    Kommentar von Grommel | April 10, 2010

  2. Ech sinn emmer erem faszinéiert, datts du konsequent um eigentleche Punkt laanschtdenkst. Dierf een net géint Rassimus sinn? Oder als Mann géint Sexismus? Mediekritik üben?

    Sorry, et gett mer sou luers ze domm.

    Kommentar von JayJay | April 10, 2010

  3. Dach, natierlech däerf een dat. Mee dier schéngt an ären Positiounen an Meenungen och net grad nuancéiert ze sinn. Die eng sinn emmer die Gudd, die aner ëmmer die Béiss. Grënn an Ursaachen schéngen iech och net immens ze interesséieren.

    En plus hues de net op meng eigentlech Fro geäntwert …

    Mir schéngt et och wéi wann Israel (oder d’Judden) fir iech wier wat den Edlen Wilden fir den Rousseau woer 😉

    Kommentar von Grommel | April 10, 2010

  4. Hm…rem eng Palette Firurteeler an rem net geliers, waat mer schreiwen. Zudem schonns beäntwert Froen nach emol gefroot, blabla etc. Troll. Ech wärt meng Konsequenzen zéien.

    Kommentar von JayJay | April 10, 2010

  5. Nuancéiert heescht haut leider bekanntlech, anzegesinn dat dach alleguer e bessi béis, ee bessi gutt sinn, daat ganz Welt eng Grozon ass asw. Deen Relativismus lehnen ech effektiv komplett of, well en eis Welt zerstéiert.

    Entweder et ass een bspw. fir Fraiheet oder net, do gett et keen Kompromiss, wou emmer jhust d´Onfraiheet gewannen kann. Ech sinn emmer fir daat Gutt an géint dat Béist. Genau derwéinster hunn ech ower och keen Problem Israel do ze kritiséieren wou et néideg ass, well „right or wrong“ ass fir mech keng Fro vun „my side“.

    An deen Virworf, eis giewen keng Grenn an Ursachen interesséieren, ass komplett falsch an wuel éischter op d´Géigensait zoutreffend. Mee den JayJay soot jo alles schons an desem Satz:“Der kritische Geist des aufgeklärten Europas scheint sich längst zurückgezogen zu haben in faule Selbstgefälligkeit. „.

    Point fini fir mech.

    Kommentar von CK | April 10, 2010

  6. Den JayJay zum Grommel:

    😉

    Kommentar von CK | April 11, 2010

  7. CK:

    1. Wat hues du dann schon un Israel kritiséiert?
    2. Wat faszinéiert iech esou un Israel? Den David géint Goliath Aspekt?
    3. D’Grënn an d’Ursaachen (op d’Verhalen vun der Géigensäit, an dësem Fall den Palästinenser) schéngen iech en effet net vill ze interesséieren. Dir schéngt nëmmen d’Resultat oder den aktuellen Zoustand a Betruecht ze huelen a verdaamt dann d’Läit op där Basis. Dat ass jo och méi einfach (well méi schwaarz a wäiss) ewéi zouzeginn, dass die Situatioun eben net einfach ass. An just mat absolutisteschen (an oft abstrakten) Statements ze kommen hëlleft net vill.

    Ps. Monkey Island rocks!

    Kommentar von Grommel | April 11, 2010

  8. > Wat hues du dann schon un Israel kritiséiert?

    Wehrpflicht, reliéis Hennessen, Siedlungen… dozou hu mer nie „Hurra“ gesoot an daat och klor genannt, daat kann een dach net einfach sou iwwerliersen? Kritiséiert gett allerdings aanerenorts genuch. A wann daat kritiséieren onberechtegt ass, well ech daat erwähnen. Daat ass net noutwennegerweis een onkritegt „pro“, mä eng Kritik un engem Mainstream, deen eischter no sengen Firurteeler leeft.

    > Wat faszinéiert iech esou un Israel? Den David géint Goliath Aspekt?

