L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

10 Jahre danach: Erleichterung

Fast 10 Jahre nach 9/11 kann die Welt hörbar aufatmen: mit der gefährlichste Terrorist, Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden, wurde wohl gestern von den Navy Seals in Pakistan endlich aufgespürt und gezielt getötet. Die berechtigte Vergeltung für den Anschlag auf das WTC.


Zwar gibt es noch Zweifel hinsichtlich der Identität des bereits auf hoher See beerdigtem Toten und das bereits vielerorts im Netz aufzufindende Foto des toten Terrorführers ist wohl in der Tat leider eine pakistanische Fotomontage, doch soll ein Gentest bald letzte Zweifel aufräumen und Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Die USA haben es unter Präsident Obama – sehr zur Freude auch seiner Vorgänger Bush und Clinton- also endlich geschafft und den Staatsfeind Nummer eins ausgeschaltet. Der islamistische Terrorismus ist damit zwar keineswegs besiegt, wohl aber wurde der El Kaida ein empfindlicher Schlag versetzt und ein abschreckendes Signal an Bin Ladens gewalttätige Glaubensbrüder gesendet. Zudem wird diese Liquidation den Hinterbliebenen der Opfer des 11.Septembers sicherlich ein kleiner Trost sein.

Persönlich werde ich zwar nicht lauthals jubeln und feiern- wenngleich ich natürlich auch erleichtert und froh bin-, da es mir irgendwie fraglich erscheint den Tod eines Menschen- selbst eines solchen Monsters wie Bin Laden- zu feiern, aber es ist schön, dass die Welt mit einem Tyrannen weniger ein bisschen sicherer geworden ist.

Traurig nur, dass wir nicht in einer Welt leben können, die ohne solche Aktionen auskommt und in der er es keine Verbrecher, sondern nur aufrechte und anständige Menschen gibt. Aber solange dem leider nicht so ist, ist es gut, dass es- vor allem in den USA- Menschen gibt, die bereit sind, notfalls mit allen Mitteln, also auch kriegerischen, unsere westliche Freiheit eisern zu verteidigen und die Bin Ladens dieser Welt auszuschalten.

Mai 2, 2011 - Posted by | USA | , ,

16 Kommentare »

  1. http://m.ftd.de/artikel/60047262.xml?v=2.0

    Meine Meinung: absolut legitime Aktion! Kann die Aufregung vor allem in Deutschland deswegen nicht nachvollziehen. Egal ob die Kritik von Linken, Liberalen, Libertären oder sogar Konservativen kommt.

    Kommentar von CK | Mai 4, 2011

  2. Nun, Sie wissen, cher CK, daß man mir Gutmenschentum und Islamophilie nicht gerade in die wiege gelegt hat😉 — aber ich sehe das ein wenig anders

    Kommentar von LePenseur | Mai 4, 2011

  3. Werte LePenseur, ich habe das gestern abend durchaus gelesen und bereits kommentiert.😉

    We agree to disagree.

    I.G. hängt alles davon ab ob man von einer (wenngleich natürlich asymmetrischen) Kriegssituation (USA gg. El Kaida+Taliban (in Afghanistan mit Zustimmung sogar der UNO) sowie Pakistan gg. Taliban (Bürgerkrieg in Pakistan)) ausgeht oder nicht bzw. ob Bin Laden ein feindlicher Kombattant ist (den man auch in einer Pinkelpause dann erschiessen dürfte, Rechte haben nur KriegsGEFANGENE, Kombattanten, die sich also ergeben haben) oder nicht.

    Für den Rest haben Sie bitte Verständnis, dass Ihre Fragen („Wer ist ein Terrorist?“ usw.) den Rahmen vollends sprengen und ich daher nichts dazu schreiben möchte, wenngleich ich dazu durchaus ne Meinung habe. Doch da müsste ich ewig ausholen. Danke!

