L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Der weiße Mann, die Einheitsrasse und der Tribalismus

Samstags lese ich oft so nach, was ich während der Woche so in Zeitungen und Blogs verpasst habe bzw. was ich zu einer genaueren Analyse mir erstmal für später aufbewahrt habe. Heute morgen musste ich dabei gleich zweimal den Kopf schütteln. Zunächst erneut und wieder mal über Jakob Augstein, zum Anderen aber auch über Vera Lengsfeld von der Achse des Guten.

In einem Artikel über den alltäglichen Sexismus in unserer Gesellschaft- den Augstein ernsthaft „Die Krise des weißen Mannes“ nennt- schreibt der SpOn-Journalist folgendes:

„Denn der weiße Mann wird bedroht, von der Demografie und vom Feminismus. Da ist es kein Wunder, wenn er etwas gegen Muslime hat und Probleme mit Frauen. „

Der weiße Mann hat also allein ein Problem mit Frauen? Abgesehen davon dass nicht jeder Mann, egal welcher Hautfarbe, sich schlecht gegenüber Frauen benimmt, gibt es Übeltäter in allen Teilen der Welt. In manchen Teilen der Welt gibt es sogar immer noch staatlich angeordnete Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen. Darunter leider viele muslimische Staaten.

Gerade in der Welt des „weißen Mannes“ wurden die wichtigen Forderungen des Feminismus hingegen bisher am besten umgesetzt. Frauen dürfen selber entscheiden wen sie heiraten, mit wem sie Sex haben oder nicht, ob sie arbeiten gehen oder lieber zuhause die Kinder versorgen, was sie anziehen usw. In anderen Ländern (oder auch in Parallelgesellschaften bei uns) gibt es hingegen noch Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde, restriktive Kleidervorschriften… Sicher gibt es aber auch ganz generell bei uns noch einiges zu tun (bspw. gegen Vergewaltigungen.) Auch sollten mehr Frauen in Führungspositionen aufsteigen, aber nicht durch Quoten!

Und sind „Schwarze“ oder sonstwie „Dunkelhäutige“ etwa alle Feministen? Mit Sicherheit nicht! Viele Frauen, die schonmal in Afrika waren, konnten mir persönlich bestätigen, dass von manchen(!) Afrikanern sehr schnell eindeutige Angebote kamen. Das Phänomen anzüglicher Sprüche oder gar widerlicher Handlungen gegen Frauen ist also definitiv ein globales und dann auch global zu kritisieren.

Nicht nur ein Brüderle haut übrigens Zoten raus, auch ein Jacob Zuma. Jener leistet sich zugleich fünf Ehefrauen, heiratete gleich sechsmal (seine dritte Ehefrau beging Selbstmord) und hat nebenher noch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit HIV-infizierten Geliebten. Fürwahr, ein Mann, der keine Probleme mit Frauen hat, ein Mann also, wie Feministinnen ihn sich wünschen. Oder doch nicht?

Vera Lengsfeld schrieb eine längere Replik zu Augsteins Unsinn und schrieb dabei Folgendes, was mich erschrecken ließ:

Was ist an der von Augstein mittels Gewaltphantasien herbei gewünschten „bunten“ Welt erstrebenswert? (…)Oder dass es nur noch eine „raza cosmica“, eine globale Einheitsrasse gibt, statt der Vielfalt der Rassen und Völker, die sich historisch entwickelt hat? Die Einheitsrasse ist ein Lieblingsgedanke totalitärer Machthaber, der jedem fremd sein müsste, der keine Wiederkehr von Totalitarismus wünscht.

Zunächst einmal mag ich den Begriff „Rasse“ nicht. Für mich gibt es nur Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, keine „Rassen“. Wir haben eine menschliche „Rasse“, keine weiße, schwarze oder asiatische. Schlimmer aber ist: Vera Lengsfeld übernimmt hier ganz unbedarft die Argumentation mancher NPD-Mitglieder, dass die „Vielfalt der Rassen und Völker“ geschützt werden müsse, besonders natürlich vor dem amerikanischen „Melting Pot“.

Nun, ich will Völker sicher nicht abschaffen, Gott bewahre, aber wieso man als „Liberale“ Rassisten Argumente gegen eine „Durschmischung der Rassen“ liefern soll, verstehe ich überhaupt nicht. Wenn ich also als Weißer eine schwarze Frau heiraten und sogar Kinder bekommen würde, würde ich damit die „Vielfalt der Rassen“ in Gefahr bringen. Von da aus ist es nur noch ein kurzer Sprung hin zu einem Verbot desselben (Es gibt in der Historie ja genug Beispiele für derart begründete, unglaublich totalitäre(!) Rassengesetze.) Natürlich wäre eine staatlich aufoktroyierte „Einheitrasse“ nicht minder totalitär, aber wenn die Menschen freiwillig sich durchmischen- wie eben massiv in Brasilien- wo ist das Problem?

Als ich diese Frage auf Facebook stellte, antwortete mir der Schweizer Anarchokapitalist Stefan Metzeler in einem längeren Kommentar, den ich hier gerne noch besprechen würde, weil das Thema zu wichtig ist, als es einfach zu ignorieren.

Nun ja, wer für eine „Einheitsrasse“ ist, der ist generell gegen Weisse, Liberalismus und Kapitalismus.

Und ist der, der die „Vielfalt der Rassen“ schützen möchte, etwa liberaler? War Apartheid-Südafrika etwa ein liberales und kapitalistisches Land? Letzteres mögen manche Linke vielleicht sogar behaupten, aber wir Liberale sollten es besser wissen.

Dies aus einem Hass oder aus Schuldgefühlen und völlig irren Annahmen. So würden die Menschen in Afrika „durch Kapitalismus ausgebeutet“.

Ja, manche Menschen hassen Weiße. Das ist Rassismus. Ja, manche Menschen haben Schuldgefühle wegen der Verbrechen in der Kolonialzeit. Ja, manche Menschen haben falsche Vorstellungen darüber was „freie Märkte“ eigentlich sind und inwiefern sie sich oft von realexistierenden korporatistisch-faschistischen Strukturen unterscheiden. Und ja, Afrika leidet vor allem an- allerdings nicht selten von westlichen Regierungen mit Entwicklungshilfe zugeschissenen- korrupten Machthabern und an skrupellosen Unternehmern, die mit ihnen paktieren. Soweit, so gut, doch:

Ein ex-Minister von Tony Blair gab zu, dass die massive Einwanderung aus der 3. Welt von Labor absichtlich organisiert wurde, „um den weissen Engländern eins auszuwischen“ und „ihre Dominanz über England zu brechen“. Cohn Bendit sagte in etwa dasselbe zu Europa.

Ist das Deine Interpretation des von Ihnen Gesagtem, Stefan oder haben sie das wirklich wortwörtlich so gesagt? Das klingt in meinen Augen doch recht paranoid. Nichts für ungut. Migration bringt immer Risiken mit sich, aber auch Chancen. Man muss individuell halt drauf achten, wer einwandert und warum und natürlich auch die Gesetze zur Integration und den Sozialstaat entsprechend anpassen.

Aber genau dieselben Kerle werden sich dafür einsetzen, dass „Algerien den Algeriern gehört“, „Palestina den Palestinensern“ usw.

Nun, jeder Nationalstaat gehört nun einmal seinem Volk. Das muss aber nicht zwangsweise bedeuten, dass dieses Volk eine bestimmte Hautfarbe haben muss. Kann ein Schweizer oder Luxemburger etwa nicht auch schwarz, gelb oder rot sein? 😉 Und kann kein Ausländer heute bei uns einwandern und irgendwann unsere Nationalität annehmen und sich als wertvoller Bürger erweisen, dessen Kinder später natürlich sofort auch Schweizer oder Luxemburger sind? Dass die Palästinenser ihren Staat „judenrein“ haben wollen, habe ich natürlich immer massiv kritisiert.

Was im Sudan oder im Kongo geschieht, ist ihnen eigentlich egal, weil man dort die Weissen und Juden nicht anschwärzen kann.