    Et gesäit een dorunner ganz gutt, wou eis Gesellschaft steht, wéi se op Virurteeler réagéiert, wéi se bei weem wéi eng Fakten ignoréiert. Dozou perséinlecht Interesse un Kultur an Geschicht (ech haat scho mol erwähnt datt ech mech an Jiddistik-Seminäre gesaat hunn? Just for Fun. Jo, sou Interesse gett et!)… etc, haate mer alles scho mol gesoot (privat E-Mail & an de Commentärer).
    Ech hunn 200 Joer aal Texter geliers, di mat deenen nämmlechten Klischeen an Virurteeler schaffen wi vill Texter vun haut. Soll ech daat also ignoréieren? Mer hunn zum Gléck eng gewessen Sensibilitéit géint Rassismus mettlerweil (och wa sou munches nach ze maan ass). Donierwend ginn et awer Themen, so d’Opklärung nach net souwäit ass. Daat ass mer een Uléien, wéi et fir aanerer Rassismus oder Sexismus ass. Och als Analyse vun der Geigewartsideologie, di alles aanescht als fräi oder opgeklärt ass.

    > D’Grënn an d’Ursaachen (op d’Verhalen vun der Géigensäit, an dësem Fall den Palästinenser) schéngen iech en effet net vill ze interesséieren.

    De Firworf do ass och aus der Loft gegraff. Natierlech interesséiert et, an ech hunn meng Meenung draus gezunn, datt den Trigger fir de Friddensprozess bei den Palästinenser läit, awer vun den Idioten aus den eegenen Reihen behennert gett. Soll ech also uffänken di Märder, di sech an volle Busser an d’Loft jummen als Widerstandshelden ze begräifen? D’Paläsinenser sinn an eischter Linn d’Affer vun den eegenen Extremisten. Steeht an ähnlecher Form och ierntzwech öfters schonns hei op der Säit.

    – „Mä Gronn ass awer Israel, Besatzung!“
    – „…déi net néideg wier, wann d’Israeli ouni Angscht an de Bus klamme kéinten.“
    – „…alles wéinst dem Krich an der Besatzung vun 1967…“
    – „…deen net néideg gewiercht wier, wann die arabesch Länner ronderem Israel den neien Noper wellkomm hätten…“
    – „…jo wéi dann, se hunn dach hir arabesch Bridder 1948 verdriwwen…“
    – „…a Krichsituatiounen passéieren sou Saachen, schlemm, ass awer lo net ze änneren, woubäi de Krich vun 1948 eng arabesch Attaque wor, den UN-Deelungsplang ass vun jüdescher Säit ugeholl ginn…“
    – „Mä di sinn wéinst dem Holocaust en Masse dohinner komm, ouni Shoah keen Israel.“
    – „… Balfour? Zionisteg Awanderung säit 1880?“
    – „…mä den Palestinenser ass d’Land geklaut ginn…“
    – „…se haaten nie als Natioun een eegend Land, vill Lännereien sinn vun den eischte Siedler den arabeschen Großgrundbesitzer oofkaaft ginn, et koum spéider och zu puur Sauereien, et wor schonns deemols eng Krichsituatioun…“
    – „Du bass absolutisteg, abstrakt an interesséiers dech net fir di aaner Säit.“

    Israel réagéiert eischter wi datt et agresséiert. Firwaat also de schwarze Péiter emmer rem bei Israel zouschousteren? Se hunn filläit net emmer richteg reagéiert (wéi e Land huert daat schonns?), awer an eischter Stell gehéiert fir all Land seng Léit ze protegéieren.

    > Dir schéngt nëmmen d’Resultat oder den aktuellen Zoustand a Betruecht ze huelen a verdaamt dann d’Läit op där Basis.

    Witzbold. Daat ass dee richtege Firworf un all déi Antizionisten, déi mengen, datt den Nahostkonflikt ereischt no 1967 opkomm ass, Israel daat béist am Blutt huert an un Großisrael schafft. Oder datt d’Nakba alleng wéinst Israel komm ass? Kuck der d’Geschicht emol un. An „verdaamen“ mache mer och keen.

    > Dat ass jo och méi einfach (well méi schwaarz a wäiss) ewéi zouzeginn, dass die Situatioun eben net einfach ass.

    Hu mer och, w.e.g. lierse léieren, rezent Zitat vu mer selver: „Es ist ein Teufelskreis, der Durchschnittsbewohner Palästinas, interessiert sich wenig für die geschichtlichen Verzwickungen, und wenn Israel sich abkapselt und mit der notwendigen Gewalt seine Bürger schützen möchte, ist das „big picture“ nur schwer verständlich. Daraus wächst weiterer Extremismus, auch bei Leuten, die eigentlich apolitisch sind und einfach nur ihr Leben leben wollen.“

    Ass et falsch doropper opmierksam ze maan, datt eis Politiker Gespräicher mat Leit sichen, déi reischt dess Woch eng Stroß am Regierungsvéirel no engem Bommebauer benannt hunn?

