L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Legalize sex work!

In Frankreich wird anscheinend darüber debattiert ob „Maisons closes“ wieder zugelassen werden sollen. Zeit sich auch auf LfL mal mit dem Thema käufliche Liebe (welche bei unseren deutschen Nachbarn ja seit dem rot-grünen Prostitutionsgesetz von 2002 legal betrieben werden darf) auseinanderzusetzen. (Achtung, SEHR LANGER Text diesmal!!!)


Prostitution gab es zu allen Zeiten in der Weltgeschichte und es wird sie wohl auch immer geben. Was müsste passieren damit es sie nicht mehr gäbe ? Jeder Mensch müsste jederzeit sexuell völlig befriedigt sein. Wie soll das möglich sein ? Es wird immer einsame Singles geben, Menschen, die nicht befriedigte sexuelle Bedürfnisse verspüren, Menschen auf der Suche nach neuen Kicks … Eine Welt in der alle sexuell wunschlos glücklos sind, wäre mir zwar auch lieber, aber die ist wohl leider utopisch. So wird es also auch immer eine entsprechende Nachfrage nach käuflichen sexuellen Dienstleistungen geben. Und wo eine Nachfrage ist, da findet sich auch immer ein Angebot, was nach der monetären Gegenleistung frohlockt. Es muss also endlich jeder einsehen: Prostitution wird es immer geben, es ist die älteste Dienstleistung der Welt und niemand kann sie von der Erde tilgen.

DIE Prostitution gibt es aber ohnehin nicht. Es gibt die verschiedensten Formen von Prostitution sowohl was Ausübungsorte als auch Herkunft, sozialer Status, Motivation der ArbeiterInnen usw. angeht (Näheres dazu in der vom Gleichstellungsministerium beantragten ILRes-Kartographie). Fangen wir zunächst mal an mit der Beschaffungsprostitution. Hierbei handelt es sich um arme Menschen, die drogensüchtig sind und auf diese Art und Weise sich Geld für ihren nächsten Schuß besorgen wollen. Madame Loschetter (Grüne) meinte mal, die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen bei diesen traurigen Gestalten sei „ekelhafte Ausbeutung“, die bestraft werden müsse. Moralisch hat sie vollkommen recht, aber das ändert nichts daran, dass diese Menschen weiterhin auf Geld angewiesen sind. Wenn ihnen nun ihr Beschaffungsmarkt kaputt gemacht wird, müssen sie sich das Geld für die Drogen anderweitig besorgen. Also durch Überfälle, Einbrüche, Diebstähle … die Beschaffungskriminalität wird steigen. Sinnvoller wäre hier eine völlig neue Drogenpolitik.

Auch wenn die Beschaffungsprostitution wohl grösstenteils auf der Strasse stattfindet, sollte man diese jedoch nicht mit der Strassenprostitution als solche gleichsetzen. Nicht jede Frau auf der Strasse ist drogensüchtig. Dennoch ist die Strassenprostitution natürlich ein Problem. Es muss klar sein, dass diese reglementiert ablaufen muss. In einem Wohngebiet, wo Familien leben, wäre sie völlig fehl am Platz. Es muss also ein Anliegen der Politik sein, die Prostitution von der Strasse zu bekommen, von wenigen Toleranzzonen vielleicht mal abgesehen. Auch hier soll sich der Leser einfach mal eine Frage stellen: wieso trifft man nie auf der Strasse Leute, die einem Alkohol andrehen wollen ? Natürlich, weil es schlichtweg keinen Sinn machen würde, schliesslich gibt es genug Kneipen, wo Alkohol ausgeschenkt wird.

In Luxemburg gibt es auch die Prostitution in sogenannten Cabarets, womit Striplokale gemeint sind. Offiziell sind dort nur Tänzerinnen eingestellt, mit denen der Besucher gerne eine Flasche Champagner in einem Séparée trinken darf. Dass es dort auch mitunter zu sexuellen Handlungen kommt, ist bestens bekannt, auch wenn die Damen und die Lokalbetreiber das natürlich vehement abstreiten und leugnen werden. Das Geld wird vermutlich der Besitzer des Cabarets einstreichen und die Mädels selbst müssen sich mit dem Mindestlohn oder einem Lohn knapp darüber zufrieden geben. Wieso sollten die Mädels nicht für sich selbst arbeiten ? Doch diese Möglichkeit wird enorm erschwert bis verunmöglicht. Nehmen wir nur mal das Gesetz, welches Hotelbesitzern und Vermietern verbietet, ihre Zimmer und ihre Wohnungen an Prostituierte oder andere in Prostitution involvierte Personen zu verkaufen. Dies treibt die Prostituierten auf die Strasse und/oder gerade in die Abhängigkeit von Vermittlern und Mittelsmännern. Offizielle Begründung des Schmarrns: die Prostitution soll nicht gefördert werden und die Zuhälterei muss bekämpft werden. Wieder mal ein schlichtes Eigentor der Politik. Diese Paragraphen müssten schleunigst in den Reißwolf. (Dennoch gibt es auch bereits Prostitution in Appartements und Wohnungen. Man beachte die einschlägige Werbung in Zeitungsannoncen und im Internet.)