Es ist in der Tat beschämend, wie wenig die Menschen hierzulande deren Schicksal interessiert. Man scheint halt vor allem gegen die USA oder Israel auf die Strasse zu gehen…

Natürlich ist es nicht indifferent, wie sich eine Bevölkerung zusammensetzt. Eine gewisse Homogeneität betreffs Kultur und Ethnie helfen eindeutig. So ist die tatsächliche Solidarität viel grösser, wenn man sich mit den anderen Bürgern verbunden fühlt.

Das stimmt natürlich. Man hilft sich dann eher gegenseitig und wo mehr private Hilfe gegeben ist, braucht es auch „weniger Sozialstaat“. Dasselbe Argument gilt auch für intakte Familien. Nicht von ungefähr fällt das Anwachsen des Sozialstaates mit zunehmenden Scheidungsraten zusammen, aber das ist Stoff für einen anderen Blogeintrag. Doch gerade die Willensnation der USA, das (ehemalige?) Musterland des Kapitalismus, sind multiethnisch. Wichtig ist halt, die diversen Einwanderer gut zu integrieren und dafür zu sorgen, dass sie die Werte und vor allem den „Spirit“ ihres neues Landes (in den USA halt der unbändige „Freiheitsgeist“) zu schätzen ebenso lernen wie seine Sprache. Dies schweißt auch ungemein zusammen. Ebenso wie die Religionszugehörigkeit oder die Liebe zum gleichen Fußballklub und vieles mehr.

Sobald es ganz klar unterschiedliche Kulturen/Rassen/Ethnien von einer gewissen Grösse gibt, werden diese sich feindlich gegenüberstehen und bekämpfen, weil diese Unterschiede politisch ausgeschlachtet werden und ein Grossteil der Bürger dann plötzlich nur noch stammesmässig, nicht mehr politisch wählt.

Also eine grössere „Diversität“ führt automatisch zu anti-liberaler Politik, da liberale Politiker da gar keine Chance mehr haben, mit guten Argumenten zu punkten – ausser es bildet sich wieder eine dominante Gruppe heraus, aus der dann die meisten Politiker stammen.

Das ist eine sehr fatalistische Einstellung. Hier wird behauptet, es sei unausweichlich, dass Menschen unterschiedlicher Hautfarbe/Kultur/Ethnie einander feindlich gegenüberstehen müssen und entsprechend gruppenbezogen auch noch wählen. Ich bestreite dies. Menschen haben einen freien Willen, sie müssen nicht tribalistisch und somit kollektivistisch denken. Es ist wahr, dass tribalistisches Denken viele Probleme auf dieser Welt verursacht bis hin zu Kriegen und Genoziden, aber niemand muss tribalistisch denken. Menschen unterschiedlichster Herkunft können lernen individuelle Grundfreiheiten und -rechte zu schätzen und Prinzipien über kleinkarierte Sonderinteressen zu stellen. Das war jahrzentelang in den USA der Fall. Hingegen Nazideutschland trotz sehr homogener Bevölkerung in die Barbarei abdriftete.

Wie freiheits- und menschenrechtsliebend ein Land ist, hängt mit der Einstellung der dort lebenden Menschen zusammen. Jeder Mensch KANN vom Liberalismus überzeugt werden. Eine multikulturelle Gesellschaft kann natürlich nur funktionieren, wenn gleiche Rechten und Pflichten für alle gelten, es insofern einen starken „farbblinden“ Rechtsstaat gibt. „Diversität“ ermöglicht gerade Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur oder Religion sich zu begegnen und sich auszutauschen. Sich kennenzulernen. Vorurteile abzubauen. Sogar Freundschaften zu schliessen. Ja, sich sogar zu vermählen und Kinder zu haben. Und die „Ethnien zu vermischen“. (Was man ja übrigens gerade begrüssen müsste, wenn man glaubt, unterschiedliche Ethnien würden sich „bekriegen“.)

Mitnichten würde eine nach Rasse oder Kultur geschlossene Gesellschaft unbedingt liberalere Politik machen (können) als eine offene. Oder wie sehen unsere Leser das?

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Februar 2, 2013 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Offene Gesellschaft, Pluralismus | , , , , , , , , ,

19 Kommentare »

  1. „Zunächst einmal mag ich den Begriff “Rasse” nicht“

    Wegen der historischen Gegebenheiten ist dieses Konzept seit jeher schwer belastet. Man möchte es eigentlich nicht wahrhaben, dass es mehr als oberflächliche Unterschiede zwischen Menschen geben soll. Aber das führt auch wieder in eine ideologische Sackgasse.

    So hat die medizinische Forschung in den letzten Jahren dazu geführt, dass man sich wissenschaftlich mit zum Teil erheblichen genetischen Unterschieden zwischen Menschengruppen befassen muss. So ist die Wirkung von gewissen Medikamenten bei Schwarzen und Weissen ganz verschieden.

    Schwarze haben ein viel höheres Herzinfarkt Risiko als Weisse und Asiaten und Medikamente, die für Weisse entwickelt wurden, wirken nicht oder nur wenig. Man muss also spezifische Medikamente für Schwarze entwickeln, was über Jahre nicht getan wurde, weil das „rassistisch“ war – also man liess es zu, dass man Schwarze nicht effizient behandelte, um nicht zugeben zu müssen, dass es genetisch bedingte Organunterschiede zwischen Menschengruppen gibt.

    Was ironischerweise das berühmte Bild mit den 3 Herzen von Benetton widerlegt – etwas genauer betrachtet sind Herzen von Schwarzen, Weissen und Asiaten tatsächlich verschieden, auch wenn man das nicht sieht.

    Eine Studie in Kanada hat festgestellt, dass sich Menschen spontan der Gruppe zuordnen, mit der sie genetisch die meisten Merkmale teilen, auch wenn viele dieser Merkmale nicht offensichtlich sind. Noch viel frappanter war die Feststellung, dass schon Kleinkinder solche Merkmale unterscheiden:

    http://www.thedailybeast.com/newsweek/2009/09/04/see-baby-discriminate.html

    Genetische Distanz ist nun mal keine Illusion. Das fängt bei der Familie an. Auch wer absolut kein Rassist ist, gesellt sich halt eher mit Leuten, die ihm ähnlich sind. So fand Thomas Sowell, dass sich auch ohne äusseren Druck immer schnell „Communities“ bilden, die auf Herkunft, Kultur und, nun ja, „Rasse“ basieren. Auch im angeblichen „melting pot“ USA, wo die spontane Segregation sogar sehr stark ausgebildet ist.

    NB: Die USA waren sehr erfolgreich, aber historisch gesehen auch ganz klar von Weissen dominiert, was sich erst jetzt ändert – und wie sich das dann längerfristig auswirkt, ist noch lange nicht geklärt. Wir sehen aber jetzt schon, dass sich vor allem der Verteilungskampf zwischen Gruppen verstärkt hat, was dem Erfolg des Landes wahrscheinlich nicht zuträglich ist. Unter Obama hat sich der Rassismus verstärkt, nicht verringert.

    Dies sogar im virtuellen Raum, wo man sich oft gar nicht persönlich trifft. So sind heute die meisten MySpace Mitglieder schwarz. Orkut hat besonders in Brasilien, Indien und Pakistan gepunktet. FB war (und ist im Moment noch) hauptsächlich weiss. Also ist sind auch die Ausdrucksformen und Affinitäten meist sehr verschieden.

    „Für mich gibt es nur Menschen unterschiedlicher Hautfarbe“

    Das erstaunliche ist, dass die Hautfarbe ein totales Sekundarmerkmal ist, welches sich sehr schnell ändern kann. So gibt es dunkelhäutige Menschen in Afrika, Asien, Australien und den Amerikas, die genetisch total verschieden sind.

    In dem Sinne haben ideologische anti-Rassisten eigentlich – ungewollt – recht, wenn sie bei Klagen über Einwanderer aus dem Balkan von „Rassismus“ sprechen, obwohl diese Einwanderer meist weisse Mitteleuropäer sind. Verhaltensformen können (müssen aber nicht) genetisch begründet sein. Bedingt Kultur das Verhalten oder bedingen Gene die Kultur? Und in wie weit verstärkt das eine das andere?

