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…because liberty is not negotiable.

Impressionen aus Israel (4) – Jerusalem / Al Quds

Gleich fünf Tage und Nächte waren lalibertine und ich auch in der heiligen Stadt Jerusalem, die auf arabisch Al Quds genannt wird. Von dort aus starteten wir auch unsere Tagestrips ins Westjordanland und zum toten Meer. In der Folge werde ich versuchen hier einige Eindrücke der „verrücktesten Stadt der Welt“ (O-Ton Bedienung in einem Irish Pub in Haifa) wiederzugeben.

Citadel
Hier nächtigten wir, in einem Hostel namens Citadel in der Nähe des Jaffa-Tores. Es liegt im armenisch-syrischen Viertel der Altstadt. Vom Dach des Hostels hatten wir eine tolle Aussicht über Jerusalem und seine Dächer, wie die drei folgenden Bilder offenbaren.

Jerusalem1
Jerusalem2
Jerusalem3

Gleich an unserem ersten Tag brachen wir natürlich zur Klagemauer auf, der sogenannten Westmauer, die noch vom Zweiten Tempel übriggeblieben ist. Beim Beten herrscht natürlich brav Geschlechtertrennung.

Tags darauf betraten wir dann auch den Tempelberg, der nur morgens für Touristen geöffnet ist. Der Zugang für Andersgläubige wird von israelischen Soldaten kontrolliert, die Anlage selbst jedoch wird von der Waqf autonom verwaltet, die zusammen mit israelischen Soldaten auch die anderen Zugänge (nur für Muslime) kontrolliert. Sowohl den Felsendom als auch die Al-Aqsa-Moschee dürfen Nicht-Muslime leider nicht (mehr) betreten.

Al-Aksa-Moschee

Die Al-Aqsa-Moschee.

Felsendom
Felsendom2

Der Felsendom.

Tempelberg
Tempelberg

Auch eine Koranschule scheint sich auf dem Tempelberg zu befinden, sahen wir doch Kinder in Schuluniform:
Koranschule

Golden Gate
Das goldene Tor, welches von Suleiman 1541 zugemauert wurde um die Rückkehr des Messias zu verhindern. Die Altstadt von Jerusalem hat darüberhinaus 7 offene Toren mit dem Damaskustor als bekanntestem.

Jerusalem ist natürlich auch bekannt für seine großen Bazare, insbesondere im arabisch-muslimischen, aber auch christlichen Teil.
Bazar

An der Kirche

Natürlich besichtigten wir auch die berühmte Grabeskirche am Ende der Via Dolorosa.
Grabeskirche

Hier boten sich uns komische Spektakel religiöser Verehrung. Leute, die unbedingt einen Stein anfassen wollen oder gar umarmen und küssen, weil darauf mal Jesus´Leichnam gelegen haben soll, sind mir persönlich doch etwas suspekt. Der Stein selbst ist ohnehin wohl eine Fälschung, denn er wurde vermutlich erst 1810 dort hingestellt.

Verehrung
Verehrung

Gräber Westhang

Der jüdische Friedhof am Ölberg. Der Legende nach soll im Kidrontal das Jüngste Gericht abgehalten werden. Wer hier begraben liegt, steht somit an diesem Tag in der ersten Reihe und kommt unverzüglich dran. Ich weiss nicht, wie es meinen Lesern geht, aber ich würde mich lieber hinten anstellen bei meinem sündigen Leben 😉 Viele Gräber wurden zwischen 48 und 67 von den Jordaniern zerstört.

Die zwei folgenden Bildern zeigen die römisch-katholische Kirche der Nationen am Fuße des Ölberges (eine von mehreren Kirchen am Ölberg und überhaupt unzähligen Kirchen Jerusalems):
Kirche der Nationen
Kirche der Nationen

Hier liegt auch der Garten Gethsemane, wo Judas Iskariot Jesus verraten haben soll. Besucher müssen eine kleine Spende zahlen und erhalten einen Ölzweig von den Olivenbäumen im Garten. Angeblich noch dieselben wie zu Christi Zeiten. Zwar werden Olivenbäume höchstens 1000 Jahre alt, aber nun gut …
Gethsemane

Ölberg

Wir wanderten den Ölberg hinauf. Ganz oben besichtigten wir die Paternosterkirche.