    Kritik fennt een soss och genuch, waat mer een Uléien ass, ass, datt falsch Meldungen relativéiert ginn, mer hunn NIE richteg, awer negativ Israel-Norichten relativéiert. An daat fennste hei, du fenns keen a priorescht „Hurra Israel“. Et geet och em d’Verhältnis vun eis Westeuropäern zu engem Aaneren, deen unhand vun Firurteeler verdaamt gett, wou Fakten fir Fill kee Wärt méi hunn, sech awer domatter rühmt ganz weltoffen an opgeklärt ze sinn.
    (Btw, du huers Rousseau net geliers? Ech awer, däi Saatz uerwen huert een Riisewidersproch.)

    > An just mat absolutisteschen (an oft abstrakten) Statements ze kommen hëlleft net vill.

    Besonneg net, wann de Géigeniwwer sech wéigert se ze verstoen, keen Ennerscheed teschend A a B mecht an och soss eischter opfällt ze stänkeren, wéi ze liersen, waat soss nach do steht. Keen Gedächtnis? Oder Lierseschwächt? Oder einfach nemmen firurteeleg? Däi Firworf ass nemmen deen, datt mär net déng Meenung hunn. Mer ginn u sech emmer Grenn un (Links si bal emmer dobäi), wannste se net deels ass daat ok, awer du gess nie Grenn un bei dénger Kritik, se riicht sech nemmen géint eis. Géigenargumenter fehlen. „Absolutisteg“? Mer hunn nie den Usproch gehaat, mer hunn Argumenter, Texter, News zu enegr aanerer Siichtweis geliwwert, News, di nopreifbar sinn, awer widerluercht huers du se nie. Och nie erwähnt. Einfach nemmen de Firworf „absolutisteg“ ze brengen ass arm. Sou fonktionnéiieren keng Diskussiounen.
    An ass et „abstrakt“, wann een seet, datt Israel d’Recht huert sech ze wieren an d’Pflicht seng Bierger ze schützen?

    Ech well lo net onhéiflech ginn, mä déng Firwerf wore keng. Ech froen mech, wou se hirkommen, besonneg ennert sou engem Artikel, wou ech ganz ouni Wertungen auskommen, doch déi Geschichte em d’Anat Kam net als Iertum oofginn, mä ausdrécken, datt ech et net wees, datt do villes onklor ass, awer déi Aaner et och net wessen, mä lauthals eng Meenung hunn. Wou ech Reklamm fir e Buch maachen, waat zur Halschend vun engem Israelkritiker geschriwwen ass, an nach ganz klor soen, datt déi eegen Astellung entscheed, weem een eischter Recht gett, an net well deen een recht huert an deen aaneren een Idiot ass?

    A fir et ganz klor ze maan: Sou perséinlech Ugreffer musse mer hei net unhuerlen. Kommentarer kee Problem, awer sou Saachen, di 100x schonns beäntwert gi sinn an haltlos einfach nemmen géint engem aaneren seng Meenung ginn, musse mer net toleréieren, zumolste keng Beispiller bréngs, keng Géigenargumenter, nix, nada.

    Domatter ass d’Thema erleedegt. Ech hunn mat der d’Erfahrung gemaa, datt di nämmlech Firwerf, obwuerl se schonns beäntwert sinn (och d’Inhalter vun desem Text hei sinn schonns mol an ähnlecher Form un dech fort gaangen), an e pur Wochen erem kommen. Demno, hält hei meng Frendlechkeet op emmer schéi brav ze äntwerten an ze korrigéieren an op schonns gesoote Saachen opmiersam ze maan. Ech zéien hei e Schlussstrech, themegebonnen Kommentarer a Meenungen sinn emmer welkom. Aver rapp dech zesummen. Um eegenen Terrain mussen och mär eis net alles bidde looßen.

    Kommentar von JayJay | April 11, 2010

  9. >1. Wat hues du dann schon un Israel kritiséiert?

    D´Wehrpflicht, d´Net-Trennung vun Relioun a Staat (an esou munchem), déi auslännerfeindlech Politik vun der Shas-Partei géigeniwwer Asiaten, déi staatlech Subventiounspolitik Richtung Siedlungen am Westjordanland, d´Homophobie vun den Orthodoxen, den Fanatismus vun munchen Siedler, d´deelweis Sperre vun der auslännescher Presse während dem Gazaasatz bspw.

    >2. Wat faszinéiert iech esou un Israel? Den David géint Goliath Aspekt?

