L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

„Freedom not fear“: Liberales Kernthema, doch leider ohne JDL!

Am 28ten September dieses Jahres findet auch bei uns im Großherzogtum wieder die Demonstration „Freedom not fear“ (Freiheit statt Angst) statt. Eine Demonstration, die jedes Jahr in zig Ländern abgehalten wird und sich als Ziel gesetzt hat gegen den nicht gerade kleiner werdenden Überwachungsstaat zu demonstrieren. Eine Veranstaltung, die in Zeiten von Spionage-und Geheimdienstaffären im eigenen Land (SREL), aber auch weltweit im Zusammenhang mit den USA und Großbritannien (Stichwort PRISM und TEMPORA) kaum an Brisanz verloren hat. Im Gegenteil: Dieses Kernthema von uns Liberalen ist omnipräsenter denn je!

In den vergangenen Jahren nahmen diverse (Jugend)Parteien und politische Organisationen an diesem Protestzug teil. Dabei bestand das Teilnehmerfeld aus den unterschiedlichsten politischen Strömungen: Von „déi Jonk Gréng“ bis zu den „Piraten“ waren so einige dabei. Sogar die Jugendpartei der Kommunisten nahm in den vergangenen Jahren teil, was mir doch ein Schmunzeln auf die Lippen zauberte. Neben dieser Jugendpartei, die ja aus ideologischer und historischer Sicht wahrlich nicht als Freund der Freiheit bekannt ist, nahm in den vergangenen Jahren auch eine Jugendpartei teil, der ich seit knapp zwei Jahren aus meiner erzliberalen Überzeugung heraus angehöre. Es handelt sich um die JDL (Jeunesse Démocratique et Libérale).

Auch wenn ich an der Demo in den letzten Jahren aus Zeitgründen nicht teilnehmen konnte, war diese doch immer eine, der ich sehr viel Aufmerksamkeit widmete, da die Forderungen der Organisatoren für mich als klassisch Liberaler essentielle und elementare Grundsäulen des Liberalismus sind, mit einer magischen Passion an vorderster Front; der individuellen Freiheit und dem damit verknüpften Recht auf Privatsphäre!

In knapp drei Monaten findet die Kundgebung wieder statt, doch in diesem Jahr leider ohne die JDL. Eine Nachricht, die mich am Sonntagabend in eine Schockstarre versetzte, da ich damit nicht gerechnet hatte. Zugegebenermaßen war ich im letzten Jahr sehr untätig innerhalb der JDL und muss diese Entscheidung in einem der letzten „National“-Berichte zudem auch noch überlesen haben. Man kann mir also durchaus den Vorwurf machen, selbst ein wenig schuld zu sein, denn mitentscheiden kann natürlich nur, wer auch an den Sitzungen teilnimmt. Doch sollte es keine Selbstverständlichkeit sein, dass eine liberale Jugendorganisation an einer Kundgebung, bei der es um ein fundamentale Grundsäulen der eigenen Ideologie geht, teilnimmt? Leider sind wohl nicht alle Mitglieder der JDL dieser Meinung, was mich sehr enttäuscht!

Für mich ist die Freiheit mehr als nur ein Begriff, den ich mir als Liberaler auf die Fahne schreibe! Und ich muss auch in keiner Partei/Organisation sein, um diesen Begriff zu propagieren und zu leben. Natürlich kann man als Liberaler auch über diverse Themen kontrovers diskutieren, was ich oft genug mit Bloggerkollege CK tue. Doch eine Organisation/Partei, die aus unterschiedlichen Gründen (mögen einige auch eventuell nachvollziehbar sein) nicht an einer Demonstration teilnimmt, bei der es um Grundsäulen der eigenen Ideologie geht, muss sich sachliche Kritik gefallen lassen.

Ich habe natürlich versucht die Hintergründe dieser Entscheidung zu erfahren und diese wurden mir auch dann umgehend mitgeteilt. Ein Grund war, dass das Gesamtkonzept geändert werden müsse, da laut JDL jegliche Effizienz und Aufmerksamkeit flöten geht, wenn man mit nur 50-100 Menschen durch die Straßen zieht und dabei kaum bis gar nicht mehr von der Presse wahrgenommen wird. Dieses Argument wurde auch an die „déi jonk Gréng“, sowie an „déi Lénk“ herangetragen, fand hier aber leider kein Gehör. Ein anderer Grund war, dass man wirtschaftspolitisch mit den meisten der Mitdemonstranten nicht auf einer Wellenlänge liegt. Das kann ich mir natürlich vorstellen, dass man hinter den Kulissen nicht viel von den Wirtschaftsideen von uns Liberalen hält. Muss man ja auch nicht, ich respektiere die Meinung jedes Individuums. Auch wenn es sehr schade ist, dass man nur dann für den Datenschutz eintritt, wenn es einem gerade in das eigene, antikapitalistische Weltbild passt, was die Wirtschaftswelt anscheinend von vornherein ausschliesst. Gerade beim Bankgeheimnis vertreten meine JDL-Kollegen und ich eine andere Meinung als gefühlte 90 % der Mitdemonstranten. Aber damit kann ich bei so einer „neutralen“ Demonstration leben, da es dort prioritär um andere Themen gehen sollte, auch wenn David Wagner (déi Lénk) während seiner Rede letztes Jahr doch schon arg vom Kernthema abkam, was nicht nur CK ziemlich verärgerte.

All diese Gründe sind für mich jedenfalls nicht stark genug, um an der diesjährigen Demo nicht mehr teilzunehmen und somit etwaigen zweifelhaften und unfreiheitlichen Parteien/Akteuren/Organisatoren das Feld zu überlassen, zumal dieses Kernthema zwar nicht explizit uns allein gehört, es aber bei uns im Vordergrund steht (bzw. sollte) und von uns auch am Glaubhaftesten verteidigt werden kann! Ich weiß jetzt leider nicht inwieweit man sich dafür eingesetzt und stark gemacht hat, das Gesamtkonzept zu ändern, doch auch dieser Grund ist für mich nicht ausschlaggebend, da ich prioritär nicht für die Presse auf die Straße gehe. Auch wenn Aufmerksamkeit ein wichtiger Faktor einer Kundgebung ist, ist ihr Fehlen dennoch kein Grund fernzubleiben. Gerade in Zeiten von Facebook, Blogs und Twitter hätte man sowohl im Vorfeld, als auch im Nachgang genug Menschen medial erreicht! Des Weiteren hätte man als JDL eine eigene Demo veranstalten können, um somit der Passion Freiheit und der Gefahren, der sie ausgesetzt ist, eine wichtige Plattform zu bieten.

Was bleibt ist ein fader Beigeschmack aufgrund der enttäuschenden Nicht-Teilnahme und die Hoffnung, dass die JDL im nächsten Jahr wieder teilnimmt oder wenigstens eine eigene, separate Kundgebung auf die Beine stellt! Unter diesem Motto: Die Freiheit, die erwarben die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten.

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Juni 26, 2013 - Posted by | Klassischer Liberalismus | , , , ,

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