L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Neue Delegitimationskampagne gegen Israel: eine Petition für den Ausschluß des Judenstaates von den Olympischen Spielen.

Gestern machte mich ein überzeugter Unterzeichner derselben auf diese schamlose Petition aufmerksam, die dazu aufruft, Israel von den Olympischen Spielen 2012 in London auszuschliessen.

Ich bin zutiefst entsetzt, entrüstet, traurig und wütend zugleich über soviel Ungerechtigkeit. Auch wenn es in einer Demokratie freilich gestattet ist, eine solche Petition ins Leben zu rufen, komme ich nicht drum herum, ebenfalls von meinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen und diese Petition als das zu bezeichnen, was sie zweifellos ist: ein weiterer Mosaikstein in der weltweiten Delegitimations- und Dämonisierungskampagne gegen den jüdischen Staat.

Zuerst einmal würde ich gerne von den Petitionsbefürwortern wissen, wieso ausgerechnet die einzige Demokratie im Nahen Osten von den Olympischen Spielen ausgeschlossen werden soll. Der einzige Staat in diesem Teil der Erde, wo individuelle Grundrechte signifikant respektiert werden, Frauen und Männer vor dem Gesetz gleich sind, Homosexuelle nicht vom Staat verfolgt, eingesperrt oder gar umgebracht werden, sondern sich frei entfalten können, Arbeitnehmer freie Gewerkschaften gründen dürfen und Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung institutionalisiert sind.

Ginge es den Unterzeichnern um universelle Menschenrechte und die Verurteilung von Verbrecherstaaten, wieso lancieren sie dann keine Petition gegen den Iran (wo die einheimische Opposition brutal niedergeschlagen wurde), Saudi-Arabien (wo Frauen nicht mal Autofahren dürfen), den Sudan (wo Al-Bashir einen wirklichen Genozid jahrelang betrieb) oder China (wo schonmal Menschen zu Staatszwecken enteignet werden, u.a. auch für die Olympischen Spiele in Peking!) um nur vier von zig Beispielen zu nennen. Egal was man Israel vielleicht noch zu Recht vorwerfen mag, hier stimmen einfach die Dimensionen nicht mehr. Zudem hat das Ganze erst recht einen extrem widerlichen Beigeschmack, nachdem 1972 bei den Olympischen Spielen in München israelische Sportler von palästinensischen Terroristen ermordet wurden und die Überlebenden die Spiele nicht mehr mit ihrer Anwesenheit „störten“.

Die Argumente für die Petitionsunterzeichnung sind die Gleichen wie bei allen Boykottaktionen gegen Israel und so falsch, dass einem die Haare zu Berge stehen.

1. Die „Ermordung“ humanitärer Aktivisten auf der Mavi Marmara.

-> Über diesen Vorfall und die daran anschliessende unfaire mediale Berichterstattung habe ich mich bereits hier geäussert.

2. Dass Israel auf dem Boden eines bereits bestehenden Staates Palästina und zu Lasten des dort lebenden Volkes gegründet wurde.

-> Historisch absolut falsch. Es gab nie einen Staat Palästina, nur ein britisches Mandatsgebiet Palästina (wovon 2/3 ohnehin nur an die Araber gingen, das Staatsgebiet des heutigen Jordaniens.) Zudem haben zu allen Zeiten auch immer Juden im heiligen Land gelebt.

3. Dass Israel die arabische Bevölkerung brutal vertrieben hat.

-> Abgesehen davon, dass kein Wort darüber verloren wird, dass sieben arabische Staaten Israel gleich nach der Staatsgründung den Krieg erklärten, infolge dessen es überhaupt erst zu Vertreibungen auf BEIDEN Seiten kam (so mussten auch zig Juden aus arabischen Staaten flüchten), leben heute immer noch viele Araber in Israel, um deren Rechte sie vermutlich von den Bewohnern der arabischen Nachbarstaaten beneidet werden.