Bei den Gründen für die Ausführung von Sexarbeit muss streng unterschieden werden zwischen Freiwilligkeit und Zwang. Luxemburg hat sich gegenüber der UNO verpflichtet, Menschen-, insbesondere Frauen- und Kinderhandel zu bekämpfen. Daran muss festgehalten werden. Doch es nützt nichts und ist völlig fehl am Platze, wirr verschiedene Dinge zusammenzumixen. Es muss ausreichend differenziert, differenziert und nochmals differenziert werden. Gerade um den angesprochenen Handel effektiv bekämpfen zu können, braucht es klare Strukturen, die unterscheiden helfen und die Arbeit der Polizei effizienter und vor allem freiheitsverträglicher gestalten. Die Polizei soll schliesslich Verbrechen bekämpfen und nicht harmlose, unschuldige Bürger und Bürgerinnen kriminalisieren. Es sei auch noch angemerkt, dass auch nicht pauschal jede SexarbeiterIn mit Migrationshintergrund als Zwangsprostituierte angesehen werden sollte, auch dies würde der Komplexität dieses Themas nicht gerecht werden und zudem gefährliche Anschlussmöglichkeiten zu rechten, ja gar rassistisch-xenophoben Theorien bieten. Doch sind unsere Politiker in der Lage derart zu differenzieren ? M.E. grösstenteils leider NEIN, denn sonst würden nicht dauernd Prostitution und Menschenhandel in einem Atemzug genannt werden, was eine Diskussion über Sexarbeit sehr problematisch macht und logischerweise zu einer Präferenz des abolitionistischen Modells führen MUSS. Implizit wird beides miteinander gleichgesetzt und dies hat eben fatale Folgen.

In Luxemburg präferiert vor allem das Gleichstellungsministerium das sogenannte schwedische Modell. Hierbei handelt es sich um die Umsetzung eines (neo-)abolitionistischen Paradigmas die Problematik von Menschenhandel und Prostitution betreffend. Bei diesem Modell wird eine Prostituierte grundsätzlich als Opfer angesehen, als Opfer des Patriarchats und sexueller Ausbeutung, ihr Kunde jedoch wird kriminalisiert und zu hohen Geldstrafen oder gar zu einer Haftstrafe verurteilt. Sowohl Teile der CSV als auch der LSAP haben sich in der Vergangenheit positiv über eine Freierbestrafung geäussert. Lydie Err (LSAP) hat sogar einen Gesetzesvorschlag unterbreitet, der allerdings keine Geldstrafen für Freier vorsieht, sondern gemeinnützige Arbeiten und/oder obligatorische Aufklärungskurse über Menschenhandel. Doch wird dieses Modell seinen Zielen gerecht ? Welche Nebenwirkungen bringt es unter Umständen mit sich ? Wie könnten Alternativen dazu aussehen ?

Eins mal vorneweg: Völlig unabhängig davon wie der einzelne Leser persönlich und politisch zur Prostitution stehen mag, es sollte ja wohl einleuchtend sein, daß zu diesem Thema (wie bei jedem anderen Thema auch) zunächst mal die direkt Betroffenen angehört werden sollten. Genau dies passierte aber eben nie im selbsternannten Vorzeigeland Schweden. Das betreffende Gesetz wurde 1999 über die Köpfe der Prostituierten hinweg votiert und bis heute will kaum ein Beamter wissen, was die werten Damen selbst davon halten. Wieso wird die Vereinigung der schwedischen SexworkerInnen nicht angehört ? Auch wenn einem missfällt, was diese zu sagen haben, so sollten gerade sie ja wohl die Chance bekommen sich zu dem angeblich so tollen Modell äussern zu können. An dieser Stelle zeigt sich schon, dass etwas gravierend faul an diesem schwedischen Modell sein muss.

Zunächst einmal muss man anmerken, dass die Prostitution in Schweden völlig falsch definiert ist. Prostitution wird dort angesehen als Gewalt von Männern gegen Frauen. Das wird als feministische Errungenschaft dort angepriesen, ist aber im Grunde inhärent sexistisch. Zunächst einmal wird suggeriert, dass alle Kunden Männer sind und alle Prostituierte Frauen. Hierbei wird komplett übersehen dass es auch sehr viele männliche Stricher, auch in Schweden, gibt. Zudem Transsexuelle. Auch gibt es weibliche Freier. In Jamaika bspw. bieten schwarze Männer älteren, weissen Touristinnen sexuelle und erotische Wohltaten gegen Geld an. Dass Frauen ne sanftere Sexualität haben und ohne Romantik keinen Sex haben können, wird längst wissenschaftlich in Frage gestellt und somit auch die Tatsache, dass Frauen kein Geld für Sex ausgeben. Auch wird das Arbeitsverhältnis völlig einseitig interpretiert. Der Käufer hat die Macht, weil er das Geld hat, der Verkäufer hingegen ist ein armes Opfer, was keine andere Wahl hat als seinen Körper zu verkaufen um an dieses Geld heranzukommen. Es wäre ein Leichtes nun diese Interpretation der Sexarbeit völlig auf den Kopf zu stellen und mit der gleichen Berechtigung zu behaupten, dass im Grunde doch der Verkäufer die Macht hat, er wird begehrt, er bekommt Geld, hingegen der Käufer sich beschämt sagen muss, dass er Opfer seines Triebes ist und ihn das sogar noch Geld kostet.