    Kommentar von CK | Mai 4, 2011

  4. Und ich muss LePenseur zustimmen, wenn er dort schreibt: „Dieser Liberalismus, der es ins Belieben einer Regierung stellt, Menschen ohne Prozeß zu töten und ins Meer zu entsorgen, will mir nicht recht gefallen.“
    Siehe auch (am anderen Ende des politischen Spektrums): http://ofenschlot.blogsport.de/2011/05/02/eine-verhoehnung-der-regeln/

    Kommentar von nestor | Mai 4, 2011

  5. @nestor: Der Staat hat die Pflicht seine Bürger zu schützen, auch nach der liberalen Lehre. Notfalls durch Kriegsführung. Im Krieg gibt es zwar durchaus Regeln (jedenfalls für zivilisierte Länder), aber keinen Prozeß vor jedem Todesschuss. Allein die Idee ist schon so hirnrissig, dass man sich fragt wieso soviele Menschen ernsthaft so argumentieren.

    Israel praktiziert seit Jahren bereits gezielte Tötungen, wenngleich dort die Bedrohung natürlich viel direkter und akuter ist als die der USA durch den im fernen Pakistan sitzenden Bin Laden. Das habe ich immer verteidigt, da leider alternativlos (es sei denn, man sieht das Akzeptieren des Raketenbeschusses als ernsthafte Alternative an.)

    Zudem unterliegt die Regierung in einer Demokratie der Kontrolle des Parlaments und seiner diversen Ausschüsse, die sicher auch im Fall Bin Laden mehr Informationen haben wollen. Sie kann also keineswegs beliebig handeln.

    Ob mir das so „gefällt“, ist eine andere Frage. Natürlich würde es mir viel besser gefallen, es wäre möglich sowas anders zu regeln (cf. meinen Text oben), da sind wir uns alle drei einig, aber manchmal kann die Politik eben leider nur noch mit anderen Mitteln fortgesetzt werden.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760334,00.html

    Kommentar von CK | Mai 4, 2011

  6. Zu dem Thema ist auch folgende Frage interessant, die mir heute von einem anderen Löwenfan gestellt wurde.

    Hier die Frage:“hatte die RAF dann doch recht, als sie forderte kriegsgefangenenstatus zuerkannt zu bekommen?

    wo ziehst du die grenze zwischen krieg und terror/kriminalität?“

    Hier meine Antwort:

    „Die Sache ist die, dass man nicht bloss die Dinge haben kann, die im eigenen Interesse liegen. Entweder man ist eine Kriegspartei (mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben) oder nicht. Hätte man der RAF- rein theoretisch- diesen Status gegeben, hätte die Bundeswehr alle RAF-Mitglieder einfach erschiessen und wegbomben dürfen. Zudem hätte man RAF-Mitglieder (selbst kleinste Helfershelfer) so lange einsperren dürfen, wie der Krieg dauert, was durchaus ewig hätte dauern können (eben solange es die RAF gibt). Ich glaube nicht, dass der RAF so ein Status entgegen gekommen wäre. Sie hätten doch dann weniger als mehr Rechte gehabt. Sie haben sich natürlich rein selektiv nur dann darauf berufen, wenn es ihnen gerade zupass kam (Haftbedingungen, politische Indoktrinierung der Sympathisanten).

    Gute Frage. Ich glaub, mehrere Faktoren spielen eine Rolle: das Territorium auf dem agiert wird (ist es ein (Bürger-)Kriegsgebiet wie Pakistan, ein fremdes Gebiet, wo die Herrscher die Terroristen decken, womit man einen casus belli gegen diese Herrscher hat (wie gegen die Talibanregierung 2001 in Afghanistan) oder eben ein stabiler eigener oder befreundeter Rechtstaat wo man polizeilich das Ganze lösen kann und dann auch sollte), die Waffen der Terroristen (je schlimmere Waffen, desto grösser die Bedrohung, man stelle sich vor, sie hätten Massenvernichtungswaffen wie Atombomben bspw., das wäre kein Job für die Polizei mehr) und der allg. Bedrohungszustand an sich.

    Wenn die Bedrohung so schlimm wird, dass der Staat bzw. Teile des Landes unter die Kontrolle der Terroristen fallen (davon war die RAF aber nun wirklich Lichtjahre entfernt!), dann wäre das ein gesetzlicher Notstand um einen Kriegszustand auszurufen.

    Nehmen wir an, die Hell´s Angels nehmen Frankfurt ein und die Bevölkerung dort als Geiseln. In so extremen Fällen hätte der Staat m.E. die Lizenz zum Töten der Hell´s Angels, bis der Vorzustand wieder hergestellt wäre, weil dieselben dann nicht mehr nur Kriminelle wären, sondern Staatsfeinde. Aber vorher müsste man den Kriegszustand bekanntgeben.

