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Bücherempfehlung für Skeptiker: Der Islam

„Die vornehmste Aufgabe des Menschen ist es, durch Begreifen der Welt und des Universums mit dem universalen Intellekt eins zu werden. Dieses Glück ist aber nur für wenige erreichbar- für den Rest ist die Religion gemacht.“ (Abu Nasr Muhamad al Farabi, Muslimischer Philosoph und Gelehrter, 872 im Kasachstan geboren und 950 in Damaskus gestorben.)

Eigentlich trauen wir unseren heutigen Medien weniger als den Schriften und Thesen der Historiker. Das Gegenteil sollte jedoch der Fall sein: Die meisten Nachrichten können in vielen Medien nachgeprüft werden, mit der Einschränkung, dass die Manipulationen nicht nur von den Zeitungen und Sendeanstalten, sondern auch von Presseagenturen herrühren. Bei „Historikern“ sollten wir allerdings vorsichtig sein: Die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt.

Allgemein angenommene Geschichtsverläufe, so wie man sie uns in den Geschichtsbüchern glaubhaft dargestellt hat, riskieren auf Grund aktueller Nachforschungen auf allen Gebieten in Frage gestellt, sprich einer Revision unterzogen zu werden. Archäologische Funde oder etwa DNA-Untersuchungen widersprechen oftmals den bis dato allgemein angenommenen Darstellungen. Eine der verheerendsten Manipulationen seit der Erfindung der Schriftzeichen ist allerdings die bare Zerstörung von Schriften, die den Machthabern in Politik und Religion missfielen. Im Gegensatz zu früher sind diese Zerstörungen heute rein symbolisch: Man kann die Bücher der Autoren nicht restlos zerstören. Im Altertum oder gar bis zur Erfindung der Buchdruckerkunst konnten Lehmtäfelchen, Papyrusrollen und Codices, die bekanntlich nicht in großen Mengen verfügbar waren, mit ein bisschen Geschick und bösem Willen aus dem Verkehr gezogen werden bzw. dem Feuer geopfert werden. In Sachen Religion haben wir in dieser Hinsicht einen großen Handlungsbedarf und daher auch ein beträchtliches Beschäftigungsfeld: In der Spätantike schreckte die jeweilige christliche Autorität nicht vor der tausendfachen Zerstörung sogenannter „häretischer“ Schriften, z.B. den apokryphen Evangelien, zurück, eine üble Gewohnheit, die bis zur Verbrennung, bisweilen gar zusammen mit den Autoren, unliebsamer wissenschaftlicher Werke ging. Diesen Umstand bestreitet die Römisch-Katholische Kirche mittlerweile auch nicht mehr.

Ziemlich unbeachtet entwickelt sich seit einiger Zeit die Forschung über die Ursprünge des Islam. Es geht also wohlverstanden nicht um eine theologische Auseinandersetzung über die religiösen Inhalte des Islam, sondern um eine Forschung, die aufgrund obengenannter Methoden die Entstehungsgeschichte und die Ausbreitung dieser Religion prüfen und darstellen möchte. Nachforschungen in allen zugänglichen Bibliotheken, numismatische Funde, zeitgenössische Aufzeichnungen, archäologische Grabungen, die von Indien bis nach Spanien reichen, bringen heute die Wahrheitsfindung auf einen bisher nie erreichten Stand. Es ist daher auch nicht verwunderlich, wie gereizt die religiösen Autoritäten, ob Christen, Juden oder Muslime, auf diese „Entdeckungen“ reagieren. Es ist bekannt, dass die Muslime jedwede vorislamische Forschung zum Teufel wünschen und, wenn nur irgendwie möglich, die Forschungsobjekte, Bücher und gar Denkmäler zerstören, unter dem Motto : Wenn die Nachforschung gegen den Islam gerichtet ist, dann soll sie nicht stattfinden und wenn sie den Koran bestätigt, dann ist diese Forschung ohnehin sinnlos: Also zerstört alles. Die Zerstörungswut der muslimischen Eiferer ist bekannt und weltweit ebenso gefürchtet wie geächtet. Es gibt z.B. zahlreiche archäologische Belege von Kirchen, Klöstern und Sakralbauten überall auf der Arabischen Halbinsel. Darüber darf allerdings nicht geforscht werden, mehr noch, als vorislamisch vermutete Relikte werden im Saudi-Arabien des 21.Jahrhunderts rigoros und systematisch zerstört.

