L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Arne und der Islam

Bei Arne Hoffmann lese ich ab und zu mal mit. Er fiel mir vor Jahren bereits positiv auf durch seine kritische Haltung zum Radikalfeminismus (auch mir liegt die Überwindung jeglicher Form von Diskriminierung, auch gegen Männer, am Herzen, auch mir ist jede Form von Kollektivismus zuwider (wovon allerdings auch Genderama leider oft nicht frei ist), ich wünsche mir ein Ende des Geschlechterkampfes und komplette Gleichberechtigung (nicht Gleichheit!) von Mann und Frau in allen Lebensbereichen), aber auch vor allem wegen seinem Einsatz für die sexuelle Freiheit (Vor allem seine Verteidigung von sogenannter „Gewaltpornographie“ fand ich als Freund von BDSM-Erotik nahezu legendär.) Ich nehme ihm seine (radikal-)liberale Haltung insgesamt also durchaus ab und daher ist er mir eigentlich recht sympathisch. Doch bezüglich Islam und Nahostkonflikt kann ich ihn nicht verstehen.

Gestern fand ich folgende Rezension über das Werk „Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich von Sabine Schiffer und Constantin Wagner“ auf seiner HP. Das besagte Werk habe ich nicht gelesen, möchte aber doch gerne einige Worte zu den Ausführungen Hoffmanns anmerken.

So meint dieser:

Was Islamophobie angeht, findet sich diese Strategie vor allem bei der extremen Linken von den Antideutschen (konkret, Lizas Welt etc.) bis zum Alice-Schwarzer-Feminismus („auch wenn du dummes Ding meinst, freiwillig ein Kopftuch zu tragen, wirst du dadurch in Wirklichkeit unterdrückt“).

Ich will gar nicht behaupten, dass alle Kopftuchträgerinnen dies unfreiwillig tun, sehr viele werden es tatsächlich aus persönlicher Überzeugung tun und ich will es ihnen auch gar nicht verbieten. (Ein Nihab oder eine Burka hingegen wäre schon wieder etwas Anderes, das kann man durchaus als Verstoß gegen das Vermummungsverbot ansehen und vielerorts wird sowas wohl zurecht genauso wenig toleriert wie umgekehrt im Adamskostüm rumzulaufen.) Nur ist es leider so, dass das Kopftuch nicht frei von politischer Bedeutung ist. Es ist mehr als ein Kleidungsstück, mehr als ein religiöses Symbol, es ist zugleich das Symbol wirklicher Unterdrückung von Frauen in vielen muslimischen Ländern. Als im Iran die Ayatollahs nach dem Sturz des Shahs die Macht übernahmen und die islamische Republik ausriefen, führten sie mit als Erstes die Vorschrift für alle Frauen ein, ein Kopftuch in der Öffentlichkeit tragen zu müssen. Hier kann von genereller Freiwilligkeit also keine Rede sein, denn wer kein Kopftuch trägt, wird vom Staat bös bestraft, was Alice Schwarzer vollkommen zurecht anprangert. Wer in Europa nun ein Kopftuch trägt, wird dies sicher selber nicht unbedingt gutheissen, bloß behält das Ganze dennoch leider einen faden Beigeschmack. Hilfreich wäre hier sicherlich, wenn vermehrt Muslimas (vielleicht gerade welche MIT Kopftuch) sich für das Recht der Frauen, auch in muslimischen Ländern, KEIN Kopftuch tragen zu müssen, dezidiert aussprechen würden.

Die zweite Strategie entwächst aus dem Verteidigungsmythos. Hier richtet man seine Aggressionen gegen den anderen, weil man sich vor ihm vermeintlich schützen muss – ein Denken, das viele Kriege ebenso möglich machte wie den Holocaust. Diese Strategie wird gegenwärtig vor allem von rechts vertreten: also etwa von Henryk Broder und seiner „Achse des Guten“, der Jungen Freiheit, Pro Köln, Politically Incorrect und so weiter.

