L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

„Griechische“ vs. „jüdische“ Philosophie

Claude Sternberg hat ein Kapitel seines sich noch im Entstehen begriffenes Buches über das Judentum vorab veröffentlicht. Jenes befasst sich mit der Frage ob es eine „jüdische“ Philosophie gibt und falls ja, wie die aussieht. Zudem zieht er Vergleiche zur philosophischen Einstellung der antiken Griechen. Auch wenn Claudes Text auf französisch ist, werde ich insbesondere wegen unseren deutschen Lesern hier eine deutsche Replik darauf veröffentlichen (bei der ich allerdings nur auf die wichtigsten, m.E. fehlerhaften Punkte eingehen werde.)

Beginnen wir zuerst mit dieser Passage, wo Claude zum ersten, aber nicht letzten Male in seinem Text Immanuel Kant erwähnt:

Première question : « Que puis-je savoir ? » Ce qui veut dire : Qu’elles sont les fondements de ce que nous avons ? Et lorsqu’il a fait le tour des choses, il se fait son bilan et se pose la question… « Est-ce que l’esprit humain peut parvenir à connaître l’univers ? » Non ! Ou bien faisons-nous simplement une sorte d’inventaire, sans que nous puissions jamais arriver au bout ? Et n’arrivant jamais ou bout, qu’est-ce que cela signifie-t-il ? Sûrement, ne connaissons-nous rien d’une manière absolue ?

Was kann ich wissen? (Epistemologische Frage.) Nun, was haben wir um die Welt zu analysieren? Wir haben unser Gehirn, unseren Verstand, unsere Vernunft, unsere Fähigkeit Dinge über unsere Sinne nicht nur wahrzunehmen, sondern sie auch in Konzepte umzuwandeln mit denen wir die Welt beschreiben und letztlich erklären können. Dabei stehen uns allerhand Hilfsmittel, Werkzeuge und Methoden zu Verfügung (alles von unseren Vorfahren entwickelt, auf deren Schultern wir stehen), wir stellen fortwährend Hypothesen auf, die wir empirisch überprüfen, ggf. falsifizieren und wieder verwerfen oder auch einwandfrei belegen. Wissenschaft lebt hierbei von Kontroversen und Irrtümer sind immer möglich.

Religion zeichnet sich oft dadurch aus, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, Wissenschaft hingegen ist offen für Neues und daher selbstkorrigierend. Es gibt jedoch zweifellos genug Dinge an die kein Wissenschaftler noch zweifeln kann. Prominentestes Beispiel: die Erde kreist um die Sonne, nicht umgekehrt. Das ist völlig eindeutig bewiesen. Auch dank der herrlichen Sprache der Mathematik mit der wir die Welt beschreiben. Welches Fundament will Kant hier denn anzweifeln? Wie kommt er darauf, dass der Mensch das Universum nicht kennenlernen kann? Natürlich wissen wir leider sehr vieles noch nicht, aber sehr vieles wissen wir eben auch bereits und wir sind in der Lage, immer mehr und mehr herauszufinden, dank technologischem Fortschritt, dank neuer, kreativer Ideen neuer, großer Denker, dank neuester Entwicklungen und Methoden. Wir können durchaus das Universum kennenlernen und verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Ob wir Menschen jemals an ein Ende gelangen werden? Fraglich. Aber wieso schließt Kant nun daraus, dass Menschen nicht allwissend sind und vermutlich auch nie alles wissen werden, dass sie buchstäblich nichts mit absoluter Sicherheit wissen können? Folglich dann nichtmal ob sie wirklich existieren. Das ist mir eine viel zu negative Sichtweise, um nicht zu sagen eine Beleidigung des menschlichen Geistes (welcher als recht unfähig dargestellt wird) und der menschlichen Natur(der Mensch, das egtl. rationale Wesen, ist nicht in der Lage Erkenntnisse zu gewinnen und somit doch in dieser Welt verloren). Angesichts der Errungenschaften des Menschen (vor 40 Jahren sogar eine Landung auf dem Mond!) schlichtweg eine groteske Aussage.