Viele Prostituierte werden wütend, wenn sie als Opfer dargestellt werden, viele Freier nicht minder, wenn sie als Täter und Handlanger eines ominösen Patriarchats bezeichnet werden. Diese Propaganda wertkonservativer nicht selten puritanischer Radikalfeministinnen ist nicht länger hinnehmbar. Männer werden immer nur als Täter gedacht und Frauen als Opfer. Solch übler Kollektivismus ist abscheulich! Und was ist eigentlich mit BDSM ? Diese Praktiken sind ja sehr beliebt bei den Luxemburger Kunden laut Umfrage. Ist die Frau auch dann noch ein ausgebeutetes Opfer, wenn sie ihren Kunden sogar fesseln und beherrschen darf und derselbe seine Herrin noch nicht mal berühren darf ? Wie verträgt sich dies mit der Propaganda der Feministinnen ? Und wenn wir schon dabei sind: wieso behaupten dieselben Ideologen immer wieder, Sexarbeit sei der Verkauf des Körpers ? Da wird kein Körper verkauft, sondern eine sexuelle Dienstleistung, deren Ausübung halt Genitalien miteinschliesst. Das sind zwar intime Zonen, aber im Grunde doch genauso normale Arbeitswerkzeuge wie Hände. Die Hervorhebung der Genitalien kann wohl nur mit der jüdisch-christlichen Religion erklärt werden, deren gleichzeitige Verheiligung und Beschämung der Genitalien und der Sexualität bis heute in den Köpfen der Menschen nachwirkt, auch bei säkular-atheistischen Zeitgenossen.

Viel schlimmer als der Sexismus gegen Männer ist jedoch der Sexismus gegen andersartige Frauen bei Frauenlobbys wie der CNFL. Dass solche Agitatorinnen immer nur Männer als Täter sehen, geschenkt. Diese Blindheit findet man auch bei Themen wie häuslicher Gewalt oder Missbrauch von Kindern. Dinge, die ja angeblich nur von Männern ausgeübt werden, was aber schlichtweg nicht wahr ist, die Gewalt von Frauen wird nur meist nicht erkannt, totgeschwiegen oder bagatellisiert. Doch dass nun Frauen anderen Frauen das Recht auf Selbstbestimmung absprechen, ist erschreckend. Verteidigt eine Prostituierte ihre freie Berufswahl, wird gleich rumgeschrien, diese sei ja eh sexuell missbraucht worden in ihrer Kindheit oder wäre bereits indoktriniert worden von ihren Peinigern, könnte nicht mehr zwischen Sex und Gewalt unterscheiden usw. Frauen, die sich dieser Interpretation widersetzen, gelten als Verräter am eigenen Geschlecht oder gar als Kollaborateure des Patriarchats. SexarbeiterInnen werden als arme, unmündige Wesen betrachtet, die nicht mitbekommen dass sie Tag für Tag vergewaltigt werden. Welches Bild haben diese Feministinnen von Frauen ? Doch genau dies ist die logische Konsequenz ihres Denkens, das Frauen nunmal nur als Opfer betrachtet.

Jahrzentelang kämpfte die Frauenbewegung völlig zurecht für wichtige gesellschaftliche Umwälzungen: für das Frauenwahlrecht, das Scheidungsrecht, die freie Berufswahl, gegen sexuelle Nötigung in der Ehe, gegen die verschiedensten anstössigen Formen von Gewalt gegen Frauen, für Gleichberechtigung und Chancengleichheit, aber vor allem auch für das Recht auf Selbstbestimmung und für das Recht auf den eigenen Körper. Gerade Letzteres wurde immer und immer wieder betont. „Mein Körper gehört mir !“ wurde geschrien um das Recht auf Verhütung, Familienplanung und eben auch Abtreibung durchzusetzen. Doch wieso gilt das Recht auf den eigenen Körper und das damit verbundene Recht auf sexuelle Selbstbestimmung plötzlich nicht mehr, wenn Geld im Spiel ist ? Eine Frau hat das Recht sexuelle Dienstleistungen aller Art anzubieten. Persönlich glaube ich, dass hier, bewusst oder unbewusst, noch eine alte, rigide Sexualmoral ihr Unwesen treibt. Ist es etwa ein Zufall, dass die gleichen Moralisten auch liebend gerne Pornographie, sprich die gesamte Sexindustrie als solche, verbieten würden ? Eine latente Männer- und Sexualfeindlichkeit ist wohl leider nicht von der Hand zu weisen. Doch gottseidank gibt es auch Feministinnen, die das alles ganz anders sehen. Sex-positive Feministinnen reden vom Recht der Frauen auf Pornographie und Prostitution und marschieren nicht selten an der Seite von Sexarbeitern, die für ihre Rechte kämpfen. In den USA seien hier u.a. Wendy McElroy, Nadine Strossen oder Annie Sprinkle genannt. Diese Frauenrechtlerinnen kämpfen eben auch für die Rechte sexueller Minderheiten und Toleranz ihnen gegenüber. Dazu gehören neben Schwulen, Lesben, Transen, Bisexuellen, „Freie Liebe“-Prediger, Sadomasochisten und Asexuellen eben auch Sexworker. Apropos Sadomasochisten: hier zeigt sich auch die Sexualfeindlichkeit mancher Radikalfeministinnen. In Publikationen wie Emma werden Masochistinnen als Verräter am eigenen Geschlecht denunziert, für krank und unzurechnungsfähig befunden und zu Opfern von Männerunterdrückung gemacht. Dass es sich hierbei oft um sehr selbstbewusste Frauen handelt, die wissen, was sie tun, wird komplett ausgeblendet. Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Diese Frauen wollen halt einfach ihren Opferstatus nicht annehmen und müssen notfalls zwangstherapiert werden. Sex-positiver Feminismus hingegen wehrt sich gegen diese Intoleranz. Es gibt keine politisch korrekten Orgasmen. Im Bett ist erlaubt, was allen Beteiligten, ob zweien oder mehr, gefällt. Man muss nicht alles mögen, was Andere tun, jeder Mensch hat das Recht auf seine eigenen Moralvorstellungen, doch sollte er nicht dieselben Anderen aufzwingen.