Es gab vereinzelt- wie leider in jedem Krieg- Vertreibungen von Arabern durch israelische Paramilitärs und sogar Massaker (Deir Yassin), das ist nicht zu entschuldigen, aber kein Argument um heute im Jahre 2011 so einseitig Israel zu attackieren und zu verurteilen.

3. Dass Israel den Flüchtlingen die Rückkehr verweigert.

-> Kein Wort darüber dass die Palästinenser die einzige Volksgruppe der Welt sind, wo der Flüchtlingsstatus sich auf ewig weitervererbt. Und Israel die zig Palästinenser in den ganzen sogenannten Flüchtlingslagern (in Jordanien, Syrien und Libanon) nicht ins Kernland einreisen lassen kann ohne nationalen Selbstmord zu begehen. Sogar die israelische Linke weiß, dass dies ein absolutes No-Go ist, da Israel in der Folge aufgrund demographischer Entwicklungen kein jüdischer Staat bleiben würde.

4. Die Okkupation des Westjordanlandes

-> Ein sehr komplexes Thema, worüber ganze Bücher geschrieben werden könnten. Ich sage nicht, dass Israel hier alles uneingeschränkt richtig macht und alles toll und wunderbar in den besetzten Gebieten ist, aber dieses Thema ist zu diffizil um es so abzuhandeln wie es die oben verlinkte Seite tut. Die Gründung eines freiheitlich-demokratischen Palästinenserstaates- sofern ein solcher überhaupt möglich ist, ich bin da eher skeptisch- kann aber jedenfalls nur am Ende von Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde stehen und nicht von aussen- ob von der UNO oder sonstwem- aufgezwungen werden.

5.

The 1.4 million who remain in Israel are second class citizens.

-> Inwiefern sind israelische Araber denn bitte schön Bürger zweiter Klasse? Sie haben exakt die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Staatsbürger, bloß dass sie keinen Wehrdienst ableisten müssen, sich aber freiwillig zum Dienst in der Armee melden können.

6.

For years now the state of Israel has been carrying out a slow genocide in the Gaza Strip.

-> Die Israelis sind ziemliche Versager in Sachen Völkermord, wenn die palästinensische Bevölkerungszahl seit Jahren steigt. Mehr gibt es zu diesem Unsinn nun wirklich nicht zu sagen. Bitte mal googeln was Genozid wirklich bedeutet. Bekanntestes Beispiel in der jüngeren Geschichte: Ruanda.

7. Die Angriffe Israels auf den Gazastreifen sind völkerrechtswidrig.

-> Falsch. Israel hat wie jeder andere Staat die Verpflichtung seine Bürger von Gefahren von aussen zu schützen. Israel hat jedes Recht auf Selbstverteidigung nach Terroranschlägen und das Kriegsrecht erlaubt ihnen, feindliche Stellungen aus der Luft zu bombardieren, selbst wenn es dabei zu „Kollateralschäden“ kommen mag. Jene werden zudem meist bewusst von den einschlägig bekannten Terrorbanden provoziert, die Raketen auch schonmal von Schuldächern abschiessen oder Munition in Moscheen lagern. Dies und vieles mehr sind in diesem Konflikt die wahren gravierenden Verstösse gegen das Völkerrecht.

8. Die Apartheid-Lüge, mit der sich Bloggerkollege JayJay schonmal ausgiebig beschäftigte. Wer Israel mit Apartheid-Südafrika vergleicht, weiß nicht, wie die abscheuliche Rassentrennung am Kap der guten Hoffnung aussah.

Persönlich bin ich übrigens für die strikte Trennung von Politik und Sport. Ich finde, dass kein nationaler Sportverband von irgendeiner Veranstaltung ausgeschlossen werden sollte, solange er die Spielregeln des internationalen Verbandes respektiert. Auf letztere- darunter auch die Regel, dass ein Sportler einen Wettkampf nicht aus politischen Gründen verweigern darf, wie es leider viele Araber und Perser tun, wenn sie gegen israelische Sportler antreten sollen- ist aber strikt zu pochen.