    Also müssen wir wohl oder über zugeben, dass es „Rassen“ gibt, im Sinne von Menschengruppen mit vielen spezifischen (d.h. nicht universellen) Merkmalen, die sich auch in medizinischen Frangen, im Verhalten und in ihren Fähigkeiten unterscheiden.

    Das ist ja an sich auch kein Problem, eher ein Vorteil. Biologische Diversität wird ja gepriesen, soll es aber unter Menschen nicht geben? Das ist typische kognitive Dissonanz.

    Probleme gibt es ja nur, wenn diese Unterschiede zu politischen Konsequenzen führen, wobei die unerwünschten Folgen alles, was „rassistisch“ begründet ist, von der Apartheid bis zur „positiven“ Diskriminierung, einschliesst. Wo auch immer Gruppenzugehörigkeit zu politischen Vor- oder Nachteilen führt, ist dies unmoralisch, aber offensichtlich auch unvermeidbar, da es keine Gesellschaft mit grossen Gruppen, die sich genetisch oder kulturell stark unterscheiden, gibt, wo es nicht auch zu Verteilungskämpfen unter diesen Gruppen kommt.

    Das ist absolut nicht neu. Die massivsten „Rassen“-Kriege gab es seit jeher in Afrika. Der Kampf unter schwarzen Stämmen ist seit jeher viel brutaler, als der Krieg zwischen Schwarzen und Weissen. In Indien haben sich verschiedene Gruppen gar in Kasten getrennt, die sich praktisch nicht überschneiden.

    Indien belegt auch, dass selbst nach Jahrhunderten von enger Co-Existenz solche Gruppenkonflikte (also z.B. zwischen Muslimen und Hindus) nicht verringern, sondern sogar immer wieder heftig aufflammen, was dann das Wohlergehen aller Einwohner permanent schädigt.

    Ich denke, dass Diversität in der Tat gut ist, aber zusammen mit einer dominanten, recht homogenen Kultur.

    Europa kann genau so von einem gewissen Mass Einwanderung aus der ganzen Welt profitieren, wie Afrika von Europäern und Asiaten profitiert. Wo diese mit Gewalt ausgeschlossen werden – wie in Zimbabwe und Südafrika – oder wo Immigration vom Staat gefördert wird, wie in der EU, führt das direkt in den Abgrund.

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 3, 2013

  2. @Stefan Metzeler: Also dass es biologische Unterschiede zwischen Weißen und Schwarzen gibt, stört mich nicht. Natürlich gibt es die. Mich stört nur der vorbelastete Begriff „Rasse“. Und auch die Idee, dass diese Unterschiede ausreichen sollen um von zwei verschiedenen „Wesen“ zu reden (die m.E. in dem Begriff „Rassen“ enthalten ist). Wir alle sind menschliche Wesen. Dass es aufgrund dieser Unterschiede andere Medikamente braucht, mag gut sein, dann muss man halt verschiedene Medikamente entwickeln. Das aus ideologischen Gründen nicht zu tun wäre in der Tat bescheuert. Ein Wissenschaftler sollte stets der Realität und ihren Anforderungen verpflichtet sein, keiner politisch korrekten Ideologie.

    Auch wer absolut kein Rassist ist, gesellt sich halt eher mit Leuten, die ihm ähnlich sind.

    Natürlich gesellt man sich zu Leuten, die einem ähnlich sind. Mit denen man etwas gemeinsam hat. Das können gleiche politische Ansichten sein, der gleiche Musikgeschmack, gleiche Hobbies allgemein, die gleiche Sprache (auch eine Sache der Bequemlichkeit, man kann sich so einfacher austauschen), die gleiche Herkunft (weil man sich dann über die alte Heimat austauschen kann oder kulturelle Traditionen pflegen) usw. Das streite ich nicht ab.

    Verteilungskämpfe sind natürlich nie gut, sind aber auch irgendwie untrennbar mit dem Sozialstaat verbunden, aber bist Du davon wirklich überzeugt:

    Unter Obama hat sich der Rassismus verstärkt, nicht verringert.

    Wie kommst Du denn darauf und wessen Schuld ist das wohl?

    Verhalten hat sicher viel mit Sozialisierung zu tun bzw. dem soziokulturellen Milieu wo man eben aufgewachsen ist. Und viele Konflikte wie bspw. der in Ruanda waren eher „Klassenkriege“ als „Rassenkriege“.

    Vor allem aber ist es eine Mentalitätsfrage. Viele Muslime und Hindus denken eben sehr kollektivistisch.

    Kommentar von CK | Februar 4, 2013

  3. Ja, ein anderer Ausdruck als „Rasse“ wäre viel besser. Sprechen wir vom Phenotyp, ein unbelastetes Wort.

    „Das können gleiche politische Ansichten sein“

    Tja, in der Tat!

    Mir ist es wohler unter Menschen, die mir äusserlich überhaupt nicht ähnlich sind, die aber gleich denken, als unter weissen Europäern, die z.B. sozialistisch denken. Das steht ausser Frage.

    Aber das muss man ja erst entdecken, das ist am Phenotyp nicht ersichtlich. Genetisch gesehen suchen wir halt schon nach dem Phenotyp aus, wobei ca. 5% jeder Gruppe absichtlich ausserhalb der eigenen Gruppe nach einem Partner suchen. Das gehört zur genetischen Diversifizierung.

    Das war auch der Grund, warum Inselvölker im Pazifik einem fremden Besucher ihre Frauen anboten. Die hatten nur ein ganz kleines, genetisches Reservoir und da war die Gefahr genetischer Schäden durch Inzucht enorm gross. Also brauchten sie unbedingt frische Gene. Kulturelle Verhaltensformen lassen sich durchaus zu einem gewissen Grad genetisch erklären.

    „Unter Obama hat sich der Rassismus verstärkt, nicht verringert.“
    „Wie kommst Du denn darauf“

    Das entspricht den offiziellen statistischen Erhebungen betreffs Klagen wegen Rassissmus und krimineller Taten mit rassisstischem Unterton. Die haben stark zugenommen, unter Obama.

    „und wessen Schuld ist das wohl?“

    Die kann man ganz klar Obama zuschieben!

    „Verhalten hat sicher viel mit Sozialisierung zu tun“

    Niemand weiss, wieviel Verhalten genetisch vererbt und wieviel gelernt ist. Aber der genetische Anteil ist viel grösser, als früher angenommen. Es gibt nun sogar den konkreten Beweis, dass sich gelerntes Verhalten epigenetisch übertragen kann, cf. Studie der ETH Lausanne, welche beweisen konnte, dass Mäuse, die ihren Vater nie gesehen hatte, agressives Verhalten aufwiesen, das auf des Vater’s Lernerfahrung beruhte.

    „in Ruanda waren eher “Klassenkriege” als “Rassenkriege”“

    Die sind nicht unabhängig. Die Phenotypen, denen die Hutus und Tutsi angehören, sind in Afrika weit verbreitet. Die Tutsi waren schon immer – lange bevor Europäer auftauchten – überall an der Macht, obwohl sie zahlenmässig immer weit unterlegen waren.

    Prof.Rothbard erwähnt dies in einem Artikel und kommt zur einfachen und offenischtlichen Schlussfolgerung, dass wenn dieses Verhältnis in verschiedenen Orten und über lange Zeit besteht, die Tutsi offensichtlich eine etwas höhere Intelligenz haben, was es ihnen erlaubte, die Hutus zu dominieren. Das ist wieder mal eine politisch vollkommen inkorrekte, aber unvermeidliche Schlussfolgerung. Jedenfalls war die Klasse ganz klar von der Rasse abhängig, auch wenn das für uns überhaupt nicht ersichtlich ist.

    Stellt sich die Frage, warum eine Gruppe eine andere nur durch höhere Intelligenz dominieren kann. Nun offensichtlich weil es für beide Gruppen von Vorteil ist – jedenfalls solange die Gruppe, die an der Macht ist, sich fair verhält. Offensichtlich wird sich dieses Gleichgewicht mit der Zeit verschieben, da die Mitglieder einer Gruppe, die über Generationen an der Macht bleibt, arrogant werden.