Ich will in einer freiheitlichen Gesellschaft leben, in der die Menschen einander mit Respekt und Toleranz begeben und in der jeder Mensch sich frei entfalten kann. Und Emanzipation beinhaltet auch das Recht auf Sexarbeit aller Art. Wenn nun Abgeordnete drüber streiten, welches Modell die Prostitution besser eindämmt, geht das völlig am eigentlichen Thema vorbei. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Lebensentwürfe vorzuschreiben und gewisse Berufsfelder daher zu verbieten oder zumindest deren Ausübung Steine in den Weg zu legen, sondern es ist seine Aufgabe, möglichst allen Bürgern die diversesten freiwillig gewählten Lebensentwürfe zu ermöglichen und Rahmenstrukturen zu schaffen, die die Rechte des Einzelnen sichern. Es ist völlig richtig nach sinnvollen Methoden zur Bekämpfung von Menschenhandel zu suchen und denselben einzudämmen. Nicht aber kann es sein, dass Prostitution als solche als „das Problem“ bezeichnet und angesehen wird. Dafür sollte es eine Sechs geben wegen Themaverfehlens, mangelnder Differenzierung und einer falschen Auffassung der Aufgaben eines Staates.

Im übrigen ist die komische Zweckallianz gegen käuflichen Sex zwischen Feministinnen und Christsozialisten bzw. der Kirche schon mehr als wahnwitzig, sind doch beide eigentlich in der Vergangenheit eher politische Erzfeinde gewesen, im besonderen bzgl. der Abtreibungsfrage. Beide pflegen jedoch auf ihre Weise Puritanismus. Die einen der Religion wegen, die Anderen der Ideologie wegen, die jede Form von käuflichem Sex als Dominanz des Mannes über die Frau ansieht. Dass dies jedoch mehr als falsch ist, kann jeder Leser selber auf entsprechenden Webseiten nachlesen. Empfohlen sei hier vor allem die HP der Hurenvereinigung Dona Carmen. Jene stellt sogar mittlerweile die ganze Debatte um Menschenhandel in Frage, die aus migrationspolitischen Interessen auch vollkommen verzerrt wird. Auch hier wird nicht ausreichend differenziert zwischen sog. illegaler Einwanderung, Schleusung und echter Gewalt gegen Frauen. Menschen, die der Arbeit wegen (egal ob Prostitution oder eine andere Tätigkeit) von A nach B auswandern, sind noch lange nicht unbedingt Opfer von Menschenhandel. Ansonsten müssten auch die vielen türkischen Gastarbeitern, die in den 70ern auf Betreiben der Regierung Schmidt nach Deutschland geholt wurden, Opfer von Menschenhandel sein.

Kein Arbeitsamt der Welt sollte einen Menschen dazu zwingen als Sexarbeiter Geld zu verdienen. Wohl aber sollte es freiwilligen SexarbeiterInnen möglich sein, in einem möglichst schönen Ambiente zu arbeiten und Rechte zu geniessen. Im Endeffekt hat sich die Prostitution in Schweden nur verlagert, sie ist noch unsichtbarer geworden als schon vorher. Aber getreu dem Motto „Aus dem Auge, aus dem Sinn“ wird das der Weltöffentlichkeit als Erfolg verkauft. Wahnsinn ! Da nun viele Freier Angst haben erwischt zu werden, sind sie nun alle komplett nervös und aufgekratzt. So ist es recht schwierig für die Sexworker überhaupt noch Problemfälle ausmachen zu können. Die Kontaktanbahnung muss nun auch viel schneller gehen und das hat die Arbeit risikoreicher gemacht. Angeblich bleiben die netten Kunden nun weg und nur die unhöflichen Kunden bleiben übrig. Da die Einnahmen massiv gesunken sind, lassen sich Prostituierte schonmal wider besseren Wissens auf Sex ohne Kondom ein und dies trotz massiver, gesundheitlicher Risiken. Andere trauen sich erst gar nicht die Polizei zu rufen wenn sie mal angegriffen werden. Schliesslich ruiniert dies einem den Ruf in der Szene. Gewalt gegen andere Menschen muss verfolgt werden. Doch die Bekämpfung derselben wurde massiv erschwert. Während früher noch Freier als Zeugen gegen Zuhälter aussagten, werden sich jene nun davor hüten, die schlechte Behandlung einer Prostituierten durch Dritte zu melden. Schliesslich besteht die Möglichkeit nun selber wegen des Kaufs sexueller Dienstleistungen angeklagt zu werden. Wäre es nicht sinnvoller die Freier im Kampf für die Menschenrechte einzubinden wie es in Deutschland bspw. die Initiative freiersein tut ? Wieso Freier kriminalisieren ? Ist das nicht vollkommen kontraproduktiv ?

Nicht weniger schlimm sind die Gesetze gegen Zuhälterei. Die sind nämlich so unglücklich formuliert, dass ein erwachsener Sohn oder Lebenspartner einer Prostituierten bereits wegen Zuhälterei angeklagt werden kann, nur wenn er von der Sexarbeit bescheid wusste und dennoch Geld von ihr angenommen hat. So wird es für Sexworker schwer, noch ein normales Leben zu führen mit einem Partner an ihrer Seite. Wenn dauernd die eigene Familie kriminalisiert werden kann, fördert dies nicht gerade ein konfliktfreies Zusammenleben. Viele Frauen würden gerne zusammen arbeiten, schon allein um sich gegenseitig mehr Sicherheit zu verschaffen. Doch auch dies ist leider nicht möglich, da sonst alle- der jeweiligen anderen Damen wegen- als Zuhälterinnen angeklagt werden könnten. Ein Unding ! Zynischerweise hat der Staat aber kein Problem damit seinerseits abzukassieren. Prostituierte müssen Steuern zahlen und nicht zu knapp, schliesslich verdienen sie ja wohl genug. Teilweise werden da willkürliche Steuerzahlungen verlangt, die die Damen erstmal durch ihre Sexarbeit aufbringen müssen. Aber der ausufernde schwedische Wohlfahrtsstaat muss halt finanziert werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

