L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Staatsfeministische Mythen(II)-Gender Wage Gap

Ein nicht minder wichtiger Mythos des Feminismus ist der, dass Frauen gehältertechnisch diskriminiert werden würden, was wiederum zum Kampf um gleiche Bezahlung führt. Doch auch bei der Analyse der Gehälterfrage kann keine massive Diskriminierung gegen Frauen festgestellt werden.

Frauen verdienen in der Tat wohl durchschnittlich weniger als Männer. Mal ganz abgesehen davon, dass sich wieder mal die Frage stellt, wieso dies- ausser für Egalitaristen, die Ergebnisgleichheit der Freiheit vorziehen- überhaupt ein Problem sein soll (mich interessiert ohnehin nur mein Gehalt, nicht das des abstrakten Kollektivs „Männer“), wage ich jetzt mal eine sehr provokative These: Dies ist vollkommen zurecht so.

1. Die typischen Männerberufe sind besser bezahlt als die typischen Frauenberufe. Frauen wählen also mehrheitlich freiwillig weniger stark nachgefragte Jobs. Dies gilt sogar innerhalb des gleichen Wirtschaftssektors. So werden Frauen eher „nur“ Krankenschwester und Männer eher Ärzte. Und auch innerhalb der Ärzteschaft denken Männer kommerzieller. So sind beispielsweise die meisten reichen Schönheitschirurgen Männer.

Hinzu kommen Altlasten durch die schlechtere Schulbildung der Frauen noch bis Mitte der siebziger Jahre, diese tauchen natürlich in der Statistik auf.

Äpfel und Birnen sind jedenfalls nicht miteinander zu vergleichen.

2. Frauen arbeiten öfters als Männer nur halbtags. Für die halbe Arbeit kann es nur halben Lohn geben. Logisch, oder? Auch machen Männer öfters Überstunden, was zum einem dem schnelleren Karriereaufstieg dient und zum Anderen auch wieder mehr Geld einbringt.

3. Aufgrund von Kindern machen Frauen eher Pausen, nehmen Elternurlaub oder sonstige berufliche Auszeiten. Oder sie verzichten auf die angesprochenen Überstunden und Feiertagszuschläge. Diese Auszeiten schaden natürlich der Karriere, sie reduzieren die Zahl der Dienstjahre (und somit auch wiederum das Gehalt) und die Verfügungsmöglichkeiten des Arbeitgebers, der gerade in Führungspositionen viel Wert auf jederzeit erreichbare Mitarbeiter legt.

Kurzum: der Gender Wage Gap existiert (noch), doch ist er vollkommen nachvollziehbar, wie auch dieser FAZ-Artikel zugibt, freilich nicht ohne doch noch zu behaupten, böse, sexistische Unternehmer seien mit schuld an alldem.

Man kann sicherlich sehr viel zu den obigen drei Punkten sagen, aber meines Erachtens beweisen sie eben, dass die Unternehmer nicht mehrheitlich frauenfeindlich sind, sondern einfach rational handeln. Genauso wie es rational ist, wenn eine Autoversicherung von männlichen Kunden höhere Anfangsprämien verlangt, ausgehend davon, dass Männer viel eher Autounfälle verursachen als Frauen.

Wenn Frauen wirklich für die exakt gleiche Produktivitätsleistung weniger Geld bekommen sollten, wäre weibliche Arbeitskraft billiger. Genau dies behaupten ja auch viele Feministinnen, die Gehaltsdifferenz auf den bösen frauenfeindlichen Unternehmer zurückführend. Jeder, der etwas von Marktwirtschaft versteht, wüsste jedoch, dass sich- würde dies stimmen- die Unternehmer um Frauen reißen würden. Die meisten Unternehmer sind nämlich keine Sexisten, sondern sie wollen Gewinn machen. Frauen wären ein Wettbewerbsvorteil, eine Kostenersparnis. (Wobei diese erhöhte Nachfrage die Gehälter von Frauen wohl automatisch nach oben treiben würde.)

Folglich gibt es zwei Möglichkeiten, wenn eine Frau weniger verdient:

1. Die Frau leistet wirklich weniger, wieso auch immer, und kriegt zurecht weniger Geld. Ein Gesetz, was nun gleiche Bezahlung für diese Frau vorschreibt, wird ausgerechnet ihr selbst leider am meisten schaden, weil sie dann entlassen werden wird zugunsten eines produktiveren Ersatzes. Leistet sie nicht weniger, wird das Gesetz ihr aber ebenfalls schaden.

Wieso das so ist, erklärt der großartige Milton Friedman in diesem Video:

