L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Freiheit vs. Heuchelei des Westens

Auch wir von LfL verfolgen derzeit mit sehr viel Interesse die bemerkenswerten Vorgänge in Tunesien und Ägypten. Nach den Aufständen gegen die Mullahherrschaft im Iran lehnen sich also nun auch in zwei anderen, mehrheitlich muslimischen Ländern tapfere Menschen gegen ihre jeweiligen Machthaber und deren korrupte, diktatorische Regimes auf. In Tunesien wurde Ben Ali bereits in die Flucht geschlagen, in Ägypten regiert Mubarak noch mit eiserner Hand und lässt Proteste gegen ihn von der Polizei brutal niederschlagen.


Der Westen schweigt zu den Vorfällen. Europäische wie amerikanische Politiker, US-Präsident Obama miteingeschlossen, äussern sich lieber erst gar nicht zu den Vorgängen in diesen Ländern. Wenn doch, mahnen sie nur zur Besonnenheit auf allen Seiten. Wieso? Die simple Wahrheit ist: sie haben Angst vor Veränderungen.

Sicherlich, schon allein im Namen der Menschenrechte gehören Verbrecher wie Ben Ali und Mubarak eigentlich abgelöst, aber nichtsdestotrotz waren es- realpolitisch betrachtet- durchaus wichtige, verlässliche Zweckverbündete des Westens im Kampf gegen den islamistischen Terror. Und in der Tat: sollten nun in den beiden Ländern Islamisten an die Macht kommen, so wäre dies eine unglaubliche Katastrofe. Vor allem Israel mag daher verständlicherweise Angst vor einem Umschwung in Ägypten haben. Sollten die Muslimbrüder an die Macht kommen, könnten diese gar auf die Idee kommen, den Friedensvertrag mit Israel aufzukündigen.

Nichtsdestotrotz sollte sich der Westen meines Erachtens endlich kompromißlos und uneingeschränkt zu seinen Werten bekennen. Entweder wir stehen für universale Werte wie Freiheit, Menschenrechte und Demokratie oder nicht. Es sollte nun klar gesagt werden, dass wir diese Werte auch in Ägypten und Tunesien implementiert sehen wollen.

Die Einstellung „Er ist zwar ein Schweinehund, aber immerhin unser Schweinehund und wir brauchen ihn derzeit leider“ mag manchmal leider wirklich notwendig sein (Paradebeispiel: die Zweckkooperation mit Stalin und der Roten Armee im zweiten Weltkrieg, um Hitlers Wahn zu stoppen), aber mittel- bis langfristig ist diese Haltung eher kontraproduktiv und neue Gefahren schaffend. So wurde die islamistische Bedrohung vom Westen teilweise mitaufgebaut (unter Anderem im heutigen Brennpunkt Afghanistan) und die Unterstützung des rassistischen Apartheid-Regimes in Südafrika wirft bis heute einen Schatten auf den „weißen Mann des Westens“ indem sie den Linken ein perfektes Beispiel für die an sich vollkommen falsche Gleichsetzung Kapitalismus=Faschismus lieferte. Auch heute bereitet es mir Magenschmerzen, wenn ich sehe wie das saudische Königshaus oder eben ein Mubarak oder bis vor kurzem der nun von Interpol gesuchte Ben Ali hofiert werden.

Nein, ich will noch viel weniger Islamisten an der Macht sehen, doch sind die vielen Demonstranten in beiden Ländern nicht doch mehrheitlich eher an mehr (individueller) Freiheit als an einer neuen Theokratie interessiert? Falls ja (und einige Auslandsreporter sehen dies so, sogar bei der konservativ-liberalen Welt), so wäre dies eine unglaubliche Chance, die Freiheit auch in diesem Teil der Erde sowohl zum Wohl der einheimischen Bevölkerung als auch zum Wohle unserer eigenen aussenpolitischen Interessen zu erringen. Die großen Chancen, die sich nun auftun, sollten jedenfalls jetzt nicht leichtfertig verspielt werden. Denn droht eine Hinwendung zum Islamismus nicht viel eher, wenn die Menschen in Ägypten mal wieder die Heuchelei des Westens in Sachen Menschenrechte hautnah miterleben dürfen und sich von uns verlassen fühlen?