Die auf frischer Tat erwischten Freier müssen hohe Geldstrafen zahlen. Andernfalls droht ihnen ein Schauprozeß und damit verbundene gesellschaftliche Ächtung. Wieso sollten die Behörden nicht gleich so vorgehen wie die Chigacoer Polizei ? Jene stellt beim Kauf von Sex erwischte Freier (und auch die jeweiligen Prostituierten, die USA verfolgen eine prohibitive Politik, wo Angebot und Nachfrage kriminalisiert werden) an den Internetpranger indem sie ihre Fotos mit Namen darunter dreißig Tage auf ihrer Webpage veröffentlicht. Eine Ungeheuerlichkeit in einem Rechtsstaat ! Sollte man jedenfalls meinen. Manche verblendeten IdeologInnen würden das sicherlich auch hierzulande begrüssen. Die Politik in Schweden hat nichts mehr mit Gleichberechtigung und Gleichstellung von Mann und Frau zu tun, sondern dort grassiert längst übelster Geschlechtskollektivismus. Frauen sind immer und jederzeit schwache Wesen, die Schutz vor bösen Männern benötigen. Diese Männer sind schuld an allem.

Doch was ist nun mit den schwedischen Liebesdamen ? Wird ihnen denn nun geholfen ? In der Tat gibt es wohl Exit-Programme, doch das Böse an diesen Hilfestellungen ist, dass sie eben obligatorisch sind. Selbst Frauen, die eigentlich keine Hilfe wollen, müssen diese Kurse besuchen. Andernfalls wird ihnen u.U. mit Entzug des Sorgerechts für die eigenen Kinder gedroht. Mütter, die keiner geregelten Tätigkeit nachgehen, sind nunmal unzuverlässig und per definitionem soziale Problemfälle. Näheres hierzu kann bei Isabella Lund und Petra Östergren nachgelesen werden. Die Kriminalisierung unschuldiger Bürger durch den Staat ist erschreckend. Jener gibt sich natürlich selbst als guter, lieber, paternalistischer Staat, der sich um seine Kinder äh Bürger kümmert. Doch Paternalismus geht meistens mit Fremdbestimmung und Bevormundung einher und sollte daher eigentlich abgelehnt werden.

Die Darstellung der Freier als frauenverachtende Kunden ist aber auch sehr einseitig. Viele Freier lieben Frauen und ihren Körper, sie hassen sie nicht. Viele Freier suchen sogar gerade Zärtlichkeit und eine Illusion von Liebe. Klar, manche wollen auch nur knallharten, anonymen Sex. Doch wieso sollte man denen vorwerfen, Frauen nur als Sexobjekte zu betrachten ? Wenn ich mir eine Fahrkarte am Bahnhof kaufe, interessiere ich mich auch nicht wirklich für die Person hinter dem Schalter. Soll man mir hier nun vorwerfen, mein Gegenüber nur als Ticketbereitstellungsobjekt betrachtet zu haben ? Lächerlich ! Manche Freier tun sich auch schwer damit, Frauen kennenzulernen. Reiche Geschäftsleute, die wenig Zeit haben oder schüchterne Männer, die sich mit dem anderen Geschlecht von Natur aus schwertun. Manche machen auch erste sexuelle Erfahrungen im Bordell. Diesen Leuten sollen nun Schuldgefühle eingetrichtert werden, indem sie in vom Staat bezahlte Kurse über Menschenhandel geschickt werden, an dem sie angeblich schuld sein sollen ? Deren Sexualität soll nun kriminalisiert werden wie früher die der Schwulen und Lesben durch den berüchtigten, mittlerweile gottseidank abgeschafften §175 ? Manche Krankenpfleger hier im Land berichten von schwer kranken Patienten, die keine andere Möglichkeit zur Ausübung ihrer Sexualität sehen als dafür nunmal leider zu bezahlen. Sollen diese armen, behinderten Menschen nun etwa kriminalisiert werden ?

Widerstand von SexarbeiterInnen gibt es bereits weltweit zu genüge. In Brasilien hat ein Ring von Prostituierten und Mitstreitern eine eigene Modekollektion vorgestellt und verkauft Kleider der Marke DASPU („das putas“ – die Huren.) In Frankreich gehen die Sexarbeiter regelmässig auf die Strasse um gegen die „loi Sarkozy“ zu kämpfen. In Griechenland wird dagegen gewettert, dass nur Singles der Sexarbeit nachgehen dürfen und eine Heirat den Verlust der Arbeitserlaubnis mit sich bringt. Die österreichische Kampagne „Lust auf Rechte„, die während der Fussball-EM für Furore sorgte, warb für eine weniger strenge Asyl- und Zuwanderungspolitik sowie für die Abschaffung der medizinischen Zwangskontrollen. Hier befindet sich ein Berührungspunkt zur britischen Frauenbewegung unter Josephine Butler. Das britische Parlament erließ 1864 die sogenannten „Contagious Disease Acts“ als Folge der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten, insbesondere innerhalb der britischen Armee. Diese Erlässe sahen gynäkologische Zwangsuntersuchungen bei Prostituierten vor und bei allen Damen, die man für solche hielt. Britische Frauen aus allen Schichten wehrten sich gegen die Erlässe, 140 darunter unterschrieben eine Petition, die als eines der Gründungsdokumente der Frauenbewegung gilt. Die Petition verlangte die Abschaffung dieser Erlässe, die einseitig den Liebesdamen die Schuld an den Krankheiten gab und Prostituierte kriminalisierte, Freier hingegen verschonte. Gegen diese bürgerliche Doppelmoral wurde zurecht angekämpft und die Erlässe wurden 1885 endgültig aufgehoben (Hier also wurde das Wort „Abolition“ zum ersten Mal verwendet und zwar im Sinne von Abschaffung der Acts und der damit verbundenen Schwesternschaft mit den Prostituierten).