    Gouw alles schons emol erklärt. Kann der jhust rooden selwer emol dohinzefléien an daer een Bild ze maan. Den Nahostkonflikt ass zudem an Europa nun eemol een Haptthema an den Medien, emmer an emmer erem.

    >3. D’Grënn an d’Ursaachen (op d’Verhalen vun der Géigensäit, an dësem Fall den Palästinenser) schéngen iech en effet net vill ze interesséieren.

    Dat trefft wuel eischter op dei Naivlingen zou, dei mengen, et kinnt een mat der Fatah an esouguer der Hamas ee Fridden aushandelen. Déi wellen nämlech d´Wourecht net erkennen. Den Haptgrond heescht ganz einfach „radikalen Islam“.

    >Dir schéngt nëmmen d’Resultat oder den aktuellen Zoustand a Betruecht ze huelen a verdaamt dann d’Läit op där Basis.

    Och hei leit wuel eng Projektioun fir. Mir kennen déi historesch Fakten an kucken alles, wat Israel mécht, och aus der historescher Perspektiv. An bzgl. Ursache an Wirkung.

    >Dat ass jo och méi einfach (well méi schwaarz a wäiss) ewéi zouzeginn, dass die Situatioun eben net einfach ass.

    Einfach wir et secher net virun allem iwwer Ostjerusalem ze verhandeln, mee och bei nach esou komplexen Problemer gett et emmer nach eng friddlech Léisung, wa beid Parteien eng fannen wellen. Mee esoulaang et op pal. Sait Terroristen gett an hir Vertrietungen net vun hirem totalen Zill vun der Zerstéierung Israels wellen Ofstand huelen, bleiwen leider jhust fromm Wensch. Deen Dag wou d´Palästinenser erem wellen eeschthaft verhandelen, gett och erem eeschthaft verhandelt. De Ball lait bei hinnen.

    Kommentar von CK | April 11, 2010

  10. Holà,

    …den Noostkonflikt ass eng ganz heikel Geschicht…ech kénnen nët ganz vill dovunner an duerfir well ech mech och net doriwwer äusseren…(Wittgenberg)

    Waat mech méi interesséiert wier, wou giff „dir?“ dann de Schlëssel zur Léisung vum Konflikt gesinn…?

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | April 11, 2010

  11. Holà,

    Ooops…“(Wittgestein)“ net „(Wittgenberg)“…

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | April 11, 2010

  12. Ech wees et net. Daat wees keen sou richteg, awer daat Klappen op Israel stärkt firun allem di antidemokratech Kräft op der Géigesäit an och am Innern vun Israel. „Land for Peace“ klappt net? Wi wier et mol mat „Peace for Peace“? Daat wier e gudden Uffang.

    @Wittgenstein
    (Och wann de gudde Ludwig et e bessen aanescht gemengt huert) …Netwessen hällt keen dovunner oof, trotzdem zu allem eng Meenung ze hunn, egal op waat se baséiert.

    Kommentar von JayJay | April 11, 2010

  13. @Pancho: D´Situation ass festgefuer. Et muss een kucken irgendwéi een modus vivendi mat den Palästinenser ze fannen an d´Secherheet vun Israel ze garantéieren. Méi ass net méiglech esoulaang op der Géigensait keng Peace-Now-Bewegung entsteet. Wann déi giew opkommen an se giew net vun Fatah an/oder Hamas brutal niddergeschloen ginn, da giew et Fridden ginn, mee dat erschéngt mer momentan leider utopesch. Also muss een de momentanen Status Quo secheren. Ee bessi Drock vun Europa an den USA op déi vun hinnen finanzéiert pal. Administratioun giew zudem och net schueden.

    Kommentar von CK | April 11, 2010

  14. Holà,

    …“giew net vun Fatah an/oder Hamas brutal niddergeschloen ginn…“

    Waat sinn d’Motivatiounsgrënn vum Fatah éngersäits an vum Hamas, aanerersäits, fir wëllen eng „Peace-Now“-Beweegung op der eegener Säit nidderzeschloen?

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | April 11, 2010

  15. @Pancho: Dat wiren Verréider, déi sech dem zionisteschen Feind erginn, ergo Palästina verrooden. Et gellt: alles oder naischt. Wat vill Europäer net verstinn: net jhust déi soi-disant besaaten Gebidder an der Westbank sinn fir d´Hamas (an egtl. och d´Fatah) vun Israel besat, mee och Tel Aviv, Haifa asw.

