L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Zu Fragen der Homo-Ehe, der verschiedenen Lebensformen und der Regenbogenfamilie

Letzte Woche veröffentlichte Bloggerkollege Fernand Kartheiser, seines Zeichen erzkonservativer Abgeordneter des ADR und der in Luxemburg bekannteste Gegner der „Homo-Ehe“ und vor allem der Adoption von Kindern durch Homosexuelle, eine Kritik an der von der Piratenpartei angestrebten „zeitgemässen Geschlechter- und Familienpolitik“. Vier Tage später bezeichnete er die Grünen als „Partei ohne Herz und Gewissen“ wegen deren Argumentation zur Verteidigung der „Homo-Adoption“.

Ich habe nicht vor, Grüne und Piraten hier nun groß zu verteidigen, aber ich würde gerne ein paar Worte aus meiner eigenen liberalen Sicht zum Thema „Homo-Ehe“ und „Regenbogenfamilien“ sagen und vor allem zu Kartheisers Argumenten dagegen.

Die Piraten merken zurecht an, dass es den Staat schlichtweg nichts angeht, wie Menschen zusammen leben wollen, solange sie im gegenseitigen Respekt einvernehmlich und freiwillig eine Entscheidung diesbezüglich getroffen haben. Dies wirft einige Fragen bei Fernand Kartheiser auf, auf die ich meine eigenen Antworten geben möchte, die natürlich nicht unbedingt denen der Piratenpartei entsprechen müssen.

Do froen ech mech just, wen dann awer wéini matzeschwätzen huet? Wéi ass et zum Beispill mat polygamen Liewensformen, oder mat inzestuösen Verbindungen? Vu wéi engem Alter un, muss d’Politik dann de verschiddene Liewensstiler “gerecht” ginn, a wéi soll si dat maachen? A wann Kanner do sinn, wen huet a wéi enger Liewensform déi elterlech Rechter a Flichten? Wann sou Liewensgemeinschaften auserneeginn, wen huet dann ënnert wéi enge Conditiounen elterlech Rechter a Flichten, respektiv Besuchsrechter? Wéi eng finanziell Verflichtungen hunn déi verschidde Persounen aus sou Liewensgemeinschaften géintiwwer denen Kanner aus sou Gruppen, oder betreffen déi Verflichtungen dann awer nëmmen déi biologesch oder eventuell déi adoptiv Elteren? A virun allem: wéi eng Rechter hunn d’Kanner a géintiwwer wem? Wen decidéiert wéini a wéi iwwer hire Numm, hir Erzéiung an hir Gesondheet?

Mitzureden hat halt keiner ausser alle direkt Betroffenen und zwar in allen Fragen, die sich halt in einer Familie so stellen (können). Ich denke nicht, dass in unserem christlich geprägten Kulturkreis viele Menschen polygam leben wollen. Fast alle Menschen wollen ihren Partner nicht mit jemand Anderem teilen. Dies würde nur eine absolute Minorität wollen, deren Menge aber nicht annähernd vergleichbar mit der Menge an Homosexuellen wäre. Der Staat muss also mitnichten heute Polygamie offiziell anerkennen, es besteht jedoch durchaus eine Notwendigkeit, den vielen gleichgeschlechtlichen Paaren zu erlauben für einander zu sorgen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Polygam zusammenlebenwollende Menschen könnten aber von mir aus private Selbstverpflichtungen unteinander abschliessen ohne deswegen strafrechtlich verfolgt zu werden. Zum Thema Inzest: sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen ist und bleibt zurecht strafbar. Wenn jedoch damit gemeint ist, dass Geschwister einander lieben und heiraten wollen: wer bitte will sowas? Erlauben würde ich das aber nicht.