Zwischen dem 6. und 8.Jahrhundert allerdings machte man sich kaum Gedanken über den Wahrheitsgehalt religiöser Darstellungen und deren Propheten. Warum sollte die Geschichte wahr sein, wenn sie schön ist und das nationale bzw. kollektive Selbstwertgefühl stärkt? (Denken Sie jetzt auch an Wilhelm Tell?) Über die „wahre“ christliche Lehre wurden ab dem ersten Jahrhundert tausende Schriften verfasst, viele davon führten zu den sogenannten „Häresien“. Viele dieser Schriften und Meinungen wiederum gaben den Anstoß zur Gründung neuer Sekten, man denke an die Arianer, die Nestorianer, die Kopten, die Melkiten, Ibaditen u. a. Eine interessante Aufteilung der rechtgläubigen Kirchen besteht darin, die großen Strömungen unter den Machtverhältnissen des ersten Jahrtausends zu untersuchen. Während Paulus resolut nach Rom pilgerte und seine paulinische Auffassung des Christentums im Westen verkündete, mit dem später von Konstantin diktierten Nizäischen Glaubensbekenntnis, im krassen Gegensatz zur Meinung der „richtigen“ Apostel, vertrat man in Byzanz, der eigentlichen Großmacht im vorderen Orient bis zum 9./10. Jahrhundert, die Orthodoxie, die nach langem Ringen unter Justinian so richtig Fuß gefasst hatte. Einige Häretiker weigerten sich ferner, den Herrn Jesus Christus als Sohn Gottes anzuerkennen, verwarfen also die Trinitätslehre. Ein großer Prophet, der das Judentum gründlich reformieren wollte, aber Gott selbst mag doch kein Kind haben! Die größte Glaubensgemeinschaft, welche diese Auffassung vertrat, waren die Arianer, die insbesondere mit den Westgoten diese Auffassung in großen Teilen Europas predigten. Die Arianer allerdings waren nicht im vorderen Orient vertreten, sondern mischten sich zur Zeit der Völkerwanderung unter die germanischen Stämme.

Auch unter den Arabern war das antitrinitarische Christentum in der Spätantike recht weit verbreitet. Ein Zusammenhang mit dem strikten Monotheismus des späteren Islam ist also nicht bloß eine Vermutung, sondern eine logische Entwicklung der arabischen Christen hin zu einer identitätsbildenden Religion der Araber. Wie weit der Apostel Thomas sich weiter nach Indien bemühte, weiß man nicht genau, die Präsenz christlicher Gemeinschaften östlich von Mesopotamien ist allerdings unumstritten. Welche Glaubensrichtung im Streit um die wahre Natur Jesu vertrat, ist mir nicht bekannt. Der Koran, eine religiöse Sammlung von Schriften der syrischen Christen, begann sein Dasein lange vor dem eigentlichen Entstehen der neuen Religion, dem Islam, einer Abspaltung vom orthodoxen Christentum. Die neuesten Forschungen haben ergeben, dass der Islam erst im 9.-10. Jahrhundert schrittweise, ohne Revolutionen, Eroberungen und Feldzüge Fuß fasste, dies im Rahmen einer Festigung der arabischen Identität gegenüber Griechen und Persern, weil das Christentum überall verbreitet war. Durch einen allmähliche Übergang waren aus den arabischen Christen natürlich „Muslime“ geworden. Die im Nachhinein bemühte Eroberungslegende musste aber nun eine Erklärung dafür finden, dass die „unterworfenen“ Christen und Länder mit ihren Eroberern freudig kooperierten, das Märchen von der Toleranz des Islam entstand. Erst im 10. Jahrhundert haben wir die Verhältnisse, wie sie von der Tradition für das 7. Jahrhundert beschrieben werden. Dieselben Forscher bezeichnen die Eroberungszüge als „entscheidende Schlachten“ des Islam als Märchen aus dem Orient, die etwa zwischen dem 7.-8.Jahrhundert gesponnen wurden. Man hat handfeste Beweise dafür, dass die Omayaden, die erste Serie der vermeintlichen „Muslim“-Dynastien, gar keine „Muslime“ sondern arabische Christen waren! Zur Zeit der Erbauung des Felsendomes (691-694), einem christlich–arabischen Gotteshauses in Jerusalem, unter Abd al Malik, einem der bedeutendsten Vertreter dieser Dynastie, existierte nämlich weder die Religion noch der Begriff „Islam“. Es gibt arabische Eroberungen, es gibt berberische Feldzüge, aber die große Offensive des Siegeszuges des Islam binnen 10 Jahren fand nie statt: Forschung und Archäologie wissen nichts von einer Eroberung Syriens, Persiens oder Ägyptens durch Muslime zur fraglichen Zeit.