Auch wenn manche Politiker den Sport leider instrumentalisieren (man denke nur an die Spiele 1936 in Berlin), so ist das kein Argument um den Sport noch mehr zu politisieren. Ganz im Gegenteil!

Das Gleiche gilt für Musikveranstaltungen. Wieso stört jemand ein Konzert der israelischen Philharmonie, wenn er ein Problem mit der israelischen Regierung hat? Ich will auch nicht für alles verantwortlich gemacht werden, was Jean-Claude Juncker eventuell falsch macht.

Aber, wie auch immer, die ganzen Anti-Israel-Kampagnen dämonisieren ein ganzes Volk. Das finde zumindest ich längst unerträglich!

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September 3, 2011 - Posted by | Israel | , , , ,

20 Kommentare »

  1. Zu 2:
    So einfach ist die Sache nun auch wieder nicht. Die Ursprünge von Israel liegen da in der kolonialistischen Einwanderung mit der Absicht eine tragbare jüdische Mehrheit zu erschaffen. Wärend zu Beginn des Zionismus das noch moralisch tragfähig war geschah es aber nebenbei auch zum Übergang des Kolonialismus zum Nationalismus sodass bei der Gründung des Staates das Erlangen der Voraussetzung als unmoralisch galt.

    Wäre gleich nach dem ersten Weltkrieg dort ein Staat erschaffen worden(wobei ein jüdischer Staat damals demographisch noch nicht tragbar war) wäre der 49er Krieg kein Krieg sondern eher eine legitime Zerschlagung einer jüdischen Revolte gewesen.

    Dass da noch viele andere verkorkste Faktoren waren macht die ganze Diskussion zu einem unlösbaren Drama das mit solchen simplen Erklärungen schon an Geschichtsrevisionismus zu gunsten des Siegers grenzt.

    Kommentar von Anon Ymous | September 3, 2011

  2. Zu letzterem siehe auch dieser Kommentar von Brendan O’Neill:
    http://blogs.telegraph.co.uk/news/brendanoneill2/100102895/there-is-something-very-ugly-about-this-attempt-to-ghettoise-israeli-musicians/

    Kommentar von Nestor | September 3, 2011

  3. Ech fannen déi Petitioun souguer als aale Lénken zimlech superflu – an et gett eng jett Staaten déi et vill méi verdéngt hätten, aus den olympesche Spiller rauszefléien, do hueste wuel Recht. Ech sin trotzdem weiderhin keen Sympathisant vum israeleschen Staat (zwar och net vun der Hamas) – mee daat hei kléngt massiv no „Israel schafft sich ab“ (Sarrazin léisst gréissen): „Sogar die israelische Linke weiß, dass dies ein absolutes No-Go ist, da Israel in der Folge aufgrund demographischer Entwicklungen kein jüdischer Staat bleiben würde.“
    Mol ganz dovun oofgesin dat 20% vun der israeleschen Bevölkerung net jüddesch as, as eng reliéis Benennung vun engem Staat (egal, em wéieng Relioun et sech handelt!) méi wéi bedenklech a bidd duerchaus fruchtbare Buedem fir Diskriminéirung. A wiesou sollt en onbedéngt majoritär jüddesch sen? Well all déi béis Araber soss d’Judde géinge verjoen? Kloer as Antisemitismus/Juddefeindlechkeet leider eng relevant Kraaft (souguer an eiser „westlechen“ Welt), mee an Israel as den antiarabeschen Ressentiment genee sou ausgeprägt ewéi den antijüddeschen a Palästina. Insgesamt fannen ech déi Behaaptung awer schrecklech biologistesch – du géings dach och keen Awanderungsstop fir Muslime an Europa fuerderen; oder dach?

    Kommentar von Sveinn | September 3, 2011

  4. @Sveinn
    A wiesou sollt en onbedéngt majoritär jüddesch sen?