    Das ist eben der Unterschied von Terroristen zu normalen Verbrechern oder Schwerverbrechern. Sie sind gegen das System an sich und bedrohen das ganze System. Sie stellen sich somit ausserhalb des Systems und können u.U. zu rechtlosen Vogelfreien werden, was bei Kinderschändern, Serientätern usw. so nicht der Fall ist.

    Mancherorts regieren de facto längst Guerillatruppen. Daher ist es wichtig, klare Regeln zusammen festzulegen wie Staaten in dem Fall agieren dürfen.“

    Kommentar von CK | Mai 4, 2011

  7. E-Mail von meinem Onkel:

    „Was ist meine Meinung? Hmm, ich frage mich, ob ich überhaupt eine haben will, in gewisser Weise ist es mir egal. Aber gut, das geht natürlich nicht, es stellen sich ja schon rechtliche Fragen, also muss man auch Position beziehen. Allerdings muss ich sagen, dass ich über diese juristischen Grundsätze im Detail nicht genug weiß, es bleibt mir also nichts anderes übrig, als einigermaßen aus dem Bauch heraus zu antworten.
    Ich denke, rein völkerrechtlich und grundsätzlich theoretisch juristisch, war die Aktion nicht wirklich in Ordnung, selbstverständlich wäre der korrekte Weg gewesen, Pakistan zu bitten, Bin Laden zu verhaften, ihn dann an sie USA auszuliefern, wo er in einem komplizierten Verfahren (wohl vermutlich von Terror begleiteten Verfahren) verurteilt worden wäre, in den USA zum Tode, in Europe zu lebenslänglich mit der wahrscheinlichen Aussicht, nach, ich rate mal, 15 Jahren, wieder frei zu kommen. Nun, dieser „korrekte“ Weg enthält ungefähr 26 Unmöglichkeiten, im Klartext, er wäre nie zur Anwendung gekommen. Für Obama stand also die Frage, entweder auf die Rache (oder meinetwegen auf die verdiente Buße) zu verzichten, oder aber genau diesen Weg, der stattgefunden hat, zu gehen. Wie ich mich letztlich entschieden hätte, weiß ich nicht (Strafe ist wichtig, aber einen wesentlichen Beitrag zu einer besseren Welt wird sie in diesem Fall wohl nicht bewirken), ich kann aber jedenfalls gut verstehen, wie und warum sich Obama so entschieden hat. Es wurde kein Unschuldiger getroffen, sondern ein potentieller Massenmörder, und gerade die Amerikaner als Hauptbetroffene seines menschenverachtenden Handelns waren natürlich an Konsequenzen interessiert. Obama hat sich so entschieden, er übernimmt und trägt die Verantwortung, und damit ist für mich persönlich die Sache erledigt, ich denke da pragmatisch. Eine Änderung des Rechts, wie du es vorschlägst, klingt gut, kann aber wohl zu nichts führen, weil man das Grundprinzip, dass man Menschen nicht töten darf, ja nicht aufgeben kann, schon gar nicht als liberaler Rechtsstaat. Man wird also weiterhin stillschweigend (leider ist es in diesem Fall nicht still, aber wenn ich mich schon mal nicht an der überflüssigen Diskussion beteilige, ist das ja ein Anfang) das theoretisch unverzichtbare Prinzip an ausgewählten und extremen Stellen brechen, mit dieser zugegebenermaßen in gewisser Weise unlogischen Position wird man leben müssen. Es wäre sicher schön, wenn in der Welt immer alles überkorrekt und sauber ablaufen könnte, aber die Welt ist dafür zu kompliziert, und die Menschen in gewisser Weise auch zu „böse“, man sollte also solche Wunschträume realistischerweise erst gar nicht aufkommen lassen. “

    Auch lesenswert:
    http://gaywest.wordpress.com/2011/05/05/in-tiefer-trauer-um-bin-laden/
    http://jennifernathalie.blogspot.com/2011/05/dear-mister-president-wie-konnten-sie.html
    http://blog.aynrandcenter.org/killing-of-bin-laden-an-act-of-justice/
    http://www.antibuerokratieteam.net/2011/05/03/jetzt-ist-er-weg/