Das arabische Reich war nicht die Folge des Islam, es hatte schon lange zuvor Bestand gehabt! Ganz kurios wäre gewesen, wenn die islamischen Wüsten-Krieger dem mächtigsten byzantinischen Herrscher jener Zeit, Herakleios, der den vorderen Orient vollends beherrschte und Persien zu genau derselben Zeit unterjochte, das halbe Kaiserreich weggenommen hätten, ohne dass dieser oder seine Untertanen es bemerkt hätten! Der Begriff „Muslim“ ist zum ersten Mal für das Jahr 753 auf einer persischen Münze verbürgt. Diese Muslime sind jedoch nicht Angehörige der Religion des Islam, sondern die „meshlem“ der Orthodoxen, der Rechtgläubigen, was eigentlich auch die Griechisch–Orthodoxen für sich beanspruchen. Es stellen sich mithin etliche Fragen, wenn man weiß, dass die gesamte Entstehungsgeschichte, wie sie uns bekannt ist, einzig und allein aus islamischen Quellen stammt und während Jahrhunderten, wie andere Historien, von der westlichen Geschichtsschreibung einfach übernommen wurde, als ob man unbedingt irgendetwas für diesen Zeitraum schreiben müsste! Man beschränke sich nicht auf die Lektüre der Entstehungsgeschichte des Islam: Kurz danach begannen die sogenannten, im Westen verpönten „Kreuzzüge“. Ein Blick in die neuere Geschichtsforschung kann aufgrund der vorherigen Märchen über die Entstehung des Islam nur zum besseren Verständnis dieser jüngsten der drei monotheistischen Weltreligionen und einer korrekten Bewertung der „Kreuzzüge“ führen.

Besorgen Sie sich das Buch (auch Kindle) von Norbert G.Pressburg „Good Bye Mohammed, das neue Bild des Islam.“ Es kann auch nicht schaden, wenn sie das Buch von Rodney Stark „Gottes Krieger, Die Kreuzzüge in neuem Licht“ (Deutsche Fassung 2013) zu ihrem Ringen um die Wahrheit hinzufügen. „Die Wahrheit können wir nicht beweisen. Aber wir können die Unwahrheit beweisen und uns so der Wahrheit annähern.“ (Karl Popper)

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Januar 28, 2014 - Posted by | Christentum, Islam, Judentum | , ,

2 Kommentare »

  1. Man kann gespannt sein, wie der Islam auf eine Aufklärung reagiert. Anders als die Christenheit, deren Kleriker zwar die Aufklärung haßten, weil sie ihnen den Boden ihrer Herrschaft unter den Füßen wegzog, die jedoch — als theologisch-philosophisches ebenso wie als ethisch-spirituelles Konzept betrachtet auch ohne diese Herrschaftsallüren einiges zu bieten hatte (hier werden die Berufsatheisten gleich wieder aufschreien — dürfen sie ruhig! Sie werden von mir sicherlich zum Glauben nicht gezwungen …), anders als die Christenheit also ist der Islam, wenn man seine Herrschaftsallüren delegitimiert (und das geschieht sehr effektiv durch die Widerlegung seiner »historischen« Basis!) eine spirituell völlig dürre Sache. Nimm den Dschihad weg, und das selbstgefällige »Wir Museln kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind« — was bleibt dann noch übrig? Le grand rien! Fünfmal tägliches Bodenturnen zu einer von 99% unverstandenen Sakralsprache — also dagegen war das lateinische Breviergebet irgendwelcher Psalmen, Vulgatalektionen, Kirchenväterschriften und dubioser Heiligenlegenden noch fast vernünftig zu nennen! Denn dazu waren schließlich nicht alle, sondern nur die (doch meist irgendwie des Latein halbwegs mächtigen) Kleriker verpflichtet …