    Sou wi ech den politeschen Zionismus verstaanen hunn, geht et jo grad em d’Schaafen vun enger Plaatz, wou d’Juddentum kann ausgelierft ginn, ouni datt se Repressioune befierchte mussen. An do ass eben de Label „jüdischer Staat“ net onwichteg, soulaang et Antisemitismus (deen menger Iwwerzeegung no nees um Firmarsch ass) gett. Ech als Net-Reliéisen sinn och net sou glécklech domatt an engem „chrechtleche“ Land ze wunnen, soulaang deen mer awer net dra schwätzt, wi ech ze leirwen hunn, ass daat ok, iergendengkéier fällt och dei Bezeechnung.

    Well all déi béis Araber soss d’Judde géinge verjoen?

    Di normal Araber net, aber di „béis“ schonns. Net emoss steht an der Charta vun der Hamas onverblimmt, waat een maan sol, an di si massiv gewierlt ginnl. Leider weist och d’Geschicht, datt et net sou simpel ass, einfach all Grenzen opzemaan, an dann wieren se all zefridden: Von 1948 (vun den 20ger Johre mol guer net ze schwätzen), iwwer 73 bis an d’80ger, 2 Intifada an Dausende vu Rakéiten aus dem Gaza an honnerte vu Selbstmordattentater an den 90ger an 2000der Johren kann een schonns skeptesch maan, op den Draam vun dem gemeinsamen Palästina géng fonktionnéieren. Eng 2-Staate-Léisung ass deen beschte Wee.

    Insgesamt fannen ech déi Behaaptung awer schrecklech biologistesch

    Wéi eng? Et ass néierens geschriwwen oder och nemme geduercht ginn, di eng wiere vun Natur aus besser oder mi schlecht. Dem CK seng Ausso, datt d’Rückkehrrecht onméiglech ass, heescht net, datt di eng besser sinn. Et géng nemmen heeschen, datt et enorm Problémer bréngt, eischtens well de Flüchtlingsstatus oprecht erhaale gett anstatt selver eppes néies opzebauen an zweetens well Onrecht net mat Onrecht kann bezuerlt ginn. Op ee Coup 4 Milliounen Léit fir sou e kléngt Land ass Selbstmord, daat wier et fir all Land. Dobäi ass nach di andauernd antiisraelesch Propaganda sou stark, datt een Zesummentreffen keen Friede Freude Eierkuchen bréngt. Vu Biologismus also keng Spur, et ass niemols enger Säit biologesch Wertegkeet zougesprach ginn. Daat wier wierklech bedenklech.

    Kommentar von JayJay | September 3, 2011

  5. @Anonym: „Die Ursprünge von Israel liegen da in der kolonialistischen Einwanderung mit der Absicht eine tragbare jüdische Mehrheit zu erschaffen.“

    -> Die Kolonialherren waren die Briten, nicht die Juden, die zu allen Zeiten im heiligen Land gelebt haben(Israel galt anfangs daher durchaus auch als post-kolonialer Staat, der die britische Fremdbestimmung überwunden hat.) Zwar gab es diverse jüdische Einwanderungswellen ab ca. 1880 (die als Rückkehr in die Heimat angesehen wurden), aber genauso gab es (inner-)arabische Zuwanderung nach Palästina, u.a. dank des wirtschaftlichen Aufschwungs, den die Zionisten mitbrachten.

    Zum „Kolonialismus“ allgemein wäre zudem- auch wenn es heute leider als politisch inkorrekt gilt- anzubringen, dass auch wenn seine Verbrechen unentschuldbar sind, er auch durchaus positive Aspekte aufzuweisen hatte. Vom Einfluss des Westens in diesem Teil der Erde profitieren heute alle, auch die Araber.

    „sodass bei der Gründung des Staates das Erlangen der Voraussetzung als unmoralisch galt.“

    Inwiefern unmoralisch? Und vor allem unmoralischer als die Gründung vieler anderer Staaten? Ich sehe es eher so, dass die Zionisten da unten ein bemerkenswertes Projekt gestart haben, woran sich die Nachbarstaaten ein Beispiel nehmen sollten.