    Nemmen d´Zerstéierung vun Israel an een eenzegen, islamisteschen Gottesstaat als soi-disant „Endziel“ ass fir d´Hamas akzeptabel. Wann haut een Palästinenser am Gazastraifen sech giew open histellen an soen hien wir fir Fridden mat Israel, dann droht em Doudesstrof. Esou Leit (cf. Interview mam Green Prince, deen heemlech fir de Mossad geschaff huet) ginn einfach vum Dach geheit. Angeblech Kollaborateuren gin embruet oder gefoltert, Fatahleit krueten d´Aen ausgestach asw.

    D´PLO huet Israel 1993 zwar offiziell unerkannt, ower ennerhalb vun der sws enorm korrupter Fatah ass haut leider och nach bei waitem net jhiddereen bereed d´Zweestaatenléisung ze akzeptéieren.

    Kommentar von CK | April 11, 2010

  16. Holà CK,

    …kann een dann behaapten daat d’Fatahleit méi „zentraal/lokaal/national“ Beweeggrënn hunn, währenddessen den Hamas méi „dézentraal/supranational“ Beweeggrënn huet…oder verstinn ech do ëppes falsch…?

    Wor de Prinzip deen d’Entstéihung (1928) vun der Muslimbruderschaft ënnermauert huet, denger Meenung no, deemools gerechtfäertegt?

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | April 12, 2010

  17. Grob geschwaat, kann een vlait effektiv soen, datt Hamasniks Djihadisten sinn, also Deel vun enger Bewegung, déi den radikalen Islam global well durchsetzen. D´Fatah dergéint ass méi un Machterhalt an den Autonomiegebidder selwer interesséiert an wuel eng nationalistesch Bewegung.

    Deng Fro verstinn ech net. Et kann nimols gerechtfertegt sinn, esou eng kollektivistesch-totalitär-klerikalfaschistesch Organisatioun wéi d´Muslim Brotherhood ze grennen.

    Kommentar von CK | April 12, 2010

  18. Holà CK,

    „Et kann nimols gerechtfertegt sinn, esou eng kollektivistesch-totalitär-klerikalfaschistesch Organisatioun wéi d´Muslim Brotherhood ze grennen.“

    Wor se vum Ufank un „kollektivistesch-totalitär-klerikalfaschistesch“…oder ass déi Organisatioun duerno esou ginn?

    „The Muslim Brotherhood was founded in 1928 by Hassan al-Banna, a schoolteacher, to promote implementing of traditional Islamic sharia law and a social renewal based on an Islamic ethos of altruism and civic duty, in opposition to political and social injustice *and to British imperial rule.*“

    Wier d’MB dénger Mn. och ouni den deemoolegen „British imperialism“ entstaanen?

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | April 12, 2010

  19. Bein, ech mengen déi Definitioun schwätzt schon fir sech. Op se och ouni de briteschen Imperialismus entstan wir, ass Spekulatioun. Mee een Iwwel bekämpft een net andeem een en anert Iwwel schafft. (Eppes wat d´Amerikaner och am kaalen Kriich falsch gemaach hun.) An datt totalitär Bewegungen sech gaeren als Fraiheetsbewegungen géint Ennerdréckung postuléieren, ass och gewosst.

    Kommentar von CK | April 12, 2010

  20. Holà CK,

    „Bein, ech mengen déi Definitioun schwätzt schon fir sech.“

    „to promote implementing of traditional Islamic sharia law…“
    Et steeht näischt dran vun der Implementatioun vun der „traditional Islamic sharia law“ duerch Gewalt…
    &
    „Däerf ee muslimescht Land net eegen reliéis „Riten“ (awer ouni Gewalt…) implémentéieren?“

    „Mee een Iwwel bekämpft een net andeem een en anert Iwwel schafft.“
    Ginn der vollkommen Recht…

    „An datt totalitär Bewegungen sech gaeren als Fraiheetsbewegungen géint Ennerdréckung postuléieren, ass och gewosst.“

    Jo…mä, de Prinzip vun deene „Beweegungen“ ass deen dénger Mn. vum Ufank un ëmmer op der „Totalitarismus“ opgebaut?
    Kann et dann net sinn, daat verschidden Prinzipien vun verschidde Beweegungen ganz légitim Standpunkten vertrieden, mä daat den „Beweegungspotential“ vun aaner „alpha-Hampelmännercher“ schnell erkannt, an, nom „kapern“…zum „Schlechten“ instrumentaliséiert gëtt?
    (cf. z.B. „Lenin-Stalin-Liebesromanze“…)

    Ass de Koran dénger/äerer Mn. eng Relioun déi prinzipiell op „d’Gewaltverherrlichung“ opgebaut ass…?

