L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Das Schweizer Volk lässt sich nicht entwaffnen

Mit diesen Worten kommentierte der St. Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler die Ablehnung der heutigen Waffeninitiative.


Bei der besagten Waffeninitiative ging es wohl zum Einen darum, das private Waffenrecht nochmal weiter zu verschärfen, zum Anderen aber auch darum, die Aufbewahrung der Armeewaffe im eigenen Heim zu verbieten.

In der Tat kann man sich wohl fragen wieso Armeewaffen nicht einfach im Zeughaus bleiben sollen, dennoch sehe ich kein großes Problem darin, wenn Soldaten sie mit nach Hause nehmen. Wenn es jedoch um das Recht auf privaten Waffenbesitz geht, dieses ist für mich unverhandelbar und gerade in der Schweiz ein bedeutendes Grundrecht, was der Staat respektieren sollte. Insofern stehe ich hier klar auf der Seite der Initiative-Gegner und freue mich über das Abstimmungsergebnis, welches zudem zeigt, dass dem Volk durchaus Freiheitsgeist zuzutrauen ist. Oft mehr als den Politikern. (Nur am Rande: Schade, dass sich dies nicht bereits bei der traurigen Abstimmung zu Minarettinitiative zeigte!)

Vor allem Schützenvereine und Soldaten atmen nun vermutlich auf, weil ihnen weitere Kontrollschikanen erspart bleiben, die ohnehin echte Kriminelle nicht davon abhalten würden, sich illegal zu bewaffnen.

Ich bin persönlich natürlich keinesfalls gegen jedes Waffenrecht. Es gibt Menschen, denen man zurecht das Tragen einer Waffe für immer verbietet (und sie bei Zuwiderhandlung bestraft), jedoch braucht es dafür meines Erachtens gute Gründe (bspw. kriminelle Vorstrafen, psychische Krankheit, Unmündigkeit). Ein erwachsener, mündiger, unbescholtener, ehrbarer und gesetzestreuer Bürger sollte jedoch das Recht haben, gewisse Waffen erwerben, besitzen und nutzen zu dürfen. Gegebenenfalls auch in Notwehr gegen Einbrecher.
Es geht darum die Gesetze bestmöglichst auszutarieren um es Verbrechern so schwer wie möglich zu machen, an Waffen zu kommen, aber das Grundrecht jedes Bürgers auf Selbstverteidigung, auch mittels Waffengewalt, zu erhalten. (So sehe ich das übrigens auch im Bereich Aussenpolitik mit den Nuklearwaffen. Gut, dass die USA welche haben, aber unbedingt verhindern, dass der Iran welche bekommt.) Die derzeitigen Schweizer Gesetze scheinen diesbezüglich vollkommen ausreichend zu sein. Kein Grund für weitere Verschärfungen also, die nur in die falsche Richtung gehen würden: nämlich dahin, das Volk komplett zu entwaffnen, was für Schweizer gottseidank nicht weniger unakzeptabel ist als für Amerikaner.

Siehe auch:
Christian Hoffmann: Mord & Totschlag in der Schweiz?

Waffenbesitz

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Februar 13, 2011 - Posted by | Schweiz | , ,

2 Kommentare »

  1. „freue mich über das Abstimmungsergebnis, welches zudem zeigt, dass dem Volk durchaus Freiheitsgeist zuzutrauen ist. Oft mehr als den Politikern. (Nur am Rande: Schade, dass sich dies nicht bereits bei der traurigen Abstimmung zu Minarettinitiative zeigte!)“

    Diese Argumentation ist problematisch: Wenn das Volk deinen Vorstellungen folgt, dann hat es im Geiste der Freiheit richtig entschieden, wenn nicht, dann ist das ein trauriges Ergebnis… Man kann dem Volk nicht nach Gutdünken mal den Freiheitsgeist zusprechen und mal absprechen. Das Volk entscheidet v.a. nach eigenen traditionellen Wertvorstellungen. Und so sehe ich auch diese Entscheidung der Schweizer, ohne große Differenz im Geiste zur Minarettabstimmung.

    Kommentar von Christian Rode | Februar 14, 2011

  2. @Christian Rode: Dir ist aber schon klar, dass bei der Minarettabstimmung die Religionsfreiheit bzw. Ausübung derselben eingeschränkt wurde?

    „Das Volk entscheidet v.a. nach eigenen traditionellen Wertvorstellungen.“

    Das ist wohl wahr und manchmal kommt halt dabei ein freiheitsfreundliches Ergebnis heraus und manchmal auch nicht.

    Die Schweizer haben schon einen großen Freiheitsgeist. Selbst das Nein zu den Minaretten ist insofern nicht unkompatibel, da die Schweizer zurecht den Islam als Gefahr für die Freiheit erkannt haben. Nur verteidigt man die Freiheit eben nicht, indem man Grundrechte unnötig einschränkt.

    Deine Kritik an meiner Argumentation ist i.G. die, dass ich ein Ideologe bin bzw. eine recht klare Vorstellung davon habe was Freiheit bedeutet und wie sie aussehen bzw. nicht aussehen sollte. Das kannst Du in der Tat dann aber an jedem Blogposting monieren.

    Ich bin jedoch offen für jede Gegenargumentation. Hier bspw. wie Waffenverbote die Freiheit schützen. Ich gebe sogar zu, dass es dafür durchaus ebenfalls Argumente gibt.

    Kommentar von CK | Februar 14, 2011


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