Die Frage nach den genauen elterlichen Rechten wie Pflichten ist berechtigt, aber ich sehe da keine allzu großen Probleme. Die Eltern sind halt die biologischen Eltern oder eben die Adoptiv- oder Pflegeeltern. Diese und nur diese entscheiden über Fragen der Erziehung und Gesundheit. Wie es ja heute schon ist. Ein eventuell noch im Hause mitlebender Dritter hat- juristisch betrachtet- nichts mitzubestimmen, genauso wenig wie eben ein Onkel, eine Tante oder die Großeltern. Die besagten Eltern können eben bloß nunmehr auch zwei Väter oder zwei Mütter sein und eben nicht nur mehr ausschliesslich ein Vater und eine Mutter. Oder auch ein(e) Alleinerziehende(r), denen manche Länder ja kurioserweise auch bereits Adoptionen erlauben. So sehen das auch die Grünen.

Die Kinder selbst haben natürlich auch Rechte wie bspw. das auf eine gewaltfreie Erziehung, die der Staat zu schützen hat, notfalls auch vor den eigenen Eltern. Dysfunktionalen Familien können im Extremfall Kinder sogar weggenommen werden. Temporär oder auch für immer. Wann dies genau warum passiert, ist ein schwieriges Thema, aber unabhängig vom Geschlecht und der sexuellen Orientierung zu debattieren.

Das Ehegattensplitting kann von mir aus gerne abgeschafft werden und stattdessen lieber mehr Wert auf (höhere) Kinderfreibeträge gelegt werden. Da stimme ich den Piraten zu. Zurecht kritisiert Kartheiser hingegen folgendes Zitat aus dem violetten Wahlprogramm:

“Gesellschaftsstrukturen, déi sech aus Geschlechterrollebiller erginn, ginn dem Individuum net gerecht a mussen iwwerwonne ginn.”

Das klingt in der Tat, vielleicht ungewollt, nach Gesellschaftsklempnerei. Jede Familie sollte sich intern so organisieren dürfen wie sie es für richtig hält. Ohne drüber nachdenken zu müssen welche Rollenverteilung gerade politisch korrekt sein soll und welche nicht und daher überwunden werden muss. Geschlechterrollen in Frage stellen? Gerne! Geschlechterollen durch Staatsgewalt überwinden? Nein, danke! Das wäre genauso falsch wie sie durch Staatsgewalt erhalten zu wollen. Mit „Staatsgewalt“ meine ich übrigens auch das „süsse Gift“ der Sozialleistungen. Jene sollten mitnichten nach ideologischen Gesichtspunkten verteilt werden (bspw. indem Familien Geld bekommen, wenn sie Geschlechterollen „gendergerecht“ dekonstruieren und „traditionelle“ Familien nicht).

Über den kurzen Abschwenker zum Asylrecht sage ich mal lieber nichts, dafür bräuchte es einen ganz eigenen Blogpost.

D’Adoptioun duerch gläichgeschlechlech Koppelen ass jo schonn komplizéiert genuch, an d’”Produktioun” vu Kanner fir homosexuell Koppelen duerch medizinesch Methouden oder geléinte Mammen wierft eng Abberzuel vu moralesche a juristesche Froen op. Wéi gläichgeschlechtlech Koppelen soss sollen zësumme Kanner “kréie” sollen, bleift e Rätsel.

Wenn das Adoptionsrecht bereits heute viel „zu kompliziert“ ist, wäre es an der Zeit dieses endlich zu vereinfachen, auch im Interesse vieler heterosexueller Paare. Insemination und Leihmutterschaften werfen sicher viele moralische und juristische Fragen auf, die noch geklärt werden müssen. Wieso man per se dagegen sein soll, weiß ich jedoch nicht. In anderen Ländern gibt es übrigens bereits die Möglichkeit von Sperma- und Eizellenspenden oder auch Leihmutterschaften (meines Wissens u.a. in den USA und in den Niederlanden.)

Si postuléieren e Recht op e Kand – sou als wär e Kand eng Saach – e Joujou fir jiddereen, dee grad mol wëll Elteren spillen – a net en eegestännege Mënsch mat senge Rechter, inclusiv senge Rechter op eng Filiatioun.

Natürlich ist ein Kind ein eigenständiges Rechtssubjekt und kein Spielzeug. Ich glaube nicht dass homosexuelle Paare, die ein Kind adoptieren wollen, ein Spielzeug suchen. Das ist eine nahezu unglaublich freche und verletzende Behauptung diesen Menschen gegenüber!

