„Griechische“ vs. „jüdische“ Philosophie
Claude Sternberg hat ein Kapitel seines sich noch im Entstehen begriffenes Buches über das Judentum vorab veröffentlicht. Jenes befasst sich mit der Frage ob es eine „jüdische“ Philosophie gibt und falls ja, wie die aussieht. Zudem zieht er Vergleiche zur philosophischen Einstellung der antiken Griechen. Auch wenn Claudes Text auf französisch ist, werde ich insbesondere wegen unseren deutschen Lesern hier eine deutsche Replik darauf veröffentlichen (bei der ich allerdings nur auf die wichtigsten, m.E. fehlerhaften Punkte eingehen werde.)
Verschiedenes
Von A wie Antisemitismus bis S wie Schweiz
Sonderrecht für Nazis?
Am 4. November hat das Bundesverfassungsgericht einen recht schwerwiegenden Beschluss verabschiedet: im Wesentlichen ist für alle Verherrlicher des „Dritten Reiches“ nun de facto ein Sonderrecht eingeräumt worden. Meinungsäußerungen von Nazis sind demzufolge nicht mehr im gleichen Maß vom Grundgesetz geschützt als alle anderen Meinungsäußerungen. Argumentiert wird dies (ich zitiere nach der Pressemitteilung) wie folgt:
„Grundsätzlich sind Eingriffe in die Meinungsfreiheit nur zulässig auf der Basis eines allgemeinen Gesetzes gemäß Art. 5 Abs. 2 Alternative 1 GG. Ein meinungsbeschränkendes Gesetz ist unzulässiges Sonderrecht, wenn es nicht hinreichend offen gefasst ist und sich von vornherein nur gegen bestimmte Überzeugungen, Haltungen oder Ideologien richtet. (…)
Angesichts des Unrechts und Schreckens, die die nationalsozialistische Herrschaft verursacht hat, ist Art. 5 Abs. 1 und 2 GG für Bestimmungen, die der propagandistischen Gutheißung der historischen nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft Grenzen setzen, eine Ausnahme vom Verbot des Sonderrechts immanent. Das Grundgesetz kann weithin geradezu als Gegenentwurf zu dem Totalitarismus des nationalsozialistischen Regimes gedeutet werden. Die Erfahrungen aus der Zerstörung aller zivilisatorischen Errungenschaften durch die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft prägen die gesamte Nachkriegsordnung und die Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in die Völkergemeinschaft bis heute nachhaltig. “ (ich unterstreiche) Weiterlesen »
Die Revolution findet nicht statt
Studentinnen und Studenten streiken. Gegen schlechte Studienbedingungen und für „Solidarität für Bildungsfreiheit“ (was immer das genau zu bedeuten hat). Die momentanen Hörraumbesetzungen haben einige interessante Merkmale. Ein surrealer Kern ist dabei nicht zu übersehen.
Psychisches Wohlbefinden und Philosophie
Die Tage bewegte der Fall Robert Enke Deutschland und die internationale Fussballwelt wie kein anderes Thema. Mich erinnerte er zudem an den Fall Guido Erhard vor einigen Jahren. Das vielleicht einzig Positive an diesem Akt des-sich-vor-den-Zug-werfens (wenn man angesichts der Selbsttötung eines kranken Menschens überhaupt dieses Wort „positiv“ in den Mund nehmen darf) ist die Tatsache, dass über das Tabuthema Depressionen gesprochen wird, vor allem in der Fussballwelt, wo es ohnehin noch zig Tabus gibt (Tabus sind natürlich nicht per se schlecht, manche Tabus sind sogar sehr wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft, aber es gibt eben auch Tabus, die einer Gesellschaft eher schaden denn nutzen, das Totschweigen einer Krankheit und das Betrachten kranker Menschen als „Versager“ gehört zu diesen). Erst wenn Depressionen als (mentale) Krankheit begriffen werden, für die man ebenso Verständnis haben sollte als für körperliche Gebrechen und offen dazu stehen KÖNNTE ohne schief angesehen zu werden (was nicht bedeutet, dass man dies unbedingt tun muss, im Gegenteil, jeder Mensch hat ein Recht auf seine Privatsphäre!), kann man von einem gottseidank überwundenen Tabu sprechen.
Doch während alle Welt über Enke, seine liebe und bewundernswerte Frau, Depressionen usw. sprach, stellte ich mir ganz andere Fragen.
Verschiedenes
Von B wie Bibliothek bis W wie Weltrettung
Verschiedenes
Von B wie Barry bis T wie Truth
Demobericht
Zur Abwechslung wurde gestern mal nicht gegen Israel oder die USA, für mehr Geld oder gegen weniger Geld demonstriert, sondern für die Freiheit. Mit – aus organisatorischen Gründen – einem Monat Verspätung gegenüber den Nachbarländern wurde gestern in Luxemburg Freedom not Fear begangen. Ein überraschend weit gestrecktes Bündnis konnte zum zweiten Mal nach 2008 gebildet werden, um gegen Kameraüberwachung, Vorratsdatenspeicherung usw. zu demonstrieren, das von den luxemburger JuLis (die Jeunesse Démocratique et Libérale) bis zu den Jungkommunisten (die gegen den Überwachungsstaat sind, solange sie nicht selber an der Macht sind) reichte. Rein visuell war von der Vielfalt bei den etwa 100 Demonstrierenden nicht soviel zu bemerken: ein Passant musste zwangsläufig davon ausgehen, dass es sich um eine Demo der luxemburger „autonomen Antifa“ bzw. des „Black Bloc“ handelte. Die einzelnen Organisationen hatten sich nämlich im Vorfeld, auf Drängen der Genannten, abgesprochen auf eigene Fahnen zu verzichten, was die Schwarzuniformierten nicht davon abhielt, vorneweg mit roten, schwarzen und Antifa-Flaggen zu laufen.