In der Tat müssen wir uns vor Gewalttätern schützen, egal ob muslimischer oder sonstwelcher Herkunft. Gefahren wie der islamistische Terrorismus sind nun einmal leider nicht von der Hand zu weisen. Natürlich darf man deswegen nicht alle Muslime zu Feinden erklären (um Gottes willen, schon allein deswegen nicht, weil es sicher längst viele Muslime gibt, die ihren Glauben nicht fundamental leben und recht säkular sind, genauso wie es sicher auch gar genug „Folkloremuslime“ gibt, das islamische Pendant zu „Papier-Christen“ wie ich als getaufter Katholik, aber mittlerweile Atheist einer bin), natürlich muss man genau überlegen wie man in diesem Kampf, ideologischer wie ggf. auch polizeilicher oder gar militärischer Natur, vorgeht, aber eine Demokratie muss auch stets wehrhaft sein. Andernfalls tanzen einem Kriminelle und Tyrannen auf der Nase herum. Sollte diese Erkenntnis „rechts“ sein, so wäre auch LfL ein rechter Blog, zumal wir von den oben Aufgezählten die Achse der Guten um Henryk M.Broder, anscheinend ein „Lieblingsfeind“ Arne Hoffmanns, sehr schätzen.

Kommen wir nun zu den Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie.

So wurde unter anderem 1883 im Chemnitzer Aufruf vor der „Jüdischen Gefahr“ gewarnt, und Chamberlain legitimierte die rechtliche Schlechterstellung der Juden damit, dass man sich vor ihnen „schützen“ müsse. Vermeintliche Beweise gab es genug: „Hatten nicht mehrheitlich jüdische Attentäter 1881 Zar Alexander ermordet? War der Mörder des US-Präsidenten McKinley 1898 nicht ein jüdischer Anarchist? Steckten nicht vielleicht doch hinter weiteren Terrorakten, die die Welt in dieser Zeit in regelmäßigen Abständen erschütterten, jüdische Täter, etwa beim Mord an der österreichischen Kaiserin 1898 oder am italienischen König 1900?

Kein verünftiger Mensch will heute eine rechtliche Schlechterstellung der Muslime (allerdings auch keine Besserstellung, „affirmative action“ in Form positiver Diskriminierungsgesetze ist bei Muslimen so falsch wie bei Frauen!). Die Analogie zu den damaligen „Terrorakten“ ist zudem unglücklich. Zum einen wandten sie sich gegen bestimmte Herrscher (also gegen konkrete Personen, nicht gegen die ganze westliche Welt an sich), zum Anderen waren die Motive der Täter politisch-ideologischer Art (inspiriert durch kommunistische oder anarchistische Theorien), sie hatten also nichts mit ihrer jüdischen Herkunft zu tun. Und genau hier liegt der springende Punkt. Bei den Islamisten ist die den Taten zugrundeliegende Ideologie eben leider der islamische Djhihadismus.

Nun zum Thema Integration.

Und schon damals konnte es die religiöse Minderheit der Mehrheit nicht recht machen: Versuchten ihre Mitglieder, ihre Kultur zu bewahren, wurden sie als integrationsverweigernd dargestellt, wollten sie sich hingegen assimilieren, beschuldigte man sie der Verstellung und des Parasitentums.

In der Tat sollte die Integration von Muslimen als positiv, da absolut notwendig, angesehen werden und nicht pauschal „Taqija“ unterstellt werden.

Ähnlich wie heute den Muslimen warf man schon damals dem Judentum eine Unvereinbarkeit mit der Moderne vor. Das Religiöse wurde als grundsätzlich verdächtig und als Bedrohung einer liberalen Gesellschaft gesehen – in einer „aufgeklärten“ Welt schien es dafür keinen Platz mehr zu geben.

