L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Die Propheten der Salami

Attacs Blick ins Jahr 2010.

Auch wir haben unsere Kristallkugel befragt, für attac und alle anderen, die den Systemkurs Richtung Staat propagieren.

L for Liberty schaut ins Jahr 2015:

Vor 4 Jahren wurde Opel in Belegschaftshand übergeben. Mit bereits von den Vorgängern ausgearbeiteten Plänen lief schnell das erste Auto einer neueren, umweltfreundlicheren Generation vom Band. Die neuen Techniken waren gar nicht so teuer, wie noch vor einigen Jahren erwartet. Durch das Gesetz von April 2012 wurden sämtliche Autos verbannt, welche nicht die erforderlichen Umweltkriterien erfüllten. Porsche und Mercedes machten Verluste, ihre Entwicklungen hatten den aktuellen Trend hin zu einer neuen Bescheidenheit verschlafen und mussten gerechterweise Konkurs anmelden. Dadurch wurde der Weg frei, zusammen mit Opel ein Bündnis einzugehen und nun, nach einer kurzen Akklimatisierungsphase, in enger Zusammenarbeit ein umweltfreundliches und platzsparendes Auto zu produzieren. Die Zuschüsse für den schnellen Umbau der Opel-Gemeinschaftswerke wurden durch eine hohe Besteuerung von Besserverdienenden möglich. 79% Steuern ließen den Besserverdienenden immer noch eine hohe Summe. Noch vor 10 Jahren machten die Steuern der oberen 10% über die Hälfte der Staatseinnahmen aus. Durch die höhere Besteuerung stieg auch dieser Anteil, doch einige Großverdiener fühlten sich veranlasst das Land zu verlassen. Sollten noch mehr diesem Beispiel folgen, müssen die Steuern nochmals erhöht werden. Außerdem wurde das 2009 beschlossene Gesetz zur Bankenenteignung von seinen Bedingungen befreit, es ist dem Staat nun möglich auch schon bei kleineren Unstimmigkeiten, die zum Nachteil der Allgemeinheit sind, zu enteignen. Kritiker werden mit dem Vermerk „nur im Notfall“ zur Ruhe gebracht.
Die Behörde für Umweltvergehen wird gegründet. Da selbst ein achtlos weggeworfenes Stückchen Papier in der Summe von 400 Millionen Menschen ein großes Vergehen ist, werden keine Kavaliersdelikte geduldet. Die Hersteller von Waren werden angehalten so wenig wie möglich an Verpackungen zu gebrauchen.
Durch das Verbot von Pestiziden und Genmanipulation (das seit dem Gesetz von 2014 auch Kreuzungen und Züchtungen beinhaltet) steigt der Preis der Grundnahrungsmittel, ebenso müssen mehr Anbauflächen her. Der Staat unterstützt und subventioniert diese Idee zum Wohle aller. Umwelt wird oberste Priorität.
Die Klagewelle der Klimakatastrophen hatte in vielen Fällen Erfolg. Einzig und alleine die us-amerikanischen Konzerne weigerten sich ihre Schuld einzugestehen und versteckten sich hinter ihrer Verfassung, die ihnen jedes Recht gewährt. Bereits der ehemalige Präsident Obama bekam die Macht der Verfassung zu spüren als 2012 ein Impeachment-Verfahren ihn wegen angeblichem Verfassungsbruch absetzte. Für uns unverständlich, denn auch eine Verfassung muss sich dem Menschenrecht der Gleichheit und Solidarität beugen.
Genau diese Werte werden auch im Einheitsschulunterricht gelehrt. Schließlich entsteht ein großer Teil des moralischen Schadens dadurch, dass Gier und Egoismus den jugendlichen Geist bereits durchsetzen. Damit diese Fehlentwicklungen nicht durch die noch kapitalistisch sozialisierten Eltern entstehen, werden die Kinder bereits in jungen Jahren eingeschult.
Auf Europaebene folgten viele Nationen, allen voran Frankreich, dem deutschen Vorbild. Hielt sich das Großkapital in Frankreich in den vergangenen Jahrzehnten noch durch eine sehr hohe Toleranzgrenze bei Streiks (bei zeitgleich extrem niedrigen Zugeständnissen an die vereinigte Arbeiterschaft) an der Macht, so führten die ersten Erfolgsmeldungen aus Deutschland auch zu einem französischen Umdenken. Die iberische Halbinsel, Griechenland und Italien folgten prompt. Nach anfänglichem Zögern auch die Beneluxstaaten und Skandinavien, nur die Ostblockstaaten hatten noch Zweifel, ob es nicht wieder in Richtung Sowjetunion gehen könnte, doch obsiegte auch bei ihnen die Vernunft. In Referenden wird demokratisch über die kapitalistische Bourgeoisie gesiegt.

Der angeblich freiheitliche ThinkTank „L for Liberty“ verlässt Europa.

L for Liberty schaut ins Jahr 2020:

Das Einheitsauto der Opel-Gemeinschaftswerke ist ein großer Erfolg. Der „Opel bantTra“ wurde zum Einheitstransportmittel für jeden. So wird vermieden, dass jemand auf der Straße seinen Status protzig zur Schau stellen kann. Als „Errungenschaft“ bezeichnete Bundespräsident Sodann diese Entwicklung und erinnerte an die Zeiten, wo Kriminelle wie Josef Ackermann frei ihre „erbeuteten Millionen zur Schau stellen“ konnten. Es sei dem starken Gerechtigkeitssinn der Deutschen zu verantworten, dass unter seiner Schirmherrschaft das schon lange ersehnte Gesetz zur Inhaftierung von Ausbeutern ausgearbeitet wurde. Der Demokratisierung Deutschlands stand somit das alles an sich reißende Kapital nicht mehr im Wege.
Ein weiterer Stoß Großverdiener hat das Land in den letzten 5 Jahren verlassen. Mit ihrem Einfluss und Geld nahmen sie auch einige der fähigsten Arbeiter mit. Die letzte Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 79 auf 92% zeigt die wahre Fratze des Großkapitals: Sie verweigern kurzerhand die Leistung, setzen sich ins Ausland ab oder stoppten ihre Arbeit.
Der scheidende US-Präsident Limbaugh spricht all jenen fliehenden Großkapitalisten ein Welcome aus. Es wächst zusammen, was zusammen gehört. Doch wurde durch diese Insel namens Nordamerika der Traum eines weltweiten sozialistischen Großreichs zerstört. Aber da der Kapitalismus selbst Grund aller Krisen ist, wird Nordamerika von eben diesen Krisen gebeutelt werden, die uns fremd bleiben.
Durch den Brain-Drain und durch das Wegziehen des Großkapitals werden natürlich die Staatseinahmen sinken. Dem beugt der Staat mit Marken vor. Jeder bekommt eine Marke für seine Grundbedürfnisse. Was zu den Grundbedürfnissen zählt, wird jährlich vom Staat festgelegt. Das sogenannte „Demokratiebrot“ wird eingeführt.
Bei der Abstimmung von 2016 wurde sämtlicher Tabakkonsum verboten. Erstens wurden die Staatsausgaben wegen der Krankenkassen zu hoch, zweitens der Umwelt zuliebe. Ähnliche Verfahren laufen gegen den Alkoholmissbrauch. Bereits 2011 wurde der erlaubte Alkoholpegel am Steuer auf 0,00 Promille festgesetzt, 2012 verschwanden sämtliche harten Spirituosen aus den Bistros und Geschäften. Beim Referendum von 2016 und 2018 weigerte sich noch eine Mehrheit einem solchen Beitrag zur Volksgesundheit beizustimmen. Doch die Zustimmung für ein Verbot von Alkohol in diesen zwei Jahren von 26 auf 42%. Die Partei ist guter Dinge, dass beim diesjährigen Anlauf die 50% geschafft werden.
Die vielen Zensuren der letzten Zeit sind kein Einschnitt in die Freiheit, sondern ein prophylaktisches Instrument der Freiheitswahrung. Nur allzu schnell könnten verwirrte Geister Friedman, Hayek und Rand für bare Münze (vielleicht sogar Dollarmünzen?) nehmen. Dank der Genossenschaften der Druckereien und Papierliefereranten wird wohl von keinem Neudruck auszugehen sein, denn keine rationalen Produzierenden wollen Propaganda über den eigenen Untergang verbreiten. Da allerdings eine Mehrheit gegen solche Schriften ist, dürfte einem demokratisch fundierten Verbot nichts im Wege stehen.

Erste Stimmen melden sich, dass das doch alles gar nichts mit dem zu tun hat, was man erschaffen wollte. Die Idee sei gut, nur die Ausführung nicht so gelungen.

L for Liberty schaut ins Jahr 2025:

Die letzten privaten Einrichtungen werden übernommen. Demokratie sei das Motto. Was die Mehrheit möchte, sei auch für die Minderheit gültig. Was gut für eine Mehrheit sei, dem müsse sich auch die Minderheit beugen. Und dort, wo das Volk nicht einsehe, dass es sich und die Gesellschaft zerstört, müsse es vor sich selbst geschützt werden. Man wolle nicht die Leben reglementieren, es ist nur zum Besten von allen. Dort, wo der Einzelne der Allgemeinheit schade, müsse der Staat eingreifen. Was beim Rauchen, beim Trinken, bei Zucker, fürs Finanzwesen, für Autos und Brot gilt, gelte auch für gemeinschaftszersetzende Gedanken. Wer zurück zum alten ausbeuterischen System wolle, wer die Verbrechen des Kapitalismus schönrede, müsse mit Konsequenzen wegen Volksverhetzung rechnen.

L for Liberty schaut ins Jahr 2030:

Es will wieder mal keiner gewesen sein.


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März 23, 2009 - Posted by | Satire | , ,

5 Kommentare »

  1. Das Papier von Attac lag heute der taz bei, ich habe ehrlich gesagt noch selten so was albernes gelesen. Das ist nicht der „Systemkurs Richtung Staat“, sondern in Richtung völliger Irrsinn. Es gipfelt in der Vorstellung, durch eine weltweite Ächtung der Massentierhaltung würde der Hunger beseitigt. Die glauben ernsthaft, man könnte mit Biohöfen 6-7 Milliarden ernähren. Auch glauben sie dass es reichen würde, dass Obama das Ende des „Kriegs gegen Terror“ im Fernsehen erklärt, damit überall Frieden einkehrt. Die Konsequenzen ihrer reaktionären Utopien wären vermutlich Millionen Arbeitslose – allein in der Grossregion würde durch das Dichtmachen des Bankenplatzes Luxemburg (lediglich die Spuerkeess und die Raiffeisenkeess wollen sie uns belassen, alle Filialen ausländischer Banken sollen schliessen) zehntausende Jobs vernichtet, ohne dass Attac in irgendeiner Weise vorsieht, wie man auf den von ihnen in Gang gesetzten radikalen Strukturwandel bewältigen sollte (siehe auch Milliardenklagen gegen „Klimawandelverursacher“).
    Der Idee „Opel in Arbeiterhand“ kann ich allerdings etwas abgewinnen, auf jeden Fall ziehe ich das einer Verstaatlichung vor (was in diesem Fall wohl auf eine Verschleuderung von Steuergeldern hinauslaufen würde). Aber wenn man wie du die „kapitalistische Grossbourgeoisie“ mit der Freiheit identifiziert (und gar den „Country First“-Konservativen und Rassisten Rush Limbaugh als Bollwerk gegen den Sozialismus?), mag einem eine genossenschaftliche Organisation oder Vergabe von Anteilen an die Belegschaft bereits als finsterster Sowjetkommunismus erscheinen.

    Kommentar von Nestor | März 23, 2009

  2. „(…) wenn man wie du (..)“
    Aber aber, Genosse Nestor, wenn man bei der einen Seite übertreibt, warum sollte man die Gegenseite verschonen?

    Kommentar von JayJay | März 23, 2009

  3. @Nestor: Also gegen ein Empowerment der Arbeiter, auch in Richtung Kapitalbeteiligung, sofern sie dann an solcher Mitverantwortung interessiert sind (*) und entsprechende Verträge auf dem Markt unter den Betroffenen einvernehmlich ausgehandelt werden, ist natürlich generell nichts zu sagen, ganz im Gegenteil. Ich denke, auch JayJay sieht das nicht anders. Und sicher auch sonst kein an diesem Blog hier Mitwirkender.

    Nur ist gewusst, dass attac und Co. sehr wohl Sympathien für gewalttätige Firmenübernahmen, sprich Enteignungen, übrig haben. Die in Eigenregie betriebenen „besetzten Fabriken“ in Argentinien sind zwar durchaus als alternatives Modell faszinierend, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hierbei um schlichten Raub handelte.

    (*) Wieso die meisten Gewerkschaften Investivlöhne ablehnen, bleibt ja u.a. ein Geheimnis.

    Kommentar von CK | März 23, 2009

  4. Argentinien: abgesehen davon dass es hier sehr unterschiedliche Situationen gab, häufig z.B. der Eigentümer alle Besitzrechte auf Fabrikgebäude, Gelände, Maschinen usw. behielt (die Gerichte entschieden von Fall zu Fall wie zu verfahren war), könnte man doch im Sinne Rothbards (siehe den Artikel „Confiscation and the homesteading principle“) hier durchaus von einer Anwendung des homesteading principle reden: es wurde niemand gewaltsam vertrieben, die Arbeiterkooperativen setzten viel mehr stillgelegte Fabriken wieder in Gang, die Unternehmen gehört hatten, die in Konkurs gegangen waren. In vielen Fällen konnte dies sogar in gewisser Weise zum Vorteil der alten Eigentümer sein, insofern nun die Arbeiterkooperativen die alten Schulden und Ansprüche beglichen, während sich der Eigentümer durch die Konkurserklärung aus der Verantwortung gegenüber seinen Gläubigern gestohlen hatte.

    Kommentar von nestor76 | März 24, 2009

  5. @nestor76: Interessante Sichtweise Deinerseits. Ja, so könnte man dies wohl in der Tat sehen. Ich wünsche den argentinischen Arbeitern jedenfalls alles Gute und hoffe, dass sie sich auch weiterhin erfolgreich gegen Vereinnahmungen durch politische Parteien und den Staat wehren.

    Kommentar von CK | März 25, 2009


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