Ich sage es immer gerne wieder: wir leben in einer sehr spannenden und zu weiten Teilen ungewissen Zeit. Wir befinden uns keineswegs am „Ende der Geschichte“, was Fukuyama damit auch immer meinte. Ich hoffe, die Menschen in Ägypten und Tunesien schreiben nun Geschichte und legen die Weichen für eine freie Zukunft für sich selbst und ihre Nachfahren.

Siehe auch:
Zettels Serie zum Aufstand in Arabien
ARTE: Ägypter wollen ihre Freiheit

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Januar 28, 2011 - Posted by | Aussenpolitik, Ägypten, Tunesien | , ,

35 Kommentare »

  1. Denn droht eine Hinwendung zum Islamismus nicht viel eher, wenn die Menschen in Ägypten mal wieder die Heuchelei des Westens in Sachen Menschenrechte hautnah miterleben dürfen und sich von uns verlassen fühlen?

    Wie sollte das der Fall sein? Schickt etwa Amerika Truppen nach Tunesien oder Ägypten, um Ben Ali wieder zu installieren bzw. Mubarak zu unterstützen? Ist mir eigentlich nicht bekannt!

    Wenn die Bevölkerung Tunesiens oder Ägyptens tatsächlich keinen Islamismus will, haben sie ja die Möglichkeit, dies im Weg einer Revolution, wie sie in Tunesien bereits im Gange ist und in Ägypten offenbar bald bevorsteht, zu erreichen. Die Volksmassen können etwaigen Mullahs, die sie unterdrücken wollen, zweifellos ebenso den Stinkefinger zeigen, wie sie es Ben Ali oder Mubarak konnten und können.

    Als Europa sich im Verlauf der letzten Jahrhunderte aus einer feudalistischen Gesellschaft und absoluten Monarchien in Richtung auf mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entwickelte, geschah es auch nicht infolge irgendwelcher türkischer oder chinesischer Großmacht-Unterstützung. Das haben die Europäer eben selbst gemacht, und niemand hat ihnen dabei nennenswert geholfen.

    Genau dasselbe ist auch notwendig, wenn es im muselmanischen Raum Erfolg haben soll. Die Völker müssen es selbst wollen — sonst funktioniert es nicht! Doch leider, wenn ich meine Erinnerungen an Ägypten (Tunesien kenne ich zu wenig) Revue passieren lasse, bin ich nicht wirklich optimistisch, daß der Weg in Richtung Freiheit geht …

    Und was Ihren Enthusiasmus betrifft, in einer »spannenden Zeit« zu leben … nun, Sie kennen sicher den chinesischen Fluch: »Ich wünsche dir in interessanten Zeiten zu leben!«

    Meine Eltern- und Großeltern haben in zweifellos »spannenderen« Zeiten gelebt als ich bislang. Ihre Erzählungen darüber ließen meinen Bedarf, auch nur annähernd ähnlich »spannende« Zeiten wie sie zu erleben, recht gering werden.

    Da ist mir das Hemd näher als der Rock — und ein Schweinehund in Ägypten, der meine Interessen in Ruhe läßt, lieber als ein Mullahregime, das »die Ungläubigen« zum Islam bekehren möchte. Sorry — so egoistisch bin ich nun mal …

    Kommentar von LePenseur | Januar 28, 2011

  2. @LePenseur: Die USA haben jede Menge Geld in den letzten 30 Jahren nach Ägypten transferiert um dieses Regime zu stabilisieren. Wie gesagt, aus ihrer Sicht kann ich das verstehen(und auch aus unserer, ich bin wie Sie ein Egoist), Mubarak war/ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den islamistischen Terror, aber ich bin mir bewusst dass dies die Zivilbevölkerung wohl erzürnt.

