L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Appeasement in Großbritannien

Die in Israel lebende Schweizerin Ruth thematisiert löblicherweise gefährliche Tendenzen in Großbritannien: aus Angst vor Islamisten wird mal wieder Appeasement praktiziert.

Selbstverständlich muss niemand Wilders und seine politischen Ausführungen gutfinden (ich selber halte es für mehr als problematisch, den Islam als solchen- ungeachtet der verschiedensten Strömungen/Konfessionen- zum Gegner des Westens zu deklarieren, wenngleich ich natürlich den Islam wie jede Religion für mich persönlich ablehne), aber was ist die auf dem Papier garantierte Meinungsfreiheit denn überhaupt noch wert, wenn in der Realität  Personen mit unliebsamen Meinungen einfach die Einreise verweigert wird ? Was ist sie noch wert, wenn ein Film nicht aufgeführt werden darf, weil er zu religionsfeindlich sei ?

Und mit welcher Begründung wird all dies durchgesetzt ? Sicherheitsbedenken ? Also wenn die Briten schon soweit sind, dass sie befürchten müssen, dass es Strassenterror gibt, bloss weil ein zugegebenermassen mehr als umstrittener und m.E. undifferenzierter Film die Gefühle britischer Moslems verletzen könnte, ist das schon schlimm genug. Wenn sie daraus aber dann die Schlußfolgerung ziehen nachzugeben und die Freiheit der Sicherheit zu opfern bzw. einer falschen Vorstellung davon (denn in Wirklichkeit wird sowas zurecht nur als Schwäche von den Islamisten gewertet und somit als Wasser auf deren Mühlen, was eher weiter Unsicherheit produziert), dann gute Nacht.

Was ist ein Rechtsstaat noch wert, der vor jedem randalierenden Lümmel den Schwanz einzieht ? Hat man nur einen ausreichend starken Mob hinter sich, kriegt man seinen Willen anscheinend schon zum Leidwesen elementarer Freiheitsrechte des Einzelnen durchgesetzt. Eine solche Botschaft ist fatal, zudem eine geistig-moralische Bankrotterklärung.

Was sagt denn nun die Linke dazu ? Würde die römisch-katholische Kirche die Aufführung eines den Katholizismus kritisierenden Films verhindern, wäre die Aufregung über die „Pfaffen“ (zurecht!) sicher sehr groß. Aber hier werden wohl verschiedene Maßstäbe angelegt.

Der Islam ist, egal in welcher Form, auf jeden Fall eine kulturelle Bereicherung und jede Kritik daran ist eine agressive Kriegserklärung gegenüber allen Muslimen. Wer sowas tut, ist ein übler Rassist, zumindest Islamophobiker. Bestenfalls noch ein arroganter Westler, der anderen Kulturen seine Werte aufzwingen möchte. Das ist leider die Logik vieler heutigen Ideologen der neuen Linken, die sich in nihilistischem Werterelativismus verloren haben und gar nicht mehr merken, wie inhärent rassistisch in Wahrheit ihre eigenen kulturrelativistischen Ideen sind. Oder haben Frauen und Homosexuelle im Iran etwa weniger Rechte (verdient) als europäische Frauen und Homosexuelle ? Natürlich nicht. Jeder Mensch hat das gleiche Recht auf Freiheit. Wieso kriegen dann Kritiker von Verbrechen an Minderheiten zu hören, man solle halt einsehen, dass andere Menschen in anderen Teilen dieser Welt anders leben wollen ?!!

Für ein Regime wie das im Iran oder in Saudi-Arabien und überhaupt jedes von Islamisten angestrebte Regime kann es KEINE, wie auch immer geartete Existenzberechtigung geben. Nicht jede Staatsform ist moralisch zu unserer freiheitlich-demokratischen gleichwertig, nicht jeder Brauch und jede Tradition ist zu unseren Werten und Normen gleichwertig (man denke nur bspw. an die Verstümmelung weiblicher Genitalien, die- bevor jemand das in den Kommentaren wieder erwähnt- auf Stammesriten lange vor dem Islam zurückgehen) und unter dem Deckmantel von Multi-Kulti und Hippie-Folklore als Teil schöner Vielfalt auf dieser Erde zu verteidigen, nicht jede verblendete, fanatische „Rechts“-sprechung ist gleichwertig zu unserem liberalen Rechtsstaat.

Der Sturz eines Regimes wie das der Taliban in Afghanistan ist auch kein böser Imperialismus. Der Militärschlag Israels gegen die Hamas schon gleich gar nicht. Bei Freiheit gegen Totalitarismus gibt es keine, wie auch immer geartete, neutrale Position !

Schluß mit extremen, subjektivistischen Relativierungen, schluß mit dem Narrativ des bösen, weißen Kolonialisten (das die Bekämpfung heutiger Verbrechen durch den Verweis auf historische, echte oder auch nur vermeintliche, Verbrechen des Westens delegitimieren soll) ! Es wird Zeit wieder stolz auf den Westen und seine diversen Errungenschaften zu sein.

Kein Fußbreit den Faschisten ! Auch den islamistischen nicht.

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Februar 25, 2009 - Posted by | Aussenpolitik, Großbritannien | , ,

4 Kommentare »

  1. Hallo CK,

    hast Du auch meine Diagnose, dass sich anscheinend eine Kluft zwischen der Haltung der Bevoelkerung und der sich selbst reproduzierenden Elite in Grossbritannien aufgetan hat?

    In Grossbritannien finden die modernen, antisemitischen Mantren weniger Widerhall als im restlichen Europa. Daenemark womoeglich ausgenommen, das durch die Cartoonerfahrung wahrscheinlich auch schon ein paar Realitaeten ins Gesicht sieht, aber das wurde in der Umfrage nicht beruecksichtigt.

    Meine Hoffnung beziehe ich aus solchen Beobachtungen. In demokratischen Staaten werden die politische Klasse und die Intellektuellen irgendwann nachziehen muessen.

    Kommentar von beer7 | Februar 25, 2009

  2. Ja, habe ich ebenfalls gelesen. Ich glaube, diese Kluft gibt es mittlerweile in vielen Ländern, oder ? Gerade auch bzgl. EU-Institutionen.

    Hab letztens mit einem Niederländer gesprochen, die haben auch endgültig die Schnauze voll.

    Man darf gespannt sein, was noch kommt. Hoffentlich kein Clash of Civilizations. Was bei sog. Friedensdemos europaweit abging, war allerdings schon furchterregend.

    Eine Umma, ein Staat

    Kommentar von CK | Februar 25, 2009

  3. Pat Condells Kommentar:

    Kommentar von JayJay | Februar 27, 2009

  4. Wilders selbst:

    -> EUROPEANS ARE BIG FAT COWARDS

    Kommentar von CK | Februar 27, 2009


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