L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Die Revolution findet nicht statt

Studentinnen und Studenten streiken. Gegen schlechte Studienbedingungen und für „Solidarität für Bildungsfreiheit“ (was immer das genau zu bedeuten hat). Die momentanen Hörraumbesetzungen haben einige interessante Merkmale. Ein surrealer Kern ist dabei nicht zu übersehen.

Denn die Studierenden bekommen Recht. Von den Dozenten, den Präsidenten, den Ministern und Otto-Normal-Bürgern. Es ist fast schon absurd, wie im Grunde gegen ein abstraktes Nichts gekämpft wird, es gibt keine wirkliche Instanz, die fassbar wäre um dagegen vor zu gehen. Wogegen wird angekämpft, wen sollen die Demos treffen? Kein Zar weit und breit, kein Papst oder König. Der Kampf gegen „die da oben“ wird zum Versuch eines Kampfes gegen ein „etwas da oben“.
Im Grunde ist es der berechtigte Kampf gegen die Bürokratie, gegen ein uniformes System, das den Menschen in eine Form presst. Das Problem dabei ist, dass diese Bürokratie selbst menschenleer ist, es existiert sozusagen nur die Schrift, es existieren Bildungs-Diplomaten, welche Gremien zu Rate zogen, um Bologna zu konzipieren. Verantwortung scheint niemand zu haben, wie kämpft man gegen ein Etwas an, das nur aus leeren Referenzen besteht, niemand Schuld tragen möchte und Verantwortung wie ein Spielball hin und her geworfen werden kann?

Doch das ist nicht die einzige Absurdität. Zunächst sind es nur kleine Gruppen, welche sich dem Bildungsstreik hingeben. Die Frage ist: Können kleine Gruppen irgendwie repräsentativ sein? Wie ernst kann man sie nehmen, wenn die oben genannte Abstraktheit des Gegners noch hinzu kommt? Wie ist das Symbolische zu verstehen, wenn beispielsweise an der Universität Trier steht „Solidarität für Bildungsfreiheit“, „Solidarität“ ist hier Kampfbegriff und damit nur im Kreis der Eingeweihten sinnvoll. Vom letzten Bildungsstreik sind noch Graffiti übrig, welche den Kapitalismus verdammen etc. Wo kein Gegner zu fassen ist, wird eben einer konstruiert, und das aus der Symbolik jener Gruppen heraus, welche sich eben darstellen.

„Die Uni brennt“, auch wenn es eher ein kleines kontrolliertes Lodern ist. Wenn man annimmt, dass ernsthafte Probleme ebenso ernsthafte Reaktionen mit sich ziehen, so haben wir im Moment keine ernsthaften Probleme. Die Passivität der Studierenden ist erstaunlich. Wo ist die Wut? Irgendwie besteht ein performativer Widerspruch zwischen den Reden und Taten, denn letztere sind bisher eher harmlos. Dies ist vielleicht eine Reaktion auf die vielen Zustimmungen, eine wirkliche Revolte wird damit im Keim erstickt. Durch die menschenleere Bürokratie dahinter ist jegliches „Anfassen“ schwierig geworden. An dem Punkt sollte angesetzt werden, damit Kritik nicht wieder an Zustimmungen abprallt. So gesehen markieren die aktuellen Studentenproteste eine Neuausrichtung, wo die alten Denkmuster bestehender Protestformen obsolet geworden sind und nur dazu dienen werden, das bestehende System zu stärken (worauf die aktuellen Versprechungen bereits hindeuten).

