L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Zum 4th of July: We the people!

Besonders während der Bush-Zeit wurde häufig die Befürchtung geäußert, dass sich die USA in einen totalitären Staat verwandeln würden. Die Meinungsfreiheit werde immer weiter eingeschränkt und dem Menschen würde vorgeschrieben werden, wie er zu leben habe. Und doch waren stellenweise Hunderttausende auf den Straßen um gegen den Irak-Krieg zu demonstrieren. Und ihnen geschah nichts.

Wenn wir kurz über die Freiheit innerhalb eines Staatsgefüges nachdenken, ist die USA tatsächlich ein leuchtendes Beispiel, wie es sein sollte. Es geht nicht darum, die eine Gesellschaftsform für alle zu finden und dann alles danach auszurichten. Ganz im Gegenteil, es geht darum, einen möglichst großen und weiten gemeinsamen Nenner zu finden, so dass alle Glaubenrichtungen, ethnische Traditionen und politische Strömungen unter diesem Hut gemeinsam bestehen konnten, ohne, dass eine Richtung den Ton angibt. Es bleibt dem Einzelnen überlassen, wie er lebt und welcher Gemeinde er sich zugehörig fühlt.

Über allem thront die Verfassung. Doch sie ist nicht für die Menschen gedacht. Sie wurde für die Regierung geschrieben. Der Staat darf regieren, doch steht es ihm nicht zu an der Verfassung zu rütteln. Besonders die Bill of Rights trägt eine wichtige Rolle, denn sie definiert nicht, was der Mensch darf, sondern, was der Congress dem freien Menschen nicht wegnehmen darf.

„Amendment I

Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances.“

Die Regierung darf keine Staatsreligion bestimmen. Sie darf auch niemanden daran hindern eine Religion auszuüben. Oder Eingriffe in die freie Meinungsäußerung vornehmen.
Diese Grundsätze sind in den USA verinnerlicht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in der ganzen post-9/11-Zeit die Leute auf die Straßen gingen um gegen den Irak-Krieg zu demonstrieren. Ebenso, wie sie sich hoffentlich am heutigen Tage zusammen finden um geschichtsträchtig zur Tea-Party einzuladen.

Dieser Kniff, nämlich dass es die Aufgabe der Regierung ist, die Verfassung zu schützen und nicht die Verfassung von der Regierung für den Bürger gemacht wurde, erlaubt es, dass der Bürger nach seinem eigenen Gutdünken leben kann. Und genau das ist es, aus was der amerikanische Traum besteht. Wäre es Staatsbestimmung, was der Mensch darf und was nicht, wie einfach wäre es doch, dem Bürger Rechte weg zu nehmen und Pflichten aufzuerlegen. Und genau dem soll entgegen getreten werden.

Nur so ist auch der zweite Zusatz zu verstehen. Für europäische Ohren klingt er immer wieder wie ein Beweis eines Vorurteils: Amis und ihre Waffen.

„Amendment II

A well regulated Militia, being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.“

Dabei ist es das Gegenteil. Diktatoren aller Länder, egal ob sie von kommunistischer, national-sozialistischer oder faschistischer Seite kamen, verboten Waffen in Privatbesitz. Vordergründig, weil Waffen gefährlich sind, weil sie dazu gemacht sind zu töten, man kennt die Argumentation. Dahinter steckt aber der Gedanke, dass ein unbewaffnetes Volk leichter zu kontrollieren ist. Wenn die Regierung das Waffenmonopol besitzt, ist es für die Bürger schwerer sich gegen den Staat zu behaupten. Wenn die Regierung dein Eigentum will und ungerechte und unberechtigte Gesetze beschießt, wie sollst du dich wehren? Wie soll sich ein ganzes Dorf, eine ganze Stadt, eine Gemeinde, ein ganzes Land wehren, wenn die Regierung alle Waffengewalt für sich monopolisiert hat? Ja, auch der 2nd Amendment ist ein Pfeiler der Freiheit. Es ist eine Kontrollfunktion, die sich gegen eine willkürliche Regierung richtet.

Der ursprüngliche Gedanken des Staatswesens der USA ist eine Annäherung an eine Vorstellung der idealen Staatsform. Der amerikanische Traum, dass man es mit Fleiß schnell zu etwas bringen kann, dass eine gute Idee dazu führt, dass es dir wohl ergeht, dass du für dein Wohlbefinden selbst verantwortlich bist und es nicht Aufgabe der Regierung ist, etwas für dich zu tun, hat nichts von seiner Brisanz verloren. Es ist ebenso nicht Aufgabe des Staates dir zu sagen, was du tun musst. Die Idee von Amerika ist die Idee, dass jeder nach dem Besten strebt, was er zu tun vermag. Der freie Mensch hat Potential, er gehört nicht dem Staat oder einer sonstigen Organisation, er kann und soll sein Schicksal selbst bestimmen. Da hat die Regierung ihm nicht vorzuschreiben, wie er leben soll, was er fahren darf, wohin er fahren darf, was er konsumieren soll, wie und wo er sich versichern darf, wo er sich aufhalten soll und mit wem. Was er tun darf und was nicht, was er sagen darf und was nicht.
Wo, wenn nicht in den USA konnten somit die verschiedensten Bürgerrechtsbewegungen entstehen.

