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Zentralbanken: die modernen Geldfälscher

Betty Fontaine hat das Handtuch geworfen. Sie will nicht weiter Mitglied des „Zentralkomitees“ der hiesigen Zentralbank sein. Jetzt muss die Regierung Farbe bekennen und ein neues Mitglied in die ach so unabhängige Zentralbank entsenden. Meine Chancen diesen Posten zu besetzen stehen denkbar schlecht. Zum ersten bin ich keine Frau und die Regierung – gefangen in ihrer totalitären Genderpolitik – kommt wohl nicht umhin eine Frau – ob mit oder ohne Kompetenz in Währungsfragen – zu ernennen. Betty Fontaine weiß wohl dass sie aus warmer Luft kein anständiges Bier brauen kann, wahrscheinlich hat sie herausgefunden, dass man aus heißer Luft auch kein wahres Geld schöpfen kann und sie hat folgerichtig dieser Bande von Geldfälschern den Rücken gekehrt. Genau hier liegt auch der zweite Grund warum ich als Kandidat nicht tragbar bin.

Ich bin leidenschaftlicher Gegner eines monopolistischen staatlichen Währungssystem, welches „wertloses“ Geld aus dem Nichts produziert und dessen Kernstück eine Zentralbank ist. Ein sozialistisches Relikt, erfüllt das staatliche Währungssystem doch alle Kriterien einer sozialistischen Produktion. Der Staat ist Eigentümer der Produktionsgesellschaft, er entscheidet was produziert wird (Geld), wie viel produziert wird (Geldmenge) und zu welchem Preis (Zinssatz) produziert wird. Das Ganze als gesetzlich abgesichertes Monopol mit hohen Strafen für etwaige Wettbewerber.

Praktisch alle Ökonomen sind sich darüber einig, dass Monopole schlecht sind. Warum ist dann kaum ein Ökonom gegen das Zentralbankmonopol? Kommt es vielleicht daher, dass die übergroße Mehrheit dieser Experten auf der Lohnliste der größten Nutznießer dieses Betrugssystem stehen, die da sind der Staat sowie das Bank- und Finanzwesen. Deshalb behaupten sie auch, dass das Geld kein normales Gut darstelle und folglich nur vom Staat verwaltet werden könne. Diese unsinnige Behauptung kümmert die ökonomischen Gesetze allerdings herzlich wenig. Man kann die ökonomischen Gesetze genauso wenig beeinflussen und steuern wie physikalische. Staatliche Systeme können in einer Welt, die sich der Wirkung ökonomischer Gesetzmäßigkeiten nun mal nicht entziehen können, nur denkbar ungeeignete Systeme sein. Der Staat als Unternehmer und Befehlshaber über wirtschaftliche Prozesse ist immer und überall ein Bankrotteur. Dies gilt, wie die Geschichte eindrucksvoll beweist, insbesondere hinsichtlich des Geldes.

Die Geschichte des staatlichen Papiergeldes ist eine Geschichte des Scheiterns, von den historischen Anfängen bis heute. Alle staatlichen Papierwährungen sind entweder kläglich gescheitert oder spektakulär zusammengebrochen. Schon bei Voltaire heißt es: “Der Wert des Papiergeldes kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: null.“ Deckungsloses staatliches Papiergeld kann eben beliebig vermehrt werden; es wird derzeit in rauen Mengen aus heißer Luft geschaffen.

Es ist zwar eine Binsenwahrheit, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: Angebot und Nachfrage bestimmen nicht nur die Güterpreise einer Volkswirtschaft, sondern auch den Preis des Geldes – also die Kaufkraft. Je mehr davon angeboten wird, wertloser wird es.*

Das Volumen der Güterproduktion der Industrieländer hat sich in den letzten 30 Jahren vervierfacht. Ds Geld- und Kreditvolumen jedoch vervierzigfacht (x40)! Inzwischen beziehen sich nur noch 10 Prozent der täglich gehandelten Dollar auf reale Güter- und Dienstleistungen, die restlichen 90 Prozent auf Derivate, Futures und ähnliche Finanzwetten. Die Weltwirtschaft bewegt sich in einer riesigen Finanzblase. Unter dem Goldstandard herrschte in den USA 136 Jahre lang Preisstabilität. Die Kaufkraft des Dollars lag 1913/1914 bei Abschaffung des Goldstandards und Gründung des Federal Reserve Systems (die amerikanische Zentralbank), sogar um 11 Prozent höher als im Jahr 1776. Seit der Gründung der US-Zentralbank FED vor hundert Jahren ist die Kaufkraft des Dollars um mehr als 95% gesunken. Eine fast Totalzerstörung der ursprünglichen Kaufkraft; dabei ist die FED gegründet worden mit dem Auftrag den Wert des Dollars zu erhalten! Mission accomplie???

Die Ursache liegt in der Geldmengenvermehrung, ein Phänomen welches unter dem Goldstandard nicht möglich gewesen wäre. Deshalb war es kein Zufall, dass der Goldstandard bei Ausbruch des ersten Weltkrieges in allen beteiligten Ländern abgeschafft wurde und man mittels der Zentralbanken auf das beliebig vermehrbare, ungedeckte Geld überging. Mit Gold als Geld hätte weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg geführt werden können – allenfalls ein paar Wochen lang. (Roland Baader)

Seit Nixon im Jahre 1971 das kleine Goldfenster definitiv schloss, ist die künstlich produzierte Geldmenge regelrecht explodiert mit dem Resultat, dass – laut Michael von Prollius – sich seither weltweit mehr als 100 Finanzkrisen ereignet haben. Doch diese Randerscheinungen können unseren Glauben an staatliche Währungen und ihre Gralshüter nicht erschüttern, oder doch?

Zum Schluss noch ein Zitat von Peter Sloterdijk: „Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuert so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden –wie schon so oft in der Geschichte der Schröpfungen, von den Pharaonen bis zu den Währungsreformen des zwanzigsten Jahrhunderts. Neu ist an den aktuellen Phänomenen vor allem die pantagruelische Dimension der öffentlichen Schulden. Ob Abschreibungen oder Insolvenz, ob Währungsreform, ob Inflation – die nächsten Großenteignungen sind unterwegs.“

*vgl: Christoph Braunschweig „ Das staatliche Zwangsgeld:Dämon unserer Zeit“, Ludwig von Mises Institut, Deutschland

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Oktober 19, 2014 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Wirtschaft | , ,

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