Natürlich darf nicht sein, dass Huren von Freiern vergewaltigt oder anderweitig sexuell misshandelt werden. Natürlich geht es nicht an, dass bei einer Anzeige deswegen die Prostituierten zu hören bekommen, das sei halt Berufsrisiko und überdies sei sowas ja nicht schlimm, da sie ja eh andauernd zu Sex bereit seien. Doch um eben solcher Dinge entgegen zu wirken, um die Rechte der SexworkerInnen zu schützen, ihnen möglichst sichere Arbeitsbedingungen und notwendigen Schutz zuzugestehen, braucht es einen Paradigmenwechsel in der Prostitutionspolitik. Würde heute noch jemand in den USA sagen, die Prohibition von Alkohol wäre eine gute Sache gewesen ? Nein ! Die Kriminalität wuchs ins Unermessliche, Schwarzbrennereien en masse, Korruption, Kämpfe zwischen Mafiabanden… Prohibition führt immer zu gewalttätigen Schwarzmärkten. Prohibition ist Teil des Problems, nicht Teil der Lösung.

Die offene und strukturelle Gewalt im heute realexistierenden Schwarz- oder Graumarkt kann und darf nicht geleugnet werden. Doch diese unwürdigen Zustände sind nicht die Schuld böser Freier, sondern schlichtweg die Schuld einer völlig falschen, verfehlten Politik, die dringend korrigiert werden sollte. Über den Grundirrtum der Prohibition oder Abolition gilt es nachzudenken und ihn schnellstmöglich zu beheben. Nur vom Staat geschützte (statt wie bisher verletzte) Rechte und die Legalisierung ihres Berufsstandes können Sexarbeiter schützen. Desweiteren sollte selbstverständlich auch geprüft werden welche Umstände vielleicht Frauen oder auch Männern nur noch die Option der Prostitution als Selbsthilfe überlassen um auch dort für Veränderungen zu sorgen. Angesprochen seien hier Asyl- und Zuwanderungspolitik, wichtige Arbeitsmarktreformen, die Bildungspolitik oder auch die Aussenpolitik, insbesondere was den weltweiten Handel angeht.

Weiterführende Links:
Les Putes
Les travailleuses du sexe

Sexwork

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Februar 4, 2010 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Offene Gesellschaft, Pluralismus, Toleranz | , , ,

16 Kommentare »

  1. Und hier ein alter Brief von mir an unsere Parlamentsfraktionen:

    „Alle Jahre gibt es in diesem Land mal wieder einen Prozeß wegen Verdacht auf Zuhälterei, heuer also nun Jos Hoffmann. Es geht mir nicht darum diesen Mann zu verteidigen (das überlasse ich seinem Anwalt selbstverständlich), sondern darum drauf hinzuweisen, dass die leidige Frage der Sexarbeit noch immer nicht geklärt wurde und daher solche Vorfälle leider unvermeidlich sind.

    Zu erst einmal muss man begreifen, was Ronald Reagan mal so treffsicher formulierte: „Der Staat ist zu oft nicht die Lösung, sondern leider Teil des Problems.“ Für klassisch Liberale und andere Freiheitsdenker wahrlich nichts Neues, für die hiesige etatistische Politikerkaste jedoch anscheinend leider doch. In diesem Fall wurde das wieder wunderbar offenbar.

    1. Wer hat die umstrittenen Visa damals ausgestellt ? Richtig, der luxemburgische Staat. Soll der nun vlt. neben Hoffmann auf die Anklagebank ? Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich bin auch für eine liberale Zuwanderung und habe nichts dagegen wenn UkrainerInnen oder WeißrussInnen zu uns zum Arbeiten kommen, egal in welcher Branche (was natürlich, da stimme ich Ihnen zu, einen entsprechend flexiblen Arbeitsmarkt voraussetzt, u.U. ein Ende/Aufweichen des gesetzlichen Mindestlohns), der Staat also Visa für solche ArbeiterInnen ausstellt. Jedoch dann bitte schön nicht allein an das Tanzen in einem Striplokal gebunden, was die Abhängigkeit vom Arbeitgeber oder zumindest einem bestimmten Berufssektor m.E. ziemlich groß macht. Die Message: „Ihr dürft für A herkommen, aber nicht für B, C, D usw.“ halte ich für inhärent rassistisch. Man mache sich das anhand anderer Beispiele klar.

    2. Jeder halbwegs informierte Mensch wusste ganz genau was in den Séparées abgeht, auch die Politiker. Wer wirklich gegen Prostitution sein will, hätte dann diese Visa erst gar nicht tolerieren dürfen, andernfalls ist er entweder schizophren oder ohne klare, logische Linie. „Weder Fisch, noch Fleisch“, ist aber anscheinend eh unsere Politik in diesem Bereich. Sh. auch Tolerierung einschlägiger Werbung.

    3. Aus diversen Gründen halte ich das luxemburgische Modell der Animierbars für dringend überarbeitungswürdig. Manchen Damen werden ja angeblich die Papiere abgenommen, andere werden überwacht, angeblich gar eingesperrt und die Gehälter sind wohl sws ein Witz, verglichen zu den Einnahmen der Clubbetreiber.

