L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Neiwahlen elo – Ein paar Bilder

Heute nachmittag war ich also auf der Demonstration für vorgezogene Neuwahlen und gegen die aktuelle Regierung. Ein Unterfangen, was sich nach einem durchzechten Vorabend als nicht so leicht erwies. Recht müde und mit Restalkohol im Blut schaffte ich es dennoch pünktlich für 14 Uhr auf die Place de la Clairefontaine.

Etwa 200 Leute hatten sich dort eingefunden. Zunächst war ich leicht enttäuscht, da ich mir VIEL MEHR Leute erwartet und vor allem erhofft hatte. Im Nachhinein muss man jedoch sagen, dass die Zahl für ein eher demofaules Luxemburg eigentlich wohl doch gar nicht so schlecht ist. Zudem wurde die Demo ja spontan erst eine Woche vorher, also sehr kurzfristig, geplant.

Es waren lauter bekannte Gesichter zu sehen. Um nur einige zu nennen (die Reihenfolge ist komplett beliebig): Jeff Feller, Maryse Frantzen, Yannick Civéra, Max Hahn, Sven Bettendorf, Laurent Schanck, Bill Wirtz (alle JDL), Jean-Paul Lickes, Claude Lamberty, Carmen Rasquin (allesamt DP), Corinne Cahen (DP) und ihre Schwester Magali, Philippe Schockweiler (Grüne), Joe Thein (ADR), Pol Wirtz (von AHA), Claude Frentz und Sveinn Graas (déi Lénk), Sven Clement und Jerry Weyer von den Piraten, meine Fussballfreunde Gil Kalny und Paul Krier und andere parteipolitisch Neutrale.

Die Stimmung war recht ausgelassen. Viele Leute hatten Schilder dabei (pro Transparenz, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und eben für Neuwahlen), teilweise mit lustigen Sprüchen. Ein Hund roch sogar Neuwahlen, dem ihm umgehängten Schild zufolge. Gelbe Zettel wurden an die Teilnehmer verteilt auf die man Botschaften an die Regierung aufschreiben sollte. Jene wurden an einen kleinen Baum gehängt, den man der Regierung später übergeben wolle.

Zettelbaum

Es ging nun zu Fuss hoch zum Knuedler, wo eine Veranstaltungsbühne aufgerichtet worden war. Symbolträchtig unter der Statue von Willem II, dem Verfasser der ersten eigenständigen Verfassung Luxemburgs. Hier sollten drei (nicht parteipolitisch engagierte) Redner zu Wort kommen. Die wohl beste Rede hielt Maika Grosbusch, der genaue Wortlaut kann auf ihrem Blog nachgelesen werden. Nervig war die laute Musik zwischen den Redebeiträgen.

Maika
WellemII

Für ein wenig Aufregung sorgte noch der beim ADR in Ungnade gefallene Timon Müllenheim, der Schilder mit der Aufschrift „Luxembourg Defense League“ mitgebracht hatte (eine sehr fragwürdige „rechtspopulistische“ Organisation). Sveinn und er stritten sich sogar recht heftig, zumal auf einem Schild zu lesen war, dass er gegen die Regierung sei, da diese nur Politik für die „frankophile Bourgeoisie“ machen würde… Ohne Kommentar.

Leicht geärgert hat mich der Beitrag von Serge Kollwelter, der komplett das Thema verfehlte und seine Rede damit begann, Luxemburg als Apartheidsstaat zu bezeichnen, in dem Ausländer nicht politisch mitbestimmen könnten. Egal wie man zum Ausländerwahlrecht steht, so dumme Vergleiche müssen nicht sein. Und zudem hat diese Diskussion einfach nichts mit dem Thema der Demonstration zu tun gehabt. Tom Weidig ließ es sich später nicht nehmen Kollwelter darauf anzusprechen und ihn zu tadeln, was diesem überhaupt nicht gefiel. Gut gemacht, Tom!

Kollwelter

Tom-Serge

Kurze Schauer trübten leider ab und zu das ansonsten gar nicht so schlechte Wetter. Ich war ganz optimistisch ohne Jacke angereist und wurde so auch ein wenig nass. Nicht weiter schlimm jedoch. Nur einmal mussten wir kurz die Sparkasse stürmen um uns unterzustellen. O-Ton Gil dazu: „Gutt, dass mir d´Spuerkeess hun. Elo gin mir net naass. Déi Lénk sin géint Banken, derbai sin Banken dach gutt!“ 😀
Gromperkichelcher und später noch Gyros stärkten meinen Magen.

CK-Neiwahlen

Paul-Gil
(„Fanlegenden“ Paul Krier und Gil Kalny)

Pol-Wirtz
(AHA-Gründungsmitglied Pol Wirtz, mit dem ich immer über Israel streite.)

Lamberty-Hahn
(JDL-Präsident Max Hahn und sein Vorgänger Claude Lamberty)

Linke
(Claude Frentz, Sveinn Graas und Bernard Thomas von der Zeitung „Forum“.)

CK-Neiwahlen
(Sveinn Graas, bloggt unter dem Nickname „res publica“, früher „Roude Staer“)

Später rappte noch eine junge Band mit einem Sänger, der- wie ich- ein Trikot der Luxemburger Fußballnationalmannschaft trug.

nationaldress

Bei ein paar Bier kamen Gil und ich später noch mit Claude Frentz und einem weiteren Linken ins Gespräch und so endete dieser Sonntag mit interessanten Diskussionen zwischen zwei Erzliberalen und zwei „libertären Sozialisten“.

Schoko

Debatte

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Juni 23, 2013 - Posted by | Luxemburg, Neues aus Luxemburg | , , , ,

2 Kommentare »

  1. Merci fir dësen Androck. Mam Häer Kollwelter sénger Positioun kann een d’Accord sin oder och net, den Passage vu sénger Ried iwwert d’effektiv Trennung vun Europa an Landeswahlen hun ech perséinlech ganz pertinent fonnt, an ech ka mer virstellen datt dëst fir verschiddener d’Motivatioun kéint sin fir zwou Mécken mat enger Baatsch ze erwëschen.
    Et huet sech just e Fehler ageschlach, d’Riedernin, ech, heeschen Grosbusch mat engem s, an net mat zwee.

    Kommentar von theskiesiwander | Juni 24, 2013

  2. @theskiesiwander: Gaer geschitt. a merci fir Dain Kommentar. An Dain Numm ass elo verbessert 😉

    Kommentar von CK | Juni 24, 2013


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