    Kommentar von CK | September 3, 2011

  6. @Sveinn: Mol ganz dovun oofgesin dat 20% vun der israeleschen Bevölkerung net jüddesch as

    An déi 20% hun déi glaich verfassungsmässeg verankert Rechter an Pflichten wéi all aner Staatsbirger.

    „eng reliéis Benennung vun engem Staat (egal, em wéieng Relioun et sech handelt!) méi wéi bedenklech“

    Juden sin net jhust eng Reliounsgrupp, mee och een Vollék/eng Ethnie. Ähnlech wéi bspw. och Drusen. Et handelt sech also net em eng relieis Benennung. Du kanns och Jud sin an glaichzaiteg Atheist oder Agnostiker, och wann daat vlait fir vill Europäer komesch klengt. (Déi meescht Zionisten vun der éischter Stonn wuaren esouguer éischter net reliéis, mee säkular, vill waren iwwregens esouguer Sozialisten, siehe Ideologie vun den Kibbuzim.)

    Israel ass eng fraiheetlech Demokratie an glaichzaiteg den Judenstaat (den Staat fir jiddesch Vollek, genausou wéi Frankraich den Staat vum franzéischen Vollek ass, England deen vum engleschen Vollék, Letzebuerg deen vum Letzebuerger Vollék asw.), keng Theokratie (wéi Iran oder Saudi-Arabien).

    „a bidd duerchaus fruchtbare Buedem fir Diskriminéirung.“

    ALL Staat diskriminéiert teschent Staatsbirger an Net-Staatsbirger. Oder och bei Awanderungskriterien. Wichteg ass ower, datt (negativ) Rechter vun all Mensch am Land geschützt gin an daat ass an Israel de Fall.

    A wiesou sollt en onbedéngt majoritär jüddesch sen? Well all déi béis Araber soss d’Judde géinge verjoen?

    Déi an Israel liewend Juden wellen logescherweis nie méi eng Minoritéit an engem Land sin. Se hun leider dei historesch Erfahrung iwwer Jorhonnerten gemaach datt Minoritéiten brutal kennen verfollegt gin an se wellen derfir een eegenen Staat (mat Arméi), deen se schützen kann virun deem Vernichtungsantisemitismus.

    20% Araber sin keen Problem, een Drettel wuel och nach net, mee ab 40% giew et kritesch gin. Et gett leider genuuch Araber déi Juden wellen an Mir joen (siehe Hamas, Islamic Jihad asw.) An och wann daat jhust eng radikal Minoritéit vlait ass, Verbriechen gin meeschtens durch eng solch begangen mat „Mathellef“ vun enger schweigender Majoritéit, déi nemmen nokuckt!

    „mee an Israel as den antiarabeschen Ressentiment genee sou ausgeprägt ewéi den antijüddeschen a Palästina.“

    Daat ass menger Meenung no falsch. Natirlech gett et leider an Israel och antiarabesch Ressentimenter a gewessen Kreeser, mee et ass mMn keen signifikant, gesamtgesellschaftlech Phänomen. An Palästina leider schons.

    „Insgesamt fannen ech déi Behaaptung awer schrecklech biologistesch“

    Inwiefern biologistesch? Ech schreiwen néirens esou een Blödsinn wéi datt Araber vun de Genen hir Antisemiten sin. Differenz ass villméi soziokultureller an reliéiser Natur. Mee ech sinn ower och iwwerzeecht, datt all Mensch vum Wert vun den besseren Iddien kann iwwerzeecht gin. Keen Mensch ass derzou verdammt, jhust een Produkt vun sengem Emfeld ze sin.

    „du géings dach och keen Awanderungsstop fir Muslime an Europa fuerderen; oder dach?“

    Ganz anert Thema an offtopic.

