L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Staatsfeministische Mythen(I)-Quoten

Die regulierungswütige EU-Kommission um unsere Landsfrau Viviane Reding (CSV) plant Frauenquoten für Chefetagen und Aufsichtsräte, welche bereits für jede Menge Diskussionsstoff in Europa sorgen. Erstaunlich dabei ist, dass kaum jemand diese unsinnige Schnapsidee als solche bezeichnet.

Zunächst einmal sind solche Quoten ein Angriff auf das Selbstbestimmungs- und Eigentumsrecht der Kapitalgeber eines Unternehmens. Was geht es denn irgendwelche Eurokraten an, wen welche Firma in den Aufsichtsrat oder in den Vorstand beruft? Abgesehen davon, dass diese ja eh nicht beurteilen können, welche Person nun wirklich objektiv am besten dafür geeignet ist und die dafür notwendigen Kompetenzen mitbringt. Aber da der Staat sich ja sowieso nicht aus der Wirtschaft heraushalten kann und möchte, will er halt nun auch bei solchen Entscheidungen leider mitreden. Offizielle Begründung: es gibt nicht genug Frauen in Führungspositionen, also muss die Politik mittels Staatsgewalt nachhelfen. Auf Kosten des Rechtsstaates wird also billige Ideologie betrieben.

Quoten schaffen nicht mehr Leistungsgerechtigkeit, sondern nur neue Probleme. Welche Frau will einen guten Posten über Quoten erlangen? Welche Frau will überhaupt einen Führungsposten ohne sich sicher zu sein, dass sie die beste Wahl für denselben war? Nach der Einführung von Quoten wird bei erfolgreichen Frauen immer der Vorwurf einer „Quotentussy“ im Raum stehen, selbst wenn dem nicht so sein sollte. Quoten unterminieren also massiv das Vertrauen in einer Firma, gerade auch zwischen Vorstand oder Aufsichtsrat und den Aktionären. Wenn überhaupt Quoten etwas bewirken, dann dass aufgrund von Bevorzugungen allein aufgrund des „richtigen“ Geschlechtes weniger kompetente Leute an die Macht kommen werden.

Quoten sind sexistisch. Sie stellen Frauen als qualitativ minderwertige Arbeitnehmer dar, die es ohne Hilfe des paternalistischen Staates nicht nach oben schaffen würden. Sie bevorzugen zudem Frauen auf Kosten der Männer, was schlichtweg ebenso Diskriminierung darstellt wie der gegenteilige Fall. Quoten sind daher unfair und ungerecht und ein Verstoß gegen die Rechtsgleichheit von Mann und Frau. Sie sind eine besondere Form von Lobbyismus.

Und wieso nur Frauenquoten für wirtschaftliche Führungspositionen? Wieso nicht auch eine Frauenquote auf dem Bau, im Handwerk, bei der Polizei, der Armee, der Feuerwehr, den Dachdeckern und vielen anderen eher als männlich geltenden Berufen oder sollen diese Tätigkeiten dann doch weiterhin- und heuchlerischerweise lieber- grösstenteils von Männern erledigt werden? Und wo will man überhaupt diese vielen Frauen in manchen Berufen herbekommen? Und wenn es schon bald Frauenquoten gibt, wieso dann nicht auch Männerquoten in sogenannten Frauenberufen? Wieso nicht überall Geschlechterparität herstellen?

Aber manche Ideologen wollen dies ja auch, doch diese ganze Gleichmacherei ist schlichtweg Wahnsinn. Jeder Mensch wird als Individuum frei geboren und sollte natürlich- unabhängig von seinem Geschlecht- das Recht auf freie, eigene Berufswahl haben. Es ist wichtig, dass beiden Geschlechtern alles erlaubt ist. Dass Frauen also auch beispielsweise Dachdeckerinnen werden dürfen und die Männer Hebammen. Doch bedeutet dies nicht, dass die Verteilung der Geschlechter auf die einzelnen Berufe völlig gleichmässig oder überhaupt äquivalent zu irgendeiner staatlichen Verteilungsvorgabe sein muss. Wieso denn auch? Dafür gibt es keinen einzigen, sinnvollen Grund.

Frauen und Männer sind nunmal auch verschieden, vermutlich auch zu einem nicht ungewissen Teil von Natur aus. Frauen entscheiden sich nunmal lieber für soziale als für technische Berufe, was nicht bedeutet, dass vereinzelt Frauen auch beispielsweise tolle Software-Entwicklerinnen oder Maschinenbauingenieurinnen sein können. Viele Unternehmen im IT-Bereich würden ohnehin Frauen sofort mit Kusshand nehmen, wenn dann mehr solcher auf dem Markt wären. Aber wo soll man diese denn herzaubern um Strafzahlungen zu entgehen?

