L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Nationalfeiertag

LfL wünscht seinen heimischen Lesern heute abend eine schöne Feier, ob in der Hauptstadt oder sonstwo, und morgen einen besinnlichen und ruhigen Ausnüchterungs… äh Nationalfeiertag.

Wir sollten uns an Tagen wie diesen aber auch an unsere Großeltern erinnern, die noch den zweiten Weltkrieg und die NS-Okkupation miterleben mussten. An diejenigen, die für unsere Freiheit und Unabhängigkeit ihr Leben lassen mussten, an die Widerstandskämpfer, die sich tapfer dem braunen Totalitarismus entgegen gestellt haben, an den Generalstreik, wegen dem viele hingerichtet wurden, aber der wohl verhindert hat, dass noch weitere Jahrgänge in die Wehrmacht zwangseingezogen wurden, an die, die gegen die Schändung der „Gëlle Fra“ (wo viele heute abend dem Feuerwerk beiwohnen werden) demonstriert haben und verhaftet wurden, an die, die bei der Volkszählung den Gauleiter zur Raserei brachten…

Zu oft nehmen wir unsere heutige Freiheit, die nationale Unabhängigkeit, die Demokratie, unseren Rechtsstaat und unseren Wohlstand (der vor allem der von vielen leider immer noch so ungeliebten Marktwirtschaft zu verdanken ist) für selbstverständlich und riskieren- vielleicht auch gerade deswegen- diese Dinge wieder zu opfern bzw. in kleinen Schritten Stück für Stück aufzugeben, sei es aus Angst vor Veränderungen, die die Dynamik des Marktes wie der Zivilgesellschaft mit sich bringt, sei es als Antwort auf Krisen, deren Überwindung wir plötzlich nur noch dem starken Staat oder einem starken Mann (hierzulande für viele Jean-Claude Juncker) zutrauen, sei es aus Angst vor Gewalt und Unsicherheit, die uns vielleicht ein Bedürfnis nach „mehr Kontrolle“ und „mehr Überwachung“ gibt (was nicht per se falsch ist, aber man muss sich eben genau überlegen wie weit man hier geht und mit äusserster Vorsicht Sicherheit und Freiheit gegeneinander abwiegen), sei es aus falsch verstandener Gutmenschlichkeit, die zu Paternalismus führt, sei es aus sozialen Gründen, die vielleicht zu oft dazu führen zu denken, Umverteilung von Geld sei die Lösung, statt auf Strukturen der Eigeninitiative, Hilfe zur Selbsthilfe und das emanzipatorische Potential eines flexiblen und möglichst freien Marktes zu setzen.

Daher sollten wir uns stolz mehr denn je auf unsere Werte besinnen und niemals vergessen, überall auf der Welt Menschenrechtsverletzungen und Unfreiheit, Diktaturen und ihre Verbrecher, offen zu krisieren und den Widerstand dagegen- wie heute im Iran- moralisch zu unterstützen. Jeder Form von Extremismus müssen wir uns entschieden entgegenstellen, in unserer Zeit vor allem dem islamistischen Terror. Wir dürfen nicht verzagen, viel Blut floß für unsere Freiheit in Europa, die zu opfern wir niemals nie zulassen dürfen. Aber auch zuhause müssen wir uns wieder mehr Freiheit, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung erkämpfen.

Es sei auch daran erinnert, dass wir seit 1945 in Europa Frieden haben (von lokalen Brandherden wie in Nordirland, im Baskenland, in Ex-Jugoslawien und zuletzt auch in Georgien natürlich mal abgesehen). Zu oft wird die EU kritisiert, vor allem aufgrund ihrer Neigung zu bürokratischem Wahn, sicherlich oft zu recht und gerade auch von mir, aber wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Projekt einem Kontinent, der davor regelmässig von Kriegen übersät war (Wie oft wurde Luxemburg in einen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland reingezogen?) eine lange Periode des Friedens- die hoffentlich noch lange anhält- gebracht hat.

Luxemburg sieht im Rahmen der Globalisierung neuen Risiken und Gefahren, aber auch vielen neuen Chancen und Hoffnungen entgegen. Wir alle sollten dazu beitragen die Zukunft, gemeinsam mit unseren Mitmenschen, möglichst freiheitlich, sozial und positiv zu gestalten.

In dem Sinne: Roude Léiw-huel se! 😉

Flagge
Roude Léiw

Und hier dann noch die Nationalhymne(Text und MP3).

(Ein wenig Patriotismus kann auch LfL wohl nicht schaden, grins.)

Juni 22, 2009 - Posted by | Neues aus Luxemburg |

3 Kommentare »

  1. ck

    fast 100%tige zustimmung zu deinem artikel
    dürfte ruhig einleitungsartikel eines unserer
    presseblätter sein zum nationalfeiertag –
    mit diesen worten dürftest du die zeitungsschreiber
    um längen schlagen

    ozzi

    Kommentar von ozzi | Juni 22, 2009

  2. Toller Text, spannt den ganz großen Bogen und das sehr gelungen.
    Schönen Feiertag wünsche ich!

    Kommentar von lalibertine | Juni 22, 2009

  3. @ozzi und lalibertine: Danke. Mache mich jetzt auf in die Stadt und trinke ein paar Bierchen auf unser Land, aber auch auf euch beide 😉

    Kommentar von CK | Juni 22, 2009


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