Es folgen die Fragen „Was soll/darf ich tun?“ (das Feld der Ethik und Moral) sowie „Was kann ich hoffen?“. Zu letzterem schreibt Claude:

Nous sommes tous tombés dans cet univers, sans nous avoir demandé, si nous voulions finalement y être. Et Kant nous décrit ce souci en nous plaçant tous dans une chambre à huis-clos et chacun se pose la question de ce qui va se passer : « Allons nous tous rester là ? Jusqu’à quand serons-nous condamnés à rester dans cette chambre ? Y a-t-il une porte et si oui est-ce quelqu’un m’attendrait-il derrière cette porte.. ? » Il est strictement impossible de vivre dans ce monde sans savoir si on pouvait en dépasser les données. Que m’est-il permit d’espérer signifie : Est-ce que les données que nous avons suffisent pour connaître toute notre existence ou bien y a-t-il quelque chose au-delà des données ? Avons-nous un moyen d’aller au-delà des données ? En bref, ce monde de huis-clos, ce monde fermé, l’homme pourrait-t-il y respirer, s’il n’avait pas une idée quelconque sur le fait qu’il existe ou qu’il n’existe pas quelque chose en dehors de ce monde ? Y a-t-il un dieu qui nous a envoyés ou qui ne nous a pas envoyés ici ? Peut-on oui ou non espérer quelque chose après la mort ou bien ce monde serait-il la fin de notre existence ?

Stimmt, es wurde niemand gefragt ob er geboren werden wollte, aber die Meisten von uns sind sicher froh hierzusein. Die Frage ob es einen Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, ist nicht beantwortbar, aber da es keinerlei Indizien für beides gibt, plädiere ich persönlich für Atheismus, da man immer solange von einer Nicht-Existenz ausgeht bis das Gegenteil bewiesen wurde. Einen Glauben an eine supernatürliche Welt, an eine Welt jenseits der konkret fassbar-natürlichen, halte ich für irrational, da wissenschaftlich völlig unbegründet. Ich glaube auch nicht, dass Kant recht hat, dass wir ohne dieses Wissen nicht leben können. Ich sehe die Welt nicht als ein geschlossenes Zimmer, aus dem man mittels einer Tür irgendwann raus möchte, das Leben ist wunderschön und wir müssen alles dafür tun unsere eh viel zu kurze Zeit auf diesem Planeten in vollen Zügen zu geniessen. Für mich gibt es kein „jenseits der vom Verstand interpretierten perzeptiven Daten“. Wir leben in dieser Welt, wir müssen in dieser Welt leben und wir können diese Welt verstehen lernen dank unseren Fähigkeiten. Diese Welt ist wichtig, nicht ein imaginiertes, ungreifbares Jenseits des menschlichen Verstandes.

Tous les autres problèmes furent plus ou moins résolus mais ce qu’est un homme, la philosophie n’a pas pu résoudre l’énigme jusqu’aujourd’hui.

Naja, also es gibt jede Menge anthropologischer Erkenntnisse zum Thema was einen Menschen ausmacht bzw. einen Menschen zum Menschen macht. Sicherlich gibt es da manches noch zu erforschen, aber von einem Rätsel zu sprechen, ist wohl übertrieben.

Finalement nous voyons que le philosophe réfléchit en circuit fermé, c’est un homme isolé.

Philosophen können auch zusammen überlegen, kein Mensch lebt sozial vollkommen isoliert. Das widerspräche zudem dem darauf folgenden Abschnitt, der gerade einen sozialen Determinismus (der Philosoph als Kind des Zeitgeistes seiner Epoche) unterstellt.

Donc nous voyons que la réponse du philosophe est une réponse subjective et il le sait qu’elle est subjective car il n’y a pas d’autre solution.

Philosophische Überlegungen sind also immer rein subjektiv, eine objektive Realität nicht erkennbar??? Der Mensch ist unfähig die Realität zu erfassen?

Kafka écrivait dans un de ses ouvrages « qu’il s’agissait de choisir entre l’arbre de la science ou l’arbre de la vie. » Kafka, lui-même soufrait de cela. Il n’a jamais réussi à se fiancer et à se marier..

So gerne ich auch Kafka lese, hier irrte er gewaltig. Man muss nicht zwischen dem Baum der Wissenschaft/der Erkenntnis und dem Baum des Lebens wählen, ganz im Gegenteil. Leben und Wissenschaft gehören zusammen wie Körper und Geist, wie Gefühle und Verstand, wie materielle und ideelle Bedürfnisse.

Le philosophe ainsi que le compositeur font exactement la même chose. Ce sont leurs manières à eux de mettre de l’ordre car ils projettent leurs esprits (leurs expériences) sur la réalité et ils voient leurs réalités, suivant les normes de leurs époques.