    Kommentar von CK | September 3, 2011

  7. „Die Kolonialherren waren die Briten, nicht die Juden“

    Ja, und die Briten waren demokratisch und haben dort das Menschenrecht vertreten. Und? Für jeden liberalen ist der Kolonialismus ein Alptraum.

    „Zum „Kolonialismus“ allgemein wäre zudem- auch wenn es heute leider als politisch inkorrekt gilt- anzubringen, dass auch wenn seine Verbrechen unentschuldbar sind, er auch durchaus positive Aspekte aufzuweisen hatte.“

    Das Ziel rechtfertigt die Mittel also? Auch bekannt unter „Tod eines Liberalen“

    „Und vor allem unmoralischer als die Gründung vieler anderer Staaten?“

    Und das ist Dilemma. Israel wegen seiner kolonialistichen Vergangenheit anzugreifen heisst auch alle anderen Kolonien anzugreifen. Es nicht zu tun beinhaltet die Akzeptanz der kolonialistichen Grundidee.

    Ich will Israel nicht das Existenzrecht aberkennen, eher auf die Hypokrisie dessen Verfechter hinweisen. Um es mal auf heutige Verhältnisse zu beziehen: Muslime dürften nach Israelstandard ihren eigenen Staat in London errichten. Oder Mexikaner in den USA(von den Ureinwohnern mal komplett abgesehen)

    Kommentar von Anon Ymous | September 4, 2011

  8. „eher auf die Hypokrisie dessen Verfechter hinweise“

    Das bezieht sich auf beide Seiten der Debatte.

    Kommentar von Anon Ymous | September 4, 2011

  9. @ CK
    „Ich bin zutiefst entsetzt, entrüstet, traurig und wütend zugleich über soviel Ungerechtigkeit.“

    Im Ernst?

    @ Anon Ymous
    „Israel wegen seiner kolonialistichen Vergangenheit anzugreifen“

    Israel hat keine kolonialistische Vergangenheit. Es haben immer Juden und Moslems in Britisch-Palästina gelebt. Dann wanderten vermehrt Juden ein, ein Prozess, der heute ganz selbstverständlich unter dem Begriff „Multikulturalismus“ begrüßt wird.

    „Muslime dürften nach Israelstandard ihren eigenen Staat in London errichten.“

    Wenn die UNO das auf die Tagesordnung setzt, die Mehrheit der UNO dafür ist und auch die Moslems in London dafür stimmen, ist das durchaus möglich.

    Ein großer Denkfehler besteht allerdings: Die Gründung Israels war die Umwandlung einer britischen Kolonie, in der weder Moslems noch Juden Souveränität ausübten, in einen souveränen Staat. Es war also ein Prozess der Entkolonialisierung auf Basis des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Israel wurde nicht aus einem bereits bestehenden Staat ausgegliedert. Und die Moslems in Palästina hätten ihren Staat auch bekommen, hätten Sie diesen nicht abgelehnt.

    „Ich will Israel nicht das Existenzrecht aberkennen“

    Ja, ja und wahrscheinlich hast Du auch viele jüdische Freunde, die der gleichen Meinung sind wie Du.

    Kommentar von Adrian | September 4, 2011

  10. „Israel hat keine kolonialistische Vergangenheit. Es haben immer Juden und Moslems in Britisch-Palästina gelebt. Dann wanderten vermehrt Juden ein, ein Prozess, der heute ganz selbstverständlich unter dem Begriff „Multikulturalismus“ begrüßt wird.“
    >“ein Prozess, der heute ganz selbstverständlich unter dem Begriff „Multikulturalismus“ begrüßt wird.“

    Ja dann trete mal heute für multikulti in berlin oder paris auf! Morgen bekäme ich keine Antwort mehr von dir, Überreste des Scheiterhaufens wären billig zu erstehen!

