L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Alea iacta est!

Der Würfel ist gefallen. Was bereits erste Hochrechnungen im Wahlbezirk Osten am Nachmittag aufzeigten, wurde nun auch auf nationalem Plan eindrucksvoll bestätigt.

Die CSV ist stärker denn je und legt erneut punkto Sitze (voraussichtlich zwei) zu. Die totale Dominanz der Schwarzen um Jean-Claude Juncker mag mir nicht gefallen, aber ich muss sie zur Kenntnis nehmen. Die Finanzkrise hat der CSV sicher geholfen, in Krisenzeiten wünschen sich die Menschen einen starken Staat, eine starke Regierung und einen starken Regierungschef. Der „Medien-Premier“ Juncker bekam so seine persönliche Elbeflut rechtzeitig vor den Wahlen und er steht erneut am Ruder des Luxemburger Flaggschiffes. Seine Partei kann sich nun den Koalitionspartner aussuchen, es läuft aber wohl erneut auf die LSAP hinaus.

Die DP hat trotz (oder doch gerade wegen dem verjüngenden Altersschnitt?) den großen Wurf nicht geschafft, sogar vermutlich einen Sitz an die CSV in ihrer Hochburg im Zentrum verloren, was Xavier Bettel fast die Tränen in die Augen trieb. Bettel selbst schnitt allerdings wohl sehr gut ab, was mich nicht verwundert. Er engagiert sich stark für Randgruppen, ist ein junger Wilder, der auch schonmal positiv frech im Parlament auftritt und nicht vor Tabuthemen wie Drogen und Prostitution zurückschreckt. Mehr von seiner Sorte würden der DP sicher gut tun.

Die LSAP bleibt die zweitstärkste Fraktion, verliert aber wohl einen Sitz im Süden an die Linke um den alten Sozi-Fuchs André Hoffmann, die somit zu den Siegern des Tages gehört. Asselborn war sichtlich unglücklich über diese unnötige Spaltung links der Mitte. Die Grünen konnten ihr gutes Resultat von 2004 bestätigen und neben Juncker und Hoffmann war François Bausch einer der Glücklicheren in der RTL-Elefantenrunde. Die KPL und Aly Jaerlings neue Bürgerliste spielten keine Rolle an diesem Tag, die betreffenden Parteivorsitzenden wurden daher auch nicht von RTL eingeladen. Claude Meisch (DP) gab zu sich mehr erwartet zu haben. Auch Gaston Gibéryen war gar nicht erfeut. Seine ADR, auf deren Liste auch Mitglieder der AHL vertreten waren, verlor ihren Sitz im Osten an die schwarze Übermacht.

Sitzverteilung im nationalen Parlament (60 Sitze) somit:
CSV (26 Sitze)
LSAP (13 Sitze)
DP (9 Sitze)
Grüne (7 Sitze)
ADR (4 Sitze)
Linke (1 Sitz)

Nähere Infos mit schönen Grafiken gibt es hier.

Allen zukünftigen Regierungsmitgliedern wie Abgeordneten wünsche ich bereits heute abend, dass sie ein gutes Händchen beweisen und in Zukunft hoffentlich mal öfters mehr auf die Mündigkeit und Eigenverantwortung ihrer Bürger vertrauen.

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Juni 7, 2009 - Posted by | Innenpolitik, Neues aus Luxemburg | ,

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