L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Meinungsfreiheit auch für Antizionisten, daher: Freispruch für Frau Biermann!

Frau Biermann drohen 1000 Euro Strafe wegen Volksverhetzung bzw. Aufruf zum Hass.

Die pensionierte Richterin, über deren peinliche antizionistische Aussagen zum Gazakonflikt, den Luxemburger Juden und Israel sowie zum Thema Meinungsfreiheit wir bereits hier und hier berichteten, steht nun also wegen ihren israel- und verdächtig judenfeindlichen Äusserungen vor Gericht.

Wer bitte will Probleme wie Antisemitimus mit Sprachverboten lösen? Zum einen ist das vollkommen kontraproduktiv (Jetzt kann die gute Frau sich erst recht als verfolgtes Opfer der Judenlobby darstellen, Glückwunsch!), zum Anderen ist die Meinungsfreiheit zu kostbar um sie wegen solchen Deppen zu opfern. Auch Antizionisten haben Grundrechte.

In einer freien Gesellschaft wird es leider immer auch einige unverbesserliche Antisemiten, Rassisten, Sexisten usw. geben. Mit ihnen sollte eine funktionierende Zivilgesellschaft auch ohne Gewalt, egal ob staatlicher oder privater Natur, fertig werden.

Und zur Hölle sowieso mit Hate Speech Laws!

Lasst die Frau ungestraft ihren widerlichen Unsinn über Israel verbreiten und weiss Gott wen dreist und frech zur Stellungsnahme auffordern, ich bezeichne sie dafür als das was sie ist. Man darf einen Antisemiten ja schliesslich wohl noch Antisemiten nennen. Oder nicht? Oder komme ich dann etwa meinerseits wegen Beleidigung vor Gericht, staatlicher Rederegulierung sei Dank?

Ich halte es bekanntlich mit dem französischen Aufklärer Voltaire: „Ich hasse jedes Wort von dem, was Sie sagen; aber ich werde bis zu meinem Ende dafür kämpfen, daß Sie es auch weiterhin sagen dürfen.“ (Allerdings könnte man noch hinzufügen: „Aber nicht in meinem Haus, meinem Blog und überhaupt auf meinem Grund und Boden, sondern auf ihrem.“)

Von daher: Freispruch für Frau Biermann! (Die bekanntlich selber nicht mal weiß was Meinungsfreiheit bedeutet.) Abschaffung aller Redeverbote! Analog zum First Amendment der USA sollte Meinungsfreiheit absolut gesetzt werden. (Dies beinhaltet natürlich nicht das Aufrufen zur Gewalt gegen Mitbürger oder das Schreien von „Feuer“ im Theater. Eh klar.) Mit weniger sollte sich auch kein echter Freiheitsfreund zufrieden geben.

Den Israelfreunden sei gesagt, dass diese Geschichte nichts an unserem guten Verhältnis zueinander ändert, aber ich hatte euch genau vor diesem Schritt vor Monaten bereits abgeraten, ihr habt jedoch nicht auf mich gehört, erwartet also bitte nun nicht meine Zustimmung zu eurem Handeln…

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Mai 18, 2010 - Posted by | Antisemitismus, Israel, Neues aus Luxemburg | , ,

8 Kommentare »

  1. Ich hatte die gleiche Meinung, habe damals mit meinem Vetter P.S. geredet der Ehrenkonsul Israel’s in Luxemburg ist. Er sagte mir, dass die juedische Gemeinde nicht nur wegen der Biermann Affaere gegen den Tageblatt streit haette…
    Eigentlich was ich damals verstanden habe ist, dass der Prozess auf die Zeitung gewidmet waere, nicht direkt auf Frau Biermnan…

    Kommentar von Claude Sternberg | Mai 19, 2010

  2. Das Tageblatt ist längst ein Schundblatt, welches- nicht nur von Juden- egtl. boykottiert gehört. Wenn ich nur diese Danièle Fonck und diesen Alvin Sold lese, wie können solche Menschen eine Zeitung führen? Wenn der Staat endlich die Subventionen an die Presse abschafft, können die sowieso einpacken. (Wobei ausser dem Wort vlt. noch wohl keine Zeitung dies überleben würde.)

