Zur Theorie des Privateigentums
Seit längerer Zeit schon sinniere ich darüber wie Privateigentum rechtsphilosophisch einwandfrei begründet werden kann und wie eine logisch konsistente Eigentumstheorie aussieht. Ich würde gerne einmal in kompakter Form festhalten, zu welchen Überlegungen ich dabei kommen bin und dabei zudem noch eine ganz bestimmte Frage ansprechen, über die zu bloggen ich schon vor circa zwei Jahren von unserem treuen Leser Grommel gebeten wurde.
Und führe zusammen…
“Leute, die vom Christentum keine Ahnung haben, aber sich zutrauen zu sagen, sie könnten intolerant gegen Alles reden und sagen, was hier in Luxemburg christlich sei. Sie meinen, sie könnten uns auslachen mit der Oktav. Schaut doch einmal, wie viele Leute hier sind… und dann ein kleiner Club, der sich erlaubt sich darüber lustig zu machen… sind wir dann in einem demokratischen Staat? …ist das noch Toleranz?”
So der neue luxemburger Erzbischof in seiner Eröffnungspredigt (ab Min 4:49) zur diesjährigen Muttergottesoktav am gestrigen Samstag. Mit sanfter Stimme bestimmt vorgetragen, die Empörung in seiner Sprache übermäßig betont.
Optimierte Menschen?
Die PID wurde dieser Tage- wenn auch (noch?) unter ziemlich restriktiven Konditionen- in Deutschland endlich zugelassen. Ein wichtiger und äusserst begrüssenswerter Erfolg für das Selbstbestimmungsrecht der Eltern, insbesondere der Mutter werden wollenden Frau! Doch zugleich waren viele mahnende Stimmen zu hören, die vor einem gefährlichen “Dammbruch” warnten. Bald würde es darum gehen “optimierte Menschen” zu züchten, “unwertes Leben” wieder einmal auszuradieren und “Gott zu spielen”. Besonders den Erben Hitlers dürften solche Möglichkeiten nicht in die Hände gegeben werden. Dass ausgerechnet der jüdische Staat Israel bereits vor Jahren entschieden hat, die PID zur Bekämpfung schwerer Erbkrankheiten zu nutzen und heute weltweit führend in reproduktiver Medizin ist und dies ohne eine menschenfeindliche Diktatur der Eugenik geschaffen zu haben, ist bestenfalls ein Beweis dafür, dass die Juden damit zwar in der Tat vernünftig umzugehen wissen, dies aber dem deutschen Michel nicht unbedingt unbedingt zuzutrauen wäre.
Was nun Ägypten, Libyen, Luxemburg, Europa?
Die Veränderungen im Nahen Osten und Nordafrika werden hier im Westen mit großem Interesse verfolgt. Manche fragen sich, wo es hingeht, manche fragen sich wo es herkommt. Man sollte aber dabei bescheiden sein. Zu schnell glauben wir Europäer und Amerikaner den arabischen Revolten diktieren zu können, wo die Reise hingeht. Diese Bescheidenheit scheint uns manchmal zu fehlen, wenn wir über Sanktionen gegen Libyen diskutieren, das jahrzehntelange Unterstützen Ben Alis und Mubaraks unter den Tisch kehren, die aktuellen Diktaturen verteufeln und gleichzeitig ihnen die Hand zum Handel reichen. Dabei haben wir sehr viel damit zu tun, dass die Revolten gerade jetzt passieren. Ohne uns wären sie schon früher passiert.
John Allison
John Allison, der eh. CEO von BB&T, ist für mich ein Held.
Banker haben spätestens seit der Finanzkrise nicht gerade einen guten Ruf, teilweise nicht mal zu Unrecht, aber hier ist endlich ein Banker, der über Werte, Moral und Ethik spricht, der auf einer ganzen Philosophie der Rationalität (natürlich ist er ein Anhänger des Objektivismus) aufbauend, erklärt wie vernünftig gewirtschaftet und Gewinn eingefahren wird. Etwas, was in Zeiten der Hochkonjunktur der Schuldenberater wichtiger denn je zu lernen ist.