    John McCains Reaktion zu den Vorfällen finde ich nicht übel:
    http://mccain.senate.gov/public/index.cfm?FuseAction=PressOffice.PressReleases&ContentRecord_id=ce79a431-a5dd-e3e6-6149-8a033a1d7483

    Dass die muslimischen Völker schon selbst ihre Freiheit erringen müssen(wobei wir ihnen dann aber keine Steine in den Weg legen dürfen), sehe ich aber auch so. Ich bin kein Neocon.

    Mit „spannenden“ Zeiten meinte ich, dass die Reise überall hingehen kann und ich bin dann doch eher Zweckoptimist. Wann, wenn nicht jetzt, ist- vor allem auch bei uns in Europa angesichts der gigantischen Staatsverschuldungen- die Zeit für wirklich liberales Gedankengut und liberale Reformen gekommen? Spätestens, wenn ein kompletter Zusammenbruch droht, muss agiert werden. Solche gefährlichen Situationen bieten daher auch immer Chancen.

    UPDATE: Caroline Glick macht mir hingegen Angst:
    http://www.carolineglick.com/e/2011/01/the-pragmatic-fantasy.php

    Siehe auch:
    http://www.politico.com/blogs/bensmith/0111/The_GOP_split_on_Egypt.html

    Kommentar von CK | Januar 29, 2011

  3. Was die Entwicklung in den arabischen Ländern in Nordafrika betrifft bin ich hin und her gerissen zwischen einerseits der Freude, dass die Völker bereit sind, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und andererseits der Sorge, dass im Zuge der Destabilisierungen extreme Gruppierungen die Macht erringen könnten und die Länder am Ende „vom Regen in die Traufe“ kommen.

    Was Ägypten betrifft sehe ich die Entwicklung sorgenvoller als in Tunesien. Solche Situationen sind einfach ganz schwer abschätzbar, finde ich. Wenn sich Systeme so festgesetzt haben wie es in diesen Ländern der Fall war/ist, stehen die Chancen für einen friedlichen Wechsel erstmal schlecht. Man macht sich hier im Westen auch keine Vorstellung, wie die Menschen dort ihre Situation empfinden. Dies kommt erst in solchen ungewissen Umbruchsituationen zu Bewusstsein.

    Kommentar von Christian Rode | Januar 29, 2011

  4. Abdel-Samat zu der Revolution in Kairo:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hamed/

    Er stellt sich also klar auf die Seite der Demonstranten, zu denen er selbst gehörte.

    Ulrich Becker hingegen warnt vor den Gefahren für Israel:
    http://aro1.com/aegypten-steht-kurz-vor-dem-zusammenbruch

    Ebenso auch unsere geschätzte Bloggerkollegin Ruth:
    http://beer7.wordpress.com/2011/01/30/a-new-middle-east/

    Kommentar von CK | Januar 30, 2011

  5. Morgen um 12:15 Uhr findet auf der Place Clairefontaine eine Solidaritätsdemo mit dem ägyptischen Volk statt.

    Die Forderungen:

    Solidarité avec la lutte du peuple égyptien !
    Halte à la répression et à la terreur des forces de sécurité !
    Départ du président Moubarak !
    Démocratie en Egypte !
    Justice sociale pour le peuple égyptien !

    Kommentar von CK | Januar 31, 2011

  6. Frage Broder: „Die Menschen in Arabien kämpfen für ihre Freiheit. Doch die deutschen Gutmenschen halten sich mit Lichterketten und Solidaritätsbekundungen zurück. Warum?“

    Ganz einfach: weil man befürchtet, dass durch diese Freiheit die Islamisten an die Macht kommen könnten. Wäre eine Machtergreifung durch Islamisten gering bis null, dann würde der Westen viel stärker applaudieren.

    Israel hält sich ja aber auch sehr stark zurück mit Unterstützung für diese Revolution … warum erwähnt Broder das nicht??

    Misst er hier wieder mit zwei Massstäben?

    Kommentar von Jerome | Februar 2, 2011

  7. @Jerome: Sehe ich auch so, bin ja auch recht skeptisch, wenngleich ich mir natürlich ein wirklich freies, demokratisches Ägypten wünschen würde.