    „Ein großer Denkfehler besteht allerdings: Die Gründung Israels war die Umwandlung einer britischen Kolonie, in der weder Moslems noch Juden Souveränität ausübten, in einen souveränen Staat. Es war also ein Prozess der Entkolonialisierung auf Basis des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Israel wurde nicht aus einem bereits bestehenden Staat ausgegliedert. Und die Moslems in Palästina hätten ihren Staat auch bekommen, hätten Sie diesen nicht abgelehnt.“

    Die Briten erlaubten jüdische immigration entgegen der Bevölkerung…. aber sowas ist ja ok solange daraus etwas wird. Gleich morgen komm ich mal vorbei, trete deine Tür ein, streiche eine Wand und erkläre danach dass ich dein Haus mehr verdient habe als du… immerhin habe ich ne Wand neu beschrichen. Nein warte, da waren zuwenig Briten drin….

    Aber dass es eine britische Kolonie war ist der Punkt den ich angesprochen habe. Das Volk das dort wohnte hatte nie eine demokratische Gelegenheit dem entgegenzuwirken!

    Kommentar von Anon Ymous | September 5, 2011

  11. „Ja, ja und wahrscheinlich hast Du auch viele jüdische Freunde, die der gleichen Meinung sind wie Du.“

    Nö, im realen Leben kenn ich keinen Juden. Ich kenn sie nur aus einem Forum. Vielleicht söllt ich ihnen mal hiervon erzählen?

    Kommentar von Anon Ymous | September 5, 2011

  12. @Anonym: Für jeden liberalen ist der Kolonialismus ein Alptraum.

    Mein Ziel war nicht den Kolonialismus zu verteidigen, sondern drauf aufmerksam zu machen, dass dieser auch seine guten Seiten hatte. Es ist eben nicht so schwarz/weiß wie viele Menschen das aus heutiger Sicht darstellen. Man muss eben auch betrachten wie es vorher aussah. Waren Amerika, Asien oder Afrika vor dem Kolonialismus Paradiese der Freiheit, des Wohlstands und des Fortschritts?

    Das Ziel rechtfertigt die Mittel also?

    Wurde auch nie behauptet. Ich bin nur in der Lage zwei oder mehrere Dinge gleichzeitig zu denken. Ein Inder bspw. – sofern er ehrlich genug ist- wird sehr wohl den positiven Einfluß der Briten auf sein Land zugeben. Natürlich ist er froh heute nicht mehr von den Briten fremdbestimmt zu werden, dennoch erkennt er an, dass GB auch gute Dinge importiert hat. Jeder, der „In 80 Tagen um die Erde“ kennt, kennt die abscheuliche Praxis des Witwenverbrennens. Jene wurde von den britischen Kolonialherren verboten und verfolgt. Um nur ein Beispiel zu nennen. Natürlich rechtfertigen die Verdienste der Kolonialherren mitnichten ihre Verbrechen. Nur kann man das eben trennen!!!

    Gleiches gilt für Palästina, wo ich mitnichten die Briten von jeglicher Schuld freisprechen möchte.

    Das Existenzrecht eines Staates (und somit auch das Recht auf territoriale Integrität!) hängt m.E. davon ab, ob es sich um einen Rechtsstaat handelt oder nicht. Wobei ich dennoch durchaus auch für ein Sezessionsrecht (unter bestimmten Bedingungen) bin.

    Kommentar von CK | September 5, 2011

  13. @Adrian:Im Ernst?

    Wieso zweifelst Du an meiner Aufrichtigkeit?

    @Anonymous: Ja dann trete mal heute für multikulti in berlin oder paris auf!

    Viele Menschen in Berlin und Paris sind für eine multikulturelle Gesellschaft. Ich bin da auch nicht dagegen. Eine solche Gesellschaft kann m.E. durchaus funktionieren, solange jeder Einzelne gewisse Spielregeln einhält. Gerade die USA sind ein einziger melting pot und durchaus ein Vorbild dbzgl.

    Die Briten erlaubten jüdische immigration entgegen der Bevölkerung…. aber sowas ist ja ok solange daraus etwas wird.

