Popkultur und Freiheit (VIII): Heino – Mit freundlichen Grüßen
Ich hätte nicht erwartet, dass das Konzept aufgehen würde. Das ganze Drumherum sprach dagegen: plump inszenierte Rockerschelte mitsamt erfundenen Zitaten durch die Bild-Zeitung, schwache Cover-Versionen einiger stellenweise ebenso schwacher Songs. Und dann noch Heino als Jugendschreck par excellence. Aber Platz 1 in den Albumcharts spricht eine andere Sprache. Doch warum eigentlich nicht?
Warum Geisteswissenschaften?
Es ist mittlerweile schwierig geworden, auch Akademikern gegenüber, die Zweckmäßigkeit von Geisteswissenschaften zu erläutern.
Liberal und Dirndlspaß dabei
Der ganze #aufschrei ging ein bisschen an mir vorbei. Erstens hatte ich viel um die Ohren, zweitens war auch in meinem politisch nicht uninteressierten Umfeld das Thema irgendwie gar kein konkretes. Es schien zunächst mehr eine Mediensache zu sein (insbesondere des Spiegels) als etwas, was mein Umfeld direkt betraf. Soweit so uninteressant. Interessant wurde es für mich bei der (doch recht späten) Reaktion der liberalen Bloggosphäre.
Religion, Kirche und Freiheit
Manuel macht auf seinem Blog auf einen Kommentar aufmerksam, welcher zeigt, wo zwischenzeitlich die Diskussion über die längst überfällige Trennung von Kirche und Staat steht. Nicht nur hat der aktuelle Bischof bereits gezeigt, dass ein Dialog jenseits einseitiger Zustimmung nicht auf der Agenda zu stehen scheint, auch schreiben mehr oder minder bekannte Kommentatoren ihre bejahende oder eben entgegengesetzte Meinung dazu in den Luxemburger Medien. Soweit so gut.
Luxemburger Hochzeiten
Man kann nur wenig Sinnvolles über die Liebe sagen. Und wenn es zuviel wird, kippt das Ganze plötzlich um. Man kennt das Phänomen aus dem eigenen Umfeld, wenn der beste Freund von einer neuen Liebe spricht, kommt man nicht umhin ab einem gewissen Zeitpunkt die Komik dahinter nicht zu übersehen. Was im Freundeskreis noch irgendwo eine süffisante Nähe hat, wird spätestens beim unisonoren Pressebombardement zur Lächerlichkeit.
Πατάτα für alle
Während die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Lagarde fordert, dass die Griechen Steuern zahlen sollen, um sich selbst zu helfen, sind andere schon deutlich weiter.
An Großhändlern und Supermärkten vorbei haben sich einige Leute zusammengetan um Kartoffeln an den Mann und die Frau zu bringen. So sieht Selbsthilfe aus: Elias Tsolakidis zu seinem Projekt Kartoffeln von regionalen Kleinbauern in der Region zu verkaufen (DRadio Kultur, 10 min). Die Bauern bekommen mehr Geld und es kommt die Käufer günstiger.
Kunst oder Klamauk: HGich.T
Ich bin vermutlich einer der Letzten, die das “Youtube-Phänomen” HGicht.T entdeckt haben. Nachdem sich die anfängliche Verwirrung gelegt hatte, wollte ich das ganze schon unter “Blödsinn” klassifizieren, doch sowohl der Beitrag bei der 3Sat-Sendung kulturzeit, der ARTE-Produktion Tracks als auch die Erwähnung beim DeutschlandradioKultur zum diesjährigen Theaterfestival Impulse, ließen dann doch einen Verdacht aufkommen: Was genau passiert hier eigentlich?
Der Aufstand in Nordafrika und die westliche Aussenpolitik
JayJay hat in seinem Beitrag zu den aktuellen Revolten in Nordafrika und im Nahen Osten sowie zu unserer fragwürdigen westlichen Aussenpolitik bereits so einiges angemerkt. Auch ich will hiermit gerne meine eigenen Gedanken dazu mal niederschreiben.
Was nun Ägypten, Libyen, Luxemburg, Europa?
Die Veränderungen im Nahen Osten und Nordafrika werden hier im Westen mit großem Interesse verfolgt. Manche fragen sich, wo es hingeht, manche fragen sich wo es herkommt. Man sollte aber dabei bescheiden sein. Zu schnell glauben wir Europäer und Amerikaner den arabischen Revolten diktieren zu können, wo die Reise hingeht. Diese Bescheidenheit scheint uns manchmal zu fehlen, wenn wir über Sanktionen gegen Libyen diskutieren, das jahrzehntelange Unterstützen Ben Alis und Mubaraks unter den Tisch kehren, die aktuellen Diktaturen verteufeln und gleichzeitig ihnen die Hand zum Handel reichen. Dabei haben wir sehr viel damit zu tun, dass die Revolten gerade jetzt passieren. Ohne uns wären sie schon früher passiert.
Alle sind erleuchtet (außer den Anderen)
Politische Kultur scheint im Moment immer mehr Besingen des Kollektivs, das den störenden Anderen ausschließt, anheim zu fallen. Wie sagte schon so treffend Karl Kraus: Das Volk der Dichter und Denker wird immer mehr zum Volk der Richter und Henker.