    Ohne die »historische« Legitimation als angebliches »Wort Allahs« ist der Islam einfach lächerlich. Denn Gemeinplätze aus halbgaren Evangelienzitaten mit wüsten Fluchpsalmen garniert machen eben noch keine Religion (die beste Methode, sich davon zu überzeugen, ist, sich billig einen Koran zu besorgen und darin zu lesen. »Billig« v.a. deshalb, weil es einem sehr bald ums Geld leid ist …)

    Es steht zu befürchten, daß der Islam sich mit Händen und Füßen gegen seine Marginalisierung wehren wird, und zwar weitaus blutiger, als im 18. Jh. die christlichen Gemeinschaften (obwohl ja auch die nicht ganz zimperlich waren). Der Hoffnungsschimmer, der uns verbleibt, ist freilich, daß gegen den Durchbruch der Wahrheit kein Kraut gewachsen ist. Fürher oder später. 100 Jahre nach 1914 ist bspw. eine Revision der Kriegsschuldlügen von Versailles sogar im rückgratgebrochenen Deutschland nicht mehr unter den Teppich zu kehren; hoffen wir also, daß es mit den Lügen des Islam im Zeitalter des Internets schneller geht. Wenn nicht, dann stünde der Welt in der Tat ein finsteres Zeitalter bevor — dessen einzige Beleuchtungsquelle die Brandfackeln islamischer Extremisten wären.

    Unsere Guttis sollten mal darüber nachdenken, ob sich ihr uneingestandener Selbsthaß und ihr noch viel größerer Haß auf die überlieferten Traditionen des Westens wirklich dafürstehen. So toll sind ja Kranhaken für Schwule, Frauenverzeltung und Kopfabsägen für »Beleidigung des Propheten« ja auch wieder nicht, oder …?

    Kommentar von LePenseur | Februar 4, 2014

  2. Auch (etwas verspätet) ein Dankeschön für den Hinweis von mir, ganz unabhängig von einer Debatte Aufklärung vs Islam. Das Buch von Pressburg, das offenkundig an die Forschungen von „Luxenberg“ und K-H Ohlig anknüpft, klingt jedenfalls interessant, trotz des etwas albernen Titels (eine Anspielung an Goodbye Lenin?). Das interessante dieser Schriften ist für mich eigentlich, dass sie die Prekarität unseres Wissens blosslegen. Tatsächlich gründen angeblich gesicherte historische Erkenntnisse auf recht wenig, z.B. auf eine Handvoll lange nach dem vermeintlichen Geschehen verfasste Chroniken in noch späteren, durch weitere Zusätze oder Kürzungen veränderten Abschriften (von fehlerhaften Übersetzungen ganz zu schweigen) beruhen. Nichtsdestotrotz sollte man gegenüber den „skeptischen“ Geschichtsschreibern gleichwohl ebenso skeptisch bleiben; denn über der Zertrümmerung der Ansichten des Mainstreams versteigern sie allzuschnell in steile Hypothesen, die ebenso wenig (oder noch weniger) quellentechnisch zu untermauern sind, wenn sie nicht ganz ins verschwörungstheoretische Gefilde oder in blühenden Unfug abschweifen, wie die sog. „Chronologiekritik“ um Heribert Illig, die unlängst Robert Soisson im Journal (4.2.14) beschwörte.
    Übrigens noch eine Korrektur: apokryphe Evangelien sind nicht per se häretisch, sie sind bloss nicht in den allgemeinen Kanon aufgenommen worden (wobei der evangelische, katholische und orthodoxe Kanon im Übrigen nicht identisch sind, bei den Orthodoxen gibt es z.B. vier Makkabäerbücher, von denen aber keins „häretisch“ ist). Die apokryphen Petrusakten spielen beispielsweise keine unwichtige Rolle im Katholizismus, wird dort doch der Märtyrertod des ersten christlichen Papstes in Rom beschrieben; sie sind nichtsdestotrotz nicht kanonisch.

    Kommentar von Nestor76 | Februar 7, 2014


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