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  4. Genetisch gesehen suchen wir halt schon nach dem Phenotyp aus, wobei ca. 5% jeder Gruppe absichtlich ausserhalb der eigenen Gruppe nach einem Partner suchen. Das gehört zur genetischen Diversifizierung.

    Als Jugendlicher stand ich immer auf Blondinen, heute ist mir die Haar- und Augenfarbe eher egal. Mir ist aber aufgefallen, dass ich Asiatinnen oft sehr hübsch finde, Afrikanerinnen hingegen weniger. Wobei es doch immer wieder Ausnahmen gibt, die ich dann doch sehr schön finde.

    Gehöre ich nun bereits zu den 5%? 😉

    Das entspricht den offiziellen statistischen Erhebungen betreffs Klagen wegen Rassissmus und krimineller Taten mit rassisstischem Unterton. Die haben stark zugenommen, unter Obama.

    Naja bei Statistiken muss man immer vorsichtig sein. Was genau wurde wie erhoben?

    Die kann man ganz klar Obama zuschieben!

    Hmmm, das erinnert mich an die analoge Argumentation vieler Linken, die Gesellschaft sei an kriminellem Verhalten schuld. Wenn jemand ein Verbrechen begeht, ist immer noch derjenige selber schuld. Es gibt sicher genug an Obama zu kritisieren, aber wenn man ihm die Schuld gibt für etwas, was andere ihm selber völlig unbekannte Menschen anstellen, finde ich das schon sehr „biased“. Man muss Obama ja nicht mögen genauso wenig wie man einen Asselborn (Luxemburgs Aussenminister) mögen muss, aber fair sollte man schon bleiben.

    Es gibt nun sogar den konkreten Beweis, dass sich gelerntes Verhalten epigenetisch übertragen kann, cf. Studie der ETH Lausanne, welche beweisen konnte, dass Mäuse, die ihren Vater nie gesehen hatte, agressives Verhalten aufwiesen, das auf des Vater’s Lernerfahrung beruhte.

    Interessant. Bedeutet das, dass Lamarck nunmehr einen späten Sieg über Darwin einfährt?

    die Tutsi offensichtlich eine etwas höhere Intelligenz haben, was es ihnen erlaubte, die Hutus zu dominieren.

    Man muss aufpassen was mit „dominieren“ gemeint ist. Niemand darf einen anderen Menschen unterdrücken/seine Rechte verletzen, nur weil er „intelligenter“ ist. Das ist ein Verbrechen!

    Dass ein intelligenterer Mensch aber hierachisch (eben in einer freien Marktwirtschaft) über dem Anderen angesiedelt ist, stört mich jedoch keineswegs, denn- wie ja gerade in Ayn Rands „Atlas Shrugged“ schön erklärt- wird, profitieren von diesem Verhältnis beide, gerade auch der unten Angesiedelte, der den Führungsposten nicht so gut oder sogar gar nicht hätte ausüben können. (Allerdings ist Afrika nun vielerorts nicht gerade eine Gegend, wo Freiheit großgeschrieben wird. Und man sollte die dort entstandenen Machtverhältnisse nicht unbedingt als „frei entstanden“ betrachten.)

    Kommentar von CK | Februar 12, 2013

  5. „Als Jugendlicher stand ich immer auf Blondinen“

    Da hast Du halt eher gemäss Phenotyp reagiert.

    „heute ist mir die Haar- und Augenfarbe eher egal“

    Man wird mit der Zeit weniger wählerisch. Wofür man sich letztlich interessiert, hängt natürlich vom „Angebot“ ab.

    „Mir ist aber aufgefallen, dass ich Asiatinnen oft sehr hübsch finde“

    Europäer und Asiaten sind genetisch gar nicht weit enfernt. Letztlich entscheiden ja immer die Frauen und das erstaunliche ist, dass zwar die meisten Frauen überwiegend Männer des eigenen Phenotyps bevorzugen, aber Asiatische Frauen gegenüber Asiaten und weissen Männern indifferent sind, d.h. man kann keine Präferenz feststellen.

    „Afrikanerinnen hingegen weniger. Wobei es doch immer wieder Ausnahmen gibt, die ich dann doch sehr schön finde“.

    Das geht mir genau so.

    „Gehöre ich nun bereits zu den 5%?“

    Nein, die 5% suchen aktiv nach anderen Phenotypen, Du würdest die nur opportunistisch akzeptieren, aber Du versuchst nicht, Deinem eigenen Phenotyp aktiv auszuweichen.

    „Naja bei Statistiken muss man immer vorsichtig sein“

    Warum? Das sind die offiziellen Statistiken des FBI. Die werden jedes Jahr gleich erhoben. Wenn die unter Obama gefälscht werden, dann eher im gegenteiligen Sinn.

    „die Gesellschaft sei an kriminellem Verhalten schuld“

    Darum geht es überhaupt nicht! Schwarze wissen einfach, dass sie unter Obama viel weniger zu fürchten haben.

    So haben Black Panthers in Philadelphia weissen Wählern mit Gewaltandrohung den Zugang zu Wahllokalen versperrt. Die entsprechenden Klagen wurden dann prompt vom Justizdepartement fallengelassen, was ein klares Signal war: solches Verhalten wird unter Obama toleriert!

    http://en.wikipedia.org/wiki/New_Black_Panther_Party_voter_intimidation_case

    und die Neuauflage:

    http://blogs.phillymag.com/the_philly_post/2012/11/06/black-panther-philadelphia-polling-place-201/

    Obama Wähler trauen sich sogar, ganz offen zuzugeben, dass sie Wahlbetrug begangen haben:

    http://www.inquisitr.com/516916/ohio-woman-admits-to-voting-twice-denies-committing-vote-fraud-video/

    Das ist eine FELONY, ein Schwerverbrechen. Aber sie wird nicht verfolgt. Eine andere Frau gab zu, 5 mal gestimmt zu haben und fühlt sich dabei vollkommen im Recht. Unter Obama verkommt der Rechtsstaat zur Bananenrepublik!

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  6. „Interessant. Bedeutet das, dass Lamarck nunmehr einen späten Sieg über Darwin einfährt?“

    Aua 😛

    Genetik ist extrem komplex, aber Lamarck lag doch völlig falsch:

    Epigenetik besteht darin, dass vorhandene Gene aktiviert oder deaktiviert werden! Also das genetische Merkmal ist schon präsent, die Umgebung beeinflusst dann, welche Gene aktiv sind. Das erstaunliche ist, dass die Epigenetische Aktivierung oder Deaktivierung an die nächste Generation weitergegeben werden kann!

    Das ist etwas ganz anderes als die Auswahl von effizienten Genen, die dann im Genom verankert werden.

    „Man muss aufpassen was mit “dominieren” gemeint ist. Niemand darf einen anderen Menschen unterdrücken/seine Rechte verletzen, nur weil er “intelligenter” ist. Das ist ein Verbrechen!“

    Das ist eine moralische Wertung, aber darum geht es nicht. Dominant schliesst nicht automatisch Gewalt ein. Es heisst einfach, dass eine Person auf das Verhalten eines oder mehrer anderer Menschen gewichtigen Einfluss hat – auf freiwilliger oder unfreiwilliger Basis. Das hast Du ja selber sehr gut erfasst.

    „Allerdings ist Afrika nun vielerorts nicht gerade eine Gegend, wo Freiheit großgeschrieben wird. Und man sollte die dort entstandenen Machtverhältnisse nicht unbedingt als “frei entstanden” betrachten“

    Das ist ja das Problem!

    In Afrika sind die IQ unterschiede enorm. Die Zahl der hohen IQs ist relativ gering und die sind dann sehr dominant, bis zur Diktatur! Das war schon immer so – im Afrikanischen Tribalismus gilt „winner takes all“. Ein „König“ konnte ohne weiteres 100 Frauen haben. Die schwachen Männer gingen leer aus, blieben ohne Familie … und hatten daher auch keinen Grund, eine Leistung zu erbringen. Ihre Hauptaktivität bestand darin, sich zu bekämpfen um Zugang zu Frauen zu erhalten.

