L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Dräi Véirel vun de Leit zu Letzebuerg…….an den Index

„5vir12“ Mitbegründer Raym Schadeck hat auf seinem Blog sowie in verschiedenen Tageszeitungen unter dem Titel „Drai Véirel vun de Leit zu Letzebuerg si géint e System, deen anti-sozial ass“ zum Thema Indexierung publiziert. Dabei geht es um den Vorschlag die (automatische) Indexanpassung auf einen Maximallohn von 5000 Euro zu begrenzen, da die ungedeckelte Anpassung „anti-sozial“ sei. Die demoskopische Aussage will ich nicht in Frage stellen. Leider muss ich jedoch feststellen, dass Kollege Schadeck diese Ansicht teilt. Wenn er dann auch noch versucht, diese Aussage mit bedenklichen Argumenten zu rechtfertigen, dann muss er mit meinem energischen Widerspruch rechnen.

Vorausschicken, und unabhängig von den genannten Ausführungen, möchte ich klarstellen, dass die Indexdiskussion eigentlich eine falsche Diskussion ist, behandelt sie doch nur die Symptome, nicht jedoch die Ursache des Missstandes. Die Indexierung ist ein illusorischer Versuch die Kaufkraft dauerhaft an steigende Durchschnittspreise anzupassen. Steigende Preise sind die logische und langfristig unabwendbare Folge von Inflation also der Aufblähung (inflare) der Geldmenge.
Inflation ist die Konsequenz eines Geldsystems welches ich als „sozialistisch“ bezeichne, weil es alle Element sozialistischer Produktion vereint: ein staatliches Monopol welches entscheidet, welches Produkt in welcher Menge und zu welchem Preis produziert wird. Der Staat hat sich das Monopol gesichert, er verbietet anderen die Geldproduktion und zwingt die Bürger zur Annahme seines Geldes (force libératoire oder legal tender law.) Zusammen mit ihren – ach so unabhängigen – Zentralbanken und ihren Komplizen, den Geschäftsbanken, produzieren sie, mittels Teilreservesystem, Geld aus dem Nichts, sogenanntes „fiat money“ und fixieren darüber hinaus auch noch den Preis des Geldes über die Festsetzung des Zinses. Eine verantwortungslos steigende Geldmenge zu nicht marktgerechten Zinsen – die perfekte Inflation welche nur steigende Preise verursachen kann.

Inflation ist unsozial, sie ist eine Enteignungsmachinerie welche Minderbemittelte besonders hart trifft. Danach schickt dann die für die Inflation verantwortliche Politik sich an, den Leuten vorzugaukeln sie würde den Arbeitnehmer mittels Indexanpassung vor den verheerenden Folgen der selbstverursachten Inflation schützen. Anstatt die Ursache zu bekämpfen und für richtiges, wahres, also gedecktes Geld einzutreten, streiten wir dann über die Ausgestaltung dieses illusorischen Inflationsschutzes.

Zurück zu meinem Freund Schadeck. Er will nur kleine Gehälter an die Preisentwicklung anpassen; höhere Einkommen würden Waren kaufen (z.B Luxusgüter) welche nicht im Warenkorb sind, der zur Feststellung der Preisentwicklung dient, oder gar sparen und investieren. Als Ökonom weiß er wahrscheinlich über die Wichtigkeit, ja sogar die Unentbehrlichkeit des Sparens und des Investierens, dies wäre jedoch eine andere Diskussion. Warum, so frage ich mich, soll die Indexierung, welche doch zur Kaufkrafterhaltung beitragen soll, nur die Kaufkraft für bestimmte Güter erhalten. Der Arbeitnehmer, der eine Leistung erbracht hat um sich neben den Gütern des täglichen Bedarfs auch andere, für ihn erstrebenswerte Güter oder Leistungen kaufen will, soll durch Nichtanpassung seines Einkommens mittelfristig am Erfüllen dieser seiner Wünsche gehindert werden. Diese willkürliche Selektion dessen was gekauft werden soll um von der „Kaufkrafterhaltung“ zu profitieren erscheint mir als erster Schritt in eine staatliche Zuteilwirtschaft. Spätestens dann stellt sich die Frage nach dem dekadenten Erwerb von Luxusgütern ohnehin nicht mehr.

Damit nicht genug, der Autor behauptet zudem, eine nicht gedeckelte Indexierung würde den Graben zwischen Arm und Reich weiter ausbauen. Sein Beispiel soll dies belegen: Ausgangspunkt zwei Arbeitnehmer. Der „Arme“ verdient 2000 Euro, der „Reiche“ 10.000.- der Unterschied 8000.- Nach 10 Jahren, und einer Indextranche pro Jahr kommt der „Arme“ auf 2.560.- der „Reiche“ auf stolze 12.800.- der Unterschied 10.240.- Ist der Graben dadurch grösser geworden, wie Freund Schadeck zu glauben scheint? Anfangs verdient der “Reiche“ fünfmal mehr als der „Arme“ , er kann sich also fünfmal mehr Güter leisten. Nach 10 Jahren beträgt das Verhältnis, man teile 12800 durch 2560 immer noch 5, der Graben ist gleich geblieben. Eigentlich ist er nicht grösser sondern kleiner geworden, wenn man die progressive Besteuerung und die derzeit nicht übliche Anpassung der Steuertabelle in Betracht zieht. Freund Schadeck wird doch nicht wider besseres Wissen in die Demagogiefalle getappt sein?

Ein gedeckelter Index führt zu einer schleichenden Verringerung des Lohnunterschiedes und somit langfristig zu einer Angleichung der Löhne. Ferventen einer „gleicher Lohn für Alle“-Politik mag diese Entwicklung gelegen kommen, ob sie zur Wohlstandsvermehrung beiträgt ist eine andere Frage und ob das Resultat „gleiches Elend für Alle“ wirklich sozialer ist sollte jeder für sich entscheiden.

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November 20, 2012 - Posted by | Klassischer Liberalismus, Luxemburg, Wirtschaft | , , , ,

2 Kommentare »

  1. Très bien. Ich wundere mich ohnehin was an der Verwandlung des Index von einem Instrument zum Inflationsausgleich in ein Instrument zur sekundären Umverteilung “liberal” sein soll…

    Kommentar von nestor76 | November 20, 2012

  2. Je ne suis pas un expert financier mais il me semble qu’une personne gagnant un salaire assez important payera aux « impôts » des taxes plus élevées (en gardant un barème équitable) qu’une personne ne gagnant que la moitié ou le tiers. Cela devrait suffire pour garder une structure sociale satisfaisante! Et cela suscitera également à garder une « motivation naturelle et saine » dans une société moderne, d’essayer de progresser et de monter les différents échelons de son métier..!

    Kommentar von Claude Sternberg | November 24, 2012


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