Ob vom Steuerzahler bezahlte Kita´s sein müssen, ist hingegen eine sehr gute Frage, aber letzendlich meines Erachtens nicht mit den hier erörterten Fragen verknüpft. Dies ist eine sehr wichtige generelle Frage über die Gestaltung unseres Sozialstaates. Solche Einrichtungen müssten aber natürlich allen Kindern aller Paare offen stehen, hetero- wie homosexuellen.

Fernand Kartheiser sieht sich selber als einer der letzten Beschützer der Kinder. Wovor aber will er die Kinder beschützen? Welchen Gefahren sieht er sie bei einem homosexuellen Paar ausgesetzt? Wohlverstanden Gefahren, die ausschliesslich bei einem homosexuellen Paar gegeben sind. Fehler in der Erziehung können jedem Paar passieren.

Ech wëll hei nach eemol betounen, dat d’Adoptioun plénière de Kanner den duebelen sexuéierten Rapport mat enger Mamm an engem Papp wech hëllt. (…) Déi Kanner an homosexuelle Koppelen wuessen bei zwee Schauspiller op déi sexuéiert Eltere spillen (wann keen vun denen zwee ën effektiven, biologeschen Elterendeel ass), den ee vun denen zwee spillt eventuell eng méi männlech Roll fir e Papp ze imitéieren an den aaneren eng méi weiblech fir eng Mamm duerzestellen, wéinstens sou wéi déi respektiv homosexuell Leit sech déi « Rollen » virstellen.

Homosexuelle Eltern sind keine Schauspieler (genauso wenig wie nicht-biologische Adoptiveltern i.Allg. Schauspieler sind), sondern Menschen mit ehrlichen Gefühlen ihren angenommenen Kindern gegenüber. Sie machen sich Sorgen um ihre Kinder und wollen dass es ihnen gutgeht. Sie SIND eben Eltern und spielen nicht nur Eltern wie kleine Mädchen mit ihrer Puppe spielen. Kurios auch die Fixierung Kartheisers auf die Geschlechterrollen. Wenn man mal vom Brustgeben absieht, was natürlich nur eine biologische Mutter tun kann, gibt es keine Elternaufgabe, die nicht sowohl von einem Mann als auch einer Frau erfüllt werden kann. Natürlich brauchen Kinder Kontakte zu beiden Geschlechtern, aber diese haben sie in der Regel ja auch, da ihr Leben sich ja nicht nur zuhause abspielt.

Dobäi kënnt, dat Kanner aus enger adoption plénière – a nach méi schlëmm aus enger PMA – eventuell iwwerhaapt keng aner ascendance, keng aaner Famill hunn – keng Elteren oder Grousselteren, keng Monnien an Tataen, keng Koséngen a keng Cousinen mat denen si Kontakt hätten.

Wieso sollten diese Kinder keine Onkel, Tanten, Cousins und Kusinen oder Grosseltern haben? Natürlich haben sie noch andere Familienangehörige. Bloß dass die jeweiligen Verbindungen eben nicht biologischer Natur sind. Wohl aber soziokultureller. Kartheisers ganze Argumentation kommt mir vor wie eine „Mystifizierung der Blutlinie“. Als wären gemeinsame Gene das wichtigste Element für eine gesunde Familie.

Si verstinn awer spéitstens an der Pubertéit, dat déi Erwuessen bei denen si liewen, eng Sexualitéit hunn déi keng Kanner op natierlechem Wee kann ervirbréngen. Keng richteg Elteren, keng aner Famill, kee Wëssen iwwer d’Hierkonft – dat alles zësummen ass en psychologeschen Albdram fir all Kand!

Gut, die Kinder finden also irgendwann heraus, dass sie bei Eltern leben, die auf natürlichem Weg, also über Geschlechtsverkehr, keine Kinder zeugen können. Inwiefern soll das ein psychologischer Alptraum für diese Kinder sein? Ich glaube, dass Kinder damit schlichtweg gar kein Problem haben, denn um damit ein Problem zu haben, muss man meines Erachtens erstmal einen großen ideologischen (in diesem Fall christlichen) Popanz aufbauen und ideologisches Denken ist Kindern völlig fremd.

