L for Liberty

…because liberty is not negotiable.

Verschiedenes

Regionalwährung in Luxemburg! Auch wenn der vorläufige Name “Beki” noch etwas kindisch wirkt. Prinzipiell eine gute Idee, nur bin ich mir über die Motivation und die möglichen Befürworter nicht sicher. Einerseits ist es natürlich ein schöner regionaler Gag und funktioniert ja auch nicht nur als Touristenattraktion, wie der Chiemgauer beweist. Andererseits ist in der momentanen EU-skeptischen Stimmung natürlich damit Politik zu machen. Trotz grünem Initiator hegt sich in mir der Verdacht, dass hautsächlich Regionalisten auf den Zug aufspringen werden, und die eigentlich ökonomisch interessante Idee der Währungskonkurrenz in den Hintergrund treten wird.
Doch wer sagt, dass es beim Regionalgeld bleiben muss?


Apropos Geld: Wie wäre es mit einer Flatrate-Steuer?

Wie ich ja bereits hier andeutete bin ich irgendwo doch Fan von Lady Gaga. Allerdings nicht von ihrer Musik. Mit dieser Einschätzung scheine ich nicht alleine zu sein.

Neben DSK war das andere große Thema dieser Tage die Rede Obamas zur arabischen Revolution und der Lage im Nahem Osten. Fast unisolo trötete es einem entgegen “Obama für ein Israel in den Grenzen von 1967″ doch um Klarheit zu schaffen musste man bis heute warten, was genau man zitieren kann, denn irgendwie ging im ganzen antiisraelischen Tohuwabohu ein wichtiger Teilsatz unter:

We believe the borders of Israel and Palestine should be based on the 1967 lines with mutually agreed swaps, so that secure and recognized borders are established for both states.

(Hervorhebungen von mir)
Und für die Klärung dieses Punktes, erntete Obama Applaus bei seiner gestrigen Rede bei der AIPAC. Einigen geht das nicht weit genug, andere deuten es als ein Einknicken. So oder so wird man auch auf diese Rede zurückgreifen müssen, wenn man Obamas Nahostpolitik in Zukunft bewerten möchte.
Nur so nebenbei: das Thema Palästina war nur ein kleiner Teil von Obamas Rede, der deutlich interessantere Rest ging wieder mal unter, unter anderem wie mit der arabischen Revolution umzugehen ist. Im Moment gibt es entweder Stagnation oder Blutvergießen, beides sind keine Optionen.

Und weil es so schön ist, wenn bekannte Lieder mal anders gecovert werden: Panzerballett mit dem “Pink Panther”:

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Mai 23, 2011 - Posted by | Allgemeines, Aussenpolitik | , , , ,

17 Kommentare »

  1. Warum braucht man so eine Regionalwährung? Und wie genau soll das aussehen und gehen?

    Muss man seine Euro in Beki wechseln? Warum sollte man das tun? Ausserdem sind die doch nur virtuell oder wird es Scheine und Münzen geben? Wohl kaum, oder?

    Müssen alle Waren dann mit zwei Preisen versehen werden?

    Und Währungskonkurrenz?

    Das ganze klingt nach viel warmer Luft.

    Kommentar von Jerome | Mai 23, 2011

  2. Haha, hab gerade einen Kommentar aus rtl.lu dazu gelesen: Ich schlage Bananen als Währung vor!

    :))

    Kommentar von Jerome | Mai 23, 2011

  3. Warum braucht man so eine Regionalwährung?

    Tourismus oder auch um seine eigene kleine Region aufzuwerten indem man sich auf Regionales fokussiert. Ebenso, und da kommt mein Skeptizismus ins Spiel (da eine solche Idee in Krisenzeiten eine Abwertung der Gemeinsschaftswährung bedeutet und damit die Kriese verstärken kann), wenn die dominierende Währung den Geist ausfgibt, kann man weiterhin mit der Regiowährung fortfahren.
    “Brauchen” tut man selten was von dem was es gibt, was aber nicht heisst, dass man es nicht probieren darf.

    Und wie genau soll das aussehen und gehen?

    So wie es jetzt geht, oder früher mit den verschiedenen Währungen, nur auf kleinerer Basis.

    Muss man seine Euro in Beki wechseln? Warum sollte man das tun?

    Nein, muss man nicht, Regiogeld ist freiwillig, für den der mitmacht. Nein, man muss überhaupt nichts. Wenn man als Geschaftsmensch aber damit handeln will, kann man wechseln.

    Ausserdem sind die doch nur virtuell oder wird es Scheine und Münzen geben? Wohl kaum, oder?

    Kann sein, muss man abwarten.

    Müssen alle Waren dann mit zwei Preisen versehen werden?

    Wie gesagt, “müssen” muss normalerweise keiner. Wenn Geschäftsleute, Bürger und Touristen mitspielen, können durchaus zwei Preise an der Ware stehen.