Ein Vortrag von ihm über Führungskompetenzen und Werte:
Vermutlich nicht minder sehenswert wird folgender Vortrag über die Gründe für die Finanzkrise und mögliche Heilungsverfahren sein:
The Financial Crisis: Causes and Possible Cures
Aus Muslimen müssen freie Bürger werden…
Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung vergab dieses Jahr ihren Freiheitspreis an die Berliner Soziologin Necla Kelek, die eine brilliante Dankesrede bei der Preisvergabe in der Frankfurter Paulskirche hielt.
Nicht minder beachtenswert übrigens die tolle Laudatio von Alice Schwarzer: Ein freier Kopf braucht kein Schamtuch.
Großer Applaus für beide Damen!
Leonard Peikoff: Einführung in den Objektivismus
1995 hielt Dr. Leonard Peikoff eine vom ARI aufgezeichnete Einführungsvorlesung über Ayn Rands Philosophie des Objektivismus, die seit einiger Zeit bereits online zu Verfügung steht. Da immer mal wieder Leute wie beispielsweise der von uns geschätzte Leser und Kommentator Pancho fragen, was dies denn eigentlich für eine Weltanschauung sei, gibt es hier nun die besagte Philosophievorlesung für Interessierte (sogar mit anschliessenden Fragen und Antworten). Vom LfL-Team betrachtet sich zwar keiner direkt als Objektivist, aber vor allem meine Wenigkeit hegt doch gewisse Sympathien für diese Denkschule.
Popkultur und Freiheit (VI): Alejandro
Musikvideos sind Teil der Massenkultur geworden. Die meisten kann man schnell übergehen, nur selten ist etwas wirklich Schaubares dabei. Lady Gaga gehört zu den wenigen Künstlern, welche dank fähiger Leute wie Jonas Åkerlund meistens brauchbare Videos abliefern. Auch ihr letztes Output unter der Regiearbeit von Steven Klein macht einiges her, obwohl der Song selbst, zugegeben, sehr schwach ist.
Kant und Hume – Zerstörer der Vernunft ?
Edward W.Younkins erklärt hier, wieso Ayn Rand Immanuel Kant (und auch David Hume) keineswegs als große Philosophen der Aufklärung ansah (auch wenn sie als solche in unseren Geschichtsbüchern stehen), sondern als furchtbare Zerstörer (“arch-destroyers”) der menschlichen Vernunft.
(Gefunden via The Vincenton Post)
Dieser Text ist auch eine gute Zusammenfassung von Dr.Leonard Peikoffs Kritik an Immanuel Kant in Ominous Parallels, ein Werk, welches ich jedem interessierten Leser nur brennend weiterempfehlen kann.
Wenn ich das so lese, erscheinen mir viele Aussagen Kants in der Tat vollkommen absurd, irrational und menschenfeindlich, von Humes Skeptizismus ganz zu schweigen. Die Ethik Kants widerstrebt mir ohnehin enorm (etwas was mir auch nochmal sehr stark bewusst wurde, als Dr. Sandel an der Uni Harvard den Königsberger behandelte (cf. Episoden 6 und 7.)
Fairerweise muss ich jedoch zugeben, von Kant und Hume bisher keine Originalquellen gelesen zu haben (von Kants Sapere Aude natürlich mal abgesehen und dagegen ist nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, denn ein mündiger Bürger vertraut zuerst und zuvorderst seinem eigenen Geist und nicht etwa blind jedem Robert Stadler). Sollte ich wohl bei Gelegenheit aber mal tun der Fairness halber und ich rate hiermit auch unseren Lesern dies in Angriff zu nehmen um sich eine ganz eigene Meinung zu bilden.
Etwaige Gegenpositionen von mit Kant und/oder Hume vertrauten Mitbloggern oder Lesern sind natürlich jederzeit sowohl als Blogpostings als auch als Kommentare willkommen und sogar ausdrücklich erwünscht.
Popkultur und Freiheit (V): Watchmen (1)
Watchmen ist ein sehr interessanter und reicher Graphic Novel von Alan Moore und Dave Gibbons, der auf verhältnismäßig wenig Raum eine Menge an Geschichte, Philosophie und Ideologien anbietet. Eigentlich galt der Stoff als unverfilmbar, doch Zack Snyder gelang es, den komplexen Comic in bewegte Bilder umzusetzen.