Ob der Islam mit Demokratie und Moderne vereinbar ist, ist schwer zu sagen. Die meisten muslimischen Staaten bezeugen leider das Gegenteil, wobei die derzeitige iranische Freiheitsbewegung doch wieder Hoffnung macht. Entscheidend ist, dass die Muslime endlich mehrheitlich (wie schon zuvor Juden und Christen) das Konzept der Trennung von Kirche und Staat begreifen (zuvorderst die bei uns in Europa Lebenden, da habe ich nämlich leider wirklich oft noch Zweifel und daher Ängste), sich offensiv und laut für die FDGO aussprechen, inbesondere für die dort garantierte Meinungsfreiheit (einem unliebsame Cartoons miteingeschlossen, keine Religion hat das Recht auf Schutz vor Blasphemie der Atheisten!), zudem die Mehrheit endlich mal nicht nur gegen militärische Einsätze der USA und Israel demonstriert, sondern vor allem gegen den islamistischen Terrorismus, dem ja auch genug Muslime zum Opfer fallen, der aber zumeist in schamvolles Schweigen gehüllt wird. Dies alles könnte das Image der Moslems sicher enorm aufpolieren. Es bräuchte sozusagen mehr Ibrahim Al-Buleihis. Leider wird solchen Leuten wie dem hier zumeist das Feld in TV-Shows überlassen. Wenn Arne sich dann über diejenigen nicht-muslimischen Koranleser aufregt, die blutrünstige Zitate daraus zu Islamkritik (für ihn Islamophobie und Diskreditierung des Islams) benutzen, verwechselt er leider Ursache und Wirkung. Die Muslime selbst müssen eine bessere Aussendarstellung sich erarbeiten.

Allgemein bleibt Religion übrigens durchaus immer eine Bedrohung für die Freiheit, genauso wie jede politische Ideologie (mit Ausnahme des eben als Metaideologie zu verstehenden Liberalismus!), wieso man auch ruhig Kritik an ihr äussern sollte, dies bedeutet jedoch nicht dass man religiöse Menschen zu Feinden erklären muss (selbst Richard Dawkins hat sicher nicht nur atheistische Freunde!) Religiöse Fundis können zwar manchmal ein regelrechtes Ärgernis sein, auch die Haredim in Jerusalem, aber gottseidank sind die meisten gläubigen Menschen nicht so verrückt. Dennoch: Religionskritik ist natürlich gut und notwendig und religiöse Menschen müssen damit leben können.

Bezüglich Antisemitismus in Gestalt des Antizionismus und vermeintlicher Israelkritik (wenn möglich noch mit blöden NS-Vergleichen) kann ich nur zustimmen. Allerdings:

In diesem Zusammenhang räumen die Autoren aber auch ein, dass die Debatte etwas arg irre wird, wenn etwa ein Henryk Broder solche Vergleiche einerseits tabuisieren möchte, weil sie eine Verharmlosung des Nationalsozialismus darstellten, andererseits aber beständig selbst mit Nazi-Vergleichen um sich schlägt – egal ob er diese gegen einzelne Autoren richtet oder gegen Staaten wie den Iran: „Gerade Protagonisten wie Broder verlangen nichts anderes, als Israel zur einzigen Ausnahme in der Welt zu erklären: Israel wäre demnach das einzige Land, auf den ein Nazi-Vergleich nicht angewandt werden darf.“ Mit dieser Markierung durch eine Sonderstellung werde antisemitischem Denken ebenfalls Vorschub geleistet.

Ich denke, jeder Nazivergleich, der sich auf ein demokratisches Land (nicht nur, aber eben auch Israel) bezieht, ist daneben. Bei Diktaturen wie dem Iran hingegen finde ich den Vergleich durchaus angebracht. Es muss nicht erst zu einem Genozid kommen, die eklatanten Menschenrechtsverletzungen im Gottesstaat der Mullahs und die Äusserungen des bärtigen Affen, vor allem gegen Israel, sind bereits horrend genug. Bei einzelnen Autoren muss man sich wiederum ansehen, was genau sie schreiben, je nach Fall mag ein solcher Vergleich in bezug auf die Denkmuster des besagten Autors leider auch durchaus berechtigt sein.

Über Ulfkotte wiederum wäre jedes Wort zuviel. Wer beim Kopp-Verlag sein krudes Zeug drucken lässt, ist nicht ernstzunehmen und gehört isoliert.

