Antizionismus IST Antisemitismus
Gestern sorgte in meinen Augen mit Marguerite Biermann eine ehemalige Luxemburger Richterin (!) für einen kleinen, von der Luxemburger Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt gebliebenen und vielleicht auch von einigen heimlich für gut befundenen Skandal. Bei RTL tönte sie in der Radiosendung „Carte Blanche“ anlässlich des ersten Jahrestages der letzten Gazainvasion lautstark, Antizionismus sei kein Antisemitismus, sondern im Gegenteil sogar pro-semitisch. (Audio (ab Minute 22)) Die betreffende Rede ist mittlerweile- wieso auch immer, ein Schelm, wer Böses dabei denkt- von der RTL-Homepage verschwunden und daher leider nicht mehr anklickbar. Doch dank Google Cache konnte ich sie nochmal vor dem endgültigen Verschwinden ins Datennirvana retten und werde sie nun bewusst hier veröffentlichen, da – geistiges Eigentum hin oder her- eine solche Rede nicht unter den Teppich gekehrt gehört und ich sie zudem hier auch kommentieren möchte um zugleich damit klarzumachen, dass Antizionismus eine inakzeptable politische Haltung darstellt. Entfernt habe ich aus Persönlichkeitsgründen nur einige, konkrete Namen Luxemburger Juden aus dem Originaltext.
Verschiedenes
Von A wie Antisemitismus bis S wie Schweiz
Brüder im Geistlosen
Manchmal überfliege ich Verschwörungstheorien. Manchmal ist es lustig, manchmal derb daneben, oft einfach nur doof. Aber das hier schlägt dem Fass den Boden aus.
Die ach so moderate Fatah…
Da ja immer wieder von Israelkritikern, selbst von angesehenen Journalisten in der europäischen Presse, behauptet wird, die Fatah sei ja ach so „moderat“ im Gegensatz zur djihadistischen Hamas, hätte sie doch wie ihre Vorgängerorganisation, die PLO, Israel längst anerkannt und setze auf Frieden, hier mal einige Links (etwaige dort Weiterführende ebenfalls beachten!):
beer7: Wie man sich die Welt zurecht lügt
beer7: Die gemässigte Fatah
MedienBackSpin: Warum man sich vom Parteitag der Fatah nichts versprechen sollte
Shaul Rosenfeld: No moderate Palestinians
HonestReporting: The New York Times: Just the Facts?
Aber vermutlich werden die Richtigen dies leider wieder mal nicht lesen, denn so genau will der gemeine Antisem… äh Israelkritiker es ja meistens sowieso nicht wissen, wie auch ich erst kürzlich leider wieder bei einem privaten Abendessen feststellen musste. Da werden lieber die üblichen Phrasen gegen den „faschistoiden Apartheidsstaat“ gedroschen bzw. lautstark einem entgegen gebrüllt.
Extrem lesenswert, wenngleich leider ein wenig offtopic, sind auch noch die Gedanken Josef Joffes zu einer eventuellen militärischen Intervention der Israelis im Iran und die sich dabei ergebenden Probleme, bei denen die USA und ihr Präsident Obama das Zünglein an der Waage zu sein scheinen. (gefunden via Zeitung für Schland.)
Arne und der Islam
Bei Arne Hoffmann lese ich ab und zu mal mit. Er fiel mir vor Jahren bereits positiv auf durch seine kritische Haltung zum Radikalfeminismus (auch mir liegt die Überwindung jeglicher Form von Diskriminierung, auch gegen Männer, am Herzen, auch mir ist jede Form von Kollektivismus zuwider (wovon allerdings auch Genderama leider oft nicht frei ist), ich wünsche mir ein Ende des Geschlechterkampfes und komplette Gleichberechtigung (nicht Gleichheit!) von Mann und Frau in allen Lebensbereichen), aber auch vor allem wegen seinem Einsatz für die sexuelle Freiheit (Vor allem seine Verteidigung von sogenannter „Gewaltpornographie“ fand ich als Freund von BDSM-Erotik nahezu legendär.) Ich nehme ihm seine (radikal-)liberale Haltung insgesamt also durchaus ab und daher ist er mir eigentlich recht sympathisch. Doch bezüglich Islam und Nahostkonflikt kann ich ihn nicht verstehen.
Blutorangen aus Jaffa
Nachdem mein Mitblogger Jay-Jay mich auf diese Veranstaltung bzw. Protestaktion des Comité pour une Paix Juste au Proche Orient, den Organisatoren der sogenannten Friedensdemonstrationen während des Gaza-Einsatzes Anfang des Jahres, aufmerksam gemacht hatte, entschloßen wir uns beide dazu, heute abend kurz auf Kirchberg bei den linken Friedenstauben vorbeizuschauen.
Campagne de boycott d’Israel!
Dass die Ausmaße der letzten antisem antiisraelischen/antizionistischen Bekundungen stellenweise bedrohliche Ausmaße hatten (und weiterhin haben, wenn auch nicht mehr so offen), ist hinlänglich bekannt. Die Nouveau Parti Anticapitaliste scheint sogar noch stolz darauf zu sein, dass einige der Israelhasserkritiker unbescholtene Bürger belästigen und weiterhin zum Boykott israelischer Waren aufrufen. Anders ist dieses kritiklose Ton- und Bilddokument, samt Aufzählung israelischer Produkte im Abspann, nicht zu erklären.
Siehe auch:
achgut.de und Junge Welt
Übrigens, falls jemand weiß, wo ich hier in der Gegend eine anständige Auswahl an israelischem Wein finde, kann sich ja mal bei mir melden.
Harry Potter als zionistisches Propagandainstrument
So lustig kann iranisches Fernsehen sein:
(via Achse des Guten)
Redefreiheit auch für Vollidioten?
Zu den Schwächen einer offenen Gesellschaft gehört, dass jeder Vollidiot seinen Senf zu allen und jeden Themen geben kann. Zu den Stärken einer offenen Gesellschaft gehört, dass genau jener Unsinn, welcher von solchen Gesellen abgesondert wird, scharf kritisiert werden darf, kann und soll.
SpOn über den Fall Williamson
Israel- und USA-„Kritik“
Die Februar-Ausgabe der Tageblatt-Beilage Kulturissimo (als pdf gratis downloadbar) bedient auch Wochen nach dem letzten Krieg im Gaza die üblichen Klischees.



