L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Geistiges Eigentum – Staatliches Konstrukt oder legitimes Naturrecht ?

Aufmerksamen Lesern der liberalen/libertären Blogospäre fällt auf, dass es bereits seit längerer Zeit vielerorts heftige Debatten um die Legitimität geistigen Eigentums gibt.

Manche (wie u.a. die Objektivisten) betrachten das Recht auf geistiges Eigentum und den staatlichen Schutz vor Plagiarismus als ein individuelles Grundrecht, als Spezialfall des allgemeinen Rechtes auf Eigentum sozusagen, andere wiederum sehen in IP-Rechten einen unberechtigen, staatlichen Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit des Marktes und eine indirekte Subventionierung der betreffenden Unternehmen durch staatlich garantierte Wettbewerbsvorteile bzw. protektionistischen Schutz derselben vor Konkurrenz.

Ein Beispiel für einen solchen Streit findet man zur Zeit beim Opponenten, der auf die mittlerweile ins Netz gestellte, tolle alte Fernsehserie „Free to choose“ mit Milton Friedman hinweist (übrigens eine Serie, die allen Lesern dieses Blogs nur wärmstens empfohlen werden kann). Auch Christian Hoffmann wehrt sich bei Freilich gegen die Kriminalisierung von Raubkopierern durch den Staat und erntet damit nicht nur Zustimmung.

Zwischen den oben angesprochenen, beiden Extrempositionen gibt es durchaus noch gemischte Meinungen. So gibt es Menschen, die Urheber- und Markenrecht verteidigen, jedoch das heutige Patentrecht- welches auch meiner bescheidenen Meinung nach zu starr ist und zudem diverse, schwierige und teilweise unlösbare Fragen aufwirft, vor allem in bezug auf Software- und Genpatente- flexibler gestalten wollen.

Da ich mir selbst aber noch nicht im mindestens darüber im Klaren bin, wie hier eine wirklich konsistente, freiheitliche Eigentumstheorie aussehen sollte, werde ich mir trotz einer gewissen Sympathie zur Open Source persönliche Ausführungen zu diesem Thema erstmal bewusst sparen und stattdessen lieber auf folgende, sicherlich studierenswerte und vermutlich kontrovers zu diskutierende Arbeiten zu diesem brisanten Thema verweisen:

AGAINST INTELLECTUAL PROPERTY by Stephan Kinsella
Are Patents and Copyrights Morally Justified? by Tom G. Palmer
DON’T STEAL THIS ARTICLE
On the Libertarian Critique of Intellectual Property by Greg Perkins

Kommentare unserer Leser hierzu sind selbstverständlich explizit erlaubt und sogar erwünscht.

März 16, 2009 - Posted by | Libertarismus |

2 Kommentare »

  1. Danke für die Links. Ich bin letzten Freitag gefragt worden, zum Thema Eigentum einen längeren Aufsatz zu schreiben, da kann ich vielleicht auch auf diese Debatten eingehen.
    Ohne die vier Artikel gelesen zu haben: also, mir scheint die Sicht des „geistigen Eigentums“ (eine Einrichtung, das durch internationale Vereinbarungen im 19. Jahrhundert eingerichtet wurde) als „Naturrecht“ doch recht verquer. Mir scheint es doch unmöglich zu sein, „geistiges Eigentum“, im Gegensatz zu materiellem Eigentum, ohne staatlichen Zwang zu schützen (wobei auch dieser Schutz mit zunehmender Digitalisierung von Daten fast notwendig ineffizient ist). In der Hinsicht kann man noch soviel gutgemeinte Prinzipienerklärungen verfassen und ethisch mit den Rechten des Urhebers argumentieren, in der Praxis bleibt das „Recht auf geistiges Eigentum“ oft Fiktion; die Massnahmen um es umzusetzen bringen eher Einschnitte in die Freiheit des Individuums mit sich als das Gegenteil.
    Folglich würde ich vorschlagen, von der Vorstellung eines einheitlich geregelten Urheberrechts wegzukommen, und Urheber und Nutzer/Konsument au cas par cas durch gegenseitige Verträge Nutzungs- bzw. Vervielfältigungsrechte festlegen lassen.

    Kommentar von nestor76 | März 17, 2009

  2. Ein schöner aktueller Artikel von Kevin Carson zum Thema:

    http://c4ss.org/content/1967

    Kommentar von Anarcho-Libertärer | März 4, 2010


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