An mir huelen hinnen de Kontakt – jiddefalls mol de juristesche Lien – mat hirer richteger Famill wech fir si an e Milieu ze stiechen den hinnen net déi selwecht perséinlech Entwécklungsméiglechkeete gëtt wéi eng heterosexuell Koppel.

Wieso ein Kind aus einer Regenbogenfamilie nicht die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten haben soll wie ein Kind aus einer klassischen Familie, weiß nur der Kuckuck. Diese Behauptung wird wie soviele Andere einfach so in den Raum gestellt ohne jemals auch nur ansatzweise begründet zu werden. Ich würde ja immer noch sagen, dass die Entwicklungschancen eines Kindes von multiplen Faktoren abhängen, aber sicher nicht von der Sexualität der Eltern.

Ich empfehle Fernand Kartheiser- den ich durchaus schätze aufgrund seiner Reden zum Nahen Osten, aber auch ganz allgemein zur Luxemburger Aussenpolitik- dringend mal dieses Interview mit ganz normalen Buben und Mädchen aus Regenbogenfamilien zu lesen, um vielleicht in Zukunft etwas entspannter und unaufgeregter der Homo-Ehe und -adoption entgegenzusehen.

Regenbogenfahne

Februar 9, 2013 - Posted by | Offene Gesellschaft | , ,

9 Kommentare »

  1. @CK:

    …um vielleicht in Zukunft etwas entspannter und unaufgeregter der Homo-Ehe und -adoption entgegenzusehen.

    Sie können leicht entspannt entgegensehen, denn Sie sind über das Kindesalter weit hinaus! Hier wird etwas, wozu es keine langfristigen Erfahrungen gibt (und geben kann, denn Adoptionen durch schwule Pärchen waren in der Vergangenheit einfach inexistent), einfach nach dem zeitgeistigen Motto

    »Jede Familie sollte sich intern so organisieren dürfen wie sie es für richtig hält. Ohne drüber nachdenken zu müssen welche Rollenverteilung gerade politisch korrekt sein soll und welche nicht und daher überwunden werden muss.«

    nach Belieben zurechtgeschnitzt, ohne, daß man sich darum scheißt (wie der Wiener hier deftig sagen würde), ob das für die Zukunft Katastrophen bringen wird oder nicht.
    Das klingt nicht nur nach Gesellschaftsklempnerei, sondern ist es auch! Nur daß beim Klempner ein falsch verlegtes Rohr oder ein tropfender Wasserhahn in aller Regel keine bleibenden Katastrophen verursachen, bei ach so zeitgeistig »gepatchworkten« Kindern hingegen schon. Darf natürlich nicht sein, deshalb wird in der Kinderpsychologie nur ganz verborgen, wenn überhaupt, geforscht, welche Eier man sich mit solchen Aktionen für die Zukunft legt …

    Ein paar Zeitgeist-Säue wurden schon durch die Straßen getrieben, seit ich ein Kind war (was auch schon ein paar Jahrzehnte her ist). Ich kan aus eigenem Miterleben bestätigen, daß die in den 70er/80er-Jahren auf einmal so hippe und inne »antiautoritäre Erziehung« nicht ganz das Gelbe vom Ei war. Wir sehen heute zuhauf 30- bis 40-jährige, beziehungsgestörte bis -unfähige Verhaltensruinen rumlaufen, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, unfähig sind, ihre Kinder zu erziehen, höhere Suizid- und Drogenkonsumationsraten haben, an Burn-out und dergleichen Psychoknacksen laborieren, ihre Ehen (so sie sie überhaupt noch einzugehen wagen) alle paar Jahre gegen die Wand fahren usw. usf. … sorry, aber erfolgreiche Kindererziehung hätte da wohl anders ausgesehen! Als Erziehungsziel würde ich mal »Lebenfähigkeit« an erste Stelle reihen — und was da abläuft, sieht wirklich nicht danach aus.