Ich erinnere mich an einen eher lustigen Zwischenfall: Vor einigen Jahren, als die jährliche „foire de l’ étudiant“ hier in Luxemburg stattfand, besetzte eine junge Gruppe von Leuten den Stand der Armee. Damals wie heute finde ich die Aktion irgendwie sympathisch. Das Problem war das kleine tragbare Radio, welches laut Reggae-Musik spielte. Diese Form der Symbolik ist ohne weiteres in die Kategorie „Kitsch“ einzuordnen. Und genau solchen Kitsch sieht man beim aktuellen Bildungsstreik an allen Ecken und Enden. Da stellt sich unweigerlich die Frage, warum die durchaus berechtigten Forderungen nicht sachlich dargestellt werden können, sondern nur innerhalb eines solchen Symbolsystems zu verstehen sind. Sollen junge Leute nicht kritisch sein? Progressiv? Warum halten sie sich dann an solchen Symbolen fest? Veganisches Chili mit Reis. Entsteht dabei nicht notwendigerweise das Bild, dass eh die ewig Unzufriedenen die Chance zum erneuten Gezeter nutzen? Wie sollen so die ernsthaften Forderungen von reiner Symbolpolitik zu unterscheiden sein?

Manchmal scheint Horst Schlämmer durch: „Es ist von Allem zu wenig, wir brauchen mehr.“ Manche Forderungen sind politischer Natur und werden die Bedingungen an Universitäten nicht verbessern: Das Fallenlassen sämtlicher Zugangsbarrieren, sei es NC, Studiengebühren oder Zugangstests, führt dazu, dass die eh schon überfüllten Räume noch voller werden. Ja, es gibt ein Raumproblem. Aber man kann die Universitätsgebäude nicht aufblasen und so größer machen. Der allseits gehörte Einspruch „Für die Banken war Geld da, für die Bildung nicht!“ ist Unsinn und zeugt von tiefem Unverständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, denn das Geld war eben nicht da, auch nicht für die Banken. Freier Zugang zu Bildung für jeden, klar, aber geschenkte Bildung ist leider unmöglich.

Die Universitätsbildung hat nichts mit Menschwerdung und Erziehung zum Bürger zu tun. „Die Leute fit für den Arbeitsmarkt oder fit für die Gesellschaft zu machen“ ist eine recht einfache Frage. Für die Gesellschaft „fit“ zu sein, sollten die Leute schon vorher. Sind diejenigen, die nicht studieren, dann keine mündige und demokratische Bürger?
„Freiraum für freies Denken“ ist auch außerhalb des Bildungssystems anzutreffen, und es ist NICHT Aufgabe von Universitäten, den Leuten erst Denken beizubringen. Wie viele geniale Leute gibt es, die nie eine Universität von innen gesehen haben und es auch überhaupt nicht nötig hatten? Und was macht die Welt mit den ganzen Germanisten und Soziologen, wenn ein guter Fliesenleger schwer zu finden ist? Wieder haben wir eine Schicht Intellektueller (oder die sich dafür halten), welche dem Anderen (allgemein genannt „der Arbeiter“) vorschreiben wollen, was Bildung ist und was er zu tun hat.

Natürlich werfen Proteste immer Fragen zu Ideologien und Weltanschauungen auf. Wie oben angemerkt ist der aktuelle Protest sehr inhaltsleer, weil er sich nicht gegen „jemanden“ oder Konkretes (wie 1968 Bild-Zeitung oder die alten Nazi-Kader oder „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“) richten kann, da jeder zustimmt und Zuständigkeiten immer anderen zugeschrieben werden. Abstrakte Gegner müssen also konstruiert werden, sei es die „Wirtschaft“, der „Kapitalismus“ oder ganz einfach das „Unsoziale“.
Hintergrund ist natürlich, dass Systemkritik mit berechtigten Forderungen verknüpft wird. Dahinter stecken aber andere Interessen als nur die der Studierenden. Denen sollte endlich bewusst werden, dass sie sich zur Marionette machen, selbstständiges Denken geht anders.

