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…because liberty is not negotiable.

Impressionen aus Israel (3) – Masada darf nie mehr fallen!

An einem Tag unserer 14-tägigen Tour durch Israel nahmen lalibertine und ich an einer organisierten Touri-Rundfahrt per Kleinbus teil. Es ging ans Tote Meer bzw. nach Qumran, Masada, Jericho und zur Kahlia Beach. Dabei beeindruckten uns vor allem die Überreste der alten Festung von König Herodes I.

Masada-Flagge

66 nach Christus überraschte eine Gruppe von Sikariern (jüdische Aufständische) die in Masada stationierte römische Garnison und nahm die Festung ein. Rebellen aus verschiedenen politischen Gruppierungen siedelten sich auf dem Gelände nun an, besonders nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch Titus 70 n. Chr. Sie errichteten eine Reihe von Gebäuden, darunter Wohnhäuser, eine Synagoge, eine Bäckerei, eine Mikwe (rituelles Tauchbad), ein Taubenhaus (Columbarium) und Wohnhöhlen.

Einige Überreste, die es heute oben auf dem Berg zu sehen gibt:

Ueberblick
Masada
Lagerräume:
Lagerräume
Wachraum:
Wachraum
Befestigungsanlagen:
Befestigungsanlagen
Badewanne:
Badewanne
Fels
Treppen
Treppen2
Säulen im Palast:
Säulen
Der Nordpalast:
Palast

Der Palast muss schon beeindruckend gewesen sein, hier ein Modell wie er ausgesehen haben mag:
Palastskizze

An manchen Stellen der Überreste von Masada ist noch die Wandbemalung zu sehen:
Wand

In den Jahren 70 bis 73 n. Chr. kämpften in Masada insgesamt 973 Juden gegen eine Übermacht von 15.000 römischen Legionären der X. Legion unter dem Befehlshaber Flavius Silva. Ein im Grunde aussichtsloser Kampf, wenngleich die Rebellen der römischen Belagerung lange standhielten.

Überreste eines von insgesamt acht römischen Lagern:
Römerlager

Der Historiker Flavius Josephus berichtete, dass die Belagerten, unter Führung von Eleazar ben-Ya’ir, in dieser schwierigen Lage beschlossen, lieber als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen und als Sklaven ihr weiteres Dasein zu fristen. „Ein ruhmvoller Tod ist besser als ein Leben im Elend.“ Per Los bestimmten sie einige Männer, die den Rest der Gruppe und anschließend sich gegenseitig töten sollten. Als die Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur Totenstille: 960 Männer, Frauen und Kinder hatten sich getötet. Nur zwei Frauen und fünf Kinder hatten sich verborgen und konnten berichten, was geschehen war. Die Römer bewunderten den Mut dieser Entscheidung. Durch diese Tat wurde Masada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens.

Die Überreste der Festung wurden in den sechziger Jahren wieder ausgegraben und Masada, nun wichtiger Mythos der zionistischen Bewegung, wurde mit der Zeit zu einem Anziehungspunkt für Einheimische wie für Touristen aus aller Welt. Darunter auch welche, die aussehen wie Arafat 😉

ArafatDouble

Die Sicht von oben ist toll. Hier ein paar Panorama-Eindrücke:

Panorama1
Panorama2
Panorama3
Strasse
Strasse2

Auch Soldaten der IDF kommen, ähnlich wie zur Davidsstadt, regelmässig hier vorbei. Masada steht für Durchhaltevermögen, für Kampfgeist, für Widerstand, für Selbstverteidigung und Überlebenswillen. Was den Juden in Masada passiert ist, darf den Juden im heutigen Israel nie wieder passieren. Masada darf nie mehr fallen, bedeutet heute soviel wie „Israel darf nicht zerstört werden. Israel muss sich verteidigen und sein Überleben sichern.“ Auch im Jahre 2009 ist Israel wieder von der kompletten Vernichtung bedroht angesichts der nuklearen Bestrebungen des Irans, der von einem bärtigen Irren regiert wird, der den Holocaust in der UN-Vollversammlung leugnet und das „zionistische Regime“ von der Landkarte radieren möchte. Es muss alles getan werden um ein ähnliches Schicksal wie das Masadas zu verhindern.

Seilbahn

Während die Anderen mit der Seilbahn (mit der wir auch hochgekommen waren) wieder herunterfuhren, begaben lalibertine und ich uns zu Fuß zurück nach unten. Wir brauchten ca. eine halbe Stunde. Später in unserem Hostel im Jerusalem traf ich dann aber lustigerweise einen recht großen, hageren Kerl, mit dunkler Hautfarbe und wilden schwarzen Haaren, der wie ein Waldläufer aus „Herr der Ringe“ aussah. Ich taufte ihn spontan auf „Häuptling Schwarzfuß“. Häuptling Schwarzfuß erzählte mir, dass er am Vortag in Masada war und dort keine Lust hatte auf die Seilbahn zu warten und mit seinem Kumpel gewettet hätte, er sei schneller zu Fuß unten, woraufhin er losgelaufen wäre und die Strecke in nur 14 Minuten geschafft hatte. Respekt! Ungefährlich ist sowas zudem nicht. Angeblich stürzten beim Versuch durch den Felsschotter, eine Abkürzung nehmend, herunterzulaufen, auch bereits israelische Soldaten, die in der Folge dann erstmal Urlaub im Krankenhaus einlegen mussten.

Masada darf nie mehr fallen und Masada wird nie mehr fallen. Am Israel chai!

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September 26, 2009 - Posted by | Israel | ,

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