    Bzgl. des Schweigens Israels/israelischen Regierung: vollkommen verständlich. Gegen Mubarak stellen geht nicht, weil er ein wichtiger Zweckverbündeter war und für Mubarak auch nicht, weil gerade dies dem Islamismus/Antizionismus in Ägypten Zutrieb verschaffen würde.

    Natürlich stehen die USA und Europa vor dem gleichen Dilemma (jedenfalls die Regierungen), aber eben nicht in dieser extremen Form. Wir haben da einfach mehr Spielraum.

    Käme die Bruderschaft an die Macht, würde sie vermutlich den Friedensvertrag aufkündigen, das wäre eine absolute Katastrofe für Israel. Deren Situation ist daher nicht so ganz mit unserer vergleichbar.

    Zudem ist die Pointe von Broders Artikel ja gerade, dass man ansonsten gerne im Sinne der Islamisten und/oder gegen die USA und Israel demonstriert.

    Support gegen Mubarak gab es aber von Khaled Abu Toameh (den ich immer wieder gerne lese):
    http://www.hudson-ny.org/1852/arab-dictators-lesson

    Siehe auch zum Thema Israel:
    http://pajamasmedia.com/blog/watching-egypt-burn-an-israeli-perspective

    Kommentar von CK | Februar 2, 2011

  8. Wer demonstriert gerne im Sinne der Islamisten?

    Kommentar von Jerome | Februar 3, 2011

  9. Man muss sehen, was nach der die Opposition einigenden Forderung „Mubarak muss weg!“ kommt, wenn Mubarak tatsächlich gehen sollte. Peter Scholl-Latour geht fest davon aus, dass danach eine (moderate) islamische Republik kommt, die sich gleichwohl nicht an die Verträge mit Israel halten würde. Vielleicht ist das Schwarzseherei, vielleicht noch zu optimistisch…

    Ich sehe noch kein demokratisches Ägypten (geschweige denn eine demokratische arbabische Welt), so wie wir im Westen uns das vorstellen.

    Kommentar von Christian Rode | Februar 3, 2011

  10. Wer demonstriert gerne im Sinne der Islamisten?

    Bspw. Claude Turmes von den Grünen. Womit ich nicht sagen will, dass dieser Islamisten mag, aber anscheinend sie trotz seiner fetten Brille nicht mal sieht, wenn sie vor ihm Hamasparolen schreien.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/bericht_von_der_friedensdemo_in_luxemburg_stadt/

    Kommentar von CK | Februar 3, 2011

  11. Welche Demo war das? Und wo wird Claude Turmes dort erwähnt?

    Und ist das dein einziges Beispiel?

    Ausserdem können legitime, positive Demonstrationen immer gehijackt werden. Was nicht bedeutet, dass man den Hijackern zustimmt!?

    Kommentar von Jerome | Februar 3, 2011

  12. @Jerome: Das war die gegen den Gazaeinsatz Anfang 2009. JayJay und ich waren damals vor Ort.

    Und ich habe Claude Turmes in der Tat in diesem Bericht nicht erwähnt, er war aber bei der zweiten Auflage dort und hat unter dem Jubel so mancher Islamisten ins Mikro- sinngemäss- geschrien, dass die Selbstverteidigung Israels eine Sauerei wäre.
    Enough said.

    Weitere Beispiele wären auch so ziemlich jede Demonstration in Europa gegen die USA. Wobei ich gegen den Irakkrieg auch auf der Strasse damals war. Würde ich heute aber nicht mehr tun. Nicht weil ich es heute unbedingt für falsch hielte, gegen diesen Krieg zu sein, sondern weil diese Veranstaltungen mehr der Hetze gegen die USA dienen als einer sachlich-kontroversen Diskussion über Militäreinsätze.

    Dass Veranstaltungen gehackt werden können, ist zwar leider wahr, aber bei den sog. Friedensdemos meistens definitiv NICHT der Fall, da muss man sich nur ansehen, wer von Anfang an als (Mit-)Organisator dabei ist. Im obigen Fall eben der CPJPO.