Es gibt verschiedene Studententypen, manche brauchen einen Rahmen, andere brauchen Freiheit. Daher schlage ich vor, den Feind endlich zu benennen: das Kollektiv. Die Ungerechtigkeit entsteht gerade durch allgemeine Linien, welche die Verschiedenheit der Studierenden nicht berücksichtigt. Intelligente Studierende sollten sich nicht vorschreiben lassen müssen, was sie wann machen. Jede Universität freut sich über intelligente Studenten und Studentinnen. Doch ein Studium besteht nicht nur aus Diskutieren. Ganz im Gegenteil, Studium bedeutet auch, dass man sich andere Sichtweisen und Techniken aneignet, gerade um über den Tellerrand hinaus zu sehen, was auch ein Merkmal intelligenter Menschen ist, wenn sie ohne Scheuklappen Neuem begegnen. Leider scheint diese Forderung in den aktuellen Studentenprotesten unterzugehen, man sieht nur eine ideologische Brille. Dabei sind die Probleme offensichtlich, aber mit einer kollektiven Vereinheitlichung begeht man den falschen Weg.

Ich plädiere also für Dezentralisierung und für Autonomie. Dies betrifft zunächst die Universitäten. Wenn eine Universität Schwerpunkte auf neoliberale Denkweise legt, so sollte ihr dies erlaubt sein. Gleichsam für eine marxistisch orientierte Universität. Wenn eine Universität die restriktive Schiene fahren will, und Pflichtanwesenheit verlangt, NC, Zulassungstests, etc, so sollte ihr dies erlaubt sein. Ebenso könnten andere Universitäten gerade dies verweigern. Wenn eine Universität das humanistische Ideal hochhalten möchte, und von den Studenten verlangt, dass sie sowohl Latein als auch Altgriechisch können, so sollte ihr dies erlaubt sein. So sieht konsequente Dezentralisierung aus, denn niemand ist gezwungen auf diese Universitäten zu gehen. Innerhalb der Universitäten sollte dann auch Individualisierung gefördert (nicht erzwungen!) werden. Wer einen festen Rahmen braucht, sollte diesen auch angeboten bekommen.

Was zu tun ist?
– Gegen die überfüllten Räume könnte Digitalisierung helfen: Podcasts von Vorlesungen, wie wäre es mit dem Einrichten einer Scriptbörse, kurz überlesen vom Dozenten? Anwesenheitspflicht gehört abgeschafft, und auch wenn dadurch einige verleitet werden, sich gehen zu lassen und die Prüfung nicht zu bestehen, so ist dies kein Problem der Universität, sondern des Studierenden ganz alleine! Wie gesagt ist eine Universität kein Platz, wo der Mensch erst erzogen werden soll, wenn er es als Erwachsener zu dem Zeitpunkt noch nicht ist, haben wir ein gesellschaftliches Problem, das außerhalb der Bildungseinrichtungen liegt.
– Wenn denn der Staat unbedingt in die Autonomie der Universitäten eingreifen muss, so sollte er ein anständiges Stipendiensystem schaffen, das beispielsweise mittelosen, aber intelligenten Studierenden ermöglicht ihre Intelligenz zu nutzen und später zum Wohle Aller einzubringen. Dies gilt ebenso für Stiftungen und Firmen.
– Die Verteufelung wirtschaftlicher Interessen muss aufhören. Selbstverständlich wäre es nicht vorteilhaft in einem X-gesponserten Seminar zu besprechen, warum Marke X besser ist als Marke Y. Aber darum geht es nicht. Es ist nur wegen einer mehr oder weniger funktionierenden Wirtschaft, dass die Universitäten überhaupt so frei funktionieren können. Wenn jetzt nur eine Generation leistungsscheuer und wirtschaftsfeindlicher Leute auf den Arbeitsmarkt kommt, sind alle genannten Forderungen hinfällig, weil es dann einfach nicht weiter geht.
– Individualisierung statt Kollektivierung. Jede Universität soll autonom sein, und innerhalb eines dezentralen Netzwerkes funktionieren. Wenn eine Universität hohen Wert auf gewisse Ideale legt, so soll ihr das frei zustehen und nicht unter dem Druck stehen jeden aufzunehmen, der diese Bedingungen nicht erfüllt oder sogar nicht erfüllen möchte. Wer als Student frei und selbstbestimmt sein möchte, soll auf eine solche Universität gehen und nicht auf eine schulisch-steife.
– Freier Zugang zu Bildung bedeutet nicht, dass jede Universität jeden aufnehmen muss, der die Bedingungen nicht erfüllt. Durch die oben genannte Dezentralisierung ist es so, dass jeder Studierende die für sich passende Einrichtung aussuchen könnte, da diese in systemischer Konkurrenz zueinander stehen. Dies erfordert natürlich einen Aus- bis Neubau universitärer Einrichtungen. Die uniforme Bologna-Regulierung wäre damit auch hinfällig.

