L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Meinungs-high

Meinungsfreiheit ist wichtig. Sie ist gut, gehört rechtlich verankert und sollte gebraucht werden. Allerdings ist die Frage nach Meinungsfreiheit in diesen Tagen stellenweise zur Farce geworden. Es geht immer häufiger eben gerade nicht darum auszuloten, was wann/wo/wie gesagt werden kann/darf/soll/muss. Immer häufiger wird die Heiligkeit des Gebots als unlauterer Vorwurf in den Raum geworfen. Es ist in manchen Fällen zu einer Distraktionstaktik geworden, auf deren Diskussion wir der Inhalte Willen nicht einsteigen sollten.

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April 17, 2016 Posted by | Allgemeines, Neues aus Luxemburg | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Meng Sprooch, mäi Land

Gehen wir gleich in die Vollen und klären die Prämissen: Luxemburgisch ist linguistisch gesehen ein Dialekt, keine eigene Sprache. Politisch hingegen ist es eine historisch derart gewachsene Mundart, dass sie als eigene Sprache durchgeht. Sie hat ein nationales Territorium, das sie von anderen Ländern mit ihren Sprachen abgrenzt. Wäre die Geschichte im 19ten Jahrhundert minimal anders verlaufen, würde heute kein Mensch nach Luxemburgisch fragen. Es wäre ein Dialekt wie andere auch und wäre, ebenso wie diese, am verschwinden. In der aktuellen Diskussion um Identität, Sprache und Nationalitätengesetz, bekommt Luxemburgisch einen sehr eigenartigen Stellenwert. Es ist eine paradoxe Situation: Es wird mehr Luxemburgisch überall gefordert und zeitgleich davon gesprochen, dass die Ausländer sich mehr einbringen und sogar zum Luxemburgischen gezwungen werden sollten. Das ist aber keine Analyse, sondern Teil des Problems: Mit ersterem wird eine Mauer errichtet. Mit letzterem wird verlangt, dass die sprachlich Benachteiligten sie gefälligst einreißen sollen – und zwar einseitig!

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März 31, 2016 Posted by | Luxemburg, Neues aus Luxemburg, Offene Gesellschaft | , , , , , | 5 Kommentare

Nationalitätengesetz

Vier Vorschläge:

– Die Residenzdauer von heute sieben auf fünf oder weniger Jahre herabsetzen.
– An den Sprachkenntnissen soll festgehalten, allerdings die Anforderungen, besonders beim Mündlichen, heruntergeschraubt werden.
– Nicht-Luxemburgern, die einen Luxemburger Staatsbürger heiraten, soll der Weg zum Luxemburger Pass weiter vereinfacht werden.
– Ausländer, die 20 Jahre oder länger in Luxemburg ansässig sind, sollen ohne weitere Bedingungen Zugang zur Luxemburger Nationalität erhalten.

Das ist nicht aus dem aktuellen Vorschlag zum neuen Nationalitätengesetz. Das ist fast wortwörtlich aus einem Artikel des Luxemburger Wort vom 24. Juli 2014 und beschreibt die Position der CSV vor über einem Jahr. Oder anders gesagt: bereits ein Jahr vor dem Referendum wurde der Frage nach dem Ausländerwahlrecht von Seiten der Opposition mit dem Argument begegnet, dass die Zugangsbedingungen zur luxemburger Nationalität gelockert werden sollten und somit die Frage mit „Nee“ zu beantworten sei.

Das ist folglich keine Hintertür der Regierung und vor allem hat es nichts mit dem Referendum zu tun. Da war über ein Jahr vor dem Referendum, wenn schon nicht in Einzelheiten, so doch in der Richtung, von Seiten der Regierung UND der CSV alles klar.

Dass die ADR nun einen Angriff auf die luxemburgische Nation sieht, überrascht uns nicht. Dass aber viele darauf reinfallen hingegen schon. Vielleicht wäre es von den einzelnen Anti-Akteuren ehrlicher, genau darauf hinzuweisen anstatt diese bizarre Vermischung von Referendum, Gegnerschaft zur Regierung und Nationalitätengesetz in ihren Reihen zuzulassen und somit zu fördern.

Oktober 10, 2015 Posted by | Luxemburg, Neues aus Luxemburg | , , , | 1 Kommentar

„Lëtzebuerg, du hannerhältegt Stéck Schäiss“

Als ich die ersten Sticker mit der Aufschrift „Lëtzebuerg, du hannerhältegt Stéck Schäiss“ gesehen hatte, musste ich schon still in mich hinein lachen. Ich hatte keine Ahnung um was es ging, dachte an Guerilla Marketing für … irgendwas? Später, aha, ein Theaterstück. Von Richtung22, alles klar. Es gab nur ein paar Aufführungen, doch jetzt ist das Theaterstück online zu bewundern.