Auch scheinen viele Frauen aus diversen Gründen weniger Interesse an Machtpositionen zu haben. Wieso also immer diese Mär vom bösen sexistischen Männerbund, der Frauen am Aufstieg hindert? Es scheint fast so, als würde bewusst ein genitaler Klassenkampf inszeniert werden.

Damit keine Missverständnisse entstehen: ich selber habe nichts gegen Frauen in Führungspositionen, im Gegenteil, doch glaube ich aus den oben aufgeführten Gründen eben nicht, dass Quoten dafür der richtige Weg sind, abgesehen davon dass die Anzahl der Frauen in solchen Positionen ohnehin mit der Zeit aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen ganz von selbst zunehmen wird.

Natürlich gibt es leider immer noch Vorurteile gegenüber Frauen in der Gesellschaft, doch Sexismus kann nicht mittels Staatsgewalt verhindert werden, sondern nur über zivilgesellschaftliche Ächtung. Und- einige Leser wird das nun vielleicht wundern- mittels des freien Marktes. Eine kompetente Frau, die von einem frauenfeindlichen Unternehmer nur wegen ihres Geschlechtes abgewiesen werden wird, wird halt von der Konkurrenz verpflichtet werden, die sich dank ihr einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem sexistischen Unhold verschaffen möchte und auch wird. (Das gleiche Argument gilt auch für Ausländer und rassistische Unternehmer.) Wobei ich betonen möchte, dass die meisten Unternehmer ohnehin wohl weder Rassisten noch Sexisten sind, wieso ich diese Quoten auch als Manifestation widerlicher Vorurteile gegen Unternehmer empfinde. Und bei wirklichen Rassisten oder Sexisten würde ohnehin kein Ausländer und keine Frau arbeiten wollen.

Statt sich also immer mehr in die Wirtschaft einzumischen, sollte der Staat sich lieber wieder mehr zurücknehmen, die Marktkräfte spielen lassen, diese vollkommen kontraproduktiven Unsinnsquoten erst gar nicht einführen und Frauen sich in Ruhe emanzipieren lassen. Die Damen werden es sicher auch ohne Vormund (ganz) nach oben schaffen.

September 24, 2010 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Wirtschaft | , , , ,

5 Kommentare »

  1. ja, Quoten… was für ein Thema… in den 80er Jahren habe ich das auch für eine gute Idee gehalten. Weil so ja der Unterdrückung der Frauen entgegengewirkt werden könnte. Mittlerweile glaube ich aber auch, dass Frauen mehr durch die eigene Qualifikation gewinnen können als durch eine fremdbestimmte Quote. Die Quote ist eher leistungshemmend als leistungsfördernd. Wenn eine Frau sowieso durch die Quote in einen Job oder ein Amt – z.B. bei Parteien – reinkommt, wozu sich noch anstrengen? Frauen bringen Leistung. Diese wird durch verbliebene sexistisch denkende Männer behindert. Ich denke, dass die Leistung, die Frauen bringen, letztendlich mehr überzeugt als irgendeine Quote.

    Kommentar von Christian Rode | September 24, 2010

  2. P.S.: Zur historischen Ehrenrettung der Quote: Vielleicht hat ja die Diskussion und die teilweise Einführung der Quote seinerzeit zur Emanzipation der Frauen beigetragen. Mittlerweile ist dies aber obsolet geworden.

    Kommentar von Christian Rode | September 24, 2010

  3. „Natürlich gibt es leider immer noch Vorurteile gegenüber Frauen in der Gesellschaft“

    Es gibt immer noch Vorurteile gegenüber beiden Geschlechtern. Aber nur bei einem gelten diese Vorurteile als problematisch.

    Kommentar von Adrian | September 26, 2010

  4. Vorurteile- jedenfalls insofern sie falsch sind- sind immer ein Problem. Sicherlich gibt es auch falsche Vorurteile gegen Männer, gegen die ich auch ebenso vehement anrede wie bei falschen frauenfeindlichen Verallgemeinerungen.

    Kommentar von CK | September 26, 2010

  5. Rayson zum gleichen Thema:
    http://www.bissige-liberale.net/2011/01/19/ministerin-contra-machos/

    Kommentar von CK | Januar 22, 2011


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