    Die intelligenteren Männer führten dann als „Magier“ oder sie führten ganze Gruppen im Krieg als Strategen und wurden von allen anderen respektiert, auch wenn sie nicht individuell stärker waren.

    Die Frauen mussten – und müssen – fast die ganze Wirtschaftsleistung erbringen.

    Unter diesen Umständen war es meist extrem schwer, zu einer besseren Organisation zu finden, was auf den heutigen Tag so geblieben ist, cf. Südafrika!

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  7. Moment, ich muss noch erklären, warum ich Südafrika als extremes Beispiel erwähne:

    Weil es das modernste Land in Afrika ist, mit einer hochentwickelten Wirtschaft, unendlichen Rohstoffen, Gold, Diamanten usw.

    Aber seit die ANC die Macht übernommen hat, sind sie wieder am selben Punkt angelangt – Tribalismus!

    Die neuen Herrscher sind die alten tribalen Könige. Es herrscht reiner Nepotismus. Eine kleine Elite eignet sich all den Reichtum an. Der Präsident ist polygam – hat 4 Frauen – und vergewaltigte eine Nichte, wurde aber dennoch wiedergewählt. Das zeugt leider nicht von viel Intelligenz bei den Wählern, eher von Unterwerfung unter traditionnelle Herrschaftsstrukturen.

    Deswegen ist Südafrika heute in freiem Fall und wird wohl wirtschaftlich innert kurzem von Nigeria überholt.

    Das erschütternde ist, dass sie ein funktionierendes System mit enormem Reichtum innert 1 Generation heruntergewirtschaftet haben.

    Das „winner takes all“ statt „Güter werden über freiwillige Kooperation geschaffen und verteilt“ ist halt katastrophal schlecht.

    Deshalb ist es auch so erschreckend zu sehen, dass Obama von 98%, dann immerhin noch von 96% aller Schwarzen gewählt wurde. Also wurden die alten Verhaltensmuster in die USA übertragen.

    NB: Obama’s Vater kam von einem Stamm, der zum Phenotyp der Tutsi gehört!

    Er hat als Senator einem Cousin – einem radikalen Islamisten – in Kenya geholfen, an die Macht zu kommen. Dieser wurde zwar nicht direkt gewählt, konnte aber durch putschähnliche Gewalt in die Regierung gelangen, cf. die extreme Gewalt während den Wahlen in Kenya, wo tausende von Menschen getötet wurden!

    Dass Obama ihm geholfen hat ist kein Gerücht, es gibt etliche Videos wo er neben seinem Cousin Reden hält. Dass er sich als Senator in die Politik eines anderen Landes einmischt, hatte damals auch viel Tinte fliessen lassen.

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  8. @Stefan Metzeler: Dass Wähler auf dem Weg in ihr Wahllokal bedroht werden, ist unglaublich. Wieso hat die Polizei nicht direkt etwas dagegen unternommen? Auch verstehe ich nicht wie Leute mehrmals wählen gehen könnten. Um genau solche Dinge zu verhindern, sind Wahlhelfer doch da! Wie kann sowas nur möglich sein, gerade in den USA, dem Vorreiter der freien Welt?

    Sowas wäre in Luxemburg undenkbar, in der Schweiz sicher auch.

    Das ist etwas ganz anderes als die Auswahl von effizienten Genen, die dann im Genom verankert werden.

    Richtig. Hier ist mir ein grandioses Missverständnis unterlaufen, was aber dem ersten Googeln nach nicht so unhäufig vorkommt:
    http://www.genomicron.evolverzone.com/2009/03/lamarck-didnt-say-it-darwin-did/

    Du hast recht, dass die meisten Probleme Afrikas wohl hausgemacht sind, aber bist Du doch nicht viel zu pessimistisch was diesen Kontinent angeht? Manche demokratischen Länder wie eben Südafrika oder Namibia geben doch aber Anlass zur (bescheidenen?) Hoffnung.

    seit die ANC die Macht übernommen hat, sind sie wieder am selben Punkt angelangt – Tribalismus!

    Die Spaltungspolitik von Mbeki und nun Zuma tut Südafrika sicher nicht gut. Es wäre besser gewesen, Mandela wäre noch länger Präsident geblieben. Aber das Problem ist doch- ich hab zufällig mit einem Freund letztens noch drüber geredet- dass- ohne diese Politiker in Schutz nehmen zu wollen- sie leider auch nie ein Beispiel für „Good Governance“ hatten. Jedenfalls nicht in ihrem eigenen Land. Sie mussten jahrzentelang zuschauen wie die Weissen sich alles unter den Nagel gerissen haben und nun tun sie es halt genauso. Jedenfalls soweit das System es zulässt.

    Natürlich sind die Leistungen des ANC absolut unzufriedenstellend, vor allem was die Bekämpfung der Armut angeht. Nicht zu schweigen von unsinniger Wirtschaftspolitik wie den Quoten (gegen Weisse). Helen Suzman, die ja jahrzentelang gegen die Apartheid gekämpft hat, war ja auch Ende ihres Lebens mehr als frustriert. Dennoch würde ich Südafrika nicht so schnell abschreiben wie Du es anscheinend bereits tust.

    Deshalb ist es auch so erschreckend zu sehen, dass Obama von 98%, dann immerhin noch von 96% aller Schwarzen gewählt wurde.

    In den USA gibt es nicht nur Weisse (Caucasians) und Schwarze, sondern auch Latinos, Natives und jede Menge „Mischlinge“ (wie Obama ja selber einer ist). Du kannst das also nicht so einfach „schwarz“ und „weiss“ sehen. Obamas Wiederwahl liegt aber sowieso an mehreren Faktoren, nicht zuletzt auch daran, dass Romney kein toller Gegenkandidat war. Die Republican Party versteht es einfach nicht (nicht mehr ?) auch genug Frauen, Homosexuelle und eben in der Tat auch Andersfarbige für sich zu gewinnen.

    Kommentar von CK | Februar 12, 2013

  9. Du denkst, ich sei zu pessimistisch betreffs Südafrika? Dann kam ich nicht wirklich gut rüber: ich denke, dass sich eine totale Katastrophe und eine Tragödie sondergleichen anbahnt!

    Die umgekehrte Apartheid haben sie schon heute, aber das scheint niemanden zu stören. Gib mal auf YouTube „South Africa reverse Apartheid“ ein und schau Dir ein paar der Videos an.

    Aber es kommt noch viel schlimmer:

    http://www.genocidewatch.org/southafrica.html

    Die Lage wird als „Vorbereitung eines Demozids“ gewertet und Zuma steht voll dahinter.

    Wäre Mandela besser gewesen? Keine Spur! Der Mann hat seinen Heiligenschein keinesfalls verdient! Er war wirklich ein Terrorist und ein Maxist-Leninist, der alles, was jetzt falsch läuft, vorgespurt hat. Seine ANC hat das Leben von mehr Schwarzen auf dem Gewissen, als die Apartheid Regierung.

    Obwohl die Apartheid höchst unmoralisch war, war die damalige Regierung allem anderen, was es in Afrika so gibt, bei weiterm überlegen und hat auch den Schwarzen eine ansehlichen Wohlstand beschert. Der grossen Mehrheit der Schwarzen ging es damals viel besser:

    Heute bereichert sich eine kleine Elite von Schwarzen auf unverschämte Weise und erbringt dabei nicht mal irgendwelche Leistungen:

    http://www.rappler.com/world/3873-zuma,-mandela-family-assets-seized-in-mining-bankruptcy

    „Authorities seized assets of a nephew of President Jacob Zuma to cover debts to a security company that guarded now-liquidated gold mines he co-owned with a grandson of Nelson Mandela, a newspaper reported Sunday.