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Oktober 3, 2015 Posted by | Allgemeines, Kurioses, Neues aus Luxemburg, Offene Gesellschaft, Video | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zensur!!! Lügenpresse!! Mutige wehrt euch!!!

Wir befinden uns im Jahre 2015 n.Chr. Die ganze Welt ist von den Gutmenschen besetzt… Die ganze Welt? Nein! Ein von Unbeugsamen bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.
Ja, es muss schwer sein heutzutage als unabhängiger und kritischer und aufgeklärter und vor allem mutiger Mensch durchs Leben zu gehen. Überall Denkverbote und Gutmenschen, Feministinnen und Social Justice Warriors, die einem vorschreiben, wie man zu denken und zu reden und überhaupt sich zu verhalten hat.

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September 17, 2015 Posted by | Allgemeines, Neues aus Luxemburg, Offene Gesellschaft | , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Von Anwälten, Richtern und anderen Problemen

Ich gehöre zu den Leuten, die den offenen Brief von Vogel für übertrieben hielten. Da Vogel selbst bislang nicht als rassistisch-nationalistisch auffiel, würde ich seine Aussagen im Brief schon als grenzwertig, ihn selbst aber nicht unbedingt als xenophob einschätzen. Das kann im Eifer des Gefechts schonmal passieren. Wenn nun wirklich Kalkül dahinter steckt und seine Aussagen genau den Applaus von den Leuten bekamen, die er ansprechen wollte, sollte er seine Position nochmal überdenken, ansonsten ist die Sache „nur“ ein weiterer Tropfen im Fass, das hoffentlich nicht so schnell überlaufen wird. Noch brennt hier im Lande nichts.

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August 16, 2015 Posted by | Neues aus Luxemburg | , , , , , , , | 6 Kommentare

Es sind die kleinen Dinge…

…die akkumuliert die größte Wirkung zeigen können.

Als ich ins Gymnasium ging, war für die luxemburgische Sprache eine ganze Stunde eingeplant. Pro Woche. Für das Jahr der Septième. Alte und neuere Texte wurden gelesen und kurz besprochen. Noch kürzer der Überblick über Rechtschreibung. Das war’s. Und ich habe nicht das Gefühl viel verpasst zu haben.

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August 7, 2015 Posted by | Luxemburg, Neues aus Luxemburg, Offene Gesellschaft, Patriotismus | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jee, jee, jee…

Auch ich habe mich dazu bringen lassen, mich am gestrigen Referendum zu beteiligen, trotz meiner hier erläuterten grundsätzlich kritischen Haltung gegenüber dem Instrument des Referendums… Auch wenn ich insgeheim Sympathien für die Wahlempfehlung der KPL hegte, hat mich doch die abgrundtief absurde dritte Frage (d.h. die Ministermandatsbegrenzung) dazu bewegt, meine drei Stimmen abzugeben (und zwar wie angekündigt). Weiterlesen

Juni 8, 2015 Posted by | Anarchismus, Neues aus Luxemburg, Offene Gesellschaft | , | Hinterlasse einen Kommentar

Nach dem Referendum ist vor dem Referendum

Ich kann die Enttäuschung der Ja-Wähler sehr gut verstehen. So klar zu verlieren (und seien wir ehrlich, dieses Resultat war so nur möglich, weil auch sehr viele Wähler, vmtl. sogar so manche Mitglieder, der Regierungsparteien „Nein“ gewählt haben) ist sehr bitter. Aber das Leben geht auch nach dem Referendum weiter und ich warne vor überzogenen Schlussfolgerungen.

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Juni 8, 2015 Posted by | Neues aus Luxemburg | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

D’Bier ass geschielt!

Und obwohl ich mit einem „Nein“ gerechnet habe, ist die Deutlichkeit des Referendums um das Ausländerwahlrecht doch erschreckend. Erschreckend, weil ich im Voraus die Argumente verfolgte, die Userkommentare unter den News der Homepages der großen Tageszeitungen oder ganz einfach Leserbriefe las. Und da waren zwei Gefühle nicht voneinander zu trennen: Die Angst nicht mehr sich selbst sein zu dürfen und die Lust an der politischen Watsche für die Regierung.

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Juni 7, 2015 Posted by | Neues aus Luxemburg | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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