Webblogs wie Politically Incorrect und die von Udo Ulfkotte betriebene Website akte-islam.de erinnern die Autoren in ihren endlosen Auflistungen von muslimischen Taten an die Sammlung „jüdischen Vergehens“, die Hans Diebow 1938 für die Ausstellung „Der ewige Jude“ herausgab und die auf über 100 Seiten die Weltverschwörungsabsichten der Juden beweisen sollte – natürlich jeweils garniert mit Zitaten aus der Torah(…) Das ist natürlich dasselbe Prinzip, nach dem Politically Incorrect, Akte-Islam und ihre vielen Epigonen tätig sind.

Diese Blogs pauschalisieren in der Tat oft und die dort teilweise veröffentlichten Kommentare und Unterstellungen („Wüstendämon“, „Musel“, „Schweinefleisch Anspuckende“) sind in der Tat nur noch widerlich. Von dererlei Rassismus kann sich nur distanziert werden.

Gründlich analysieren Schiffer und Wagner die Sprache, die auf Websites wie Politically Incorrect gang und gäbe ist und mit welcher der Islam im Zusammenhang mit Wörtern wie „Krebsgeschwür“ und „Ansteckungsgefahr“ genannt wird, geradezu inflationär aber auch mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus gleichgesetzt wird.

Der politische Islam (der eben eine bestimmte Form der Gesellschaft und einen das Shariarecht implementierenden Gottesstaat anstrebt) ist in der Tat eine totalitäre Ideologie und mit dem NS und dem Bolschewismus durchaus im Rahmen einer Art „erweiterten Totalitarismusthese“ vergleichbar. Vor dieser Wahrheit kann niemand die Augen verschliessen, auch nicht wer schonmal dem Muslim-Markt ein Interview gibt.

Beides sorge dafür, dass dem Islam und den Muslimen jegliche Existenzberechtigung abgesprochen werde. Und wenn früher Saddam Hussein und heute Ahmadinedschad der „neue Hitler“ sei, ermögliche diese Dämonisierung offenbar die Propaganda für einen Angriffskrieg und damit die diskursive Ausschaltung des Völkerrechts. Wo bei Diffamierungen anderer Gruppen (Antisemitismus, phänotypischer Rassismus) beherzt eingegriffen wird, gilt die kollektive Diffamierung von Muslimen als „freie Meinungsäußerung“. Inzwischen müssen sich die Verteidiger der Minderheiten für ihr „Gutmenschentum“ rechtfertigen.

Nochmal: Pauschalisieren geht in der Tat nicht. Saddam Hussein war aber zweiffelos ein grausamer Diktator und ist mittlerweile gut weg, wie selbst ich als Irakkriegsgegner zugeben muss. Ob und wann ein präventiver Angriffskrieg berechtigt ist, ist allerdings eine sehr schwierige Frage. Im Falle des Irans sollte aber in der Tat nicht die Fertigstellung einer Atombombe abgewartet werden, jene würde einen nuklearen Wettlauf im Nahen Osten starten, der diese Region weiter destabilisieren würde, gerade zum Leidwesen der Freiheit und des in dieser Region anzustrebenden Friedens. Das Völkerrecht allein hilft hier leider auch nicht, weder politisch, noch gar moralisch, weil dies zu oft Diktaturen vor Eingriffen von aussen schützt. Daher hat ja selbst eine rot-grüne Bundesregierung sich darüber schon mal hinweggesetzt.

Broder wird in der Folge wieder als Islamophobiker Nummer eins dargestellt, was ich für nicht berechtigt halte. Broder hat nichts gegen Muslime, er lehnt nur (wie übrigens auch Geert Wilders und vor ihm Pim Fortuyn) den
politischen Islam ab. Er prangert zurecht Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen, Homosexuelle oder andere Religionen (vor allem die Bahai) im Iran und anderer muslimischer Staaten sowie Gewalttaten radikaler Muslime in Deutschland an. Mit Hass auf Muslime hat dies nichts zu tun, wohl aber mit einer verständlichen Abneigung gegenüber schändlichen Verbrechen.

