L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Jimmy und ich

Am Mittwochabend war ich in einer Aufführung von Albert Ostermaiers „Spiel ohne Ball“ im Luxemburger Theater. Der (Haupt-)darsteller in diesem Stück ist niemand anders als Jimmy Hartwig, früher u.a. Fussballprofi beim TSV 1860 München und beim Hamburger Sportverein, Talkshowmoderator bei DSF (Ende der neunziger Jahre dort gewissenermassen der „Domian des Fussballs“) und Schlagersänger, heute Theaterschauspieler und Integrationsbotschafter des DFB.

Mit dem HSV wurde Jimmy dreimal deutscher Meister und gewann 1983 den Europapokal der Landesmeister mit einem 1-0 über Juventus Turin im Athener Olympiastadion (jedoch ohne selber im Finale zu spielen, da gesperrt.) Dabei waren u.a. Fussballgrössen wie Uli Stein, Manfred Kaltz, Torschütze Felix Magath und natürlich Horst Hrubesch.

HSV

Jimmy bestritt insgesamt 182 BL-Spiele für den HSV und erzielte dabei 52 Tore (eine sehr hohe Zahl für einen defensiven Mittelfeldspieler!).

Hier ein besonders schönes Tor 1984 gegen den FC Bayern:

Vor seinem Engagement beim HSV spielte er jedoch für meinen Lieblingsverein in Deutschland, den TSV 1860 München, mit denen er 1977 in die erste Liga aufstieg, jedoch leider auch gleich wieder abstieg. Die damaligen Aufstiegsspiele waren der Wahnsinn. 1860 verlor erst 0-4 in Bielefeld, schaffte aber beim Rückspiel in München ein Wunder und gewann ebenfalls mit 4-0. Im Entscheidungsspiel im Frankfurter Waldstadion gewannen die Löwen dann schliesslich mit 2-0 und stiegen auf. Jimmy Hartwig erzielte dabei das 1-0. Ingesamt traf der gelernte Metallbauschlosser 26-mal für die Blauen in 121 Spielen.

Aufstieg 1977

Weitere Stationen des gebürtigen Offenbachers waren die Kickers, der VfL Osnabrück, der 1.FC Köln, Austria Salzburg und der FC Homburg, für die er zusammen jedoch gerade mal halb soviele Spiele bestritt wie für den TSV 1860. Als Trainer war er später beim FC Augsburg und bei Sachsen Leipzig (damals noch Chemie Böhlen) tätig.

Jüngere kennen ihn wohl aus dem Dschungelcamp, Schlagerfans durch den Hit „Mama Calypso“ (in deutschen Charts auf Platz 13 im Sommer 1980).

Nun also spielt er den Amateurfussballer, Bankräuber und Entführer Uwe in Ostermaiers neuem Stück.

Geisel

Seine Geisel ist die Tänzerin und Choreografin Sylvia Camarda, die bei den letzten Parlamentswahlen für die liberale DP kandidierte.

Hier ein Foto von ihr mit der Grand Dame des Luxemburger (Partei-)liberalismus, der ehemaligen Fechterin Colette Flesch.

Liberale Frauen

Das Stück gefiel mir recht gut. Ich lachte viel (und irgendwie viel öfters als die meisten anderen Gäste, was vielleicht daran lag, dass ich als großer Fussballfan auch alle „Insidergags“ verstand, was sicher bei vielen nicht der Fall war.)

37 Jahre nach dem oben erwähnten Aufstieg in Frankfurt traf ich später backstage den alten Helden. Ich habe für diesen Anlass extra ein Frucade-Trikot aus der besagten Saison 76/77 angezogen, welches ich bei Ebay vor ein paar Wochen ersteigert habe.

Jimmy und ich

Jimmy signierte es selbstverständlich auch noch.

Trikot signiert

Der alte Haudegen ist einfach ein cooler Kerl. Ich liebe vor allem seine Art, frei von der Leber weg zu reden. Er lud noch so einige Leute zum Abendessen ein (gute bayrische Wurst, Käse usw.) und es gab Tegernseer Helles. Lecker. 🙂

Ostermaier-Jimmy

Heute mittag war Jimmy Hartwig übrigens Radiogast beim Luxemburger RTL. Das Interview findet ihr hier. (Dass Jimmy heute den FC Bayern so mag, sei ihm mal verziehen, daran ist vor allem der TSV 1860 schuld, der sich leider sehr selten um ehemalige Spieler „kümmert“. Etwas, was sich hoffentlich endlich mal ändern wird unter dem neuen Präsidium, immerhin wurde Olaf Bodden geholfen.)

Leser, die jetzt neugierig geworden sind und das besagte Stück sehen wollen, es wird am kommenden Montag noch einmal aufgeführt.

Siehe auch:

Ostermaier & Hartwig: „Wir sind ein Mördergespann!“

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Januar 11, 2014 - Posted by | Sport | , , , , ,

3 Kommentare »

  1. Sehr interessant Christian, ich kannte Jimmy Hartwig gar nicht und jetzt wird auch Raphy ihn kennen lernen…!

    Kommentar von Claude Sternberg | Januar 11, 2014

  2. Jimmy zur momentanen Misere beim TSV 1860:
    http://www.tz.de/sport/1860-muenchen/jimmy-hartwig-sehe-schwarz-loewen-tz-4965741.html

    Kommentar von CK | Mai 4, 2015

  3. Jimmy drückt uns für morgen und Dienstag die Daumen:
    https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/nervenkrieg-relegation-1860-muenchen-einmal-gings-gut-einmal-nicht-tz-5046938.html

    Ich zittere vorm Fernseher mit (war am Sonntag ja beim KSC, aber Kiel ist mir jetzt zu weit, gerade unter der Woche, wo man Urlaub nehmen müsste).

    Kommentar von CK | Mai 28, 2015


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