Wer mir jetzt unterstellt, dies sei eine elitäre Sichtweise, dem muss ich zustimmen und ganz einfach sagen, dass die Intelligenten und Guten mehr verdienen, als auf dem Level einer Neiddebatte abgehandelt zu werden. Künstlich auf niederem Niveau gehalten zu werden, als ihnen zusteht, ist das eigentliche Bildungsverbrechen.

Und wie geht es weiter? Der Protest ist gerechtfertigt, nur sind die bisherigen Aktionen eher niedlich. Ist eine Besetzung eine Besetzung, wenn gefahrlos sogar der Universitätspräsident zustimmt? Wie kann man überhaupt rebellieren gegen etwas, das die Forderungen unterstützt und die Probleme anerkennt? Wie ist überhaupt Änderung in einem System wie der Bildung möglich, wo eh alle paar Jahre das Umkrempeln an der Tagesordnung steht? Und warum geht die Forderung an einen Staat „mehr zu tun“, wenn gerade das paternalistische Moment ein Problem darstellt? Fordern die Studierenden damit nicht noch mehr, dass ein Vater-Staat sich um sie, als hilfsbedürftige Kinderchen, kümmert?

Dort, wo jeder zustimmt, wo die Aktionen nicht über den vorher vereinbarten Rahmen hinausgehen, wo andere Interessen im Hintergrund die Symbolik vorgeben, wo berechtige Kritik hinter wirklichkeitsferner Semantik verschwindet, dort findet die Revolution nicht statt. Und das ist schade.

Lesenswert:
Zettel: Wer organisiert den Bildungsstreik?
Zettel: Marginalie Bildungsstreik
G. Böss: Der Kapitalist Karl Marx und der Bildungsstreik
Ch. Hoffmann: Aufstand der Asozialen
M. Jenny: Für die Privatisierung der Universitäten

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November 22, 2009 - Posted by | Allgemeines, Lesestoff, Libertarismus, Offene Gesellschaft, Pluralismus | , , , ,

8 Kommentare »

  1. Ich fürchte, die CDs mit Reggae-Musik auf der Foire de l’Etudiant habe ich damals mitgebracht…

    Kommentar von nestor76 | November 22, 2009

  2. Den Protest gegen die Studienbedingungen ist auch aus liberaler Sicht gerechtfertigt. Es geht nicht nur um Solidarität und den Verteilungskampf um Steuermittel für eine bessere Ausstattung.

    Die Studienbedingungen werden durch den Bologna-Prozess immer stärker verschult. Studium bedeutet wesentliche Freiheiten zu haben, was und wie man bestimmte Inhalte lernen möchte, die man für sein künftiges Erwerbsleben braucht.

    Dabei muss jeder selbst das Risiko tragen, dass bestimmte Methoden besser funktionieren als andere. Den Protest auf eine linke Schiene zu schieben ist verkehrt. Auch Freiheiten im Bildungsbereich werden immer weiter eingeschränkt!

    Kommentar von libero | November 22, 2009

  3. @nestor: Wieso habt ihr denn damals gegen die Armee überhaupt demonstriert? Unseren Jungs kann man ja nun wirklich keinen Imperialismus vorwerfen 😉

    Kommentar von CK | November 22, 2009

  4. Die Armee zog damals durch die Schulen um dort Leute (zumeist Minderjährige) zu rekrutieren – deshalb waren sie ja auch auf der Foire de l’Etudiant. Das fanden wir nicht so toll.