    4. Ausbeutungsverhältnisse, sofern sie denn vorliegen, sind ein Unding, aber eben gerade auch die Folge falscher, repressiver Strategien der Staatsmacht, deren Vertreter in anderen Teilen der Erde wie Südamerika bspw. nicht selten Kapital daraus schlagen (-> Freifahrtsschein für Polizisten im Bordell, weil Prostitution ist ja strafbar und da hat man dann entsprechend Druckmittel in der Hand). Wenigstens scheinen sich alle einig zu sein, dass die SexarbeiterInnen selbst (mir gefällt dieser Begriff für freiwillig arbeitende Frauen besser, bei Zwangsverhältnissen rede ich hingegen gleich von SklavInnen) nicht bestraft gehören. Immerhin.

    5. Nun sollen also stattdessen wenigstens Freier/Kunden bestraft werden, wenn es dem schwedischen Modell nachgeht. Zum schwedischen Modell, was längst gescheitert ist, habe ich schon genug in meinem Artikel vor ein paar Monaten angemerkt. Ich frage mich wie es ernsthaft Politiker geben kann, die noch glauben, dieses Modell sei eine echte Option für unser kleines Land. Allenfalls wird es den Sextourismus nach Trier usw. weiter fördern und hierzulande alles noch weiter in den unkontrollierbaren Untergrund verlagern. Die Logik hinter diesem Modell ist ohnehin hanebüchen: natürlich stellt der Kunde die Nachfrage wie auf jedem anderen Markt auch.

    Aber der Kunde hat natürlich von den Innereien des Unternehmens schlichtweg keine Ahnung, wie sollte er auch ? Bestrafen wir jetzt demnächst alle Colatrinker, wenn mal wieder die Coca-Cola-Company irgendwo Grundwasser verseucht, bestrafen wir Fussballspieler, die mit Bällen kicken, die in Pakistan aus Kinderarbeit hergestellt wurden, bestrafen wir alle, die noch mit Öl und Gas heizen, wenn mal wieder um fossile Energien Kriege stattfinden oder Gazprom Weissrussland den Hahn zudreht, werden Liddl-Kunden zum Strassen putzen geschickt, wenn Liddl mal wieder die eigenene Mitarbeiter ausspionieren lässt, sperren wir- eindeutig kranke- Drogensüchtige ein, weil sie kiffen oder koksen usw. usf. Nein, natürlich nicht, das fänden Sie absurd. Genauso finde ich das schwedische Modell absurd. Kein Kunde kann erkennen ob die Frau Opfer von Menschenhandel und Sklaverei ist oder nicht. Und Sexarbeit generell als Ausbeutungsverhältnis zu definieren (wie es in christlich-konservativen oder auch radikalfeministischen Kreisen ja üblich zu sein scheint), halte ich für (sic!) sexistisch und vollkommen undifferenziert. Manchen Menschen und ihrer Familie ermöglicht diese Arbeit nämlich wirklich ein materiell besser gestelltes Leben und wieso sollte ihnen diese Möglichkeit verboten werden ? Kunden zu bestrafen ist kompletter Irrsinn, sexualfeindlich und fast schon faschistoid (ausser in Fällen natürlich, wo der Kunde selbst Gewalt anwendet, aber solche Fälle sind durch bereits bestehende Gesetze längst abgedeckt.)

    6. Was sollte nun also passieren ? Lasst uns endlich liberale, EMANZIPATORISCHE Strukturen schaffen, vor allem zugunsten der Frauen (und auch Männer), die in diesem Business tätig sind. Empowerment heisst das Stichwort. Legalisiert Sexarbeit endlich richtig, lasst die Frauen selbstständig arbeiten, lasst sie sich organisieren (in Interessenvertretungen, „Gewerkschaften“ oder so), sorgt für Informationsmöglichkeiten bzgl. Ausstieg und ja, auch Einstieg (damit willige Einsteiger Anfängerfehler vermeiden), Infos vor allem bzgl. ihrer gesetzlich/rechtlich verankerten Rechte, insbes. gegenüber möglichen Arbeitgebern (!!!), ermöglicht medizinische und psychologische Betreuung, sorgt für Ausübungsräumlichkeiten, die einen Notknopf bspw. vorsehen (falls ein Kunde durchdrehen würde.) Wichtig ist vor allem aber, dass die Frauen sich versichern können (u.U. sogar müssen), dass sie Anspruch auf Urlaub und andere soziale Leistungen haben, zudem dann eben Steuern zahlen, dass sie sozial integriert sind in unserer Gemeinschaft (und sich so hoffentlich das Bild der Gesellschaft von Sexarbeit auch verbessert). Schafft von mir aus ein (staatlich kontrollierbares) Eros-Center odgl.! Und wo Missbrauch herrscht, kann der Staat dann seiner eigentlichen Aufgabe als Nachtwächter gerecht werden, nämlich eingreifen, für Recht und Ordnung sorgen und Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen.

    Fazit: Es wird sich zeigen, wohin der Weg in Luxemburg in Zukunft gehen wird. Eine Politik der Prohibition oder Abolition wird uns nicht weiterbringen, sondern nur weiter Unheil stiften, vor allem bei denen, die angeblich geschützt werden sollen. Nützen wird das dann vlt. einem Gaston Vogel oder anderen Anwälten, die einige Freier als zusätzliche Mandanten bekommen werden. Sonst niemandem (Naja gut, noch den Politikern, die beruhigter schlafen können nach ihrem blinden Aktionismus, man möge mir die Polemik verzeihen :D)

    In dem Sinne: Für die Freiheit !“

    Kommentar von CK | Februar 4, 2010

  2. Ech sinn och dofir, dass Prostitutioun legaliséiert gët.

    An eng Legalisatioun kann d’Positioun an d’Rechter vun den Prostituéierten jo nëmmen verbesseren. Och wann natierlech ëmmer nach Fraen kéinten dozou gezwongen ginn. Wat jo den eigentlechen Problem ass.