Zu der Darstellung der Medien konstatiert Hoffmann:

Mit einem Kapitel über die Darstellung des Islams in den Medien baut Sabine Schiffer auf ihrem sehr gelungenen Buch über speziell dieses Thema auf. Dabei fällt auf, wie manipulativ Journalisten wieder und wieder Terrorakte und Religion insbesondere auf Bildebene miteinander verknüpfen, so als sei beides wechselseitig bedingt. Als eines von vielen Beispielen analysieren die Autoren eine suggestive Reportage Esther Schapiras über den Mord an Theo van Gogh: „Der Beitrag (…) beginnt mit einer Koranrezitation, dem Blick in eine Moschee und auf ein Wandbild von Mekka. (…) Damit wird der Mord nicht mehr dem einzelnen Täter, der Muslim ist, sondern allen Muslimen zugeordnet.

Der Mörder war nunmal ein religiöser Fanatiker (vulgo: Islamofaschist.) Ich würde eine solche Darstellung aber nicht als islamophob und suggestiv bezeichnen, da ich denke, dass die meisten Zuschauer klug genug sind, keine Pauschalurteile zu fällen. Der Koran sollte nicht verboten werden, Moscheen nach meiner Meinung (und im Gegensatz zu der Giordanos) ebenfalls gebaut werden dürfen, jedoch sollten diese geschlossen werden, sobald dort zu Hass und Verfassungsfeindlichkeit aufgerufen wird. Und Morddrohungen sind immer falsch, egal gegen wen und warum.

Der Vergleich Fitna vs. Der ewige Jude hinkt meiner Meinung nach dann komplett, da es zur Zeit des NS-Propagandafilms auf Seiten der Juden keine durch religiösen Fundamentalismus motivierte, jüdische Straftaten oder gar Terroranschläge gegen die westliche Welt gab. Wie es überhaupt nie einen bedeutenden, politischen Judaismus gab. Es gab auch keine zig jüdischen Machtstaaten ohne Trennung von Religion und Politik, in der Frauen massiv unterdrückt wurden. Die Kritik am Islam (sofern von vernünftigen Menschen wie mir geäussert) ist nunmal einzig und allein politischer wie ideologiekritischer Art, sie richtet sich nicht gegen Muslime und ihren privaten Glauben an sich. Hier muss man nunmal säuberlich voneinander unterscheiden, auch wenn es nicht immer einfach ist und ein kurzer Film wie Fitna dafür denkbar ungeeignet sein mag.

Interessant ist, dass die deutschen Medien aus der gesamten Menge an „Islamkritikern“ aktuell eben nicht Raddatz, Ulfkotte oder irgendjemand anderen immer wieder als Kronzeugen für die Islamisierungsgefahr herausgegriffen und so zu Stars gemacht haben, sondern eben Broder und Giordano.

Das hängt wohl weniger damit zusammen, dass diese Juden sind als vielmehr damit, dass diese beiden schlichtweg bekannter sind als die beiden Anderen, die allerdings durchaus doch auch oft im Gespräch sind.

Naheliegend ist es, dahinter den zynischen Wunsch vieler Journalisten zu vermuten, politisch korrekt und fremdenfeindlich zugleich sein zu können, etwa nach dem Motto: „Hey Leute, die Juden haben gesagt, wir dürfen jetzt wieder auf Minderheiten losgehen!“

Sollten die Journalisten wirklich so überlegen, wären sie gemeingefährlich, das will ich ihnen aber nicht unterstellen.