    Back ontopic, klasse Beitrag von Nichtidentisches:
    http://nichtidentisches.wordpress.com/2011/02/02/mit-mubarak-fur-israel/

    Kommentar von CK | Februar 3, 2011

  13. Interessante Schilderung der Geschehnisse in Ägypten (handelt es sich etwa um einen indirekten Militärputsch?): http://www.americanthinker.com/2011/02/the_story_of_the_egyptian_revo.html

    Optimistischer ist der Leitartikel von David Wagner in der heutigen Woxx zum Regime Change in Nahost (französisch): http://www.woxx.lu/cntr/articleNew/id_article/4348

    Kommentar von nestor | Februar 4, 2011

  14. CK:

    hat unter dem Jubel so mancher Islamisten ins Mikro- sinngemäss- geschrien, dass die Selbstverteidigung Israels eine Sauerei wäre.

    Sinngemäss? Und was hat er nun genau gesagt?

    Weitere Beispiele wären auch so ziemlich jede Demonstration in Europa gegen die USA. Wobei ich gegen den Irakkrieg auch auf der Strasse damals war. Würde ich heute aber nicht mehr tun. Nicht weil ich es heute unbedingt für falsch hielte, gegen diesen Krieg zu sein, sondern weil diese Veranstaltungen mehr der Hetze gegen die USA dienen als einer sachlich-kontroversen Diskussion über Militäreinsätze.

    Die Demonstrationen war auch eine Reaktion auf die Art und Weise wie die amerikanische Regierung sich in diesem Fall verhalten war. Und die war in diesem Fall unter aller Sau. Man denke nur an all die Lügen und ‚Beweise‘ dass Saddam Bio-Waffen hätte und man *wüsste* wo diese seien etc. Die Gegenseite war also auch alles anderes als sachlich …

    Dass Veranstaltungen gehackt werden können, ist zwar leider wahr, aber bei den sog. Friedensdemos meistens definitiv NICHT der Fall, da muss man sich nur ansehen, wer von Anfang an als (Mit-)Organisator dabei ist. Im obigen Fall eben der CPJPO.

    Die Israel/Palästina-Geschichte ist aber wiederum nicht so schwarz-weiss, wie du sie immer gerne malst.

    Hier auch ein interessanter Kommentar über die Hybris der aktuellen israelischen Regierung: http://www.talkingpointsmemo.com/archives/2011/02/hubris.php

    Kommentar von Jerome | Februar 4, 2011

  15. @Jerome: Sinngemäss? Und was hat er nun genau gesagt?

    „Wat Israel mécht, geet iwwert keng Kouhaut!“ (Wenn ich mich recht erinnere.)
    Mit anderen Worten: Die Selbstverteidigung des jüdischen Staates ist eine Sauerei. Sollen sie doch die Füße stillhalten statt gleich so überzureagieren, wenn mal ein paar Kassams geflogen kommen.

    Die Gegenseite war also auch alles anderes als sachlich …

    Es geht mir nicht darum, Bush und Cheney zu verteidigen oder überhaupt die amerikanische Irakpolitik, es geht mir darum dass solche Veranstaltungen fast immer zu plumpem Antiamerikanismus führen.

    Die Israel/Palästina-Geschichte ist aber wiederum nicht so schwarz-weiss, wie du sie immer gerne malst.

    Wenn damit gemeint sein soll, dass auch Israel Fehler gemacht hat, geschenkt. Ich habe schon vor Jahren die israelische Siedlungspolitik in der Westbank kritisiert ebenso wie die Spinnereien der Ultrareligiösen. Doch das große Ganze ist eben nun mal schwarz-weiß. Wenn es heißt Freiheit vs. Sklaverei, Rechtsstaat vs. Tyrannei, Selbstverteidigung vs. Terrorismus usw. gibt es in der Tat für mich keine neutrale Position. Diese fände ich nämlich zutiefst amoralisch.

    Hier auch ein interessanter Kommentar über die Hybris der aktuellen israelischen Regierung.

    Es war doch Erdogan, der sich von Israel abgewandt und sich stattdessen dem Iran und Syrien zugewandt hat, wenngleich ich verstehen kann dass die Türkei gute Beziehungen zu den direkten Nachbarn möchte, vor allem angesichts der wankenden US-Supermacht.