„We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“

Und auch derjenige, welcher Naturrechte (die „unalienable Rights“) nicht akzeptiert, sollte wissen, dass es überhaupt nicht darum geht. Die Verfassung ist da um dem Staat Grenzen zu setzen, nicht dem Bürger.

Und wer diese Idee als Imperialismus ansieht, soll sich mal fragen, ob er überhaupt das Konzept der Freiheit versteht. Freiheit heißt nicht, dass sich z.B. jeder zum Mullah-Regime im Iran bekennt. Freiheit heißt die Wahl zu haben. Und darum geht es im amerikanischen Spirit, um die Möglichkeit die Wahl zu haben. Unter Ahmadinedschad hat der iranische Bürger nicht die Wahl. Ihn als Bollwerk gegen den amerikanischen Imperialismus zu deuten zeugt von tiefem Hass und Unverständnis gegen alles Freiheitliche. Wenn Chavez gewinnbringende Firmen verstaatlicht, wer möchte dann dort noch eine Firma gründen und Gewinn machen, wenn der Staat ihn eh enteignet? Und diese ganzen Antikapitalisten, welche gerne sich in Wohlgefallen baden, sie würden „doch nur an die Armen denken“? Im Grunde geht es um Kontrolle. Und wollen wir von Anderen kontrolliert werden, auch wenn es „für die Armen“ ist?

Nein, wollen wir nicht! Freiheit und Staatsbefehl sind Gegensätze. Da kann die Aktion noch so gut gemeint sein, im Kern ist es bereits ein Zwang gegen diejenigen, die nicht einverstanden sind. Es geht darum die Wahl zu haben, nicht darum, ob das eine besser ist als das andere. Das Individuum ist die kleinste Einheit in einer Gesellschaft. Es soll seiner Obhut überlassen werden, was er mit sich anstellt, es ist nicht die Aufgabe einer Regierung, noch hat irgendeine Regierung überhaupt das Recht dazu, dem Individuum vorzuschreiben, wie er zu leben hat und was er zu bezahlen hat und warum.

Leider wird die Idee Amerikas momentan von Obama noch weitaus mehr pervertiert als unter Bush 43. Hier in Europa haben wir uns längst an dieses überfressene Staatswesen gewöhnt. Es wird Zeit, dass auch hier sich Gruppen zusammenfinden um zu sagen: Die Aufgabe des Staates ist dem Individuum „Life, Liberty and the Pursuit of Happiness“ zu ermöglichen. Bei allen übrigen Dingen hat er sich raus zu halten. Wenn er sich in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen, sollte es unser gutes Recht sein uns zu verweigern.

Am heutigen 4th of July werden sich wieder eine Menge Amerikaner zu den sogenannten Tea-Parties treffen. Sie erinnern an das wahre Amerika, das Amerika, das jeden dazu bringt das Beste zu tun, was er oder sie zu geben hat. Dieser Geist hat Amerika groß gemacht. Wenn diese Leute zur Old Glory hoch schauen, sehen sie noch das wahre Amerika. Ein Amerika, das dabei ist in stupidem Gerede über Imperialismus zu verschwinden, dessen Werte vom aktuellen Präsidenten verkauft werden und dessen Grundsatz des „Life, Liberty and Pursuit of Happiness“ langsam aber sicher von einem fetten Staat geschluckt wird.

Old Glory

Oh, say does that star-spangled banner yet wave
O'er the land of the free and the home of the brave?

DON'T TREAD ON ME!

DON'T TREAD ON ME!

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Juli 4, 2009 - Posted by | Konservativismus, Libertarismus, Minarchismus, USA | , ,

2 Kommentare »

  1. …von einem fetten Staat geschluckt wird. Eben. Die Republikaner hielten den Staatsapparat eng, aber zu konservativ und zwei Cicero rechts der Mitte. Die Demokraten – zwei Cicero links der Mitte – blaehen den Staatsapparat auf. Glueckwunsch an alle, die sich einen Job innerhalb des fetter werdenden Staatsbetriebes geangelt haben. Vier bis acht Jahre angestellt sein, wo (fast) nicht gefeuert werden darf, ist die halbe Butter bei den Fischen. Darum ist es eine Illusion zu glauben, dass sich Individuen zusammenfinden werden, um sich nichts vorschreiben zu lassen.

    Kommentar von newsbrew | Juli 6, 2009

  2. Holà,

    „Zum 4th of July: We… the puppets!“ (2010 Ed.)

    http://bit.ly/E4EyL

    Hasta
    Toff

    Kommentar von Pancho | Juli 3, 2010


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