    Kommentar von Nestor | November 22, 2009

  5. Da ich keine elitäre Sichtweise sondern eine europäisch liberal Sichtweise pflege, muss ich sagen dass ich deine Sichtweise wohl akzeptiere, sie aber zum grössten Teil -sorry- scheisse finde.
    Du stellst die Frage ob „kleine Gruppen irgendwie repräsentativ“ sind ungefähr auf der Höhe vom Bild von Ayatollah Ali Khamenei. Wenn ich dann an die Proteste im Iran denke, so stellten die Demonstranten dort auch nur eine Minderheit der Bevölkerung dar. Waren die dann nicht repräsentativ? Sollte man nicht über diesen „komischen“ Wahlausgang diskutieren?

    „Wo ist die Wut?”
    Wenn junge Menschen jetzt wie (ihre Eltern) in den 60gern ihre Wut freien Lauf lassen würden, dann wäre doch erst was los, wohl auch hier auf „L for Liberty.“ Ich finde es beachtlich und gut, dass junge Mensche momentan die Gewalt – die nicht in diese Sache mit reingehört – aussen vor lassen.
    Und „Für die Banken war Geld da, für die Bildung nicht!“ ist ja auch nicht nur so ein Spruch. Denn mit dem Geld, das nicht da war und trotzdem für die Banken ausgegeben wurde, wurde unmittelbar die Zukunft dieser Generation (und der nächsten?) auf’s Spiel gesetzt und vollkommen verändert. Das ist eines der Probleme die junge Menschen momentan auch mit ihren älteren Mitmenschen haben. Diese haben ihr Leben lang gut gelebt und jetzt wo die Konsequenzen ihres Lebens – Finanzkrise, globale Erwärmung, grösser werdende Hungernot – die Welt getroffen haben, haben sie schön bequem ihren Schwanz eingezogen und die grosse Arbeit auf ihre Kinder geschoben. Vielen Dank dafür.
    Ich geb dir Recht, dass einige geniale Leute nie eine Universität von innen gesehen haben, aber müsste die Frage nicht lauten: Hätten wir nicht noch mehr geniale Menschen gesehen und erlebt, wenn mehr Leute die Chance bekommen hätten zur Uni zugehen? Hätten wir dann nicht noch mehr geniale Menschen die uns helfen könnten die grossen Probleme in unserer Welt zulösen?
    Deine Frage „Und was macht die Welt mit den ganzen Germanisten und Soziologen, wenn ein guter Fliesenleger schwer zu finden ist?“ empfinde ich als sehr krass und ist mir definitiv nicht sozial genug um es lieb auszudrücken. Ich selbst studiere zwar keine dieser beiden Fächer, schätze jedoch die Arbeit die diese Menschen machen. Wenn jemand bspw. eine schlimme Zeit durchlebt und dieser jemand nur durch Hilfe eines Gedichtes oder einer Kurzgeschichte von einem Germanistik-Student sie übersteht und wieder an sich glaubt, finde ich haben die Germanisten genau soviel geleistet wie ein Fliesenleger der seinen Job macht. Das Problem was du hier ansprichst ist wohl da. Das will ich nicht bestreiten, doch es auf diese Weise zulösen ist meines Erachtens nach falsch und unsozial.
    Und da ich jetzt schon soviel geschrieben habe höre ich jetzt lieber auf, sonst wird es noch einen Post für sich 🙂 Ich will nur noch eins sagen, etwas was ich schon auf meinem Blog geschrieben habe: die älteren Leute sollen entweder einen „mob“ nehmen und uns helfen diese Scheisse hier aufzuwischen oder weiter schlafen. Deine Sichtweise zeigt eigentlich dass du (und die Autoren der angegebenen „lesenswerten“ Artikel) diese ganze Situation, die Jugend und ihre Probleme nicht verstehst (verstehen). Und das ist schade.