    Ist aber jetzt eh offtopic.

    Kommentar von CK | Februar 4, 2011

  16. Off-topic:

    Hätte Ayn Rand heute nicht Geburtstag? Und das wird auf diesem Blog nicht erwähnt? 😉

    Paul Krugman hat es aber erwähnt:

    „There are two novels that can change a bookish fourteen-year old’s life: The Lord of the Rings and Atlas Shrugged. One is a childish fantasy that often engenders a lifelong obsession with its unbelievable heroes, leading to an emotionally stunted, socially crippled adulthood, unable to deal with the real world. The other, of course, involves orcs.“ 😉

    http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/12/28/rule-by-the-ridiculous/

    Kommentar von Jerome | Februar 4, 2011

  17. Ayn Rand hat am Murmeltier-Tag Geburtstag, also am 2.2. Und ich habe es nicht erwähnt, weil es an sovielen anderen Stellen bereits erwähnt wurde und ich auch selber keinen Personenkult hier betreiben möchte.

    Dass Paul Krugman kein gutes Haar an AR lassen kann, ist nicht verwunderlich. Nur ist er natürlich in Wahrheit der, der die Realität verleugnet und noch immer „ökonomischen Kreationismus“ propagiert. Aber bitte- back ontopic.

    Kommentar von CK | Februar 5, 2011

  18. Back on topic: ein interessanter Beitrag in der „Lexington“-Kolumne im Economist: Was Bush right? http://www.economist.com/node/18063852

    Kommentar von nestor | Februar 5, 2011

  19. Toller Artikel, ausgezeichnete Seite. Würde mir mehr davon wünschen. Ein aktueller Artikel zur selben Thematik findet sich auch unter:

    http://denkanstoesse.twoday.net/stories/die-instrumentalisierung-der-arabischen-revolution-ein-wettlauf-der-id/

    Kommentar von Friedrich Lehmann | Februar 7, 2011

  20. Hier ein Bericht des KPL-Zentralorgans zur samstäglichen „Soli-Demo“ hier in Luxemburg: http://www.zlv.lu/spip/spip.php?article4366
    Wie es scheint, hat das „Comité pour une paix juste au Proche-Orient“, das bei ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit, zum Beispiel die Solidaritätsveranstaltungen mit der Opposition im Iran, nicht anzutreffen war, versucht aus einer Pro-Ägypten eine Anti-Israel-Demo zu machen…

    Kommentar von nestor | Februar 8, 2011

  21. Ann Coulter hingegen hat einen an der Waffel: http://www.frumforum.com/coulter-there-should-be-more-jailed-journalists

    Kommentar von nestor | Februar 13, 2011

  22. @nestor:

    Nee, echt??? 😉

    Kommentar von Jerome | Februar 13, 2011

  23. Danke für diesen Link, nestor. Wieder mal genug zu lachen. Ich bin nie enttäuscht wenn ich dieses blonde Gift anklicke, ich amüsiere mich meist herrlich.

    Die Frau zieht ne einzige Show ab, haut dauernd absichtlich lauter PI-Sprüche heraus und das Allergeilste ist, wie manche humorlose Linke alles für bare Münze nehmen und sie damit weiter anfeuern statt einfach zu ignorieren oder halt mal selber drüber zu lachen.

    Der Spruch „Eigentlich gehören mehr Journalisten in den Knast“ ist ein Paradebeispiel dafür. Jeder, der Anne ein wenig kennt, weiß ganz genau, dass dies ein böser Scherz war. Am Geilsten ist allerdings der Satz, dass Saddam Hussein nach der Bombardierung des Iraks aussah wie Charlie Sheen nach einem WE. Herrlich! 😉

    Dass irgendwer Coulter noch ernst nimmt, ist das egtl. Verrückte im Grunde.