Jeder Mensch sieht die Welt also wie er sie sehen will, jeder Mensch sieht seine ganz eigene Realität, die zudem massiv von den zeitgenössischen Normen beeinflusst ist. Das ist Subjektivismus par excellence!

En plus avec tout ce que nous avons lu auparavant sur la philosophie générale, nous pouvons prétendre sans grand danger qu’il n’y a pas de philosophie juive en ce sens que de la Bible ne sortira pas une philosophie juive mais le contraire car la Torah est une contestation de la philosophie. Pourquoi?

Also bis eben dachte ich immer, dass- welche Probleme man auch immer mit Religion haben mag- man jedoch anerkennen muss, dass Religionen Versuche waren/sind eine konkrete Philosophie zur Lebensanleitung zu formulieren, wenn auch von fragwürdigen Glaubensdogmen ausgehend. Jetzt soll Religion ein Konkurrent der Philosophie sein? Doch sehen wir uns an wie es gemeint ist.

Plus haut nous avons lu que le philosophe réfléchissait en circuit fermé, or la Torah n’envisage pas un seul instant un ordre en circuit fermé. Elle ne décrit pas que l’homme puisse être (même un seul instant) en circuit fermé. (…) L’Eternel-Dieu donna un ordre à l’homme, en disant : « Tous les arbres du jardin, tu peux t’en nourrir mais l’arbre de la science du bien et mal, tu n’en mangeras point ; car du jour ou tu en mangeras, tu dois mourir ! »

Auch wenn ich immer noch nicht verstehe wie Claude darauf kommt, dass ein Philosoph in seiner kleinen, engen Welt eingesperrt ist und seine Gedanken in einem geschlossenen Kreislauf, so ist jetzt doch endlich die Katze aus dem Sack. Laut der Torah verbot Gott den Menschen vom Baum der Erkenntnis zu essen, vom Baum der Moral, der Mensch hat also nicht das Recht moralische Urteile über Gut und Böse zu fällen, er hat die Regeln Gottes zu befolgen um zu leben. Die griechischen Philosophen jedoch erdreisteten sich zu bestimmen was „gut“ und „böse“ sei. Doch Moral als Befehl anzunehmen oder gar ganz zu leugnen bzw. als für den Mensch unerfassbar, da nur für Gott erfassbar, zu bezeichnen, halte ich für vollkommen falsch. Woher sollen wir denn wissen wie wir handeln sollen? Durch blindes Vertrauen auf alte Texte?


Da denke ich doch glatt an dieses Video mit Dr. Leonard Peikoff.

Tu n’es pas seul. Sachant qu’il y a encore quelqu’un d’autre, Adam devait tenir compte de lui.
Que signifiait cet interdit : Une limitation à l’homme. Ou si vous voulez dans le langage philosophique : « son autonomie est mise en cause » La Torah, n’envisage pas que l’homme puisse, même pour une fraction de seconde, vivre dans l’autonomie stricte de sa pensée. Elle éclate par un interdit qu’il lui vient de l’extérieur.

Selbstverständlich lebt kein Individuum in einem Vakuum, sondern inmitten einer Gesellschaft und es sollte Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen, sprich ihre Rechte respektieren und einen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen. Claude verwechselt hier erneut den griechischen Individualismus und das Streben nach Autonomie im Geiste mit Eigenbrötlertum und sozialem Atomismus. Die Torah soll den Menschen in seiner Anmassung des Strebens nach Autonomie von aussen stoppen, nicht einen Sekundenbruchteil soll er strikt eigenständig denken.

Lorsque le philosophe pose la question (et il pose des questions) « que puis-je savoir ? », il sait d’avance que c’est lui qui va répondre. Tandis que si nous recevons un ordre, comme : « vient à la gare… » Vais-je le faire ou ne le ferais-je pas ? Cela n’a pas d’importance pour notre sujet. Ce qui est sûr c’est que quelqu’un d’autre que moi, va me répondre. Il y a en face de moi un interlocuteur. Voilà, ce qui change totalement l’attitude de la Torah.

Wieso soll ich mir allein selbst antworten? Liefert nicht vielleicht die Natur (zu der natürlich auch meine Mitmenschen gehören), die ich zu studieren vermag, mir Antworten? Die Torah stellt uns also ein Gegenüber entgegen, welches uns Antworten von aussen liefert, die wir uns selbst nicht geben können. Nur was unterscheidet denn die Torah von Büchern anderer Philosophen, die ich mir auch einverleiben könnte um über den Tellerrand hinauszugucken? Dass sie das Wort Gottes ist und somit „übermenschlich“? Wer behauptet das? Woher wollen die Gläubigen das wissen?