    LePenseur sieht das immer noch anders:
    http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2011/05/andreas-verrennt-si.html

    Kommentar von CK | Mai 5, 2011

  8. Pat Condell zu OBL und Pakistan:

    Wie immer brilliant.🙂

    O´Reilly zum gleichen Thema:
    http://video.foxnews.com/v/4682806/confronting-evil

    Yacoov Lozowick zum Völkerrecht und assymetrischen Konflikten (via Ruth/beer7):
    http://yaacovlozowick.blogspot.com/2011/05/hubris-of-international-lawmongers.html

    Und zu unseren pazifistischen Freunden in Deutschland (die Sendung habe ich gestern auch gesehen und mehrmals die Fäuste geballt):

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/anne_und_der_8_mai/

    http://www.tagesspiegel.de/medien/wo-sesselstrategen-auf-osama-bin-laden-treffen/4150198.html

    Und muss Obama seinen lächerlichen Friedensnobelpreis eigentlich jetzt wieder abgeben?😉

    Kommentar von CK | Mai 9, 2011

  9. @CK:

    Auch der wie immer brillante Pat Condell wird mich nicht dazu bringen, eine Mafiaclan-artige-Schießerei (so es sie gegeben hat, woran ich, wie mehrfach betont, lebhafte Zweifel hege!) auf einmal für eine großartige Manifestation rechtsstaatlicher Methoden zu halten.

    Und, damit man mich nicht falsch versteht (mich beschleicht das Gefühl, daß Sie das nämlich tun): das hat nichts damit zu tun, ob ich die Standpunkte des (angeblich) Getöteten toll finde oder zum kotzen. Letzteres ist nämlich der Fall (sofern der Mann nicht überhaupt immer schon eine sockenpuppe des CIA war, wofür einiges spricht), und das sollte angesichts vieler höchst islamkritischer Postings auf meinem Blog auch klar sein.

    Aber Recht und Unrecht sind nun einmal Kategorien, die mit »Mögen« bzw. »Nicht-Mögen« sehr wenig zu tun haben. Ich mochte seinerzeit von der DDR durch Kopfschuß erlegte »kriminelle Republikflüchtlinge« nicht (besser: die Flüchtlinge mochte ich schon, aber nicht die DDR-Führung), ich mochte die Methode, mit der Reagan seinerzeit Grenada plattmachte, nicht, obwohl mir Reagan fraglos weit sympatischer war als seine Kontrahenten.

    Und im vorliegenden Fall geht es außerdem nicht darum, ob der angeblich getötete Osama bin Laden dies »verdient« hat, sondern ob es es genau so verdient hat.

    Wer das bejaht, der wird mir schwerlich erklären können, warum dann die USA nicht unter Bruch der chinesischen Souveränität ein Geheimkommando aussenden, um die ganz zweifellos verbrecherische Führung Rotchinas, die noch weit mehr Blut an ihren Fingern kleben hat, per Kopfschuß zu liquidieren. Ach so, das könnte unangenehme Konsequenzen haben, indem dann China zurückbombt?

    Nun, und damit sind wir eben beim Knackpunkt: wer dann, wenn er sich’s halt »leisten« kann, den Boden des Rechtsstaates verläßt, und einfach jemanden erschießt, jedoch dann, wenn’s brenzlig würde, dies unterläßt, der gibt zu erkennen, daß er letztlich auf dem Standpunkt »legal — illegal — scheißegal!« steht. Was für ihn zählt ist ausschließlich die Durchsetzung der eigenen Interessen. Der Rest von Demokratie und Menschenrechten ist heuchlerisches PR-Blabla, nichts weiter.

    Ich bin nun nicht so naiv anzunehmen, daß es nicht so wäre! Ich bin nur nicht bereit, es wegen dieser Kenntnis auch schon gutzuheißen.

    Und nicht einmal Pat Condell wird mich dabei vom Gegenteil überzeugen.