Schiffer und Wagner hingegen sehen in dieser Besetzung (und anscheinend auch durch das Platzieren von Themen wie „muslimischer Antisemitismus“) den Versuch, Juden und Muslime medial gegeneinander aufzuwiegeln und im Zuschauer hier das Bild einer unausweichlichen Konfrontation zu verankern. Schiffer und Wagner zufolge „arbeitet die Konfrontationsstellung zwischen Juden und Muslimen bestimmten geostrategischen Interessen zu. Einigen Betroffenen ist es gelungen, dies zu durchschauen und zu durchbrechen.“

Ob es Arne Hoffmann gefällt oder nicht, der muslimische Antisemitismus ist durchaus ein Problem, allen voran in Frankreich (worüber es schon ernste ARTE-Reportagen gab), aber auch in Berlin beispielsweise. Jedoch sollten Muslime und Juden nicht gegeneinander aufgewiegelt werden, sie sollten eher gemeinsam für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie kämpfen. Hier sollten jedoch zuvorderst manche Muslime ihre Einstellung mal überdenken. Blind einer „Blut und Boden“-Ideologie von Hamas und Hisbollah nachzulaufen und auf deutschem Boden während einer angeblichen Friedensdemonstration nach Umma und Kalifat zu schreien, ist nur noch deppert und nichtmal im wirklichen Interesse der Palästinenser (jedenfalls insofern diese in Frieden und Freiheit leben wollen, was angesichts der letzten freien Wahlen leider auch wieder zu bezweifeln ist).

Jüdisch-arabische wie israelisch-palästinensische Dialoginitiativen finde ich übrigens durchaus auch bewundernswert und sehr wichtig, aber hallo?!!!

Einzelpersonen, die sich gegen den ständig heraufbeschworenen „Kampf der Kulturen“ engagieren, so etwa Alfred Grosser, John Bunzl, Norman Finkelstein, Shraga Elam, Ian Kershaw, Micha Brumlik, Rolf Verleger, Evelyn Hecht-Galinski und viele mehr – mit anderen Worten die gesamte Hassliste von Henryk Broder und Co. In die Schlagzeilen und die Talkshows schaffen es hingegen polarisierende Themen und Personen wie etwa Hendryk Broder auf der einen und die palästinensische Hamas auf der anderen Seite.

Finkelstein ist DER Alibijude jedes Nazis! Für dererlei Unsinn fehlt mir wirklich das Verständnis. Arne Hoffmann sollte sich ebenso wie einige von ihm oben Erwähnte (ich kenne leider nicht alle) mal lieber in die Geschichte des Nahostkonfliktes einlesen. Sein „Lieblingsblog“ Lizas Welt könnte ihm dabei durchaus behilflich sein. Und wenn es auf israelischer Seite ein Pendant zu Hamas gibt, dann sicher nicht der liberale Broder, der oft genug auch pro-palästinensische Artikel verfasst hat, sondern Leute wie Goldstein, Amir oder Marzel beispielsweise. Vergleiche müssen schon passen.

Zum Abschluß bleibt in der Tat zu hoffen, dass der Dialog der Kulturen weitergeht und ein Clash verhindert wird. Wichtig ist dafür aber vor allem, dass die Muslime weltweit selbstkritischer werden und sich entschiedener und lautstärker auf die Seite der freien Welt und ihrer Werte stellen. Iran macht hierbei vielleicht den Anfang.

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Juli 2, 2009 - Posted by | Antisemitismus, Islamismus | ,

1 Kommentar »

  1. Please Take 30 Seconds to Vote for a Film About Iranian Youth

    Millions of young Iranians are marching in the streets demanding their rights. Our film, CIRCUMSTANCE, is about the struggles and triumphs of Iran’s youth. Support Iran’s Amazing Youth, Get their stories told.

    Iran’s Votes were ignored. Make yours count. Vote for CIRCUMSTANCE!

    Please click on the director’s name, MARYAM KESHAVARZ/ CIRCUMSTANCE, and click five stars. The link is http://www.netflixfindyourvoice.com/. And they won’t use your email for evil. The clip is a sample of my work from a short I directed that won the Jury Prize at Berlin. Spread the word . . . Deadline July 4th . . . Thank you!

    ———————————-

    Passt zwar nicht hier rein, aber schalten wir diesen Post aus Solidarität mit dem Iran doch mal frei, Anm.CK.

    Kommentar von smartieartie | Juli 2, 2009


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