L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Gibt es eine rationale Art der Ernährung?

Ein Gastbeitrag von neocool.

Einige Beiträge auf Noodle Food haben mein Interesse auf Ernährung und die Wissenschaft dahinter gelenkt. Unter anderem der Artikel von vorgestern.

Das ist ihre neue Seite mit bereits interessanten Blogeinträgen.

Guter Geschmack bezüglich Kunst ist objektiv: Romantischer Realismus, der den Menschen als heroisches Wesen darstellt und die Welt wie sie sein soll (ein Ideal) … um nur ein paar Stichwörter zu nennen. Trifft das bald auch auf das Essen zu? Gibt es eine rationale Art der Ernährung?

Rational ist das, was für einen selber langfristig gut ist. Dazu gehört sicherlich auch eine richtige Diät, denn eine falsche Diät dürfte kurzfristig zwar das schnelle Vergnügen bringen (Hedonismus), aber dies geschieht langfristig auf Kosten der Gesundheit (ein Wert) und diese ist Voraussetzung für einen rationalen Menschen. Und Vergnügen ist kein Wert. Man hat nur den einen Körper. Auch widerspreche ich der Idee, dass man Geist und Körper trennen kann. Man braucht beides und sollte das Beste daraus machen, so daß es einen Nutzen bringt. Das ist wie bei einer Versicherung. Viele Leute leben im Jetzt, verlassen sich auf andere Menschen, sorgen nicht vor und die Kultur erschwert dies zudem. Sozialsysteme, Pflichtversicherungen, politische Instabilität (man schaue sich nur mal das letzte Jahrhundert in Deutschland an), inflationäres Scheingeld und Krankenhausbehandlung für jeden. Wenn man krank ist, muss die Solidarität anderer erzwungen werden, denn schließlich kann es ja nach geläufiger Meinung jeden treffen (das größte und meiner Meinung nach dümmste Argument für eine Pflichtversicherung) und niemand ist selbst Schuld daran. Ergo muss man es kollektivieren, da man ja scheinbar machtlos ist und diejenigen, die gesund und schlank sind müssen sich opfern für selbstverschuldet Ungesunde? Sind nicht, dieser Denkweise nach, auch CEOs lediglich genetisch für Erfolg vorprogrammiert? Sie haben nichts geleistet, also können sie ruhig den biologisch (und damit machtlosen) Unterprivilegierten etwas abgeben. Ist ja schließlich alles … “determiniert”?

Kann man objektivistische Prinzipien auf die Ernährung übertragen?
Ist es irrational Kuchen zu essen? Sicherlich nicht ab und zu im Café oder zu besonderen Anlässen, aber es soll Leute geben, die das jeden Tag tun. Ich glaube nicht, dass dies Menschen sind, die jeden Tag einen großen Erfolg hatten, den sie zu feiern gedenken, aber warum sollte man einen Erfolg als Entschuldigung nutzen etwas Ungesundes zu tun? Warum nicht mit etwas Gesundem zelebrieren? Kann man diesen Leuten Irrationalität unterstellen oder ist das zu streng?

Es sei denn man legt hohen Wert auf andere Kriterien (bspw. als Koch oder Gourmet für Delikatessen) und man muss dafür aber gleichzeitig etwas in Kauf nehmen. Jeder Beruf hat Nutzen und Kosten und wenn man leben will, kann man sich nicht komplett schonen (nur in der Tendenz verbessern, was ja Fortschritt tut) und Leben ist auch Arbeit (was man beides nicht trennen kann) und Essen (Freizeit wie Beruf) kann somit auch Kosten haben auf die Gesundheit ohne dabei irrational zu sein.

Ich selbst glaube nicht, dass die meisten Leute sich bewusst ungesund ernähren. Ich glaube viele denken, sie würden optimal essen, hören aber auf die falsche Autoritäten, auf Pseudowissenschaft, auf staatliche Institutionen und auf ihr Gefühl.