Le problème essentiel de l’humain se résume par son attitude : Est-ce qu’il reste fermé en soi-même ou, est-ce qu’il opte en faveur de l’ouverture vers l’autrui ? Si tu es ouvert vers « l’autre », tôt ou tard tu le trouveras et si tu es ouvert vers D, tôt ou tard tu le trouveras également. Le problème essentiel c’est de briser notre égoïsme. L’égoïsme de l’homme est si profond et si naturel que cela devrait être le problème essentiel de l’humanité. (..) C’est le problème de l’ouverture vers l’autre et surtout ne pas se prendre pour la référence.

Offen auf sein Gegenüber zugehen. Miteinander kooperieren, einander respektieren. Klar. Wieso nicht? Kein Mensch will als einsamer Einzelgänger leben. Was Gott angeht: man soll sich für ihn öffnen und man wird ihn früher oder später ebenfalls finden… Naja wer´s glaubt😉 In der Folge wird Egoismus als Problem der Menschheit betrachtet, welches es zu brechen gelte, obwohl Egoismus natürlich zutiefst menschlich ist. Hier ist Claude meines Erachtens auf dem Holzweg, auch wenn natürlich Menschen hier oft aneinander vorbeireden, ausgehend von unterschiedlichen Begriffsverständnissen bzgl. Egoismus und Altruismus. Was den Menschen ausmacht, soll ausgemerzt oder zumindest überwältigt und kontrolliert werden.

Le philosophe est un impérialisme, il conquiert pour soi, l’univers. Surtout dans la philosophie grecque nous trouvons beaucoup cette volonté d’impérialisme, c’est-à-dire, cette volonté d’être soi-même la référence, d’inclure tout dans soi-même. Je dirais d’une manière irrespectueuse de vouloir avaler tout en soi-même. (…)Dans l’attitude contraire de la ligne téléphonique, nous ne sommes pas dans une attitude d’impérialisme, par contre c’est une attitude de respect et de non-violence. C’est une attitude de tenir compte de quelque chose. Nous voyons donc comment ceci est fort loin de l’attitude philosophique.

Stimmt, was fällt diesem eingebildeten, respektlosen Griechen ein, dass er alles selber begreifen möchte, dass er von der Größe des Menschen überzeugt ist und einen regelrechten Eroberungswillen an den Tag legt. Könnte er nicht demuts- und respektvoller und somit gewaltfrei (sic!) am Ende der Telefonleitung auf eine Antwort warten und Höheres zur Kenntnis nehmen. In der Tat ist letztere Einstellung von der couragiert-griechischen komplett verschieden.

In der Folge führt Claude seine Gedanken weiter aus und meint nun, die griechische Einstellung würde zwangsläufig zum Konflikt mit der Nachfolgegeneration führen. Natürlich stellen Kinder ihre Eltern in Frage, die Pubertät macht gerade dies aus, das ist vollkommen natürlich, jede Generation hinterfragt erstmal ihre Vorgängergeneration, dies ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Manchmal sind Veränderungen notwendig, manchmal werden aber gerade auch wichtige Normen und Werte über Generationen hinweg gepflegt, da sie einer kritischen Überprüfung standhalten und Sinn machen. Doch während in der Torah ein Miteinander gepflegt werden würde, sei die griechische Mythologie voll mit Geschichten vom Mord an den eigenen Eltern oder eigenen Kindern. Als Beispiel nennt Claude die Tragödie von Ödipus, der er die Geschichte von Abraham und Isaak gegenüberstellt, die mit einem Happy-End ausgeht.

Mais l’idée essentielle de cette histoire (et qui est à la base de toute la civilisation grecque) c’est qu’un enfant pour « être » doit se débarrasser de ces parents. C’est à dire, pour arriver à s’imposer dans le monde, il faut tout d’abord rompre avec ses parents. L’enfant, pour être lui-même, n’arrivera pas à s’épanouir complètement aussi longtemps qu’il aura le père sur le dos. Il doit donc tuer son père.