    The pair’s mining company, Aurora Empowerment Systems, is accused of running two gold mines into the ground and causing more than 5,300 workers to lose their jobs.“

    Die Formulierung finde ich ja unschlagbar: „running a gold mine into the ground“. Wie schafft man das überhaupt, eine produktive Goldmine in den Bankrott zu treiben? Da braucht es nicht nur Inkompetenz, sonder erhebliche kriminelle Energie.

    Und hop, dank dem Enkel von Mandela (!) und dem Neffen von Zuma (thick like thieves) haben 5’300 Arbeiter keinen Job mehr. So macht die neue Elite das Land kaputt. Und das gab es eben unter der Apartheid nicht.

    Der Neffe von Zuma erschien nicht vor Gericht, mit der Ausrede, er sei „zu dick“ um ausser Haus zu gehen:

    http://www.economist.com/node/21541845?fsrc=scn/fb/wl/ar/southafricafat

    Leider ist dick sein immer noch ein Symbol für Reichtum und Erfolg in Afrika :/

    Die Kriminalität ist auch explodiert. Heute wird ja jede 3. Frau in Südafrika vergewaltigt, wenn nicht mehr. Und wirklich brutal:

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2277543/The-gang-rape-horrified-South-Africa-Girl-17-mutilated-death-dumped-building-site.html

    Das wirklich Erschrekende ist, dass heute gar niemand mehr hinschaut. Zu Zeiten der Apartheid hätte das Folgende zu weltweiten Protesten geführt:

    http://www.aljazeera.com/news/africa/2012/08/201281754353971991.html

    Heute ist es eine Fussnote in den Nachrichten, obwohl es mit den schlimmsten Blutvergiessen unter der Apartheid rivalisiert.

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  10. „Dass Wähler auf dem Weg in ihr Wahllokal bedroht werden, ist unglaublich. Wieso hat die Polizei nicht direkt etwas dagegen unternommen?“

    Gute Frage!

    „Auch verstehe ich nicht wie Leute mehrmals wählen gehen könnten“

    Weil sie sich nicht identifizieren müssen! So können auch hundertausende illegale Immigranten wählen. z.B. in Arizona und Nevada haben Gewerkschaften Mexicanische „Illegale“ sogar dazu gezwungen, abzustimmen – was viele nicht wollten, aus Angst, verfolgt zu werden.

    In gewissen Regionen kam Obama auf 140% der Stimmen der Einwohner, aber absolut NICHTS geschah, um dem Betrug auf die Schliche zu kommen.

    „Um genau solche Dinge zu verhindern, sind Wahlhelfer doch da!“

    Tja, ausser die Wahlhelfer sind ganz auf der Seite einer Partei. In den USA steht es nun nicht mehr besser als in Russland. Obama hat Putin wahrscheinlich betreffs Wahlbetrug überrundet.

    „Wie kann sowas nur möglich sein, gerade in den USA, dem Vorreiter der freien Welt?“

    Tja, die Realität ist halt nicht so, wie wir uns das vorstellen…

    Die Republikaner wollten schon lange, dass sich Wähler identifizieren müssen, z.B. mit einem Führerausweis. Das wurde immer von den Demokraten torpediert, die sagten, das sei „unfair“, da „Schwarze keine Autos fahren“ (…) und somit keinen Führerschein hätten…

    Aber bei der „National Convention“ der Demokraten liessen sie nur geladen Gäste rein. Wer keine Ausweispapiere hatte, der wurde abgewiesen.

    Konsistent, halt…

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  11. Korrektur: ich meinte natürlich „auf BIS ZU 140% der Stimmen“, also extrem hohe Zahlen, mehrfach über 100%!

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 12, 2013

  12. @Stefan Metzeler: Der Unterschied zwischen dem heutigen Südafrika und dem Apartheidsregime ist ganz einfach, dass letzteres systematisch die Schwarzen unterdrückt und Rassentrennung mit staatlicher Gewalt durchgesetzt hat, ergo einem INSTITUTIONALISIERTEN Rassismus huldigte. Die von Dir angeprangerten Taten gegen Weiße werden hingegen von Privatleuten begangen. Daher halte ich es für absolut falsch von einer „umgekehrten Apartheid“ zu sprechen. Man muss dem Staat natürlich vorwerfen zu wenig gegen die hohe Kriminalität und die vielen Gewalttaten, gerade auch gegen Frauen, zu tun, aber- wie Du ja selber zugibst- leiden darunter nicht nur Weisse, sondern auch viele Schwarze. Die Quoten sind natürlich sozialdemokratischer Unsinn, darüber brauchen wir nicht reden. M.E. ist der dadurch verursachte (weiße) Braindrain mehr als bedauerlich für Südafrika.

    Zuma ist nicht gerade ein Vorzeigepolitiker, aber er hat sich öffentlich immer gegen Gewalt ausgesprochen, Mandela sowieso. Mandela war auch kein Marxist, sondern ein gewöhnlicher Sozialdemokrat. M.E. hat er zwar viel Unsinn zur Aussenpolitik, insbes. zu den USA und Israel, von sich gegeben, aber das hindert mich nicht daran ihn fair und objektiv, somit recht differenziert, zu bewerten.

    Der ANC hat Gewalt angewendet, diese war aber zuvorderst Widerstand gegen die vorher initiierte Staatsgewalt. Als sich eine friedliche Lösung anbahnte, hat er dem bewaffneten Widerstand sofort abgeschworen, was ihn komplett von den uns heute bekannten Terroristen wie Hamas und Co. unterscheidet. Er hat natürlich mit Verbrechern wie Ghaddafi und Castro (zweck-)kooperiert, aber der Westen hat dafür im kalten Krieg mit Pinochet oder eben dem Apartheidregime (zweck-)kooperiert. Realpolitik halt auf allen Seiten.

    Hier wie da bereichern sich manche Menschen auf Kosten Anderer. Dem muss in der Tat Einhalt geboten werden durch vernünftige checks&balances.

    Dass die Kriminalität unter der Apartheid geringer gewesen sein soll, halte ich für ein Gerücht. Wen hat es denn damals interessiert wenn eine Frau in den Bantustans vergewaltigt wurde? Da gab es keine statistischen Erhebungen dazu. Ausserdem neigen Diktaturen immer dazu Statistiken zu verschönern, Demokratien zwar auch schonmal, aber in weit geringerem Ausmass.

    Zum Problem der fehlenden Ausweisfähigkeit in den USA: In dem Punkt habe ich schon immer massiv gerade den „Libertarians“ widersprochen. Jene lehnen immer wieder die Pflicht einen Ausweis und/oder Pass zu haben, ab. Ich denke, dass es eben gerade zu den elementaren Grundfunktionen eines Staates gehört, seine Bürger zu registrieren und von ihnen zu verlangen sich bei Wahlen auszuweisen um solche Unzulänglichkeiten wie in den verlinkten Videos zu verhindern.

    Mit dem verschwörungstheoretischen Unsinn, die Wahlhelfer seien mehrheitlich für Obama gewesen und hätten bewusst Wahlbetrug begangen, kann ich jedoch gar nichts anfangen.

    Damit ist für mich die Diskussion mal beendet. Danke aber fürs Gespräch!

    Kommentar von CK | Februar 13, 2013

  13. „Der Unterschied zwischen dem heutigen Südafrika und dem Apartheidsregime ist ganz einfach, dass letzteres systematisch die Schwarzen unterdrückt und Rassentrennung mit staatlicher Gewalt durchgesetzt hat“

    Der heutige Staat tut genau dasselbe!!!

    Wie kommst Du auf die Idee, dass das „von Privatleuten“ durchgesetzt werde?

    Es gibt ganz klare Gesetze, die eine Präferenz für Schwarze vorschreiben, z.B. für Jobs bei der Administration.

    Sodann diskriminiert der Staat, wenn er nichts gegen Mörder von Weissen tut – tatsächlich kommen die meisten Angreifer ungeschoren davon, weil z.B. bei weissen Farmern noch nicht mal die Untersuchung anläuft.

    „aber er hat sich öffentlich immer gegen Gewalt ausgesprochen“

    Zuma ruft aktiv zu solchen Morden auf. Er hat unter anderem öffentlich ein Lied gesungen, das zum Massenmord der Weissen aufruft.