    Und Währungskonkurrenz?

    Währungen stehen ständig in Konkurrenz zueinander, das nennt sich Wechelkurs. Geld ist ja nicht nur einfach “da”, sondern ist ebenso als Ware zu betrachten, das an Wert verlieren oder sich verteuern kann, zumal es keinen realen Gegenwert mehr hat.
    Das war einer der wenigen vernünftigen Gründe der Euroskeptiker: wenn eine Währung durch Inflation oder ähnliches massiv an Wert verliert, könnte sie durch andere Währungen ersetzt werden oder zumindest aufgefangen. Das ist ja momentan auch ein Problem mit Griechenland. Und es ist, gerade um des Euros willen, nicht unwichtig, dass die EU-Zone Griechenalnd hilft.

    Das ganze klingt nach viel warmer Luft.

    Das Ganze klingt nach einem Versuch, den man ruhig durchführen sollte (zumal niemand gezwungen wird teilzunehmen). Wenn anständig durchgeführt und eventuell noch z.B. bei Silvio Gesell reinschaut wäre es doch ein interessantes Experiment.

    Kommentar von JayJay | Mai 23, 2011

  4. @Jerome: Manche Regios wie der Chiemgauer existieren durchaus auch auf Papier. Meistens sind die Regios 1:1 an den Euro gebunden, aber mit ner Umtauschgebühr (falls zurück von Regio nach Euro) und eben mit einem (monatlichen) Wertverlust (frei nach Silvio Gesells rostenden Banknoten.)

    Wie das genau beim Beki jetzt ausschaut, k.A.

    I.G. geht es darum, dass untereinander getauscht wird. I.G. geht es um regionalen Protektionismus (was überhaupt nicht die Idee Gesells war, der war im Gegenteil für globalen Freihandel). Und das, JayJay, passt durchaus gut zu den Grünen, weil weite Transporte ja CO2 produzieren ;-)

    Mehr zum Thema Geld irgendwann von mir in einem eigenen Thread. Eine Serie über Geld spukt schon lange in meinem Kopf rum.

    Mehr gibt es vorerst leider nicht von mir.

    Kommentar von CK | Mai 23, 2011

  5. (was überhaupt nicht die Idee Gesells war, der war im Gegenteil für globalen Freihandel).

    Deshalb sage ich ja, sie sollten mal bei ihm reinschauen, auch was die Geld-“fäulnis” anbelangt, wäre es doch interessant das Experiment mal durchzuführen.

    passt durchaus gut zu den Grünen, weil weite Transporte ja CO2 produzieren

    Wofür man kein Regiogeld braucht. “Téi vum Séi” funktioniert auch ohne den “Séii”. Aber ja, das Regiogeldexperiment an sich einen Versuch wert, die Motivation (Regionalismus, Protektionismus) unter Umständen fragwürdig.

    Meistens sind die Regios 1:1 an den Euro gebunden

    Was die Sache natürlich äußerst witzlos macht.

    Kommentar von JayJay | Mai 23, 2011

  6. auch was die Geld-“fäulnis“ anbelangt, wäre es doch interessant das Experiment mal durchzuführen.

    Absolut. Vor allem wenn die Initiatoren begreifen würden (was jedoch m.W. bei keinem Regiogeldanbieter bisher der Fall ist), dass es sich bei den x% um einen Zinssatz handelt und die Abgabe somit einen Zinsfluss vom Geldhalter zum Geldemittenten darstellt. Anstatt dumm und plump- wie leider soviele Freigeldanhänger- Zinsen als etwas Böses zu verteufeln und sich in der Öffentlichkeit damit lächerlich zu machen (Siehe Werke wie “Das Märchen vum guten Zins” von Klaus Popp u.v.a.)

    Übrigens sehe ich Geld NICHT als Ware an, sondern als Information. Aber wie gesagt, alles zu seiner Zeit in einem eigenen Thread, der sicherlich nicht nur bei den Austrians(sind bekanntlich zumeist Goldbugs) auf massiven Widerspruch stossen wird.

    Kommentar von CK | Mai 23, 2011

  7. CK:

    Meistens sind die Regios 1:1 an den Euro gebunden, aber mit ner Umtauschgebühr (falls zurück von Regio nach Euro) und eben mit einem (monatlichen) Wertverlust (frei nach Silvio Gesells rostenden Banknoten.)

    Man verliert also auch noch durch, unter anderem eine Umtauschgebühr? Noch ein Grund weniger in Beki zu bezahlen!

    Kommentar von Jerome | Mai 23, 2011

  8. @Jerome: Wie gesagt: K.A. wie es genau beim Beki funktioniert. Ich kenne nur das Prinzip vom Chiemgauer. Und da ist es in der Tat so, dass man beim Rücktausch (wohlverstanden nur beim Rücktausch, NICHT beim Tausch Euro -> Regio) mit einer Gebühr “bestraft” wird. Schliesslich soll man in den erhaltenen Chiemgauer bezahlen und nicht in Euro.