    Ich weiß: ich bin ein bloß so ein altmodischer Konservativer, der es einigermaßen verantwortungslos findet, wie sich heutzutage alleinerziehende (oder, besser: nicht erziehende!) Mütter (und gelegentlich auch ditto Väter) einen Dreck darum scheren, ob sie mit ihrer Methode egoistisch-autistische Monstren heranziehen, die wieder ebensolche Monstren zeugen und gebären werden. Statt hier großzügig Gesellschaftsklempnerei unter libertären Nichteinmischungsaspekten zu propagieren, wäre ein kurzes Gespräch mit Lehrern oder Firmenchefs, die das »Vergnügen« hatten, Lehrlinge im Betrieb zu haben (und jetzt deshalb heute gern darauf verzichten, wenn sich’s einrichten läßt!) zielführender.

    Was das alles mit adoptierenden Schwulen zu tun hat, werden Sie jetzt mit strengem Zeigefingerheben fragen … … nun, schlicht die Verantwortungslosigkeit, mit der die persönlichen Selbstverwirklichungsphantasien höher gewichtet werden, als die Verantwortung für den Nachwuchs. Keiner kann ernstlich sagen, daß es für ein Kind sozial zuträglich (oder auch nur egal) ist, in einem Haushalt großzuwerden, in dem des zwei Bezugspersonen desselben Geschlechts zugeordnet ist. Daß sowas durch tragische Umstände mal vorkommen kann (z.B. nach 1945, wenn eine Kriegswitwe mit ihrer Schwester oder einer Freundin eine Familie irgendwie über die Runden bringen mußte), ist schon klar. Alles kann vorkommen im Leben. Und die zwei, drei derartigen Fälle, die ich in meiner eigenen Kindheit miterlebt habe, machten auf mich nicht den Eindruck, daß die Kinder hin und weg vor Begeisterung gewesen wären. Die wünschten sich eigentlich nichts anderes, als eine stinknormale Familie mit Papa, Mama und ein, zwei Geschwistern.

    Die Leichtigkeit, mit der solche halben Katastrophenfälle dann in »… und das ist auch gut so!« umgemünzt werden, weil’s doch ach so prohibitiv und diskriminatorisch wäre, Schwulen das Adoptieren zu verbieten, finde ich, gelinde gesagt, zum Kotzen. Und wenn ich mir den derzeitigen Zutand unserer westlichen Gesellschaften so ansehe, habe ich nicht wirklich das Gefühl, daß ein Weiterschreiten auf diesem Pfad woanders hinführt, als in den totalen Absturz.

    Am schwulen Adoptionswesen wird jedenfalls unsere Welt nicht genesen, die Prognose wage ich …

    Kommentar von LePenseur | Februar 9, 2013

  2. Wenn es ueber Menschenrechte geht in unsere Gesellschaft bin ich immer da um Ungerechtigkeit zu verteitigen, wie z.b.Diskriminierung von der Jugend die im Not sind weil sie aus ihrem Hause rausgeworfen wurden wegen ihrer Sexualitaet…
    Aber wenn Du versuchst die Werte des System zu aendern, dass bringt mich ausser mir.
    Familien sind der Grundstein der Gesellschaft und der Nation und ich werde kaempfen um die Werte dieser klassischen Familienstruktur von einem Mann, einer Frau und ihren Kindern zu bewahren!!

    Kommentar von Claude Sternberg | Februar 10, 2013

  3. @LePenseur: Wie soll es denn bitte schön auch langfristige Erfahrungen irgendwann mit homosexuellen Adoptionen geben, wenn etwas einfach mal präventiv verboten bleibt?

    M.E. muss immer noch der Verbotsbefürworter begründen wieso etwas verboten bleiben oder auch überhaupt erstmal verboten werden muss. Bspw. leuchtet es mir durchaus ein, dass Vergewaltigung auch in der Ehe irgendwann verboten bzw. überhaupt erstmal als Vergehen definiert wurde. Aber bisher habe ich kein einziges halbwegs vernünftiges Argument gefunden, ob von Ihnen, Claude oder sonstjemandem, homosexuellen Menschen zu verbieten Kinder zu adoptieren. Zumal wenn diese, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, in irgendeinem Waisenhaus in miserablem Zustand in einem Entwicklungsland dahinvegetieren. (Denn machen wir uns nichts vor, die von solchen Paaren adoptierten Kinder würden mehrheitlich nicht aus Luxemburg oder Österreich stammen.)

    ohne, daß man sich darum scheißt (wie der Wiener hier deftig sagen würde), ob das für die Zukunft Katastrophen bringen wird oder nicht

    Ja, welche denn bloß?