    „Mandela war auch kein Marxist, sondern ein gewöhnlicher Sozialdemokrat.“

    Nein, er ist wirklich Marxist. Das könnte ich belegen, bin aber zeitlich knapp dran. Kannst Du ohne weiteres selber bestätigen.

    „Der ANC hat Gewalt angewendet, diese war aber zuvorderst Widerstand gegen die vorher initiierte Staatsgewalt“

    Nein, das stimmt absolut nicht. Die schlimmste Gewalt setzten sie gegen Schwarze ein, die sich der ANC nicht anschliessen wollten oder diese nicht finanziell unterstützten. Es war eine reine Mafia!

    Die übliche Methode, einen widerständischen Schwarzen zu behandeln, war, dass man ihm einen Reifen umhängte und diesen dann anzündete. Seine Frau Winnie hat das weiter praktiziert als Mandela selber im Gefängnis war. Da sie solcher Gräueltaten offen angeschuldigt wurde, hat sich Mandela kurzerhand von ihr scheiden lassen, aber er hatte genau dasselbe getan.

    „Dass die Kriminalität unter der Apartheid geringer gewesen sein soll, halte ich für ein Gerücht“

    Nein, das kann Dir jeder bestätigen, der in Südafrika vor der Wende gelebt hat. Davon kenne ich einige, z.B. 2 Taiwaner, die beide ca. 10-15 Jahre in Südafrike gelebt haben, dort zur Schule gingen usw. Ich habe sie in den USA bei DuPont kennengelernt und war dann bei ihrer Hochzeit in Belize. Die Frau war Tochter des Botschafters von Taiwan in Belize. Dort habe ich sehr viele Leute kennengelernt, die alle in Südafrika gelebt hatten. Sie sagten alle, es sei eines der schönsten Lànder der Welt. Kein einziger hat sich je über hohe Kriminalität beklagt.

    Sodann kenne ich auch Frances Kendell und Leon Louw sehr gut. Sie sind libertär und haben gegen die Apartheid gekämpft:

    http://www.fee.org/the_freeman/detail/book-review-after-apartheid-the-solution-for-south-africa-by-frances-kendall-and-leon-louw/#axzz2Km6Od0wV

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 13, 2013

  14. Der heutige Staat tut genau dasselbe!!!

    Es ist ja wohl ein Unterschied ob ein Staat die Bewegungsfreiheit einer „Rasse“ komplett einschränkt und Leute zusammenknüppeln lässt, bloß weil sie sich im falschen Bezirk ohne Erlaubnis aufhalten oder Menschen verbietet zu heiraten wen sie wollen (Rassengesetze wie es sie eben in Südafrika früher gab und die absolut vergleichbar mit den Nürnberger Schandgesetzen der Nazis waren) oder ob der Staat „nur“ unsinnige Quoten einführt (wie sie ja manche Politiker auch bei uns für Frauen einführen wollen). Vom Prinzip her ist natürlich ALL dies falsch und ich bin auch persönlich komplett gegen diesen Quark namens „affirmative action“, aber da besteht dennoch ein großer Unterschied.

    Was Anderes ist hingegen die brutale Gewalt gegen Weiße, das sind natürlich absolut furchtbare Verbrechen, aber die werden eben von Privatleuten begangen und nicht vom Staat.

    Es gibt ganz klare Gesetze, die eine Präferenz für Schwarze vorschreiben, z.B. für Jobs bei der Administration.

    Solche Gesetze gibt es auch an amerikanischen Universitäten betreffend Studienplatzvergabe und ich halte sie für absolut falsch. Dennoch setze ich sie nicht auf eine Stufe mit den „Jim Crow laws“. Schon allein deswegen nicht weil sie als Reaktion auf vorheriges Unrecht überhaupt erst entstanden sind.

    Sodann diskriminiert der Staat, wenn er nichts gegen Mörder von Weissen tut – tatsächlich kommen die meisten Angreifer ungeschoren davon, weil z.B. bei weissen Farmern noch nicht mal die Untersuchung anläuft.

    Ich finde das absolut falsch. Habe ich bereits geschrieben. Der Staat versagt generell in der Bekämpfung der Kriminalität und das muss man anprangern. Aber das ist noch was Anderes als wenn der Staat selber Leute zusammenknüppelt, enteignet oder umbringt.

    Zuma ruft aktiv zu solchen Morden auf. Er hat unter anderem öffentlich ein Lied gesungen, das zum Massenmord der Weissen aufruft.

    Falls das wahr sein sollte, wäre dies unentschuldbar. Ich habe jedoch persönlich andere Videos von ihm gesehen, aber es ist natürlich nie ausgeschlossen, dass jemand bewusst was Anderes vor laufenden westlichen Kameras sagt.

    Nein, er ist wirklich Marxist. Das könnte ich belegen, bin aber zeitlich knapp dran. Kannst Du ohne weiteres selber bestätigen.

    Ich werde das alles nach recherchieren was Du da über den ANC und Mandela behauptest. Keine Sorge.

    Nein, das kann Dir jeder bestätigen, der in Südafrika vor der Wende gelebt hat.

    Worauf ich hinauswollte: in den abgeschotteten reichen Teilen des Landes gab es wohl kaum Kriminalität. Aber in den Bantustans sah es sicher auch damals schon anders aus. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.

    Das Buch von Frances Kendell und Leon Louw klingt in der Tat sehr interessant.

    Kommentar von CK | Februar 13, 2013

  15. „Falls das wahr sein sollte, wäre dies unentschuldbar.“

    Es IST war!

    Warum glaubst Du hat Genocide Watch Südafrika als „in preparation of Genocide“ eingestuft? Natürlich weil Zuma und seine Anhänger sich so aufführen und wegen der massiven Menschenrechtsverletzungen, die denen unter der Apartheid eben in nichts nachstehen.

    Die „Privatpersonen“, die Weisse Farmer umbringen, sind genau so „privat“, wie die Banden in Zimbabwe, die weisse Farmer umbrachten und deren Güter der Staat dann den Bandenführern zusprach. ca. 100’000 Weisse wurden so in Zimbabwe enteignet und entweder umgebracht oder aus dem Land vertrieben.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2022014/Mugabes-land-seizures-white-farmers-cost-Zimbabwe-7bn.html#axzz2KiPUz0k6

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-133338/White-farmer-evicted-Zimbabwe.html#axzz2KiPUz0k6

    NB: Diese Weissen wohnten dort zum Teil seit 5 Generationen! Sie waren 100% Einwohner ihres Landes, mit denselben Rechten wie die Schwarzen – würde man meinen. Aber niemand hat auch nur mit der Wimper gezuckt, als sie enteignet, umgebracht oder ins Exil getrieben wurden. Man hört, das sei halt ok, weil Weisse früher dort böses getan hätten.

    „Afrika den Schwarzen“, aber wenn ein Europäer sagt „Europa den Weissen“, dann ist er automatisch ein Nazi. Also mit dieser moralischen Einbahnstrasse muss aufgeräumt werden! Entweder es ist für alle unmoralisch oder es ist für alle ok.

    „Aber in den Bantustans sah es sicher auch damals schon anders aus“

    In Regionen, wo Stammesrecht gilt, gab es niemals vergleichbare Gewalt, wie sie heute unter der ANC herrscht. Frauen wurden von ihrem Stamm geschützt, jedenfalls innerhalb ihrer Moralvorstellungen. Sie konnte sich ihren Ehemann wohl nicht aussuchen, aber sie musste auch nicht fürchten, von einer Horde von 10-15 Männern überfallen, vergewaltigt und erstochen zu werden, wie das eben geschah:

    http://www.thestar.com/news/world/2013/02/11/south_africa_gang_rape_a_symbol_of_nations_problem.html

    Schade auch, dass Du June Arunga aus Kenya nicht getroffen hast, als sie zur Konferenz in Gummersbach kam. Sie hatte wirklich hoch interessantes zu sagen. So erzählte sie, dass Gewalt in Kenya nicht abgeschafft würde, wenn man die Regierung ändert, sondern dass die Regierung Gewalt ausübt, weil das alle tun.

