L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Kurz was von der (neo)liberalen Weltverschwörung

Tom G. Palmer vom libertären Cato Institute hat ein paper zu den Mythen des Freien Marktes herausgegeben, was freundlicherweise von der Friedrich-Naumann-Stiftung übersetzt wurde. Aus der Einleitung von Palmer:

Bevor man über Vorzüge und Grenzen von Marktmechanismen zur Problemlösung sozialer Fragen nachdenkt, sollten zunächst einige weitverbreitete Mythen ausgeräumt werden. Mit Mythen meine ich jene Behauptungen, die als offenkundig wahr angesehen werden, ohne je bewiesen worden zu sein. Man hört sie im Radio, von Freunden, von Politikern; durch ihre Allgegenwärtigkeit und stete Wiederholung scheinen sie eine Art höhere Weisheit zu sein. (…)
Viele dieser Mythen werden von denjenigen verbreitet, die freien Märkten
feindlich gegenüberstehen, andere von denen, die sich wohl zu sehr für sie
begeistern.

Zum überaus lesenwerten Text (pdf) geht es hier. (gefunden via A-Team)

Passend dazu Rainer Hank und die Frage, ob die FDP sich überhaupt diesen Prinzipien verbunden fühlt:

Eine Wirtschaftspartei setzt sich für die Interessen der existierenden Unternehmen ein; eine Marktpartei setzt sich für den Wettbewerb ein, also die Interessen der potentiell entstehenden neuen Unternehmen und ihrer Arbeitsplätze. Das heißt, dass Unternehmen vom Markt verschwinden müssen, um Platz zu machen für neue Unternehmen, sobald sie ihre Kunden nicht mehr überzeugen können.

Und was macht die Linke? Sie lässt sich teilweise von der (neo)liberalen Weltverschwörung einlullen.

Zumindest die europäischen Linke lobt plötzlich Jean-Claude Juncker. Wird da der Weg geebnet für schwarz-dunkelrot?

„We share the fears of Mr Juncker that unemployment will be on the rise significantly if EU Member States do not engage in resolute measures to save jobs and a sustainable economic recovery. I especially concur with Mr Juncker’s statement that even fierce supporters of labour market deregulation have never been able to come along with reliable outcomes caused by respective policies“, confirms German MEP Jürgen Klute (DIE LINKE).

Die Anständigen klopfen auf diejenigen ein, die es wagen dem wundervollen Kollektivkörper einer vereinten Linken entgegenzuhalten, dass immer noch der einzelne Mensch als Individuum zählt. Aber der Klaus Lederer hatte schonmal recht und wurde kollektiv abgewatscht.

(Aber wer sagt denn, dass man diskutieren soll, wenn man wunderbar erpressen kann?)

Oktober 7, 2009 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Lesestoff, Libertarismus, Wirtschaft | ,

5 Kommentare »

  1. DGB Chef: „Wir können Hunderttausende Menschen mobilisieren.“

    Eine Diskussionsgrundlage mit ausgestreckten Revolver. Wen wunderts? Die Leute denken wir leben im Dschungel und mit Krawall kämpft man um die Beute.
    Ein Politiker mit Anstand würde dem einfach entgegenhalten: „Und der Staat wird keine Gewalt akzeptieren. Wir können den Hundertausenden mindestens die doppelte Anzahl an Polizisten entgegenhalten“

    Diskussion ist zwecklos, wurde die Grundlage schon zerstört. Noch ein Grund die Privilegien der Gewerkschaften abzuschaffen.

    Kommentar von neocool | Oktober 7, 2009

  2. „Wir können den Hundertausenden mindestens die doppelte Anzahl an Polizisten entgegenhalten“

    Kann ich daraus schließen, dass deine Vorstellung einer freiheitlichen Gesellschaft in etwa der Volksrepublik China entspricht?

    Kommentar von nestor | Oktober 8, 2009

  3. @neocool: Wo redet der DGB-Chef denn der Gewalt das Wort? Würde er das tun, würde ich Dir rechtgeben, aber die Gewerkschaften haben das Recht FRIEDLICH (wenngleich lautstark) zu demonstrieren.

    Und nicht nur Gewerkschaften haben Privilegien und Lobbykraft, auch Arbeitgeberverbände. Der Niedriglohnsektor bspw. ist massiv staatlich subventioniert.

    Kommentar von CK | Oktober 8, 2009

  4. Wenn der Staat Eigentum beschützt und die Gewerkschaft es mit Protesten angreift, genauso wie Verträge außer Kraft setzt (auch wenn sie dafür Privilegien haben mag wie Streikrecht, es ist m.E. dennoch nicht rechtens) dann muss der Staat gegenhalten. Das hat nichts mit Gewalt zu tun oder Rechtsverletzungen, wie es bei der chinesischen Polizei vorkommt.
    Ja, das ist meine Vorstellung einer freiheitlichen Gesellschaft. Genauso wie die Polizei damals nicht die Israel Fahne hätte abhängen dürfen. Da muss man Eigentum schützen und Gewalt abhalten, die ja nicht von der Polizei ausgeht.
    Niemand soll Privilegien haben, auch keine Arbeitgeberverbände. Ganz minarchistisch halt😉

    „Wo redet der DGB-Chef denn der Gewalt das Wort?“

    Bei so einer Erpressung ist das letzte logische Argument die Gewalt. Sollen sie doch friedlich demonstrieren, aber ein Politiker sollte klarmachen, dass wenn sie die letzten Mittel versuchen (wie angekündigt) eben bestraft und davon abgehalten werden.

    Es soll ja nicht so enden wie in Frankreich, wo die Politiker vor Arbeitnehmer einknicken, die mal eben ihren Manager als Geisel nehmen. Oder gehört das zum Privileg?

    Kommentar von neocool | Oktober 8, 2009

  5. @neocool: Natürlich nicht, cf. hier von mir selbst:
    https://lforliberty.wordpress.com/2009/07/23/hurra-wir-kapitulieren/

    „Niemand soll Privilegien haben.“ Dito. Ein wirklich freier Arbeitsmarkt ist eben auch kein Arbeitsmarkt, wo allein die Arbeitnehmerprivilegien abgeschafft worden sind. Gewalt ist natürlich inakzeptabel, aber in der heutigen „mixed economy“ tue ich mich schwer, einseitig Privilegien einer Seite anzugreifen.

    Wobei Arbeitnehmer keine Sklaven sind, also auf jeden Fall ein Recht zum- natürlich nicht vom Arbeitgeber bezahlten- Streik haben, ebenso wie der Arbeitgeber bei einem solchen Vertragsbruch den Arbeitnehmer entlassen dürfte.

    Kommentar von CK | Oktober 8, 2009


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