    Das klingt nicht nur nach Gesellschaftsklempnerei, sondern ist es auch!

    Mit „Gesellschaftsklempnerei“ meinte ich eigentlich dass man von oben, also qua Politik, an der Gesellschaft rumdoktern möchte. Das war mein Vorwurf an die Piratenpartei, der ich den von Ihnen zitierten Satz gerade als Antithese entgegengestellt habe. Ich will weder- wie anscheinend die PP- die Gesellschaft gendergerecht umformen, noch will ich- wie Sie anscheinend- den Menschen verbieten neue Wege zu gehen. Ich will einfach nur den Menschen die Freiheit lassen selber Verantwortung für sich und ihre Lieben zu übernehmen.

    Von der anti-autoritären Erziehung, die Sie erwähnen, habe ich persönlich noch nie etwas gehalten. Kinder brauchen selbstverständlich klare Regeln und ein geordnetes Familienleben, kein Chaos.

    Ich weiß: ich bin ein bloß so ein altmodischer Konservativer, der es einigermaßen verantwortungslos findet, wie sich heutzutage alleinerziehende (oder, besser: nicht erziehende!) Mütter (und gelegentlich auch ditto Väter) einen Dreck darum scheren, ob sie mit ihrer Methode egoistisch-autistische Monstren heranziehen, die wieder ebensolche Monstren zeugen und gebären werden.

    Viele Dinge, die Sie vermutlich zurecht aufregen, regen auch mich auf! Hierbei handelt es sich jedoch um Probleme der „falschen Erziehung“, die heterosexuelle Paare genauso begehen können.

    Mit den höheren Scheidungsraten haben Sie nicht unrecht, aber ich gebe zu bedenken, dass 1. Scheidungen erst in den 70ern überhaupt gesetzlich möglich wurden und 2. es auch einfacher ist, seine Frau nicht zu verlieren, wenn sie von einem komplett finanziell abhängig ist und darum einfach alles zu schlucken hat. Fürwahr, das waren noch goldene Zeiten.

    nun, schlicht die Verantwortungslosigkeit, mit der die persönlichen Selbstverwirklichungsphantasien höher gewichtet werden, als die Verantwortung für den Nachwuchs.

    Wieder eine unbelegte Behauptung: nämlich die, dass diese Paare keine Verantwortung für ihren Nachwuchs übernehmen würden. I.G. der gleiche Vorwurf wie der Kartheisers, Kinder würden nur als „Spielzeuge“ zum eigenen Spass oder eben zur Selbstverwirklichung angesehen werden. Dabei sind solche Paare meist sprichwörtlich durch die Hölle gegangen um ein Kind zu bekommen und haben sich das mit dem Kind sehr lange bewusst überlegt.

    Und die zwei, drei derartigen Fälle, die ich in meiner eigenen Kindheit miterlebt habe, machten auf mich nicht den Eindruck, daß die Kinder hin und weg vor Begeisterung gewesen wären. Die wünschten sich eigentlich nichts anderes, als eine stinknormale Familie mit Papa, Mama und ein, zwei Geschwistern.

    Ist ja auch schlimm, wenn man seinen Vater im Krieg verliert. Um solche Fälle geht es aber nicht im oben verlinkten Interview.

    Am schwulen Adoptionswesen wird jedenfalls unsere Welt nicht genesen, die Prognose wage ich …

    Daran kaputtgehen wird sie aber auch nicht. Unsere Gesellschaft wird von ganz anderen Problemen geplagt.