    Eine Währung kann bekanntlich ihren angestammten Währungsraum nicht verlassen. (Wobei dieser über den gesetzlichen Raum hinausgehen kann. Im Ostblock wurde früher gerne mit DM bezahlt.) Und Regiogelder sollen eben in der Region bleiben. Das Regiogeld “zwingt” einen sozusagen, damit allein regional einzukaufen.

    Was den Umtauschkurs angeht, würde ich es so machen: 1:1 zum Euro am Tag der Einführung des Regios. Und danach den Wechselkurs anpassen (so nach dem Motto: “Wir inflationieren nicht, der Euro schon”). 1 Regio sollte dann immer soviele Euro wert sein wie ein Euro am Tag X. Bei ner Inflationsrate des Euros von bspw. 2% wäre der Umwechselkurs nach einem Jahr also 1,02 Euro für 1 Regio.

    Ich halte die meisten Regiogelder vor allem für eine nette Spielerei, mehr nicht. Halte aber die Abschaffung des Geldmonopols durchaus für eine sehr interessante Idee.

    Kommentar von CK | Mai 23, 2011

  9. @ CK (Kommentar 4): richtig, Gesell war im Unterschied zu den heutigen Regiogeld-Verfechtern für die Globalisierung, und wollte seine Alternativwährung weltweit einführen. Die Grünen, und zum Teil auch die Linke liebäugt tatsächlich immer mehr mit der Idee von “regional geschlossenen Wirtschaftsräumen”, “produits du terroir” usw. Blanche Weber meinte ja in ihrer Rede bei der nationalen Anti-Atom-Demo Luxemburg solle seinen Strom nicht in “Hinterkurdistan” kaufen, sondern “auf regionaler Ebene” produzieren… Das ist schon recht erstaunlich, was da von verschiedenen, doch eigentlich dem “Internationalismus” verpflichteten Leuten so von sich gegeben wird. Da lobe ich mir doch das kosmopolitische Weltgeld Bitcoin ;-).

    Kommentar von nestor | Mai 23, 2011

  10. “Blanche Weber meinte ja in ihrer Rede bei der nationalen Anti-Atom-Demo Luxemburg solle seinen Strom nicht in „Hinterkurdistan“ kaufen, sondern „auf regionaler Ebene“ produzieren…”

    @nestor: Eher ein Argument PRO Kernenergie (und gegen fossile Energie von Leuten wie Gas-Vladi) ;)

    Wobei so sehr ich auch für internationalen Freihandel bin, solche Ideen sind auch nicht ganz falsch.

    1. Aus diversen Gründen sollte man den Handel mit Staaten wie bspw. dem Iran oder Russland eher aufs Notwendige beschränken.

    2. Eigenständige Energieproduktion (mit Photovoltaik auf dem Dach) verringert die Abhängigkeit zumindest der privaten Haushalte vom öffentlichen Stromnetz.

    Kommentar von CK | Mai 23, 2011

  11. Ed Cline wettert gegen Obama:

    http://www.capitalismmagazine.com/world/middle-east/6423-obama-s-vision-of-the-middle-east-means-the-death-of-israel-on-planet-obama.html

    Sehr pessimistische Sicht, aber ich fürchte auch das Schlimmste. Auch bin ich skeptisch, was die Erfüllung unserer Hoffnungen- den “arabischen Frühling” betreffend- angeht. Das Ganze ist eine Pralinenschachtel (in der sich auch viele, bittere Pillen befinden) und man weiss nicht was man bekommt.

    Kommentar von CK | Mai 23, 2011

  12. Oh Asselborn…

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,764518,00.html

    Bei der Einseitigkeit und den Verallgemeinerungen könnte Einem glatt der Hut…

    Kommentar von JayJay | Mai 24, 2011

  13. Dass die däitsch Medien ëmmer rem deen Clown interviewen …

    Kommentar von Jerome | Mai 24, 2011

  14. @Jerome: Deen Clown ass nun eemol eisen Aussenminister… Schlemm genuuch :-(

    Alan Dershowitz zur Ried vum Obama:

    http://www.huffingtonpost.com/alan-dershowitz/president-obamas-mistake_b_864494.html

    Kommentar von CK | Mai 25, 2011

  15. De Claudio Casula zum Quasselborn:

    http://spiritofentebbe.wordpress.com/2011/05/24/luxemburg-macht-druck/
    :)

    Kommentar von CK | Mai 26, 2011

  16. Sehr später Nachtrag: das Letzebuerger Land über Silvio Gesell als Grossvater des Beki:

    http://www.land.lu/2012/08/24/komischer-gesell/

    (viel Unsinn im letzten Teil allerdings)

    Kommentar von nestor76 | August 31, 2012


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