    Abgesehen davon, dass die Immigrationsbedingungen zeitweise sehr restriktiv waren(Weissbuch von 1939), kann ich die jüdische Einwanderung nun wirklich nicht als Nachteil für diesen Erdteil ansehen, ganz im Gegenteil.

    Das Volk das dort wohnte hatte nie eine demokratische Gelegenheit dem entgegenzuwirken!

    Zu diesem Volk gehörten aber eben auch Juden. Schonmal die Bevölkerungszahl Jerusalems von ca. 1860 betrachtet? Wieviele Juden?Wieviele Araber?

    Kommentar von CK | September 5, 2011

  14. @ CK

    „Wieso zweifelst Du an meiner Aufrichtigkeit?“

    Ich zweifele nicht an Deiner Aufrichtigkeit, ich wundere mich über Deine emotionale Aussage. Ganz so, als ob es überraschend wäre, das irgendjemand Israel mit völlig idiotischen Vorwürfen attackiert.

    „Ich bin zutiefst entsetzt, entrüstet, traurig und wütend zugleich über soviel Ungerechtigkeit.“

    Ich bin das nicht. Ich zucke mittlerweile die Achseln und sehe das als eine der Idiotien des Lebens, die nicht zu ändern sind.

    @ Anon Ymous

    „Gleich morgen komm ich mal vorbei, trete deine Tür ein, streiche eine Wand und erkläre danach dass ich dein Haus mehr verdient habe als du“

    Wieder so ein schräger Vergleich. Die Juden haben ja schließlich keinem Araber das Land gestohlen. Sie haben ihnen entweder abgekauft, oder unbewohntes, unkultiviertes Land urbar gemacht. Letzteres haben die Araber in den Tausend Jahren vorher nicht hinbekommen.

    Insofern solltest Du den Vergleich abändern und in das Haus neben mir ziehen, das seit Jahrzehnten unbewohnt ist.

    Kommentar von Adrian | September 5, 2011

  15. @Adrian: Nur weil etwas leider nicht überraschend ist, kann ich es dennoch nicht emotionslos hinnehmen. Homophobie ist leider auch nicht überraschend und eine Idiotie des Lebens, trotzdem nimmst Du es nicht einfach achselzuckend hin?

    Aber man sagt mir bekanntlich nach, gelegentlich sehr emotional zu sein 🙂

    Kommentar von CK | September 5, 2011

  16. „Homophobie ist leider auch nicht überraschend und eine Idiotie des Lebens, trotzdem nimmst Du es nicht einfach achselzuckend hin?“

    Nein, aber auch nicht mit Erschütterung. Meine Verteidigung ist eher Polemik und Spott.

    Kommentar von Adrian | September 5, 2011

  17. Schau Dir Deine Argumentation an:

    „Der einzige Staat in diesem Teil der Erde, wo individuelle Grundrechte signifikant respektiert werden, Frauen und Männer vor dem Gesetz gleich sind, Homosexuelle nicht vom Staat verfolgt, eingesperrt oder gar umgebracht werden, sondern sich frei entfalten können, Arbeitnehmer freie Gewerkschaften gründen dürfen und Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung institutionalisiert sind.“

    Das ist natürlich alles wahr und redlich, aber völlig irrelevant, denn diejenigen, die diese Petition lancieren, wissen das alles – es schert sie bloß nicht.

    Kommentar von Adrian | September 5, 2011

  18. GEIL ! 🙂

    Kommentar von CK | September 5, 2011

  19. Dass die Lage im Nahen Osten von Konflikten geprägt ist, die sich nur sehr schwer lösen lassen, ist auch mir bekannt. Dass aber alle Schuld einseitig Israel zugewiesen werden könnte, leuchtet mir nicht ein. Entsprechend unsinnig ist der Aufruf.

    Kommentar von Christian | September 6, 2011

  20. P.S.: ja, Orphaned Land sind ne klasse Progmetalband aus Israel!

    http://babyblaue-seiten.de/index.php?content=band&bandId=1928

    Kommentar von Christian | September 6, 2011


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