Die schlimmsten Auswüchse kommen direkt aus dem Ökologismus, der dem Menschen vorschreiben will wie er zu essen hat, damit für alle genug da ist und die Erde nicht belastet wird – generell staatliche Befürwortungen. Die EU hat ein Importverbot auf kanadisches Robbenfleisch auferlegt, Kuhmilch ist subventioniert, Agrargüter sowieso, Tabaksteuer, Alkoholverkaufsverbote… kurzum, der Staat greift massiv in unsere Essgewohnheiten ein, ob wir es wollen oder nicht und die Tendenz nimmt drastisch zu. Es gibt immer mehr Regulierungen für Restaurantbesitzer. Man will Süßigkeitenwerbung im Kinderprogramm verbieten (bei den Zigaretten hat man es schon getan: Mann, wie ich diesen Cowboy vermisse :D) Mit Ampelregulierungen sind Produzenten verpflichtet Nährwertangaben raufzupappen. Der Irrsinn nimmt kein Ende und in New York soll das Salz in Restaurants reduziert werden. Es wird eine neue Behörde geben, ein paar neue Beamte, die auf Steuerzahlerkosten in die teuersten Gourmet-Restaurants einchecken, dort sich amüsieren, aber gleichzeitig eine Probe von dem Salzgehalt machen sollen und demjenigen, der sie amüsiert hat, die Lizenz entziehen können. Man will ja nur das Beste für den total bescheuerten Bürger.

Dabei ist es ja gar nicht so aus dem Kontext gegriffen, dass Essen relevant ist. Wir stimmen überein, dass Geld wichtig ist und geschätzt werden muss. Es ist definitiv ein hohes Gut (100 % Geld entsteht nur im freien Handel, wer Geld abwertet, befürwortet Gewalt.) Man sollte es ehrlich verdienen, je mehr desto besser und so reich durchs Leben gehen wie man Werte schafft und dazu die Freiheit haben. Das Gleiche beim Essen. Es ist Treibstoff für den Körper, wie ein Studium oder Arbeit es für den Geist ist. Hat der Staat Macht darüber (wie auch bei Gesundheitsthemen allgemein) hat er Macht über den menschlichen Körper. Fortschritt geht den Bach runter, schlechte Wissenschaft wird honoriert und es wird in Bedürfnisse eingeteilt.

Dr. Hsieh befürwortet übrigens die Paleo-Ernährung:

“we regard Objectivism as compatible with a paleo approach

paleo” approach to health uses the evolutionary history of homo sapiens, plus the best of modern science, as a broad framework for guiding daily choices about diet, fitness, medicine, and supplementation. The core of paleo is the diet: it eschews grains, sugars, and modern vegetable oils in favor of high-quality meat, fish, eggs, and vegetables.

“If Objectivism provides the ethical “user’s guide” to how to live a happy, human existence, a modern paleo approach is indeed the “user’s guide” to the human body.“

März 18, 2010 - Posted by | Allgemeines, Ökologismus, Philosophie | , ,

2 Kommentare »

  1. Danke CK, dass du mein Kommentar als Gastbeitrag aufgenommen hast. 😀 Ist sicherlich ein ungewöhnliches Thema in diesem Blog, aber ich wusste, dass du auch NoodleFood liest und damit bist du der einzige, den ich im deutschsprachigen www kenne. Dir scheinen ja die Posts von Diana Hsieh wohl auch nicht entgangen zu sein. Sowieso mag ich ihre Off Topic Posts, was den Blog so lesenswert macht.

    Ich will für alle Leser da draußen noch erwähnen, dass dies ursprünglich ein Kommentar war. Man kann sicherlich noch einiges verfeinern. 😀
    Dies sind vor allem (wilde) Gedankengänge spät am Abend. Ich hoffe ihr findet es interessant.

    Kommentar von Neocool | März 19, 2010

  2. @neocool. Gern geschehen! Ab und zu lese ich in der Tat bei Diana Hsieh mit. Sehr guter Blog, den JayJay mal entdeckt hat. Dein Kommentar, nun Gastbeitrag, ist recht interessant.

    Aber hier müsste ich widersprechen: „Und Vergnügen ist kein Wert“. Ein Objektivist muss wohl kein Asket sein 😉

    Kommentar von CK | März 19, 2010


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