L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Bettel vs. Johnson

Ganz Europa redet nun also über die legendäre Pressekonferenz mit dem zum „unsichtbaren Mann“ gewordenen „Hulk“ Boris Johnson und unserem Premierminister Xavier Bettel. Ich selber weiß nicht richtig was ich davon halten soll.

Die Geschichte ist an sich einfach nur traurig. Ich will- wie hoffentlich die meisten Luxemburger und die meisten Briten- ein gutes Verhältnis zwischen den beiden Ländern. Großbritannien hat uns im ersten und im zweiten Weltkrieg zusammen mit anderen Nationen von der feindlichen „deutschen Besatzung“ befreit und sich lange davor, nämlich 1815 in Wien sowie 1839 und 1867 in London, für die Gründung und spätere Unabhängigkeit unseres geliebten Großherzogtums ausgesprochen. Ich bedauere es insofern zutiefst, in den sozialen Medien nun Briten und Luxemburger zu lesen, die je nach politischer Meinung aufeinander losgehen und dabei mit Schmutz auf beide Länder, Premierminister und Völker werfen.

Ich muss allerdings auch sagen, dass ich nicht verstehe wieso die Pressekonferenz nicht im Inneren stattfinden konnte. Ebenso wenig verstehe ich jedoch wieso Boris Johnson „geflüchtet“ ist. Wenn die pro-EU-Demonstranten ihn wirklich nicht hätten ausreden lassen, ihn ausgebuht und niedergemacht hätten (Konjunktiv!), hätte er das doch wunderbar gegen diese „Remainers“ verwenden können. „Seht her, wie die sich wie „kleine Kinder“ aufführen. Mit so Krawallmachern ist leider kein vernünftiger Dialog möglich. Das sind die wahren Feinde der Demokratie!“ So hätte ICH das gehandhabt, aber was weiß ich schon… ich bin kein Premierminister, dennoch… Solche Menschen machen sich doch bei vernünftigen auf Dialog setzenden Menschen wie mir (und ich will jetzt mal naiverweise hoffen dass solche immer noch in Überzahl sind), ganz unabhängig von ihren konkreten Meinung, schnell unbeliebt. Sich ihnen zu stellen, sollte eigentlich IMMER Punkte bringen, ganz besonders, aber nicht nur bei der eigenen Wählerschaft. Und hätten sie sich wider Boris‘ Erwartungen doch benommen, umso besser.

Die Fragen- und Antwortenviertelstunde mit Xavier Bettel fand ich nicht wirklich spannend. Niemand erfuhr etwas Neues. Wie er selbst zurecht sagte, ist er ohnehin nicht der Verhandlungsführer der EU, er hat gar kein Mandat zu Verhandlungen, er ist NICHT Teil der Brexit Steering Group.

Persönlich bin ich weiterhin der Meinung, dass der Backstop temporär begrenzt werden sollte mit dem klaren Ziel bis zum konkreten Ablaufdatum einen Freihandelsvertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelt zu haben (indem auch geregelt wird, wie Warenkontrollen an der inneririschen Grenze zukünftig technologisch geregelt werden. Personenkontrollen braucht es dort ohnehin keine!). Dann könnte dieses überarbeitete „Withdrawal Agreement“ vielleicht doch noch durch das Parlament kommen, aber das wollen Barnier&Co. ja leider nicht, weil man es keinem Land zu einfach machen darf aus der politischen Union auszutreten.

Hulk vs. Invisible Man

September 17, 2019 - Posted by | Großbritannien, Neues aus Luxemburg | , ,

Du hast noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: