L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Spaß auf der Straß‘

Demos sind toll. Man spaziert über breite Straßen, die sonst nur von Autos befahren werden, man trifft lustige Leute mit noch lustigeren Schildern. Es wird geredet, gelacht und manchmal auch Schlachtrufe gebetet. Auch in Luxemburg wird am morgigen Samstag demonstriert. Wofür weiß niemand, wogegen aber schon: gegen alles!

„Wir bezahlen nicht für eure Krise“ ist einer der Schlachtrufe, welche erklingen werden.

Allerdings: Wirtschaft ist nicht so leicht teilbar. Es wäre ja schön, irgendeinen Menschen herausfischen zu können und zu sagen, dass dieser Schuld an allen Übeln hat (so gesehen hat Bush Amerika doch gerettet?).
Doch die Wirtschaft sind wir alle. Nicht nur die Kreditgeber waren gierig – auch diejenigen, die Kredite aufnahmen und wussten, dass sie diese voraussichtlich nicht zurückzahlen werden können, sind ebenso gierig und ebenso schuldig. Wir alle spekulieren. Wenn wir Ware A bei Anbieter M günstiger finden und dort einkaufen, dann ist das bereits eine Form der Spekulation. Oder wenn wir Kredite aufnehmen um uns etwas zu leisten, dann spekulieren wir darauf, dass wir den Kredit zurückzahlen können, jetzt aber schon den Genuss einer teueren Anschaffung kommen werden.

So gesehen ist die Trennung zwischen Mensch und Wirtschaft schwierig, denn die Masse der Menschen bestimmt die Wirtschaft. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass der Markt eigentliche Demokratie bedeutet, da die Masse der Menschen über Fall und Aufstieg von Waren, Firmen und Konzepten entscheidet. Und das kurzfristig. Dennoch scheint sich der Mensch mittlerweile eher als hilfloses Opfer, denn als Macher der Wirtschaft, zu verstehen.

„Die Krise bekämpfen. Sozialpakt für Europa!
Die Verursacher müssen zahlen.“ DGB

Einen abstrakten „Verursacher“ zu bestimmen ist leicht. Das haben ganz andere Regimes schon häufiger fertig gebracht. Die Suche nach Ursachen ist eine schwierige Angelegenheit, doch scheint die aktuelle Entwicklung eher in die Richtung zu gehen, dass man seine Vorurteile bestätigt sehen will. Doch Vorurteile sind kein guter Ratgeber wenn es darum geht Zukunftsvisionen zu entwickeln. Anhand solcher Strukturen, welche eine Gruppe diffamiert, sich selbst als Opfer setzt und dann nach einer starken Hand ruft um erstere zu bestrafen, hat schon mehr als einmal zu Irrwegen geführt.
Gefordert wird wohl auch Solidarität. Dass Solidarität nur solidarisch ist, wenn sie freiwillig erfolgt, geht allerdings an den meisten Leuten, die mit dieser Forderung hausieren, vorbei.

Die Demonstrierenden sollten, bei aller Freude am Spaziergang auf der autoleeren Straße, wissen warum sie demonstrieren und wogegen. Die Forderung nach mehr Kontrolle und der Festigung sozialer Errungenschaften geht einher mit mehr Steuern und mehr Gesetzen. Die Wirtschaft wird sich nicht erholen, indem man ihr noch mehr Steine in den Weg legt. Selbst wenn die aktuelle Wirtschaftsform nicht in Gefahr ist, so sollte man doch vor Populisten warnen, vor Leuten, die von Freiheit sprechen, aber das Individuum weiter einengen wollen und den fetten Staat fordern, welcher sich dann mit seinem breiten Hintern auf alles drauf setzt.

Selbst wenn es vordergründig nicht gesagt wird, die Demonstrationen von morgen sind im Grunde Demonstration gegen uns selbst.

Und wer die Genossen ärgern will:

Ausdrucken, Aufkleben, böse Blicke kassieren!

Mai 15, 2009 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Libertarismus, Minarchismus, Neues aus Luxemburg, Offene Gesellschaft, Wirtschaft

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