    Kommentar von Tom | November 22, 2009

  6. Tom, wir widersprechen uns nicht, ganz im Gegenteil (im Iran wird demonstrieren teilweise mit dem Tod bestraft, dieser Vergleich hinkt gewaltig, außerdem habe ich mit Studenten (aus Trier) gesprochen).
    Ich weiß nicht, wie es in England ist, ich kenne nur die deutsche Situation etwas besser.
    Wie gesagt, die Uni lehrt nicht Denken oder Genialität zu entwickeln.

    Ich respektiere deine Ansicht als eine der wenigen Liberalen, aber du müsstest vielleicht noch einen oder zwei Schritte weiter gehen, denn ein Generationenkonflikt ist es nicht, was dahinter steht. Die Aussage, dass ich „die Jugend und ihre Probleme nicht verstehe“ übersehe ich mal großzügig, denn die „Jugend“ ist alles andere als uniform und mir näher als du denkst.

    Du hast aber schon gemerkt, dass ich Studentenproteste unterstütze? Dein Kommentar scheint das nämlich nicht.

    Kommentar von JayJay | November 22, 2009

  7. @Tom: Egtl. hat JayJays Meinung gar nichts mit elitärem Gedankengut zu tun (das denken nur immer die, die den Liberalismus nicht verstanden haben), sondern er wirft eher den bürgerlichen Linken Elitismus vor.

    Ich finde es ebenfalls eine Anmassung, dass eine Supermarktkassiererin Steuern bezahlen muss, damit der Sohn eines Arztes Medizin studieren kann 😉 Bildung ist ein Bereich, wo (direkte) Kosten und (direkter) Nutzen komplett entkoppelt voneinander sind und das ist einfach nur ungerecht.

    Die Proteste an sich sind wichtig, nur machen leider zu wenige mit und es werden die falschen Lösungsvorschläge gemacht, wie so oft in der Vergangenheit auch.

    „Ich finde es beachtlich und gut, dass junge Mensche momentan die Gewalt – die nicht in diese Sache mit reingehört – aussen vor lassen.“

    Vollkommen Deiner Meinung! Würden die Studenten randalieren, wäre ich der Erste, der dies anprangern würde.
    Und die Bailouts hat ja wohl kein Luxemburger Blog mehr in Frage gestellt als LfL.

    Hätten wir dann nicht noch mehr geniale Menschen die uns helfen könnten die grossen Probleme in unserer Welt zulösen?

    Ja, hätten wir (und die Deutschen ebenfalls) vor allem mehr Leute, die sog. MINT-Fächer studieren würden.

    „Ich selbst studiere zwar keine dieser beiden Fächer, schätze jedoch die Arbeit die diese Menschen machen.“

    Niemand hier hat etwas gegen Soziologen (jedenfalls nicht generell, gegen gewisse Subkategorien wie die Genderdeppen hege ich schon ne gewisse Antipathie, ist aber ein anderes Thema) oder Germanisten. Aber ist das Problem in Luxemburg nicht eher, dass auf die Handwerker herabgesehen wird? 😉

    „Deine Sichtweise zeigt eigentlich dass du (und die Autoren der angegebenen „lesenswerten“ Artikel) diese ganze Situation, die Jugend und ihre Probleme nicht verstehst (verstehen). Und das ist schade.“

    Ich denke, wir verstehen diese Situation bestens. Und ich bitte Dich, wir sind nur ein paar Jährchen älter als Du, daher macht das Gerede von „Jugend“ und „den Alten“ einfach keinen Sinn. Matt Jenny ist sogar selber noch Student, Gideon Böss ist m.W. auch erst Mitte zwanzig. Die Studenten haben nun die Chance zu fordern, dass die Unis endlich autonomer werden, es wird Zeit.

    Kommentar von CK | November 22, 2009

  8. Das wusste ich wirklich nicht, dass teilweise Demonstranten im Iran mit dem Tod bestraft werden.
    Jeder sollte sein Leben leben dürfen (können). Freiheit und Frieden sollte in der Welt herrschen.

    Kommentar von Tobias | November 23, 2009


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