L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Hurra, wir kapitulieren?

Von unseren französischen Nachbarn sind wir ja viel gewöhnt- andauernd Streiks, Proteste der Gewerkschaften, Demonstrationen (auf denen es auch schonmal kracht, rauchen tut es sowieso, genauso wie bei der Demonstration hier in Luxemburg-Stadt gegen Arcelor-Mittal, wo Bengalos von den Reisegruppen aus den frankophonen Nachbarstaaten gezündet wurden), Vandalismus, Zerstörung von Eigentum (brennende Autos), vor allem in Pariser Vororten, und dergleichen mehr- jedoch wurde nun eine neue Dimension erreicht.

Ein neuer Volkssport ist ausgebrochen: Mit angedrohten Werkssprengungen Abfindungen erpressen. Unglaublich! Oder auch gar: Geiselnahmen(!!!)

Natürlich sind Entlassungen für die Betroffenen, die immerhin viel für den Betrieb geleistet haben, immer furchtbar, nicht nur, aber für allem für Familienväter, zumal heute niemand so schnell gleich wieder eine neue Arbeitsstelle findet (übrigens grösstenteils eine Folge verfehlter Arbeitsmarktpolitik!). Natürlich sind menschliche Gefühle wie Verzweiflung, Wut und Enttäuschung durchaus verständlich. Jedoch muss der Einzelne sich bewusst machen, dass es an ihm liegt, in der Folge Verantwortung für seine Zukunft zu übernehmen und sich anderweitig nach Arbeit umzusehen, er muss sozusagen seine negativen Gefühle verarbeiten und nach vorne schauen. Als erwachsener, mündiger Bürger muss ich für mich selbst sorgen und darf diese Aufgabe nicht an den Staat oder an andere Mitbürger, bspw. meinen Chef, abdelegieren. (Dies gilt übrigens auch umgekehrt für Arbeitgeber, die gerne Staatskohle in Krisenzeiten abkassieren und auch sonst am Fleischtopf der Subventionen sich gierig laben!)

Eigenverantwortung ist die Basis einer jeden gesunden, freiheitlichen Gesellschaft. Wer diese vernichtet oder zumindest unterminiert, zerstört langfristig eine funktionierende Gesellschaft und macht Platz für wilde Barbarei.

Nein, ich bin nicht gegen Arbeitnehmer, nein ich bin nicht gegen Gewerkschaften, nein ich bin nicht mal gegen das Streikrecht (sofern es friedlich ausgeübt wird und die ausfallenden Löhne von der Gewerkschaft selbst übernommen werden!), aber ich bin vehement gegen solche kriminellen Methoden wie die oben Beschriebene. Das sind Kapitalverbrechen! Was kommt als Nächstes? Vielleicht ein Einbruch in die Wohnung des Arbeitgebers/Geschäftsführers/Managers und die Geiselnahme seiner ganzen Familie? Wäre sicher noch effizienter als Druckmittel. Schieb uns Kohle rüber, du Kapitalistensau, oder wir schneiden Deinem Schätzchen den Hals durch.

Solche Methoden sind unverzeihlich. Die unsägliche Dichotomie Arbeit-Kapital, die auf vulgäre, den Klassenkampf propagierende Marxisten zurückgeht, zeigt wieder mal ihre zerstörerische Kraft. Es scheint nötiger denn je Menschen über die Wirkungsweise freier Märkte aufzuklären.

Wir erleben heute zudem einen Staat, der auf 100 Hochzeiten mittanzen möchte und dies auch leider tut, dabei aber zusehends seine eigentlichen Aufgaben, gerade seine wichtigsten Kernaufgaben sogar, brutal vernachlässigt. Der französische Staat hat hier m.E. viel zu lasch reagiert. Er betreibt Appeasement den inneren Feinden und Banditen gegenüber. Was ist ein Staat denn bitte schön noch wert, der Freiheit, Eigentum und Leben nicht mehr effizient schützt? Ein Staat, der so dermassen verweichlicht ist, dass er machtlos nachgibt und somit das Signal „Weiter so“ Richtung Störenfriede aussendet? (Ist ja auch leichter, Jagd auf harmlose Kiffer zu machen, Internetpiraten zu drangsalieren oder Flatrate-Bordelle zu schließen und Prostituierten ihren sauer verdienten Lebensunterhalt wegzunehmen.) Wen wundert es da noch, dass in Zukunft sicher immer mehr militante Arbeits“kämpfer“ die obigen Beispiele nachahmen werden, was Kapitalgeber nicht gerade dazu ermutigen wird, in Frankreich ihr Geld zu investieren oder Unternehmer dort ihre Firma anzusiedeln und (neue) Arbeitsplätze zu schaffen?

Hier hilft nur eins: klarmachen, dass dies so nicht geht! Die Verantwortlichen solcher Aktionen müssen im Anschluss die volle Härte des Strafrechtes zu spüren bekommen. Mögliche Nachahmer müssen wissen dass ihnen Strafverfolgung droht. Bossnapping kann und darf kein Kavaliersdelikt sein.

Welche Lehren aber ergeben sich aus dem Versagen des Staates für die Unternehmensführung? So manch einer wird nun wohl über private Sicherheitsdienste nachdenken. Sicherlich nicht zu Unrecht. Dies ändert jedoch nichts an der Notwendigkeit eines Staates, da man sich ausmalen kann, wie eine Konfrontation Sicherheitsdienst des Unternehmens vs. kriminelle Arbeiter sonst aussehen könnte. (BTW, wie wird dergleichen in AnCapistan eigentlich geregelt?)

Bleibt zu hoffen, dass Frankreich endlich wieder zur Räson kommt, der Staat sich auf seine eigentlichen Aufgaben besinnt, neue Perspektiven für alle ermöglicht werden und der gesellschaftliche Frieden nicht zugunsten irgendwelcher Krawallmacher und anderer Deppen geopfert wird.

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Juli 23, 2009 - Posted by | Aussenpolitik, Frankreich | , , ,

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