Paternosterkirche

Hier gibt es das Vaterunser in 140 Sprachen.

Paternosterkirche

Natürlich auch auf luxemburgisch:

Luxemburgisch

Auch ein Kamel kann man zuweilen oben am Ölberg antreffen 😉
Kamel

Sehr hübsch, weil im Gegensatz zum lauten arabischen Bazarviertel eher ruhig und gemütlich ist das jüdische Viertel der Jerusalemer Altstadt. Ein älterer Jude führte mich und lalibertine hier herum und erzählte uns wie das Viertel nach dem 48er-Krieg von den Jordaniern zerstört und die Juden vertrieben worden sind bis es nach 1967 wieder neu zum Leben erweckt wurde. Der ältere Herr war sehr nett und wollte lalibertine und mich sogar verkuppeln, denn eine Frau, in die man sich in Jerusalem verliebt, ist eine Frau fürs Leben, zumindest vergisst man sie nie 😀

JuedischesViertel
JuedischesViertel
JuedischesViertel

Auch Mea Shearim statteten wir einen Besuch ab. Hier leben ultraorthodoxe Juden, die sich an strengste Kleidervorschriften halten müssen. Unzüchtig herumlaufende Besucher, vor allem Besucherinnen, werden notfalls schonmal mit Steinen beworfen. Das folgende Foto gibt über die Regeln Auskunft:

Mea Shearim

Mea Shearim ist die Heimat der Haredim. Diese sprechen meist nur zu religiösen Zwecken hebräisch und ansonsten jiddisch oder auch russisch, je nach Herkunft. Die Haredim sind in Israel nicht sonderlich beliebt, da der Staat ihnen Privilegien gewährt. So müssen sie nicht wie alle anderen Israelis (Araber natürlich mal ausgenommen) Wehrdienst absolvieren und werden- wie ihre oft große kinderreiche Familie- vom Staat alimentiert, da sie ja den ganzen Tag Thora und Talmud studieren müssen. Manche lehnen den Staat Israel gar als Gotteslästerung ab und sind radikal antizionistisch eingestellt (Neturei Karta). Mea Shearim ist wie ein Mikrokosmos, in dem eine andere Zeit noch gegeben ist. Die Leute leben wie im Stetl früher.

Die Anti-Terror-Mauer ist von Jerusalem aus sehr gut zu sehen.
Mauer
Mauer

Hinter dieser Mauer liegt also das Westjordanland, zuvorderst Betlehem, der Geburtsort Jesu.

Panorama von Jerusalem:
Panorama Jerusalem
Panorama Jerusalem

Auch dem Grab von Oskar Schindler statteten wir einen Besuch ab:
Schindlers Grab

Kurios:
Ökoreligion
Wächst da etwa zusammen was zusammen gehört? Religion und Ökologismus?
Fehlt nur noch der notorische Antikapitalismus.

Aber der Kommerz boomt ja in Jerusalem.
Schuhverkauf

Auch in Yad Vashem war ich selbstverständlich. Dort dürfen aber keine Fotos gemacht werden, hier nur der Eintritt zur beeindruckenden Holocaust-Gedenkstätte, die man sich unbedingt ansehen sollte:
Yad Vashem

So, das war es leider auch schon.
Bis zum nächsten Jahr in Jerusalem… 🙂

September 27, 2009 - Posted by | Israel | ,

2 Kommentare »

  1. netter Bericht
    der ältere,verkuppelnde Herr war wohl Claude Sternberg

    Kommentar von Henri | Oktober 1, 2009

  2. Danke! Aber nein, der betreffende Jude war viel älter und bereits Rentner. Claude ist da hingegen noch ein junger Hüpfer.

    Kommentar von CK | Oktober 1, 2009


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