    Aber gut wäre es, dann müssen die endlich mal wieder Qualität anbieten, daran hapert es bei unserer tollen Presse seit Jahren gewaltig.

    Kommentar von CK | Mai 19, 2010

  3. Hut ab vor Ihrer Courage, werte(r) CK. Frau Biermann hat sich wenigstens nicht feige hinter einem Pseudonym versteckt.
    Nur so nebenher, Frau Biermanns Vater, mein geschätzter Geschichtslehrer, wurde in den 50er und 60er Jahren mit ähnlich hasserfüllten widerlichen Anwürfen traktiert.
    Charles NICOLA

    Kommentar von Charles NICOLA | Mai 20, 2010

  4. @Charles Nicola: Nichts Hass, nur mal ein paar Fakten klargestellt.

    Und per Mail können Sie gerne meinen Namen erfahren inklusive Adresse und an Frau Biermann weiterreichen falls diese Klage gegen mich einreichen möchte.

    Kommentar von CK | Mai 20, 2010

  5. Nichts weiterreichen, denn ich kenne Frau Biermann nicht persönlich, trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, Sie sind nicht sonderlich tapfer, sonst täten Sie sich über meine e-mailadresse, die Ihnen ja bekannt ist, outen.

    Kommentar von Charles NICOLA | Mai 21, 2010

  6. Ich teile grundsätzlich die Position von C.K. zur Meinungsfreiheit. Er muss hier auch nicht mit seinem Klarnamen auftreten.

    Allerdings rege ich an, doch rechts künftig auch die antizionistische „intellektuelle“ Blogosphäre zu verlinken. Mit der „Blauen Narzisse“ ist schliesslich auch ein Blättchen aus dem Umfeld der NPD vertreten.

    Vive la liberté d’expression.

    Kommentar von Parsa Kakashanian | Mai 22, 2010

  7. @Parsa: Die Blaue Narzisse ist mir von jeher zu konservativ und auch national orientiert, hab sie aber bisher nicht als braun wahrgenommen, zumal sich dort diverse Autoren rumtummeln. Allerdings überlege ich seit ein paar Tagen die in der Tat zu entfernen aufgrund des Artikels zur Ballack-/Boateng-Affäre. Ausserdem nerven mich die ständigen Artikel gegen Abtreibung und zum Frauenbild.

    Kommentar von CK | Mai 22, 2010

  8. Lieber CK,

    Du unterliegst offenbar der Fehlwahrnehmung Nazis seien stets bierselig-pöbelnde Prollos. Nein, das können durchaus gebildete Zeitgenossen sein, die sich weniger entlarven als Deine antizionistischen Freunde, die glauben auf die gutmenschliche Mehrheitsmeinung zählen zu dürfen.

    Hier ein Artikel der „Blauen Narzisse“ zu einer Veranstaltung des Bildungswerkes der NPD: http://www.blauenarzisse.de/v3/index.php/gesichtet/1565-bildungswerk-der-npd-der-kampf-um-die-koepfe-und-die-bescheidenheit-der-dresdner-schuleq

    Ich gebe zu, das durchaus mit Interesse gelesen zu haben. Man kommt ja ansonsten nicht in diese Milieus. Das wohlfeile Dahergeschwafel, das eine kritische Solidarität des Autors mit den Nazis nicht verleugnen kann, entlarvt sich dann bei solch schönen Sätzen:

    „Einigkeit herrscht hingegen bei allen Teilnehmern und Referenten in der Frage, welche katastrophalen Fehler der Nationalsozialismus begangen habe. Insbesondere der Slawenhaß Hitlers und die expansionistische Ostpolitik hätten zur Katastrophe von 1945 geführt.“

    Insofern sollten es nicht die „Artikel gegen Abtreibung oder zum Frauenbild“ sein, die Dich nötigen Dir zu überlegen, warum Du die „Blaue Narzisse“ verlinkst.

    Verlinkung an und für sich ist natürlich kein Verbrechen. Nur entsteht bei Eurer Linkliste der Eindruck, Du würdest mit vielen der Blogs sympathisieren.

    Kommentar von Parsa Kakashanian | Mai 22, 2010


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