    Gesellschaften machen immer wieder Veränderungen durch, manche zum Guten, manche leider zum Schlechten. Auch die von Ihnen UND mir geschätzte bürgerliche Kleinfamilie (Mutter, Vater, Kinder), in der auch ich bekanntlich aufgewachsen bin, ist auch noch eine recht junge Erscheinung in der menschlichen Geschichte.

    Tut mir leid, aber ich lese bei Ihnen nur diffuse Ängste heraus, die Sie nicht mal zu begründen versuchen. Es ist einfach die Angst vor dem Neuen. Also die gleiche Angst, die die Menschen mal vor Flugzeugen und der Eisenbahn hatten, heute vor Kernkraft, Genfood oder eben den Regenbogenfamilien. Es ist einfach etwas Neues, es verändert die Gesellschaft, es ist u.U. gefährlich, man lässt es lieber sein…

    Kommentar von CK | Februar 10, 2013

  4. @Claude: Aber wenn Du versuchst die Werte des System zu aendern, dass bringt mich ausser mir.

    Menschen haben Werte. Und jeder Mensch- so eben auch ich- versucht seine Werte einzubringen.

    Familien sind der Grundstein der Gesellschaft und der Nation

    Man könnte wirklich meinen, ich hätte dazu aufgerufen die Familie zu zerstören. Das ist einfach lächerlich!
    Ich will einfach, dass jedes Paar eine Familie gründen darf. Nicht mehr, nicht weniger.

    und ich werde kaempfen um die Werte dieser klassischen Familienstruktur von einem Mann, einer Frau und ihren Kindern zu bewahren!

    Diese Familienstruktur wird immer die „normale“/“meist verbreiteteste“ bleiben, weil sie eben die „natürlichste“ ist, davon kann man wohl ausgehen. Wieso also um Gotteswillen diese Aufregung?

    Kommentar von CK | Februar 10, 2013

  5. CK: Schön zu sehen dass wir aber manchmal einer Meinung sein können! Lass dich nicht von diesen fundamentalistischen Moralaposteln von deiner Linie abbringen. Die, die heute gegen Homo-Ehen usw wettern wären wohl auch in der Vergangenheit gegen Mischehen usw gewesen …

    Kommentar von Grommel | Februar 10, 2013

  6. @Grommel: Vielleicht sogar öfters als „manchmal“ 😉 Und von meiner Linie lass ich mich grundsätzlich schwer abbringen, es sei denn jemand liefert mir unumstössliche Argumente. Unmöglich ist das nicht, das haben durchaus schon Leute geschafft.

    Kommentar von CK | Februar 10, 2013

  7. @ Claude Sternberg
    „Familien sind der Grundstein der Gesellschaft und der Nation und ich werde kaempfen um die Werte dieser klassischen Familienstruktur von einem Mann, einer Frau und ihren Kindern zu bewahren!!“

    Was sind denn die Werte der „klassischen Familienstruktur“ und inwiefern sind diese besser als die Werte anderer Familienstrukturen?

    Kommentar von Adrian | Februar 11, 2013

  8. Interessante Geschichte:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/regenbogenfamilien-mama-mami-kind-a-727562.html

    Ich weiß jetzt nicht ob das etwas für mich wäre, Samenspender sein und danach so ein „Papi-Onkel“, der keine wirklichen Vaterpflichten hat, aber wenn das für Thomas OK ist. Wieso nicht.

    Der moderne Vater, der sich wirklich um seine Kinder kümmert, ist m.E. ohnehin eine sehr neue Rolle (beginnend ungefähr mit der Generation meiner Eltern). In früheren Zeiten haben meistens die Mütter sich allein um die Kinder gekümmert und sie erzogen (in reicheren Familien die Kindermädchen). Der Vater brachte hauptsächlich das Geld zum Leben nach Hause. Vielleicht hat er am Wochenende mal seinen Sohn zum Fussball oder zum Angeln mitgenommen. Aber das war es dann auch schon.

    Kommentar von CK | Februar 11, 2013

  9. Reden Si Mahl mit einem Physiologen über die Adoption von Kinder Kinder brauchen Vater und Mutter.

    Kommentar von José Dué | Dezember 6, 2013


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