    Kommentar von LePenseur | Mai 9, 2011

  10. @LePenseur: Wir drehen uns im Kreis. Ich will nur klarstellen, dass ich Ihnen niemals unterstellt habe, sie hätten auch nur einen Hauch von Sympathie für OBL. Und ich denke auch, ich verstehe sie richtig. Sie sehen die Situation halt einfach nicht als Krieg an (und denken somit logischerweise in Begriffen wie Polizei, Haftbefehl, Gerichte usw.), ich hingegen schon. Und da kommen wir nunmal auf keinen grünen Zweig.

    Im übrigen halte ich es in der Tat für die Pflicht eines jeden freiheitlich-demokratischen Nationalstaates die Interessen SEINER EIGENEN Bürger durchzusetzen. Natürlich NICHT auf Kosten unschuldiger Bürger anderer Staaten. Die Liquiditation eines verbrecherischen Staats- und Volksfeindes (OBL war kein Dissident, der nur mal ausreisen wollte, sondern ein Massenmörder) sehe ich in der Tat aber egoistischerweise nicht als ein grosses Problem an.

    Und wieso sollten die USA sich mit China anlegen? Das wäre doch grober Unfug. Was haben die Chinesen den Amis denn in letzter Zeit angetan? Die USA sind nicht die Weltpolizei und dafür da, alle Menschen von Tyrannei zu retten, sondern um Freiheit und Sicherheit der eigenen Bürger zu gewährleisten. Was nicht bedeutet dass man nicht China wegen seiner innenpolitischen Verbrechen kritisieren muss. Ebenso wie in der Tat auch die USA kritisiert werden müssen, die im kalten Krieg den Islamismus unverantwortlicherweise mitaufgebaut haben.

    Interessant auch das Statement von Stefan Blankertz:
    http://www.freiheitsfabrik.de/238/

    Ebenso Ron Paul:

    Kommentar von CK | Mai 9, 2011

  11. @CK:

    Der Einfachheit halber verweise ich auf mein heutiges Postin auf meinem Blog.

    Zu Blankertz‘ Statement hat der Poster »hanz« m.E. schon alles nötige gesagt.

    Und so sehr ich Ron Paul schätze — ist mir doch bewußt, daß auch ein integerer Politiker wie er in einer solchen Sache nicht im »luftleeren Raum« agieren kann. Jedes weitergehende Statement hätte ihn in der öffentlichen Meinung zum Vaterlandsverräter gestempelt und jegliche politische künftige Betätigung faktisch unmöglich gemacht.

    Nun, in vielem ist Ron Paul auch in dieser Wortmeldung zuzustimmen. Daß er darin sicher nicht alles sagte, was er darüber denkt, ist der Realpolitik geschuldet — und die ist eben so geartet, daß auch der integerste Charakter sich darin nicht ganz ohne Beschmutzung bewegen kann.

    Kommentar von LePenseur | Mai 10, 2011

  12. @LePenseur: Ich schlage vor, wir beenden die Diskussion und einigen uns darauf uneinig zu sein, was ich nicht weiter tragisch ansehe.

    Was die Einschränkung der Bürgerrechte (Patriot Act, Bankgeheimnis, Vorratsdatenspeicherung) angeht sind wir uns im übrigen einig. Ebenso wie dass Folter in einem Rechtstaat, auch im Krieg, nichts verloren hat. Ich verteidige sicher nicht alles, was die USA machen, vieles halte ich strategisch sogar für fraglich (Irakkrieg). Und ein Groupie von Obama bin ich so wenig wie ich ein Fan von Bush war. (Das nur „for the record“, auch wenn Sie mir nie sowas unterstellt haben.)

    Nur in diesem Fall- der in der Tat Fragen aufwirft, die ich auch lieber klarer beantwortet hätte- sind wir halt anderer Meinung, aber ich will da jetzt nicht weiter drüber diskutieren, weil 1. wir drehen uns eh nur im Kreis und 2. sterben jeden Tag weltweit soviele unschuldige Menschen (durch Menschen wie Osama), da ist dessen Ende keine große Tragik.

    Verfassung und Rechtsstaatlichkeit bedeuten mir aber auch sehr viel und ich verabscheue Krieg, aber ich glaube halt, dass bei unserem skrupellosen Gegner es leider manchmal notwendig sein wird, Methoden anzuwenden, die ausserhalb dieses spezifischen Kontextes nicht vertretbar wären, aber innerhalb diesem LEIDER notwendig.