    So sein sie und ihre Geschwister regelmässig aufs schwerste von den Eltern verprügelt worden. Ihr Bruder sei total traumatisiert worden. Sie habe dann übers Internet eine informelle Umfrage in anderen schwarzafrikanischen Ländern gemacht und habe von überall etwa dasselbe gehört: Gewalt gehört zur Tagesordnung, auch innerhalb der Familie.

    In ihrem Dokumentarfilm „The Devil’s Footpath“, von der BBC gemacht (unbedingt anschauen!) zeigt sie 2 Männer, die von einer Hexe/Zauberin mit Hühnerblut besprüht werden. Sie fragt diese „Hexe“ dann, ob ihr bewusst sei, dass diese Männer einfach an AIDS leiden, worauf sie antwortet: „Ja natürlich, aber wenn ich ihnen das sage, dann bringen sie mich um. Ich nehme lieber ihr Geld für die Magie“.

    http://www.thestar.com/news/world/2013/02/11/south_africa_gang_rape_a_symbol_of_nations_problem.html

    Sie besucht dann am Ende des Films Südafrika – das war so vor 15 Jahren und damals waren dort alle noch sehr optimistisch. Sie war schwer beeindruckt von den Goldmienen und einer Pop Gruppe, die in Afrika sehr berühmt war. Sie traf auch Monseigneur Tutu, der eine goldene Rolex trug und furchtbar mit ihr geflirtet hat (sie ist eine sehr hübsche Frau).

    Sie stellt sich dann die Frage, ob eine junge, gebildete Person in Afrika bleiben oder emigrieren solle. Ihre eigene Wahl war klar: sie ging nach England und machte dort ihr Studium – und sie wird sicher nicht nach Afrika zurückziehen. Während den Unruhen in Kenya (cf. Obama’s Cousin) war ihre Hauptsorge, Familienmitglieder nach Europa zu bringen.

    „Das Buch von Frances Kendell und Leon Louw klingt in der Tat sehr interessant.“

    Fantastisch. Wurde dann aber leider nicht so umgesetzt, wie sie sich das gewünscht hätten. Die ANC hörte gar nicht mehr hin, nachdem sie an die Macht kamen.

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 13, 2013

  16. Ah, verflixt, ich habe 2x den Link zum Gang Rape copiert. Der 2. sollte eigentlich der hier sein:

    http://www.livescience.com/8515-belief-witchcraft-widespread-africa.html

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 13, 2013

  17. Nun die wirklich schwierige Frage: können und sollen Europäer, Amerikaner und Asiaten sich da einmischen? Was bringt es?

    Wir haben uns in Südafrika eingemischt. Enormen Druck auf das Apartheid Regime ausgeübt. Was hat es gebracht, die Apartheid zu beenden, wenn das jetzige Regime das Land viel schlechter führt, die Menschen in viel grössere Armut stürzt und es evt. zu einem Genozid kommt?

    Dann wurde auch Druck gegen Mubarak, Ben Ali und Ghadafi gemacht, den man sogar militärisch angegriffen hat. Warum erst so spät? Warum nur ihn? Warum nicht Mugabe? Warum nicht Zuma?

    Das Resultat schaut so weit katastrophal aus. In Aegypten und Tunesien kamen viel schlimmere Kriminelle an die Macht.

    Sogenannte „Entwicklungshilfe“ ist ja meist schädlich und hilft den Diktatoren mehr als dem Volk. Sollte man nicht ganz damit aufhören? Ueberhaupt keine Einmischung mehr, nur Handel? Oder sollten wir uns im Gegenteil viel stärker engagieren und eben Typen wie Mugabe und Zuma rauswerfen?

    Frankreich verteidigt im Moment Uranvorkommen in Niger und Mali und schützen nebenbei das Volk vor Islamo-Nazis. Ist das ok und wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 13, 2013

  18. Hier noch ein sehr interessanter Artikel zu Verbrechen und Vergewaltigung in Südafrika.

    http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-20971240

    Wie June Arunga kommen die Kommentatoren zur Schlussfolgerung, dass es wirklich ein kulturelles Problem ist – die meisten Männer haben gar kein Schuldgefühl, wenn sie eine Frau vergewaltigen. Und wenn sogar Babies und alte Frauen vergewaltigt werden, dann sind vile Täter schon als total geisteskrank oder mindestens geistig behindert einzustufen.

    Was kann man da tun?

    Ich würde natürlich sagen: jeder Frau eine Waffe geben. Das wäre ein Anfang. Statt dessen sind Waffen in Südafrika streng reglementiert :/

    Jedenfalls musste ich meine naiven Annahmen von früher massiv revidieren. Wir sehen die Sache viel zu sehr aus der Perspektive einer sehr fortschrittlichen Gesellschaft und gehen davon aus, dass die meisten Menschen eigentlich zivilisiert und rational sind. Diese Annahme scheint leider nicht immer realistisch zu sein.

    Ein alter libertärer Freund sagte mir vor kurzem, dass er seien Meinung über Israel ändern musste, nachdem seine Tochter dort war. Er gab zu, dass die Israelis offensichtlich keine schlechten Menschen sind, aber dass ihre Nachbarn so gewaltbereit sind, dass die Israelis gezwungen sind, selber mit geballter Macht zu antworten. Das könne man aus unserer Perspektive gar nicht richtig verstehen.

    Nun ja, mir wurde das schon lange bewusst, aber ich hatte mich zuvor lange informiert.

    Produziert nun die Kultur Gewalt oder passt sich die Kulture der Natur der Menschen an?

    Kommentar von Stefan Metzeler | Februar 13, 2013

  19. @Stefan Metzeler: Damit keine Missverständnisse entstehen: ich bin massiv gegen diese Verbrechen an der weißen Bevölkerung. Ein Land wie Südafrika braucht Versöhnung, nicht Revanchismus. Ich bin genauso entrüstet wie Du über diese Verbrechen, auch in Simbabwe. Und ich denke, wir sollten die Schuldigen dafür öffentlich verurteilen. Genauso wie wir früher die Apartheid verurteilt haben. Und insofern der Staat mitmacht, ist das natürlich absolut verachtenswert und muss angeprangert werden. Genauso wie die vielen Vergewaltigungen, die Gewalt in der Familie, die Hexenverfolgungen und die Kriminalität insgesamt.

    June Arunga würde ich echt gerne mal treffen, ich hab sie mal vor zwei Jahren oder so bei John Stossel in der Sendung gesehen und sie hat mich schwer beeindruckt.

    Die Frage, welche Aussenpolitik wir betreiben sollen oder nicht, beschäftigt mich seit langem. Eine wirklich eindeutige Antwort gibt es wohl nicht, aber ich denke wir sollten uns immer für universale Menschenrechte aussprechen, aber zugleich auch eisern unsere eigenen (nationalen/westlichen) Interessen verteidigen. Ich finde die französische Intervention in Mali bspw. vollkommen berechtigt. Es geht zuvorderst darum die eigenen Bürger zu schützen, gut 7000 Franzosen leben in Mali, aber auch wichtige sicherheitspolitische (der Islamismus ist eine Gefahr auch für Europa) und wirtschaftspolitische Erwägungen (Uranversorgung Frankreichs) sprachen für diesen Einsatz. Staatliche “Entwicklungshilfe” gehört hingegen komplett abgeschafft.

    Ägypten und Tunesien machen einem in der Tat Sorgen, aber noch ist der Machtkampf in diesen Ländern nicht endgültig entschieden.

    Produziert nun die Kultur Gewalt oder passt sich die Kulture der Natur der Menschen an?

    Ich würde klar Ersteres sagen. Niemand kommt „böse“ auf die Welt. Aber eine Kultur ändert man natürlich nicht von heute auf morgen, das braucht leider seine Zeit. Unsere westliche Zivilisation sollte ein leuchtendes Vorbild sein, dafür müssen wir aber auch selbstkritisch genug sein unsere vielen eigenen Fehler zu erkennen und zu beheben.

    Kommentar von CK | Februar 13, 2013


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