    Je nachdem mit welchen Leuten ich zusammen bin, geht es übrigens nicht minder krass zur Sache, vor allem wenn ich selber in Form bin. Da muss nur mal jemand auf ein Auswärtsspiel Luxemburgs mitfahren. Die Journalistensperre im Bus hat da schon ihren Grund 😉

    Kommentar von CK | Februar 13, 2011

  24. @CK:

    Das Problem mit Coulter ist, dass die meisten ihrer Fans sie und den Müll den sie redet für bare Münze nehmen.

    Aber wie sollen die das auch anders verstehen? Die Coulter tritt ja nicht offiziell als Standup Comedian auf. Obwohl sie das sollte.

    Und selbst provoziert sie natürlich hauptsächlich weil sich damit prächtig verdienen lässt. Allerdings hab ich so meine Zweifel ob sie den Müll nicht selbst glaubt … genau wie die unsägliche Malkin.

    Kommentar von Jerome | Februar 13, 2011

  25. @Jerome: Naja wieviele die Frau wirklich ernst nehmen, weiß ich nicht. Ich sehe sie i.G. als eine Art weiblichen Ingo Appelt an. Sehr fies halt, aber ich kann persönlich drüber lachen. (Nur halt mit dem Unterschied, dass sie eine politische Agenda verfolgt.)

    Ich glaub schon, dass man eigentlich leicht erkennen kann, wann sie etwas ernst meint (das von mir verlinkte Video zur Rasterfahndung bspw.) und wann sie mal wieder böse Scherze macht. Was natürlich nicht ausschliesst, dass weniger intelligente Menschen da leider nicht differenzieren können.

    Da Linke grundsätzlich aber das gemeine Volk für recht dumm halten, unterstellen sie einfach mal so der Mehrheit, sie würden alles für bare Münze nehmen. Ich glaube ja eher, dass die meisten Fans von Coulter, Limbaugh etc. sehr wohl das alles richtig einordnen können.

    Kommentar von CK | Februar 13, 2011

  26. @CK:

    Nur halt mit dem Unterschied, dass sie eine politische Agenda verfolgt.

    Ein nicht gerade kleiner und auch nicht unbedeutender Unterschied …………..

    Ich glaube ja eher, dass die meisten Fans von Coulter, Limbaugh etc. sehr wohl das alles richtig einordnen können.

    Klar … genau wie der durchschnittliche Foxnews-Zuschauer oder BILD-Zeitung-Leser ihre Nachrichtenquelle richtig einordnen können!!

    Kommentar von Jerome | Februar 13, 2011

  27. @Jerome: Nur weil man eine politische Agenda verfolgt, muss man ja nicht dauernd todernst sein. Ich für meinen Teil lasse mir meine Spässe auch nicht verbieten.

    „genau wie der durchschnittliche Foxnews-Zuschauer oder BILD-Zeitung-Leser ihre Nachrichtenquelle richtig einordnen können!“

    Viele können das durchaus. Wiederum Andere wollen es einfach nicht. Die wollen nur ihre Vorurteile bestätigt bekommen. Bild weiß halt sehr gut wie man Emotionen bedient.

    Kommentar von CK | Februar 13, 2011

  28. @ck:

    Nicht nur die Bild weiss das. Foxnews offensichtlich auch.

    Coulter ist aber kein Comedian und würde sich selbst auch sicher nicht als solche bezeichnen. Sie hetzt einfach primitiv gegen alles was sie nicht mag. Sie versucht eindeutig politischen Einfluss auszuüben.

    Kommentar von Jerome | Februar 13, 2011

  29. @Jerome: Das ist ja auch Coulters gutes Recht in einem freien Land, egal ob man sie mag oder nicht. Angst vor ihr muss aber niemand haben.

    So, back ontopic:
    http://english.aljazeera.net/programmes/rizkhan/2011/02/2011289482599902.html

    Kommentar von CK | Februar 13, 2011

  30. @ck:

    Du magst anderer Meinung sein aber ich finde primitive Demagogen wie Coulter und Beck als (zumindest potentiell) gefährlich. Hinzu kommt, und dies macht das Ganze noch verwerflicher und unmoralischer, dass beide hauptsächlich aus finanziellen Gründen versuchen Hass und Angst bei naiven Leuten zu schüren.

    Kommentar von Jerome | Februar 13, 2011


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