Also um mich selber zu entfalten, brauche ich nicht erst meinen Vater umzubringen. Man kann die Ödipus-Geschichte ohnehin auch so werten, dass der Vater den Sohn lieber gleich akzeptiert hätte statt auf das dumme Orakel zu hören und somit das Unheil durch die Trennung hinaufzubeschwören.

Die Opfergeschichte in der Bibel fand ich von jeher übrigens revoltierend, schrecklich und furchtbar. Von Abraham wird blinder Glauben verlangt, Vertrauen auf Gottes unergründliche Wege, denen er sogar seinen Sohn Isaac zu opfern bereit ist. Welche Art Gott soll das sein, der sowas verlangt, wenn auch nur als Prüfung? In wie weit unterscheidet sich dieser Gott von dem, für den Andere sich in die Luft sprengen wollen?
Immerhin hatten hier beide Generationen das gleiche Ziel (Wobei wie kann das sein? Isaac wusste doch nichts von seiner geplanten Opferung?)

Aber Claude liefert mir löblicherweise eine viel versöhnlichere Interpretation der Story:

La Torah veut nous dire qu’il ne s’agit pas de tuer Isaac. Toute l’histoire de « l’Aquedat Yitzkhak » n’est pas là pour nous dire qu’Abraham doit tuer son fils mais il a été écrit pour nous dire exactement le contraire. « Ne fais rien à cet enfant » et les deux, Abraham et Yitzkhak, descendirent ensemble. C’est pour cela que la torah est absolument l’inverse de la civilisation grecque.

Somit werden die Generationen zur Einigkeit aufgefordert statt (wie bei den Griechen) zur Spaltung. Vater und Sohn sollen sich ehren, lieben und respektieren. Dem Judentum ist wie anderen Religionen die Familie und das damit verbundene Erbe und die historische Geschichte also sehr wichtig. (Wobei auch genug Atheisten wie meine Wenigkeit die Familie wertschätzen.)

Das sei anders als bei den Griechen:

C’est à dire qu’est née cette idée que chaque homme recompose pour lui-même, en quelque sorte, l’univers et qu’il n’y a pas de lien entre tout cela. Il n’y a pas de תולדות – toledot ( l’histoire d’engendrement ), il n’y a pas eu une orientation, il n’y a pas de responsabilité.

Wie kommst Du nur auf sowas, mein israelischer Freund???

In der griechischen Mythologie finde ich auch die Geschichte von Dädalos und Ikarus. Ikarus stürzt mit seinem Drachenflieger in den Tod, weil er nicht auf den weisen Rat seines Vaters hört und zu nah an die Sonne heranfliegt, die die Wachsflügel zum Schmelzen bringt. Man kann doch auch sagen, dass uns diese Geschichte eher sagen will, dass man auf die Erfahrung seines Vaters hören sollte … (???)

Et nous voyons que la Torah va à l’inverse de la conception grecque, elle est une contestation de la philosophie. Elle place en face de la tentation philosophique (qui est naturelle à l’homme) une autre évidence qui est celle de l’expérience de la Torah.

Die Torah fordert die philosophische Verführung also heraus und steht somit im Gegensatz zur griechischen Konzeption. Ihre Erfahrung offenbart höhere Erkenntnisse, Beweise, die sich dem menschlichen Philosophengeist verschließen. Jeder Leser entscheide selbst, ob er das ebenso wie Claude sieht oder nicht und welche Seite er im ewigen Disput Glauben-Vernunft wählen würde.

Dezember 11, 2009 - Posted by | Philosophie | , , , ,

2 Kommentare »

  1. Christian, mein Freund,

    es handelt hier nicht um die Philosophie oder die Religion recht zu geben. Es geht hier mehr um die Moral der Menschheit von heute zu verstehen. Diese Vernunft die die Menschheit heute in der ziwilisierten Kultur haben, ist nicht die Moral der grieschichen Welt (eine polytheistische Kultur) sonden diese Vernunft, die Du mit Deinem Verdienst erworben hast kommt von der monotheistische Kultur heraus die ich hier erwaehnen moechte und die, kam aus dem Judentum .
    Die Anwort an deiner Kritik wird mein Buch sein. Man wird dann verstehen, indem man alle Kapiteln lesen werden koennen, die verschiedenen Aspekten des juedischen Gedankens und seiner Gegnern.
    Shalom,
    Claude

    Kommentar von Claude Sternberg | Dezember 11, 2009

  2. @Claude: Du sprichst in Rätseln😉

    Kommentar von CK | Dezember 12, 2009


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