2. Und das ist jetzt meine persönliche Behauptung. Das genaue Gegenteil ist wahr und weibliche Arbeitskraft ist teurer als männliche. Da Frauen mehr Arbeitskosten mit sich bringen, werden halt lieber Männer eingestellt. Wieso Frauen teurer sind? Erstens wegen den oben schon angesprochenen Punkten, aber hauptsächlich weil der Staat Frauenarbeit künstlich verteuert. Natürlich tut er dies nicht aus Bösartigkeit oder überhaupt gewollt, sondern weil er gutgemeinte Gesetze einführt, die denen am meisten schaden, denen sie eigentlich helfen sollen (die generelle Tragik des Sozialstaates!). Ein Paradebeispiel ist der Schwangerschaftsurlaub. Während dieser Zeit verursacht die Frau Kosten, bringt aber dem Betrieb nichts ein, der einen Ersatz finden muss, der zusätzlich Geld kostet und sich erst neu einarbeiten muss. Hier müsste eine Lösung gefunden werden, die Schwangere schützt, aber dennoch dem Unternehmer unnötige Kosten erspart. Das Gleiche gilt auch für den Elternurlaub. Daher will man Männer dazu zwingen, ebenfalls Vaterschaftsurlaub zu nehmen um dort einen Ausgleich zu schaffen, doch dann werden Unternehmer halt bevorzugt ledige Männer einstellen, was zur Lasten der Familie gehen wird. Immer mehr (positive) Frauen“rechte“ zu verlangen, ist also nicht der Weg um Frauen zum wirtschaftlichen Aufstieg zu verhelfen, eher im Gegenteil. Das Luxemburger Gleichstellungsministerium würde ich übrigens sofort komplett auflösen, wir haben bereits ein Familienministerium, das sollte ausreichen.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn eine bessere Verträglichkeit von Kind und Karriere möglich wäre, wenn es mehr Kita´s gäbe und natürlich leisten im Gegenzug Eltern, die sich zuhause um ihre Kinder kümmern, eine unglaublich wichtige Wertschöpfung, die leider viel zu oft heute nicht mehr anerkannt wird. Die Kita´s muss der Markt bereitstellen, die Eltern sollten dafür alle Kosten selber tragen müssen, genauso wie ja auch Hausfrauen und Hausmänner auf jede Menge Geld verzichten müssen (sollte der Staat bei Ersteren Kosten übernehmen, müsste er aufgrund der Gleichheit vor dem Gesetz und des Neutralitätsanspruches auch den Anderen etwas geben, da gebe ich der CSV und dem ADR recht.)

Ich habe übrigens selber nichts gegen Rollenflexiblität, im Gegenteil, ich sehe mich selber da als recht progressiv zu eingestellt und würde Hausarbeit wie Kinderfürsorge wohl fair 50-50 aufteilen. Ich verstehe aber dennoch nicht wieso der Staat so einen Terz darum macht und ernsthaft sogar Statistiken darüber angefertigt werden, wer sich mehr um die Kinder oder den Haushalt kümmert. Wie eine Familie sich intern organisiert, sollte Privatangelegenheit sein und geht den Staat einfach nichts an, jedenfalls solange die Mitglieder ihre freiwilligen Vereinbarungen friedlich und im gegenseitigen Einverständnis treffen. Es ist nicht die Aufgabe des Staates irgendein Familienmodell vorzuschreiben oder auch nur bewusst zu bevorzugen bei Förderungsmassnahmen (sei es das konservative Modell der „normalen“ Familie oder das Modell zweier berufstätiger Eltern mit Kindern in der Krippe), sondern er hat einzig und allein sicher zu stellen, dass jede Familie nach ihrer ganz eigenen, frei gewählten Fasson leben darf. Dass solche Entscheidungen natürlich Einfluß auf die Statistiken des Arbeitsmarktes haben und Symptome wie den Gender Wage Gap mit sich bringen, geschenkt. Doch sollte dies kein Problem für einen liberalen Staat sein.

Zu der ganzen Thematik empfehle ich zum Abschluß noch eine recht interessante Vorlesung Walter Blocks.

Siehe auch:
Michel-Warum Geschlechtsdifferenz nicht gleich Diskriminierung ist

September 25, 2010 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Wirtschaft | , , ,

5 Kommentare »

  1. Noch eine kleine Anmerkung zum Artikel: Im Grunde geben sowohl Block als auch ich den Feministinnen insofern recht, als dass in der Tat Frauen sich oft zwischen Kind und Karriere entscheiden müssen, während Männer beides haben können.

    Dies ist jedoch kein Argument für Staatseinmischung ins Familienleben, da müssen die Frauen halt selber für eine andere Familienorganisation kämpfen bzw. einen passenden Mann finden, FALLS sie das denn überhaupt wollen.

    Nur Freiheit ist wichtig. Zwang zur Veränderung von Rollen ist ebenso falsch wie Zwang zur Beibehaltung derselben.

    Kommentar von CK | September 26, 2010

  2. Kommentar von CK | September 26, 2010

  3. „wir haben bereits ein Familienministerium, das sollte ausreichen.“

    „sondern er hat einzig und allein sicher zu stellen, dass jede Familie nach ihrer ganz eigenen, frei gewählten Fasson leben darf“

    Beides gleichzeitig passt nicht zusammen.

    Kommentar von Adrian | September 26, 2010

  4. Ich möchte allerdings nicht nur meckern – grundsätzlich stimme ich Deinen Artikeln zu🙂

    Kommentar von Adrian | September 26, 2010

  5. @Adrian: Auch wenn es in der Tat wohl leider utopisch ist, ich kann mir rein theoretisch auch ein Familienministerium vorstellen, was sich wirklich nur darum kümmert, dass die Eltern bspw. ihrer Bildungspflicht nachkommen, dass die Kinderrechte gewahrt bleiben und dass interne Gewalt, egal von wem gegen wen, bestraft sowie Schutz für Opfer von Gewalt angeboten wird.

    Familienrechtlich ist zudem einiges noch zu tun (gemeinsames Sorgerecht bspw. -auch im Scheidungsfall- und auch für Homosexuelle.)

    Kommentar von CK | September 26, 2010


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