L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Kollektivisten aller Parteien vereinigt euch…gegen das Eigentum!

Vor Monaten hat der Premier das Scheitern der Regierungspolitik in Sachen Wohnungsbau eingestanden. Dabei kann man nicht behaupten, die verschiedenen politischen Eingriffe hätten nichts gebracht, haben sie doch beträchtlich zur Verknappung und somit zur Verteuerung des Wohnraumes beigetragen. Scheinbar war dies jedoch nicht die Absicht der multiplen staatlichen Eingriffe, doch anstatt die fehlgeschlagenen Maßnahmen zurückzunehmen, werden von den staatsgläubigen Politikern zusätzliche auf den legislativen Weg gebracht. So wurde eine Strafsteuer auf ungenutztem Wohnraum und unbebauten Grundstücken in die Welt gesetzt. Diese scheiterte aber erst einmal an verfassungsrechtlichen Bedenken, besonders an dem Prinzip der Gemeindeautonomie.

An solchen kleingeistigen Bedenken soll die glorreiche Aktion zum „Wohle des Volkes“ jedoch nicht scheitern. Inzwischen haben staatsgläubige Kollektivisten aus allen Parteien die Idee der Strafsteuer in vorauseilendem Gehorsam aufgegriffen und wollen sie jetzt auf Gemeindeebene durchziehen. Der zuständige Minister hat überdies angedeutet, dass er auf strengere legislative Mittel zurückgreifen werde, falls die Initiativen der Gemeinden nicht ausreichen.

Wenn es um das „Volkswohl“ geht, sind staatsgläubige Sozialisten aller Schattierungen nicht so zimperlich mit Prinzipien, auch können sie nicht auf tragende Säulen einer freien Gesellschaft Rücksicht nehmen. Eigentum, nach John Locke Ausgangspunkt der Freiheit, ist eine solche, leider schon arg lädierte Säule. Die Schäden an dieser Säule haben auch die Freiheit schon arg in Mitleidenschaft gezogen, wie wir auch im täglichen Leben immer öfter feststellen müssen.

Jurastudenten im ersten Studienjahr lernen, oder sollten es lernen, dass Eigentum eigentlich aus Verfügungsrechten besteht.

Die Theorie des Eigentums unterscheidet folgende Verfügungsrechte:
1. usus: Das Recht eine Sache zu benutzen
2. usus fructus: Das „Fruchtziehungsrecht“. Das Recht, die Erträge, die mit der Benutzung der Sache einhergehen, zu behalten.
3. abusus: Das Recht, die Sache in Form und Aussehen zu verändern.
4. ius abutendi: Das Recht, die Sache gesamt oder teilweise zu veräußern und den Veräußerungsgewinn einzubehalten.

Der Wert eines Gutes bestimmt sich aus ökonomischer Sicht nämlich nicht nur aus dessen Substanz (was ist es), sondern vor allem daraus, was man mit dem Gut anfangen kann (was darf ich damit machen). Fast alle diese Eigenschaften des Eigentums werden durch eine Strafsteuer auf „Nichtbenutzen“ dieses Eigentums tangiert. Das Verfügungsrecht wird genommen oder eingeschränkt, dies kommt einer (Teil-) Enteignung gleich.

Von einer glatten Enteignung wird vorerst noch abgesehen, obschon die Strafsteuer jetzt schon im ökonomischen Sinne einer Enteignung auf Raten gleichkommt. Addiert man über Jahre die Straftaxe (übrigens soll sie über die Jahre progressiv steigen) erreicht man irgendwann den Verkaufswert. Der Eigentümer muss sein Eigentum ein zweites Mal erwerben.

Diese einschneidende Maßnahme, die jedem freiheitsfeindlichen Regime zur Ehre gereichen würde, wird zwar Geld in die leeren Kassen des Staates oder der Gemeinden spülen, jedoch kaum positive Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt zeitigen. Dieser Markt, sofern es noch ein Markt ist, wurde durch frühere staatliche Interventionen pervertiert, zumindest im Hinblick auf die Schaffung von ausreichendem Wohnraum.

Im irrigen Glauben an das politisch Machbare – Hayek hat von der Anmaßung des Wissens gesprochen – wird von Politikern oft das Bild des „an den Stellschrauben drehen“ verwendet. Diese Redensart soll das Bild einer völlig überschaubaren Mechanik vorgaukeln mit Hilfe derer Politiker die anstehenden Probleme lösen.

Es gibt in der Tat vieler solcher Stellschrauben. Einige seien erwähnt:
– Bebauungsperimeter entscheiden über Verfügbarkeit und somit über Preis von Bauland.
– Flächennutzungspläne regeln die Verwendung von Bauland.
– Bebauungspläne entscheiden über Bebauungsdichte (Residences, Ein- oder Mehrfamilienhäuser) somit indirekt über den Preis pro Wohnung
– Bautechnische Auflagen verteuern das Bauen.
– Transaktionssteuern behindern Mobilität und Flexibilität
– Staatliche Subventionen und staatliche Bauträgergesellschaften verzerren den Wettbewerb.
– Schließlich verhindert das Mietgesetz durch teilweise Preisfestsetzung und übertriebener Mieterschutz das Funktionieren des Marktes.

Jeder dieser Aspekte könnte Gegenstand weiterer Überlegungen sein, sie sind hier nur aufgezählt um zu zeigen, dass die Politik genug Betätigungsfelder hat und nicht auf zusätzliche Schikanen zurückgreifen muss.

Auch auf dem Wohnungsmarkt gilt, dass Weniger Mehr ist. Die Frage ist nur, wie man einen Politiker dazu bewegt, frühere falschen Entscheidungen rückgängig zu machen ohne neue, vielleicht noch schwerwiegendere zu treffen und umzusetzen.

Siehe auch:
CK – Bezahlbarer Wohnraum
cah51 – Preiswertes Bauland in den Sand gesetzt

Juni 26, 2012 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Luxemburg, Wirtschaft | , , ,

4 Kommentare »

  1. Menger Meenung no ass de Marché fir Terrainen/Constructiounen hei am Land disfonctionnel.

    Mir héiren emmer, nach rezent, dass ganz vill Terrainen innerhalb dem Perimeter fräi sinn.

    Mer hunn Erliichterungen, wéi enorm Subsiden fir greng Haiser, belleg TVA etc, déi d’Bauen u sech wierklech belleg maachen.

    Mer hun en credit d’impot, deen de Kaf vum Terrain verbellegt.

    Firwat fonctionnéiert de Marché hei dann net? Firwat geet all Kéier, wann eng Vergenschtegung vum Staat kennt, de Präis deementspriechend erop? Nom credit d’impot huet et en halleft Joer gedauert, no der 3% TVA vläit e Joer, bis d’Präisser dat erem eranhaten.

    Wann also déi Moossnahmen, déi op der Keefer-Säit net fonctionnéiren, ass et dann net sennvoll, et och emol op der Verkeefersäit ze probéiren?

    Kommentar von Marc | Juni 27, 2012

  2. All déi Erliiterungen dreiwen natirlech den Prais (mat engem gewessen „time lag“ dazweschen) erop, daat Thema haten mir jo schons a mengem Artikel. Insoufern fonctionnéieren se durchaus, ower eben net esou wéi vun deenen ökonomeschen Kreationisten an eiser Regéierong geduet.😉

    Wéi wir et vlait emol dermatter datt de Staat mat deem Interventionismus um Wunnengsmarché ophällt an sech amplatz léiwer em noutwendeg Infrastruktur kemmert? Well déi ass jo net onwichteg, wann een Leit motivéieren well a méi klengen Gemengen an der Peripherie ze bauen, wou nach Terrainen am Bauperimeter frai sin, déi ower net esou optimal ugeschloss sin?

    Kommentar von CK | Juni 27, 2012

  3. @ck, mir liewen a verschiddene Welten. A menger Welt sinn d’Leit motivéiert, ze bauen, kafen a generell ze wunnen. An sou wéi se sech dat leeschte kenne, maachen se dat. Och wann d’Infrastruktur mies ass.

    De Probleem – a menger Welt – ass deen, dass dat ganzt en enorm deiere Spaass ass, an dass d’Leit et als problematesch emfannen, wann d’Halschecht oder méi wéi d’Halschecht vum Akommes fir den Daach iwwert dem Kapp dropgeet.

    Kommentar von Marc | Juni 28, 2012

  4. @Marc: Ech weess elo net wéis de dorobber kenns, datt mir an verschiddenen Welten liewen, wat Motivatioun ze bauen, ze kafen an ze wunnen ugeet. (Och wann ech effektiv selwer nach nie de Wonsch zum Bauen hat, deen Stress well ech mer guer net undin, mee daat ass een anert Thema.) Infrastruktur spillt ower eng wichteg Roll bei der Iwwerleeung WOU een baut oder keeft (Bei menger Kafentscheedung wuar et esouguer een Haptgrond. Ech wollt anzwouesch wunnen wou ech och ouni Auto séier an der Stad ze sin. Derfir hunn ech besonnesch Wert op gutt Transport Publics geluet. Aner Leit hun natirlech aner Prioritéiten, mee kengem ass d’Infrastruktur ganz egal).

    A wann d’Infrastruktur, bspw. teschent Eisléck an der Stad, net esou gutt ass, féiert datt logescherweis derzou datt méi Demande an der Stad ass, wou dann Praiser an d’Luet gedriwwen gin, während Terrainer an aneren Gemengen net fortgin, well se den potentiellen Keefer no zevill deier sin an den potentiellen Verkeefer ower net agesin well, datt sain Prais zevill héich ass an dann léiwer eben emol den Terrain behällt (wougéint jo elo déi Stroftaxe kommen soll.) Wuelverstanen behaapten ech net, datt daat den eenzegen Grond fir déi héich Praiser ass, mee dach keen onwichtegen.

    De Problem als solchen kann ech schons verstoen, mee déi schwarz-roud Regéierong huet trotzdem naischt Sennvolles dergéint an den leschten Joren gemaach. Au contraire.

    Kommentar von CK | Juni 28, 2012


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