    Gut fühle ich mich dabei aber auch nicht. Das können Sie mir glauben. Wer will schon Gewalt, Terror oder Krieg… Ich sehe jedoch keine andere, vor allem keine humanere und ungefährlichere Lösung.

    Kommentar von CK | Mai 10, 2011

  13. @CK:

    Im Prinzip d’accord — beenden wir’s damit! Nur eines noch: auch mir geht’s nicht um einen »armen« Osama bin Laden (odere wer immer da abgeknallt wurde, falls überhaupt einer …), sondern darum, daß ich auch einer Supermacht keinesfall die Lufthoheit über das Gebiet der Moral einzuräumen bereit bin!

    Denn wenn es etwas gibt, was mich gesetzten älteren Herren😉 noch auf die Barrikaden bringt, dann die Attitüde: »ich kann mir das leisten, weil ich alle anderen plattmachen kann«. Vielleicht gehe ich nicht so sehr auf die Barrikaden, daß ich dabei plattgemacht werde, mag schon sein. Aber ich bin durchaus bereit, für meine Einstellung auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Obwohl mich z.B. die landschaftlichen Schönheiten der USA reizen würden (seine Bewohner, die ich bislang kennenlernen durfte, allerdings weniger …), werde ich das Land angesichts seiner Einreisemodalitäten, die ich inzwischen schlicht für eine Frechheit halte, wohl nie mehr betreten. Ist halt so …

    Zurück zu unserem Dissens (der weithin ohnedies keiner ist):

    Ich habe in Erinnerung, daß die nicht eben intelligenten Buchverbrennungsaktionen der Nazis zu Sätzen (mit bedeutungsschwangerem Vibrieren in der Stimme) à la »Wer heute Bücher verbrennt, verbrennt morgen Menschen« Anlaß gaben.

    Nun, als alter Bibliophiler mag ich Bücherverbrennungen nicht. Als Freigeist mag ich Bücher- wie Menschenverbrennungen nicht (wenngleich das mit dem Verbrennen von Menschen eher die Spezialität der ach so humanen & demokratischen Engländer war — wie Ihnen aus unserer letzten größeren Debatte wohl im Gedächtnis geblieben sein dürfte😉 … aber egal:

    Ich sage (mit oder ohne Vibrato in der Stimme): »Wer heute schlafende Terroristen einfach ohne Prozeß abknallt, wird morgen legitime Demonstranten, die z.B. eine echte politische Neuordnung ohne den bisherigen Parteifilz wünschen, auch nicht mit Samthandschuhen anfassen.«

    Und diese Aussicht erfüllt mich nicht gerade mit Freude — und Sie wohl auch nicht, schätze ich mal …

    Kommentar von LePenseur | Mai 11, 2011

  14. @LePenseur: Ich bin ohnehin dagegen irgendjemanden plattzumachen, ausser zur Selbstverteidigung. Und right or wrong, my country halte ich auch nix davon.

    In die USA will ich aber irgendwann unbedingt mal reisen. Bin mal gespannt auf die Einreisemodalitäten und ob ich da gar noch strenger gefilzt werde als am Ben Gurion Flughafen.😉

    Und mit Freude erfüllt mich der überall grassierende Etatismus schon lange nicht mehr. Er macht mir genauso Sorgen wie der Terrorismus. Allein: ich glaube auch nicht an perfekte anarcho-libertäre Luftschlösser.

    Zum Abschluss des Themas:
    http://www.galacticempiretimes.com/2011/05/09/galaxy/outer-rim/obi-wan-kenobi-is-killed.html
    😉

    Kommentar von CK | Mai 11, 2011

  15. Yaron Brook im Interview bei Leonard Peikoff zum Tod Bin Ladens:

    http://www.peikoff.com/

    Erstmal nur Teil 1. Teil 2 folgt sogleich (vmtl. in den nächsten Tagen).

    Der Vorschlag einer öffentlichen(!) Hinrichtung ist mir dann doch ein wenig ungeheuer.😉

    Kommentar von CK | Mai 16, 2011

  16. Ein Clip, der alles zum Selbstverständnis der Amis sagt:


    😉

    Kommentar von CK | Mai 17, 2011


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: