L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Ein großes Danke schön!

An dieser Stelle ein großes Danke schön an alle Wähler und Wählerinnen, die unserem Team der DP Sassenheim gestern das Vertrauen geschenkt haben. Dank euch durften wir unseren einzigen Sitz im Gemeinderat behalten.

Als ich gestern nachmittag die ersten Hochrechnungen hörte (es waren alle Listenstimmen bereits ausgezählt, zudem die Briefwähler und die Einzelstimmen meiner Ortschaft Beles), hatte die DP ca. 5,78% und das große Zittern ging los. Würden wir den einzigen Sitz verlieren? Die Linkspartei lag zu dem Zeitpunkt klar vor uns und hatte wieder einen Sitz. Dafür flog aber wohl der ADR raus. Besser die als wir. Die KPL lag bei über 3%. Nicht auszudenken was KPL und Linke mit einer gemeinsamen Liste erreichen könnten. Die Grünen hatten nur mehr zwei Sitze statt drei und die CSV stürzte von fünf auf drei ab. Dafür hatten die Sozialdemokraten plötzlich mit 8 Sitzen die absolute Majorität.

Beunruhigt fuhr ich zum „Scheierhaff“ wo Kandidaten aller Parteien die Ergebnisse auf einer Leinwand verfolgten. Nervös bestellte ich mir gleich mal ein Bier. Es sollten noch einige im Laufe des Abends werden. 7 von 18 Wahlbüros waren bereits ausgezählt. Bald 10.

Und da geschah es. Urplötzlich kam der Sprung hoch auf 6,15%. Fast 0,4% zugelegt. Michael Agostini ballte die rechte Faust, mir fiel ein Stein vom Herzen. Erleichterung machte sich breit. Ab dem Moment war mir klar: wir hatten unser Ziel erreicht. Jetzt konnte nichts mehr anbrennen. Die Linke verlor nun kontinuierlich, blieb aber doch am Ende knapp vor uns. Wir gingen nochmal runter auf 6,04, landeten aber schlussendlich bei 6,2. Ein besseres(!!!) Ergebnis als noch 2005 und dies mit einer recht neuen und noch recht jungen Mannschaft. Toll, Wahnsinn, Partystimmung…

Die LSAP verlor zudem noch einen (virtuellen) Sitz und hatten nunmehr „nur“ noch 7, die Grünen holten sich doch wieder einen dritten Sitz. Chechetti- die grüne Nummer eins- war dennoch sichtlich unzufrieden und sah aus, als würde sie jeden Moment gleich losheulen. Wieso eigentlich? Die CSV blieben bei ihren mageren 3 Sitzen und Natalie Morgenthaler war sichtlich traurig. Mit dem Verlust eines Sitzes hatten die Christsozialen in der post-Sunnen-Ära gerechnet, nicht aber mit zwei. Trotzdem hat meine alte Klassenkameradin persönlich ein tolles Ergebnis hingelegt und klar parteiintern Platz eins belegt. Gratulation an dieser Stelle!

Der ADR ist raus, Pech für Nico Schröder. Die Linke ist mit Serge Urbany wieder dabei, wobei abzuwarten bleibt, ob dieser sein Mandat überhaupt annehmen wird, wo er doch ins nationale Parlament demnächst einziehen soll, oder es doch abtreten wird an einen Parteikollegen.

Die LSAP braucht nun doch einen Koalitionspartner. Sie werden voraussichtlich Sondierungsgespräche mit allen führen. Mit der Linken, den Grünen, der CSV und auch eventuell uns. Aber ob wir das annehmen sollten? Lieber Opposition, denken sicher viele. Georges Engel bleibt jedenfalls Bürgermeister. Auch ihm alles Gute!

Das Endergebnis der Wahl: LSAP 7 Sitze (+2), Grüne 3 Sitze, CSV 3 Sitze (-2), DP 1 Sitz, Linke 1 Sitz (+1), ADR keinen Sitz mehr (-1).

Unser Sitz geht an Patricia Speck-Braun, der ich an dieser Stelle alles Gute für die nächsten sechs Jahre wünsche.

Darüber dass unsere Gemeinde so tiefrot ist, will ich gerade lieber nicht nachdenken. Noch ein paar Worte aber zu meinem letzten Platz, der mich zugegebenermassen zuerst ein wenig betrübt hat: ich habe gerade mal zwei Stimmen weniger als die Vorletzte und wir alle liegen- von den oberen vier mal abgesehen- recht nah beieinander, alle zwischen 314 (100) und 394 (180) Stimmen. Solche minimalen Unterschiede sind schlichtweg nicht weiter von Bedeutung, sondern unterstreichen vielmehr, dass es sich bei unserem Erfolg um einen Erfolg des ganzen Teams handelt. Zudem wäre ich mit der gleichen Stimmenanzahl vor sechs Jahren noch Zehnter (von 15) geworden. Ganz abgesehen davon, dass ich ausgerechnet in Beles wohne und das besonders tiefrotes Land ist. Kein Grund zum Trübsal blasen also. Ich muss mir dennoch überlegen wie ich in Zukunft in Esch-sur-Alzette (ich werde ja in diese Gemeinde umziehen) mehr Stimmen einfahren kann. In Esch behielt die DP übrigens auch nur ihren einzigen Sitz mit Pim Knaff.

Wir gingen am Wahlabend noch alle zusammen essen und tranken ein paar Bierchen, einige (darunter meine Wenigkeit, die heute frei hat) sogar bis tief in die Nacht hinein… Wir hatten es uns verdient.🙂

Für alle Neugierigen hier das amtliche Endergebnis.

P.S. Ich kann es übrigens gerade nicht glauben, dass in Differdingen Michel Braquet- der seit langem Schreibrechte auf diesem Blog hat, aber diese Möglichkeit leider noch nie nutzte- auf Anhieb als Erstkandidat als Dritter für die LSAP in den Gemeinderat einzog. Wahnsinn! Gratulation an ihn an dieser Stelle. Wie oft haben er und ich uns über Politik unterhalten und wie oft hat er mir wirtschaftliche Fragen gestellt um etwas hinzuzulernen. Fragen, die ich bereitwillig beantwortete. Ich werde ihm selbstverständlich auch in Zukunft gerne mit Rat zur Seite stehen, Parteikonkurrenz hin oder her.

P.P.S. Der junge Student Jeff Feller hat die meisten Stimmen in seiner Majorzgemeinde geholt und kann nun wohl Bürgermeister von Aerenzdall werden. Wahnsinn! Zumal Jeff teilweise sehr radikalliberale Ansichten hat.🙂

Oktober 10, 2011 - Posted by | Neues aus Luxemburg | , ,

3 Kommentare »

  1. Jeff Feller ist zwar nicht Bürgermeister geworden – Ermsdorf ist ja die grössere Ortschaft, auch wenn Feller in Medernach die meisten Stimmen erhalten hat -, immerhin aber 3. Schöffe, wie man heute morgen auf rtl.lu lesen kann.

    Kommentar von nestor | Oktober 12, 2011

  2. Danke für die Info! Ist toll!

    Kommentar von CK | Oktober 13, 2011

  3. Christian main Freend.
    Soen nëmmen zu eiser Lëeschtung:
    „L’union fait la force.“

    Kommentar von Bibi | Oktober 14, 2011


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