    Mee Fraen, déi dat wëllen maachen, firwat net? A soulaang sie eng Méiglechkeet hunn sech géint eventuell Abus’en vun Clienten ze wieren.

    Kommentar von Grommel | Februar 5, 2010

  3. @Grommel: Da sinn mer eis jo emol erem eng Kéier eenz. Only rights can stop the wrongs.

    Kommentar von CK | Februar 5, 2010

  4. Holà CK,

    …ganz „sexy“ artikkel…
    (Achtung, SEHR LANGER ABER UNBEDINGT LESENSWERTER Text diesmal!!!)

    Hasta
    Pancho

    P.S.: „Und wo eine Nachfrage ist, da findet sich auch immer ein Angebot…“
    Yep! Et muss een d’Grënn déi d’Demande äusmaachen erfuerschen fir d’Situatioun probéieren konstruktiv z’encadréieren…
    Muss elo an ménger „FS“ goen („Flagelléier-Session“…) 😉

    Kommentar von Pancho | Februar 5, 2010

  5. @Pancho: Merci fir d’Blumen! A vill Spaass bei Denger SM-Session 😉
    Iwwregens hunn ech schons Dominaen kennengeléiert zu Berlin an och zu Hamburg. Déi Fraen wuaren alles anescht wéi domm, mee wirklech gutt Entrepreneurinnen, deenen hir Astellung mir imponéiert huet.

    Kommentar von CK | Februar 5, 2010

  6. Holà CK (heavy breathing…)

    „A vill Spaass bei Denger SM-Session“

    „Penitenziagite!“…“sputa s.v.p., sputa là…“

    De „Pancho“ verspiert guer kee Spaass bei enger „self-flagellation session“…hien muss fir séng Sënnen büssen… 😉

    P.S.: d’Sënnen woren eng ongewollten Konfrontation mat Fotoen vu „liicht bekleeden“ Fraen um Internet…an obwuel hien wiirklech alles gemeet huet fir net an den „Apel wëllen ze bäissen“, huet säin instinktiven Drang teschent zwéin Fangeren d’Iwwerhand kritt…“Penitenziagite!“…

    Zut…beim erofscrollen vum Text huet hien erem eng Sënn gemeet…déi nächst „self-flagellation session“ steeht un…villmools merci CK… 🙂

    Hasta
    Pancho

    Kommentar von Pancho | Februar 6, 2010

  7. Man hätte den Text auch kürzer fassen können: Die Freiheit, über sein Eigentum zu verfügen, ist das ureigenste Recht jedes Menschen. Und was könnte einem mehr gehören, als der eigene Körper? Ein Staat der Prostitution verbietet, sagt im Grunde genommen nichts anders, als dass der menschliche Körper dem Staat gehört, und nicht dem Menschen selbst.

    Kommentar von Adrian | Februar 6, 2010

  8. @Adrian: Völlig richtig. Dass Sexarbeit legal sein sollte, da der Mensch sich selber gehört, ist für Liberale klar. Aber das Thema an sich birgt durchaus noch andere diskussionswürdige Aspekte. Zudem gibt es eben auch noch genug utilitaristische Argumente gegen das schwedische Modell.

    Kommentar von CK | Februar 6, 2010

  9. Nun ja, das schwedische Modell ist halt idiotisch, typische Folge des Nanny-States eben, der glaubt er wisse alles besser, als seine Untertanen.

    Kommentar von Adrian | Februar 6, 2010

  10. John Stossel wieder mal grandios:
    http://video.foxbusiness.com/#/v/4074053/prostitution-should-it-be-legal-/?playlist_id=87530

    Zu Gast waren die abolitionistische Wendy Murphy (die irgendwie marxistisch argumentiert, „a whole class“ etc., als würden alle Frauen inklusive sie selbst dann wohl zum kommerziellen Sex verdammt werden) und die Ex-Domina Kat Smith. Letztere gefällt mir 😉

    Kommentar von CK | März 13, 2010

  11. Lesenswerter Blog:
    http://sinamore6.blogspot.com/

    Kommentar von CK | August 1, 2010

  12. Antje Sievers auf der Achse des Guten mit einem sehr einseitigen Beitrag:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_nicht_mehr_ganz_so_neue_huren_hype/

    Kommentar von CK | Mai 13, 2011

  13. Zum aktuellen Sexskandal bei AWD, HMI und Co. kann ich nur sagen:

    Ich hoffe, ihr habt euch gut mit den Mädels amüsiert, Jungs. 🙂

    Komplett lächerlich der ganze Terz.

    Etwaige Verheiratete müssen das mit ihren Frauen klären, den Staat geht das aber schlichtweg rein gar nichts an.

    Und ich glaube die wenigsten Menschen haben nun ein Problem mit diesen Firmen. Im Grunde wünscht sich doch jeder, der jetzt rumstänkert, selber bei einer solch legendären Sexparty dabei gewesen zu sein. Ich für meinen Teil hätte mich von meinem Arbeitgeber auch in die Therme einladen lassen. Jedenfalls wenn ich zu dem Zeitpunkt Single gewesen wäre.

    Kommentar von CK | Mai 24, 2011


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