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | April 12, 2010

  21. „Et steeht näischt dran vun der Implementatioun vun der “traditional Islamic sharia law” duerch Gewalt.“

    De Problem ass datt d’Sharia Law (op jhiddferfall d’Strofrecht, ech schwätzen elo net vun Spillereien wéi angeblech zënsfrai islamesch Finanzproduiten) furchtbar barbaresch an gewalttäteg ass. An och am Zivilrecht ass wuel villes ongerecht, bspw. d’Benodeelung vun der Fra am Scheedungsfall bzw. Tatsach datt iwwerhapt jhust de Mann een Scheedungsrecht huet, och jhust den Mann d’Recht op Polygamie huet asw.

    Esouguer wann déi Leit et also wirklech eescht giewen mengen mat der gewaltfraier Durchsetzung(wat vun Ufank un ze bezweiflen ass an mMn och onméiglech ass, genausou gutt kanns de gewaltfrai brong oder roud Totalitarismusphantasien durchsetzen!), giew daat naischt dorun aenneren datt et sech em eng menschenverachtend Ideologie handelt, déi irgendwann Gewalt mat séch brengen MUSS. (Du schéngs hei vlait och ee bessi vum Demokratismus feelgeleet ze sinn. Ech weess schons, wéisou ech keen groussen Frend vun der Glorifizéierung vum Majoritéitsprinzip sin.)

    „“Däerf ee muslimescht Land net eegen reliéis “Riten” (awer ouni Gewalt…) implémentéieren?”

    Daat ass eng Schimär (gewaltfrai Sharia kléngt wéi vegetareschen Schluechthaff :D) Géint wirklech gewaltfrei reliéis Riten giew ech ower effektiv net mat Gewalt firgoen an se „erlaaben“.

    mä, de Prinzip vun deene “Beweegungen” ass deen dénger Mn. vum Ufank un ëmmer op der “Totalitarismus” opgebaut?

    Vun Bewegungen wéi dem Islamismus oder dem Marxismus-Leninismus, definitiv jo. Mee et ass méiglech datt d’Unhaneger vun esou Ideologien daat selwer net (direkt) erkennen. Derfir soen ech jo emmer: Iddien sinn wichtig. Natirlech sollen net Iddien bestroft ginn (dat wir selwer totalitär), Iddien ginn aléng mat besseren Iddien „bekämpft“ (wéisou ech och géint d‘ HC-Leugnungsverbot sinn), mee et aennert naischt drun datt d’Iddien (an net eréischt d’Handlungen, déi eng logesch Konsequenz vun deenen Iddien sinn) béis an schlecht sinn. Wat vill Leit beim Kommunismus bis haut net begraff hun, se denken jhust d’Handlung wir irgendwéi aus dem Ruder gelaaf (iwwregens schons beim Lenin, net eréischt beim Stalin, cf. Kronstadt), mee d’Iddien un sech positiv. Loin de là.

    Natirlech gett et och emmer legitim Kritikpunkter, daerer sech esou Bewegungen unhuelen (an desem Fall eben Kritik un den briteschen Kolonialherren, déi Einheimescher net onbedéngt déi glaich Rechter zougestan hunn), esou datt munch Leit drop erafaalen. Wou de Shah am Iran gestierzt ginn ass, hun vill Leit gejubelt, déi herno leider selwer niddergemetzelt gouwen. An der Ukraine hun se d’Nazien gefeiert. D’Verbriechen vun deem Engem entschellegen ower nie d’Verbrechen vun deem Aneren.

    Ass de Koran dénger/äerer Mn. eng Relioun déi prinzipiell op “d’Gewaltverherrlichung” opgebaut ass…

    Ech hunn am Géigensatz zum Nestor an JayJay de Koran selwer nach net gelies, mee et ass- no allem wat ech doriwwer héieren hunn- ee furchtbar gewaltverherrlechend Buch, och wann et liberal Reformer wéi den Habib Sayah (cf. Islam et Liberté hei op LfL) ginn, déi eng aner Interpretatiounen ze erméiglechen probéieren (Gottseidank! Se iwwerhuelen quasi déi Roll, déi den Thomas Aquinas am Chreschtentum haat. Pourvu qu‘ ils réussissent!)

    Kommentar von CK | April 12, 2010


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